Wednesday, April 11, 2007

Soziologin Kelek bewertet neuen Dachverband der Muslime skeptisch

Die türkischstämmige Islamkritikerin und Autorin Necla Kelek bewertet den neu gegründeten muslimischen Dachverband skeptisch. Es genüge nicht, dass sich der Koordinierungsrat der Muslime in Deutschland (KRM) als einheitlicher Ansprechpartner für die Bundesregierung verstehe, sagte Kelek am Mittwoch im Deutschlandfunk.
Die Bundesregierung habe klar gemacht, "dass der Islam sich säkularisieren muss", betonte die Soziologin. Sie sei "sehr kritisch", ob die vier im Koordinierungsrat zusammengeschlossenen muslimischen Verbände auf diese Erwartung hinarbeiteten oder sich als Organisation erweisen würden, die "eine Gegengesellschaft aufbaut".
So seien sich etwa die im Koordinierungsrat zusammengeschlossenen Gruppen darüber einig, dass Männer und Frauen gesellschaftlich getrennt sein sollten, fügte Kelek hinzu. Diese hielten es beispielsweise für richtig, dass Mädchen in der Schule das Kopftuch tragen sollen und dass der Sportunterricht für Jungen und Mädchen getrennt stattfinden solle. Auch mit Gruppen, die von "Gottesgesetzen" sprächen statt von rechtsstaatlichen Prinzipien, dürfe es keinen Dialog geben. "Die Bundesregierung kann und darf da keine Zugeständnisse machen", sagte Kelek.
Gründungsmitglieder des Koordinierungsrates sind die vier großen Dachverbände Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB), der Islamrat, der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) und der Zentralrat der Muslime (ZMD).
(ddp)

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