Saturday, June 09, 2007

Dhimmitag fordert "Dialog auf Augenhöhe" mit dem Islam

Die Besucher des "Zentrum Begegnung mit Muslimen" auf dem Kölner Evangelischen Kirchentag haben sich für einen "fairen christlich-islamischen Dialog auf Augenhöhe" ausgesprochen. In einer am Samstag mit Mehrheit angenommenen Resolution wird einer einseitigen protestantischen Profilierung eine Absage erteilt: "Eine Schärfung des protestantischen Profils durch Abgrenzung gegenüber einer anderen Religion und durch Überlegenheitsansprüche dient nicht dem Dialog mit dem Islam, sondern gefährdet das Vertrauen, das an vielen Orten gewachsen ist." Indirekt kritisierte das Zentrum damit die umstrittene EKD-Handreichung "Klarheit und gute Nachbarschaft". In dem im November veröffentlichten Text setzt sich der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) kritisch mit dem Islam in Deutschland auseinander und betont die eigenen Grundlagen.
Kritiker der Resolution bemängelten, der verabschiedete Text enthalte zwar eine Reihe von Forderungen an die eigene Kirche, aber keinerlei Wünsche an die muslimische Seite.
Wegen der EKD-Handreichung war es am Donnerstag auf dem Kirchentag zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen dem EKD-Ratsvorsitzenden Bischof Wolfgang Huber und dem Zentralratsvorsitzenden der Muslime in Deutschland (ZKM) Ayyub Köhler gekommen. Nach Auffassung von Köhler verstärke der vom ehemaligen Präses der EKD-Synode Jürgen Schmude mitverfasste Text das Misstrauen und die Islamangst in der deutschen Gesellschaft.
Huber wies den von muslimischer Seite geäußerten Verdacht einer angeblich geplanten Missionierung durch die evangelische Kirche zurück. Im Dialog der Religionen müsse aber ein "fairer Streit auf der Suche nach der Wahrheit" erlaubt sein.
Nach der Veröffentlichung der EKD-Schrift hatte der Zentralrat der Muslime ein Gespräch mit der EKD-Führung abgesagt. Erst kurz vor dem Kirchentag war es in der Mannheimer Moschee zu einem Treffen gekommen, das allerdings nicht zu einer Annäherung führte.
Der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Manfred Kock verteidigte am Samstag die EKD-Handreichung: "Man muss Gemeinsamkeiten und Differenzen kennen, sonst kann man nicht zusammenleben." Auch der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, erklärte, er stehe zu dem Text, auch wenn er sich stellenweise eine moderatere Sprache gewünscht hätte.
(ddp)

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