Wednesday, March 11, 2009

Selbst Trittin bezweifelt, dass es moderate Taliban gibt

Die Absicht der USA, in Afghanistan Verhandlungen mit "gemäßigten" Taliban führen zu wollen, stößt in der deutschen Politik auf ein geteiltes Echo. Außenamtsstaatsminister Gernot Erler (SPD) begrüßte die Strategie und sagte der "Frankfurter Rundschau" (Mittwochausgabe): "Es ist ein konsequenter Schritt, wenn man die afghanische Politik ernst nimmt."
Dagegen zeigte sich der CDU-Außenpolitiker Eckart von Klaeden überzeugt: "Es gibt keine moderaten Taliban. Wären sie moderat, wären sie keine Taliban." Der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Mittwochausgabe) sagte Klaeden, schon der Begriff der moderaten Taliban sei in sich widersprüchlich. "Die Taliban sind zwar keine monolithische Organisation, aber sie eint ihre radikale Gesinnung", betonte er.Allerdings müsse man sich um Mit- und Überläufer bemühen, sagte Klaeden. Dafür müssten aber Voraussetzungen erfüllt sein. Unter anderem sollten die Taliban elementare Grund- und Menschenrechte sowie die afghanische Verfassung anerkennen und auf Gewalt verzichten.
Auch der Grünen-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Jürgen Trittin, sagte, es gebe zwar vereinzelt "lokale Versöhnungsprozesse", aber er sei skeptisch, "ob das auf der nationalen Ebene funktioniert". Trittin bezweifelte ebenfalls, dass es "gemäßigte" Taliban gebe.
(ddp/JWD)

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