Tuesday, November 15, 2016

Trump verdirbt die Preise

Das schlägt dem Fass den Boden aus. Nicht genug, dass Donald Trump Frauen und Ausländer verachtet, keine islamisch motivierteren Terroristen in Amerika dulden will, nicht genug auch, dass Frank-Walter Steinmeier den Mann als  „Hassprediger“ enttarnen musste, jetzt will er obendrein noch auf das Gehalt verzichten, das ihm als gewähltem Präsidenten der USA zusteht, umgerechnet 370.000 Euro jährlich, und sich mit einem symbolischen Dollar pro Jahr begnügen.
Eine Unverschämtheit, über die SPIEGEL ONLINE (SPON) nur entsetzt berichten kann. „Das Gehalt eines US-Präsidenten“, lässt uns die Redaktion wissen, „ist für Trump offenbar nicht der Rede wert“. Was an der selben Stelle über die Geldgier des „Multimilliardärs“ zu lesen wäre, würde er das Salär einstecken, mag sich jeder selbst ausmalen. Unsererseits können wir den wachsamen Redakteuren des Qualitätsmediums nur dankbar sein, dass es ihnen wieder einmal gelungen, den Finger in die Wunde zu legen.
Denn wo kämen wir schließlich hin, würden alle nachmachen, was sich das Greenhorn In Washington herausnimmt. Da loben wir uns doch ein Vorbild wie Martin Schulz, den Präsidenten des Europäischen Parlaments und vormaligen Bürgermeister von Würselen an der Wurm. Der politische erfahrene Genosse weiß, dass es sich einfach nicht gehört, den Kollegen die Preise zu verderben, sich unter Wert zu verkaufen.
Nicht im Traum würde es ihm einfallen, die Bürger zu beleidigen, indem er die Möglichkeit ausschlägt, sich mit ihren Steuergeldern die Taschen zu füllen. Brav kassiert er Tag für Tag zusätzlich zu seinen Dienstbezügen 304 Euro Tagegeld, rund 112.000 Euro jährlich, ein knappes Drittel des Gehalts auf das Donald Trump verzichtet. Gleich, ob er in Brüssel am Schreibtisch sitzt, in Berlin für die SPD in den Wahlkampf zieht oder daheim unterm Christbaum „O du fröhliche ...“ anstimmt, stets hält Schulzi pflichtbewusst die Hand auf.
Und was tut Trump, der designierte 45. Präsident der USA, dem die Kanzlerin schon vor seinem Einzug ins Weiße Haus die Leviten lesen musste? Er folgt dem Beispiel Michael Bloombergs, der das Amt des New Yorker Bürgermeisters ebenfalls für einen symbolischen Dollar versah, weil ihm vor allem anderen die Geschicke der Stadt am Herzen lag.
Allein SPON war wachsam genug, so etwas Trump nicht durchgehen zu lassen. Könnte es doch sogar bedeuten, dass der Reaktionär die obwaltenden Verhältnisse in Frage stellt. Schlimmstenfalls besinnt er sich noch auf die Kindertage der Demokratie, als Männer und Frauen in die Politik gingen, weil sie etwas im Interesse ihrer Wähler bewegen wollten, nicht weil sie hofften, Karriere zu machen und ordentlich zugreifen zu können.
Du lieber Himmel, am Ende würde noch der Turmbau zu Brüssel ins Wanken geraten.
 http://www.achgut.com/artikel/trump_verdirbt_die_preise

2 comments:

Conny Conway said...

Do you got that in English? . Love the dripping sarcasm and would like to share it with fellow frump followers. If not, mind I translate it?

Fred Alan Medforth said...


Unfortunately not. But you are allowed to translate it yourself if you want.