Thursday, March 23, 2017

Fünf Tote und 40 Verletzte: Islamistischer Terror in London - Lehren aus oder Leere nach dem Terror?


 Islamistischer Terror in London - Lehren aus oder Leere nach dem Terror?
Gleich nach der islamistischen Auto-Attacke auf der Westminster Bridge war das linksalternative Milieu sich gestern in einem Punkt wie immer einer Meinung: Wir dürfen jetzt vor allem nicht dem Täter die Schuld geben.


von Ramiro Fulano

 
Während noch nicht alle Verletzten in Krankenhäusern waren und nicht alle Toten kalt, war die rotgrüne Szene in Parteien und Medien bereits vollständig ausgeschwärmt: auf der Suche nach Erklärungen, Verständnis, Relativierungen, Entschuldigungen und Rechtfertigungen. Business-as-usual im linksalternativen Milieu.
Ob Katrin Göring-Eckardt auch diesmal wieder anderen Leuten ihre Gefühle vorschreiben wollte, weiß ich nicht. Nach dem Terror-Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt war die Grüne mit dem abgebrochenen Theologiestudium jedenfalls der Meinung, man hat gefälligst nicht sauer zu sein, wenn man von radikalen Islamisten überfahren wird.

In den Redaktionen von Staatsfunk und Qualitätsmedien klammerte man sich auch gestern wieder lange an die Hoffnung, das Ganze könnte ein Missverständnis gewesen sein. Man weiß ja, wie das ist, wenn das Navi spinnt. Vielleicht ein Betrunkener. Ein Geistesgestörter. Aber bitte, bitte bloß nicht schon wieder ein Terrorist!
Und als Scotland Yard die Öffentlichkeit bereits darüber informierte, dass man bis zum Beweis des Gegenteils von einem islamistischen Motiv ausgeht, wurde im Gebührenfernsehen noch lange von einem „mutmaßlichen“ Terroranschlag geschwafelt.

Live und in Farbe wunderte sich die öffentlich-rechtliche Journaille darüber, was bloß den armen Autofahrer angetrieben hat (abgesehen von einem gemieteten Hyundai SUV). Man kann die Fakten auch der Theorie anpassen, indem man möglichst wenige erwähnt...

Inzwischen heißt es bei der Anti-Terrorismus Einheit der Metropolitan Police, die Identität des Fahrers sei festgestellt, könne aber im ermittlungstaktischen Interesse nicht bekannt gegeben werden. Man betonte erneut, man gehe von einem islamistischen Terror-Motiv aus.

Ich kann mich an eine Zeit erinnern, in der man in Deutschland oder Europa fast überall spazieren gehen konnte, ohne Angst vor einem islamistischen Terroranschlag zu haben. Diese Zeit ist keine zwei Jahre her und ich würde nicht behaupten, dass es mir damals schlechter gegangen wäre als momentan.
In Gerüchten hieß es gestern, der Attentäter wäre Abu Izadeen (zuvor Trevor Brooks). Diese Gerüchte wurden bislang nicht bestätigt. Mr. Izadeen verbüßt derzeit angeblich eine zweijährige Haftstrafe, wie es heißt wegen einer Reise in den Islamischen Staat zur Unterstützung dessen Terrormiliz. Sollte es Mr. Izadeen aber doch gewesen sein, kämen einige Behörden jetzt in ziemlichen Erklärungsnotstand.

Natürlich nicht in Germany: Offiziell wusste keiner der Staatsfunker und Qualitätsjournalisten Bescheid, was geschehen war. Und wenn doch, dann bemühten sie sich nach Kräften, sich davon nichts anmerken zu lassen: Autos fuhren in den Massenmedien mal wieder von selbst und die Frauen in London springen eben einfach mal kurz in die Themse, wenn‘s ihnen zu heiß wird…

Ich weiß nicht, ob sich die deutsche Bundeskanzlerin fragte, ob es eventuell einer ihrer „Refugees“ gewesen sein könnte, der in Westminster so unglücklich „vom Weg abgekommen“ war. Aber ich glaube, dieser Gedanke liegt völlig außerhalb der moralischen Reichweite von Frau Dr. Merkel.

Inzwischen ist der übliche Hashtag-Tsunami über uns hereingebrochen und die Teelichter-Brigade läuft sich warm um das kritische Bewusstsein mit einer Lawine aus Teddybären und Blumensträußen zu erschlagen, falls es sich wider Erwarten regt.

Was das linksalternative Milieu „problematisch“ findet, ist weniger der Terroranschlag selbst. Sondern, dass er politisch unerwünschte Meinungen bestätigen könnte. Anders gesagt: Die Opfer stören die Theorie und werden zweckdienlich unter den Teppich gekehrt, denn sie erinnern an das, was mit der politischen Ideologie der Linken nicht stimmt.

Die politisch Verantwortlichen hingegen beschwören Mut und Geschlossenheit. Was Anderes als Mut bleibt einem als Normalverbraucher auch nicht übrig, wenn einen nicht rund um die Uhr Sicherheitskräfte beschützen – so viel zum Thema „Solidarität“.

Die handelsüblichen „Experten“ bringen derweil ihren handelsüblichen Allgemeinplatz in Stellung: alles nur eine Reaktion auf westliche Einmischung in der islamischen Welt.

Tolle Theorie. Sie hat nur einen Fehler: Sie stimmt nicht. Die islamische Welt führt einen heiligen Krieg mit sich selbst, seit es sie gibt. Für irgendwen ist man immer der „falsche“ Moslem. Das ist die praktische Übersetzung der Vokabel Dschihad, liebe Bescheidwisser.

Aber auch mit einer anderen Terrorversteher-Theorie ist es nicht weit her. Nach den Attentaten von Nizza wusste man im linksalternativen Milieu, dass das gar kein „richtiger“ Moslem war; schließlich trank er Alkohol und aß Schweinefleisch.

Dieses Pseudo-Argument wäre nur halb so idiotisch, wenn man ihm nicht so überaus deutlich den Wunsch ansehen würde, die Schuld für alles, was islamistische Terroristen unternehmen, im Westen zu sehen (konkret: in Schweinefleisch und Alkohol).

Ich persönlich glaube nicht, dass einer der Attentäter von Paris, Brüssel, Nizza, Berlin oder London gegen eine zweckdienlich unterstellte „Islamophobie“ demonstrieren wollte. Von eben dieser „Islamophobie“ ist nämlich dann keine Rede, wenn der islamistische Terrorismus in Bombay, Bagdad oder Karachi zuschlägt.
Ich glaube nicht, dass der Westen an seinem Schicksal selbst schuld ist. Und wenn, dann nur in einem anderen Sinne, als damit meist unterstellt wird. Denn natürlich lässt sich die Notwendigkeit nach effektiveren Strategien in der Bekämpfung insbesondere des islamistischen Terrors nicht länger von der Hand weisen. Bloß reicht es dazu nicht, das Problem zu ignorieren.

Die Tendenz, den Tätern die individuelle Zuständigkeit und damit auch die Verantwortung für ihr Verhalten abzusprechen, ist in den Medien und ihrem demokratischen Arm nach jedem Terroranschlag intensiver geworden.

Inzwischen gehört es zum guten Ton, Terroristen von jeglicher Schuld freizusprechen und sich stattdessen selbst in Sack und Asche zu werfen, wenn man zu den tonangebenden Kreisen gehören will: Wir sind selbst schuld – buh!

Man geht seitens des politischen und medialen Establishments erschreckend großzügig mit dem Leben anderer Leute um. Ein Blick auf die wirkliche Welt zeigt, was auf den einschlägigen Live-Kanälen im Internet während der Live-Berichte geschah: Hier sieht es so aus, als fänden die arabischen Zuschauer auf France 24 die ganze Sache einfach schrecklich lustig.

https://twitter.com/PrisonPlanet/status/844712901810307072

Und wer über belastbare Kenntnisse der englischen Sprache verfügt, könnte sich auch für John Paul Watsons Meinung interessieren.

https://www.youtube.com/watch?v=lZgG0p6eBBY


Foto: Auto-Anschlag auf der Brücke, bevor der Terrorist vor dem Parlamentsgebäude weitere Menschen niederstach (Foto: Screenshot YouTube-Video)
 http://haolam.de/artikel_28641.html

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