Monday, June 12, 2006

Bosbach: Ahmadinedschad in Deutschland nicht willkommen

Der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende verweist indes auf Verträge zwischen der Bundesregierung und dem Weltfußballverband FIFA, die es erschwerten, eine Einreise des Staatschefs zur Fußball-WM zu verhindern.
Berlin - Ein Einreiseverbot für den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad zur Fußball-WM wäre nach Einschätzung des stellvertretenden CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Bosbach kaum möglich. Unter anderem gebe es Verträge mit dem Weltfußballverband Fifa, die es erschwerten, eine Einreise Ahmadinedschad zu verhindern, zitierte der Berliner „Tagesspiegel“ Bosbach. Allerdings müsse man dem Präsidenten klar machen, „daß er hier nicht willkommen ist“. Sollte er dennoch kommen, dürfe er keinesfalls mit Protokoll empfangen werden.
Dem Bericht der Zeitung zufolge hat Deutschland in Verträgen mit dem Weltfußballverband Fifa Regierungsgarantien abgegeben, die eine sichere Einreise für die Delegationen der teilnehmenden Länder umfaßten. Die Bundesregierung meine, daß diese Garantie auch für die politischen Vertreter der Teilnehmer-Länder gelte. Das WM-Organisationskomitee betrachte Ahmadinedschad indes nicht als Mitglied der Delegation. Die Zeitung zitierte dazu einen Sprecher des Innenministeriums mit den Worten, man werde sich mit der Frage befassen, wenn Ahmadinedschad sein Kommen bekunde.
Der iranische Präsident hat mit anti-israelischen Äußerungen weltweit Empörung ausgelöst. Unter anderem leugnete er den Holocaust und forderte, Israel von der Landkarte zu tilgen.Beckstein: Nur Diplomatenpaß würde Ahmadinedschad vor einer Verhaftung bewahren
Er hat Medienberichten zufolge angekündigt, zur WM zu kommen, falls das iranische Team die Vorrunde übersteht. Vor dem WM-Spiel Iran-Mexico in Nürnberg hatten am Sonntag etwa 1000 Menschen gegen die israelfeindliche Politik des Landes demonstriert. Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) hatte dort gesagt, wer wie Ahmadinedschad die Juden ins Meer treiben wolle, stehe außerhalb des Bodens jeder Zivilisation. „Wenn er nach Deutschland käme, würde ihn nur der Diplomatenpaß davor bewahren, verhaftet zu werden. Ein Verbrecher wie Ahmadinedschad ist in Deutschland nicht willkommen.“
Zum ersten Spiel der iranischen Mannschaft war Ahmadinedschad Stellvertreter Mohammed Aliabadi angereist. Die Bundesregierung hatte erklärt, er werde nicht als Staatsgast behandelt und es werde keine offiziellen Kontakte geben.
WELT.de/rtr

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