Sunday, December 22, 2013

Palästinakritik

Erstaunliches haben einige mit nahöstlichen Themen betraute Vertreter der gewohnt kritischen deutschen Journaille in den vergangenen Tagen geleistet. Sie, die nach der Auskunft eines ihrer Häuptlinge bei ihrer Arbeit “aufgrund des Holocaust eine besondere Verantwortung” verspüren, waren – erstaunlich israelunkritisch.
Derzeit behaupten etwa die “palästinensischen” Maan News – begründet und betrieben mit Unterstützung der EU und der politischen Stiftung der deutschen FDP – nahezu täglich, die “Energiekrise” in Gaza und deren Folgen seien “a result of the tightening of a 7-year-long blockade imposed on the territory by Israel with Egyptian support”.
Es wäre also eine leichte Übung, “palästinensische” Quellen zu zitieren, die wahrheitswidrig Israel und Ägypten für eine teils katastrophale Lage in Gaza verantwortlich machen. Doch dieses Märchen möchte selbst für die tagesschau Torsten Teichmann nicht einfach weitergeben: “Den Preis dieser Politik zahlt die Bevölkerung”, formuliert er und beschreibt “diese Politik” so:
“Der Import von Diesel über Israel wäre unter Umständen sogar möglich. Doch die Hamas weigert sich, diesen Schritt zu gehen, da bei der Einfuhr auf palästinensischer Seite Zoll fällig wäre. Und den will die palästinensische Autonomiebehörde in Ramallah im Westjordanland kassieren [..].”
Und auch Inge Günther räumt vorsichtig – aber immerhin – ein, “manche Gründe” für die Zustände in Gaza seien “hausgemacht”: “Ersatz aus Israel könnte theoretisch die Autonomieführung in Ramallah organisieren. Aber Hamas und Fatah sind so verfeindet, dass sie nicht mal ihren Streit, wer die Steuern dafür kassiert, beilegen konnten.”
Das sind durchaus bemerkenswerte Aussagen in einer Medienlandschaft, die ihre Opfer Kunden zum gleichen Thema doch auch so “informiert”: “Besonders zu leiden hatten viele Menschen im palästinensischen Gazastreifen. Dort ist die soziale Lage wegen der langjährigen israelischen und seit Juli auch ägyptischen Blockade ohnehin schon schwierig”.
Gleichwohl kennt die Kritik Torsten Teichmanns und Inge Günthers an “Palästinensern” und jenen, die vorgeben, deren Interessen zu vertreten, Grenzen. Das von Hamas und iranischen Staatsmedien auch in Deutschland verbreitete Gerücht, Israel hätte durch das Öffnen von Dämmen für Überschwemmungen in Gaza gesorgt, nahmen sie nicht zum Anlaß, wiederkehrende antiisraelische Propaganda zu entlarven.
Diese Klarstellung mußte Ulrich W. Sahm übernehmen, der damit einmal mehr zeigte, was möglich wäre, bestimmten nicht Vorurteile die deutsche Nahostberichterstattung.
tw24

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