Tuesday, December 16, 2014

Deutscher Händler verkaufte Terror-Flaggen auf Amazon

storybildEine Gruppe von Terroristen hält die Flagge der Organisation «Islamischer Staat» in die Höhe. Bei Amazon konnten Kunden eine derartige Flagge für kurze Zeit erwerben. (Bild: Keystone/Alaa Al-shemaree)

Für ihre Waren wirbt die Firma Magflags mit dem Slogan: «Weil der erste Eindruck zählt.» Bei den Fahnen handle es sich um Qualitätsprodukte Made in Germany aus 110 Gramm pro Quadratmeter Glanzpolyester. Die Flaggen seien wind- und wetterfest und äusserst stabil. «Das Tuch ist optimal für den Outdoor-Bereich geeignet», heisst es auf der Website weiter.
Wer sich allerdings für eines der Produkte interessierte, hat wohl bei seinen Nachbarn nicht den besten ersten Eindruck hinterlassen. Die Firma aus dem deutschen Bundesland Baden-Württemberg bot auf Amazon Flaggen der Terrororganisationen Islamischer Staat und Al-Nusra Front an. Aufgefallen war dies einem Journalisten der deutschen «Bild»-Zeitung, der den Fall auf Twitter publik machte. Kurze Zeit nach der Veröffentlichung des Tweets waren die Flaggen aus dem Shop verschwunden. Nach wie vor erhältlich sind Fahnen mit einer Abbildung des islamischen Glaubensbekenntnisses, der Schahāda.
Auch im firmeneigenen Online-Shop verkaufte die Firma Magflags die umstrittenen Fahnen. Auf Anfrage der «Bild» rechtfertigte sich Firmeninhaber Matthias Jaekle mit den Worten: «Ich weiss, dass wir die Flagge drin hatten, aber sie sollte eigentlich längst rausgenommen sein.» Zum Fehler sei es gekommen, da Magflags die Motive für die Fahnen automatisiert aus externen Datenbanken wie Wikipedia bezieht. «Eigentlich kontrollieren wir das immer. Zum Beispiel sollten natürlich auch keine Hakenkreuz-Flaggen angeboten werden», so Jaekle.
Pikant an der Sache ist ausserdem, dass der Islamische Staat in Deutschland offiziell verboten ist. Das heisst: Das Werben für die Organisation oder jegliche Unterstützungshandlungen sind nicht erlaubt. Hinzu kommt ein Verbot, öffentlich «Kennzeichen des Islamischen Staates» zu verwenden. Auch in der Schweiz ist der IS seit Oktober verboten. Der Bundesrat erliess im Oktober eine entsprechende Verordnung.
 20min.ch

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