Sunday, May 17, 2015

Geheiligter Krieger

Nach einem als “warm” und “herzlich” beschriebenen Gespräch hat Papst Franziskus am Sonnabend seinem Gast Abu Mazen, den Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), die sich seit einiger Zeit “Staat Palästina” nennt, zum Engel befördert, wie Radio Vatikan unter Berufung auf italienische Medien berichtete.
Der “Engel des Friedens”, der aus Anlaß einer Heiligsprechung zweier “Palästinenserinnen” am Sonntag in Rom weilt, revanchierte sich für die geheiligten Flügel mit einer “kleine[n] Perlmutt-Truhe”, die einen “Rosenkranz aus Olivenholz und zwei Reliquien” enthielt, die den beiden geehrten “Palästinenserinnen” gehört haben sollen.
Aus Gründen, über die das Oberhaupt der katholischen Kirche nachzudenken vermutlich keine Zeit hatte, konnte Abu Mazen freilich keinen Friedensplan präsentieren, der “Engel des Friedens” war – natürlich – ohne angereist. Und auch am Tag danach sucht man vergeblich nach Anzeichen dafür, daß Papst Franziskus sich nicht geirrt haben könnte.
Auf der Website des “Engels des Friedens” findet sich nach wie vor dessen Arbeit “The Other Side: The Secret Relationship Between Nazism and Zionism”, eine antisemitische Hetzschrift, in der Abu Mazen behauptet, Juden hätten den Holocaust inszeniert. Für seine “Sicherheitskräfte” gilt derweil, “Palestine means the entire national land, from the River to the Sea”.
Gebieten Verträge, die die Unterschrift des “Engels des Friedens” tragen, “jede Seite wird ihr Bestes tun, um Schaden für die Industrie der anderen Seite zu vermeiden”, häuft die “Regierung” in Ramallah nicht nur regelmäßig Schulden in dreistelliger Millionenhöhe an, sondern betreibt zugleich einen Boykott “jüdischer” Waren.
Treffen Kinder aus Israel und “Palästina” zusammen, miteinander Fußball zu spielen, wettert Jibril Rajoub, Abu Mazens “Sportminister”, derlei sei “a crime against humanity” – und wird vom “Engel des Friedens” nicht zurechtgewiesen. Derzeit betreibt Jibril Rajoub den Ausschluß Israels aus der FIFA, und auch dabei hat der “Funktionär” den Segen des Geflügelten.
Bestand vor einem Jahr die – wenn auch: geringe – Chance, unter amerikanischer Vermittlung ein Friedensabkommen zu schließen, war es – der “Engel des Friedens”, der mit seiner Weigerung, auf Vorschläge des Weißen Hauses auch nur einzugehen, und einer “Aussöhnung” mit der Hamas einen Frieden durchaus absichtsvoll verhinderte.
Ferndiagnosen sind immer problematisch. Ist aber Abu Mazen ein “Engel des Friedens”, dann spinnt Papst Franziskus. Und zwar mehr, als das selbst unter Katholiken akzeptabel sein sollte. Mit der Beförderung eines Mannes, der Terroristen als “fighters for freedom and peace” feiert, zum “Engel des Friedens” hat er beigetragen, einen Frieden weiter zu verunmöglichen.
 tw24

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