Der Axt-Angreifer Riaz Khan Ahmadzai, der in einem Zug bei Würzburg
vor drei Wochen viele Menschen schwer verletzte, war angeblich Afghane
und angeblich 17 Jahre alt. Ahmadzai reiste im Sommer 2015 über Passau
nach Deutschland ein. Er gehörte zur stark wachsenden Gruppe der
„unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge“ (UMF) – zumindest hatte er
sich als minderjährig ausgegeben.
Es ist Zeit, sich diese Gruppe genauer anzuschauen. Denn es braut
sich hier sozialer Sprengstoff zusammen, der uns noch um die Ohren
fliegen kann. Und auch die Kosten für die Betreuung dieser Migranten
haben ein Ausmaß erreicht, das ein einfaches „Weiter so“ nicht mehr
zulässt.
Unbegleitete minderjährige Einreisende werden von den Jugendämtern
„in Obhut“ genommen und dann von morgens bis abends betreut. Die Zahl
der „UMF“, die in Obhut genommen wurden, ist vergangenes Jahr auf 42.309
gestiegen, wie das Statistische Bundesamt vergangene Woche bekanntgab.
Das war fast eine Vervierfachung gegenüber dem Vorjahr. Laut Destatis
sind 91 Prozent der UMF männlich.
Die Gesamtzahl der unbegleiteten minderjährigen Einreisenden
(Destatis vermeidet den politisch korrekten Begriff „Flüchtling“) lag
wohl noch erheblich höher. Nicht alle lassen sich aber sofort
registrieren. Knapp 9.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind
derzeit in Deutschland vermisst gemeldet, sie sind nach ihrer
Registrierung wieder abgehauen und weitergezogen.
Sobald das Jugendamt die Regie übernommen und eine Vormundschaft
vermittelt hat, laufen extrem hohe Kosten an. Die meisten Jugendlichen
kommen in Kleingruppen oder Heimen unter, in denen es von
Sozialpädagogen nur so wimmelt, die sich praktisch rund um die Uhr um
die Jugendlichen kümmern. Dadurch entstehen je Jugendlichem Kosten von
etwa 40.000 bis 60.000 Euro im Jahr, erzählen Fachleute wie der Landrat
von Deggendorf, Christian Bernreiter, der zugleich Präsident des
Bayerischen Landkreistages ist.
Nehmen wir das Beispiel des Axt-Angreifers von Würzburg. Für die
Betreuung von Riaz Khan Ahmadzai hat der Steuerzahler im vergangenen
Jahr rund 52.000 Euro gezahlt, ergaben Recherchen des Münchner Merkurs.
Elf Monate verbrachte der junge angebliche Afghane in einem
Kolpinghaus, das bei einem Tagessatz von 145 Euro insgesamt 47.850 Euro
erhielt. Für die „Sozialindustrie“ sind die UMF ein Umsatz-Booster. Die
sogenannte Inobhutnahme nach der Ankunft Ahmadzais schlug mit 2.000 Euro
zu Buche. Die Pflegefamilie, bei der Ahmadzai zuletzt zwei Wochen lang
lebte, bekam 1.200 Euro im Monat.
Es ist schon erstaunlich, wie viel Geld für die unbegleiteten
minderjährigen Flüchtlinge ausgegeben wird. Zum Vergleich: Der
Hartz-IV-Satz für sozial bedürftige Jugendliche zwischen 15 und 18
Jahren liegt bei 306 Euro im Monat – also weniger als ein Zehntel
dessen, was für einen UMF ausgegeben wird.
Für die gut 42.000 in Obhut genommenen minderjährigen Migranten des
vergangenen Jahres kann man überschlagsweise mit rund 2 Milliarden Euro
Betreuungskosten im Jahr rechnen – Tendenz steigend.
Einige CSU-Politiker wie die Sozialministerin Emilia Müller haben
Alarm geschlagen und fordern eine Gesetzesänderung mit dem Ziel, auch
unbegleitete minderjährige Jugendliche nach dem Asylrecht behandeln zu
können und nicht – wie bisher vorgeschrieben – nach dem
Jugendhilfegesetz. Denn viele der Jugendlichen sind keineswegs so
betreuungsbedürftig wie sonst die Kinder, die in Obhut der Jugendämter
kommen, weil sie vor prügelnden Vätern oder drogensüchtigen Müttern
geschützt werden müssen.
Da die allermeisten illegalen Einreisenden keine Papiere haben, weil
sie ihre Dokumente verloren oder vernichteten, sind die Behörden auf die
Eigenangaben der Migranten angewiesen (so wie bei Riaz Khan Ahmadzai,
der sich als Afghane ausgab, obwohl seine Sprache eher nach einem
pakistanischen Dialekt klang, und auch sein Alter inzwischen zweifelhaft
erscheint).
Ein Teil der jungen Migranten sind offensichtlich Minderjährige,
manche richtige Kinder, nur 12 Jahre alt. Doch gibt es viele Grenzfälle –
junge Leute, die sich als 16 oder 17 Jahre ausgeben, doch tatsächlich
schon deutlich entwickelter und reifer wirken. Erstaunlich vielen wächst
schon ein ganz kräftiger Bart.
Es hat sich herumgesprochen, dass man als „Jugendlicher“ eine
wesentlich komfortablere Einquartierung und Betreuung bekommt als ein
normaler erwachsender Asylbewerber. Viele junge Asylmigranten geben sich
daher als Unter-18-Jährige aus, obwohl sie es nicht sind. Die
Sozialämter bemühen sich inzwischen mit Gesprächen und Untersuchungen
durch Ärzte und Psychologen, die Angaben zu überprüfen. Doch das ist ein
schwieriges Unterfangen.
Etwa 40 Prozent der UMF sind gar nicht minderjährig, schätzte die
Münchner Sozialreferentin Brigitte Meier (SPD) vergangenes Jahr. In
Hamburg hat der Senat auf Anfrage eines CDU-Abgeordneten mitgeteilt,
dass 45 Prozent der „minderjährigen“ Flüchtlinge beim Alter schummeln.
Auch wenn die professionelle Flüchtlingsbetreuungsszene darüber nicht
gerne redet, ist es doch ein offenes Geheimnis. Es gibt gerade unter
den jugendlichen Asylmigranten erhebliche Probleme mit Kriminalität. Das
zeigt sich gerade in Hamburg und Bremen, zwei Hafenstädten, in denen
besonders viele junge Asylanten gelandet sind.
In Bremen sind laut einem Polizeisprecher „rund 200 Flüchtlinge unter
20 Jahren registriert, die regelmäßig durch Straftaten auffallen“. Es
gebe „ein echtes Problem mit kriminellen minderjährigen Flüchtlingen“.
Der Polizeisprecher berichtete gegenüber der Huffington Post
von „richtigen Gangs mit Straßenkindern, die etwa durch
Straßenüberfälle, Taschendiebstähle oder Drogenhandel auffallen“. Gut
drei Dutzend junge Intensiv-Straftäter in Asylverfahren hat allein die
Bremer Polizei in ihren Akten. Hinter vorgehaltener Hand reden Fachleute
besonders von kriminellen afrikanischen Jugendlichen. Andere
Polizeisprecher winken ab; sie wollen auf keinen Fall schlecht über die
jugendlichen Flüchtlinge sprechen.
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