Massenvergewaltigung in Wien: "Opfer selbst schuld"
Am Dienstag startete der Prozess gegen jene neun Iraker, die eine Lehrerin zu Silvester 2015/16 gemeinsam in einem Zimmer beim Praterstern vergewaltigt haben sollen.
Einige der Angeklagten bekannten sich über ihre Dolmetscher und Anwälte
"nicht schuldig". Das Ganze sei eine "bsoffene Gschicht" gewesen, war
im Gerichtssaal zu hören. Auch das abstruse und verächtliche Argument,
das Opfer hätte die Vergewaltigungen selbst gewollt, musste sich die
Opfer-Anwältin (die Lehrerin war nicht anwesend) gefallen lassen.Die neun Angeklagten erschienen am Dienstag Vormittag mit ihren
Anwälten. Zu Beginn wurden Personenfeststellungen aller Anwesenden
durchgeführt - die bestellten Dolmetscher hatten viel zu tun, um die
Identitäten zu übersetzen.
Die Frage, ob die Angeklagten sich
schuldig fühlten - DNA- und Spermaspuren hatten die Männer nach dem
brutalen Akt überführt - verneinten manche der mutmaßlichen Täter. Die
Anwälte trugen das Argument vor, dass ihre Mandanten zu dem Zeitpunkt
der Tat betrunken gewesen sein sollen. Sogar das zynische Argument, dass
das Opfer die sexuellen Handlungen gewollt hätte - und daher "selbst
schuld" an dem brutalen Vorfall gewesen sein soll, sei in der
Anklageschrift gestanden.
Festgestellt wurde vor Gericht, dass
die Angeklagten auf verworrene Weise miteinander verwandt sind.
Teilweise gehören sie jedoch verschiedenen Stämmen an, die im Irak
miteinander verfeindet sind, was zu unterschiedlichen Darstellungsweisen
der Angeklagten führe, wie einer der Anwälte anmerkte.
Ab Mittag
wurden die Beschuldigten einzeln ins Verhör genommen, am Dienstag war
der Hauptangeklagte an der Reihe, der sich "schuldig" bekennt.
http://www.heute.at/news/oesterreich/wien/chronik/Massenvergewaltigung-in-Wien-Opfer-selbst-schuld;art85950,1401119
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