Wednesday, June 25, 2014

Köln: Morddrohungen nach Karnevals-Foto in Moschee

"Witzischkeit kennt keine Grenzen" – das in etwa dachte sich das Alt-Hürther Dreigestirn, eine Karnevalstruppe aus der Nähe von Köln. Die Jecken stellten sich vor eine Moschee und fotografierten sich vor dem islamischen Gebetshaus und der Gebetsnische des Imams. Mit den Folgen haben sie nicht gerechnet: Morddrohungen. 
Prinz Patrick I. (Patrick O., 38) hatte eine Karnevals-Idee: "Wir wollten ein Dreigestirn für alle sein und ein Zeichen setzen. Und weil wir in Hürth eine große türkische Gemeinde haben, dachten wir: Unsere Moschee wäre Integrationsaspekt und tolles Fotomotiv zugleich." Das Dreigestirn – außer Prinz Patrick I. gehören noch Bauer Peter (Peter B., 66) und Jungfrau Theodora (Theo A., 44) dazu – fragte den Bürgermeister Walther Boecker, 61, an. Der SPD-Mann organisierte einen Termin in der Moschee. Dann gehen die Versionen der Geschichte auseinander. Als das Alt-Hüther Dreigestirn in die Moschee kam, machte man Fotos. So weit so gut. Laut Moschee-Sprecher Rehan Gündogmus, 59, sei die Truppe allerdings danach noch einmal auf eigene Faust wieder gekommen und hätte erst dann die Fotos vor der Gebetsnische gemacht, die jetzt für Irritationen sorgen. "Das war eine Falle. Es gab eine begrenzte Fotoerlaubnis unseres Dolmetschers. Doch nach dem ersten Besuch kamen die Karnevalisten erneut. Da war unser Dolmetscher im Türkei-Urlaub. Das wurde dann ausgenutzt", sagte Gündogmus dem "Express". Tatsächlich ist auf dem fraglichen Foto eine dunkelhaarige Frau in der Horizontale zu sehen, die von den drei Jecken in der Schwebe gehalten wird. Eine Dolmetscherin, welche die Jecken beim zweiten Besuch mitgebracht haben. Alle vier grinsen glücklich in die Kamera. Eigentlich eine harmlose Geschichte, will man meinen. Und die Jecken wie auch der Bürgermeister behaupten auch, dass alles abgesprochen gewesen sei. In jedem Fall hat das Foto für viel Aufregung gesorgt. Es gab empörte Anrufe von Glaubensbrüdern aus ganz Deutschland und Holland, sagt der Moschee-Vorstand Seref Turna, 78. Er glaubt, dass der Vorfall sogar in der Türkei Wellen schlagen könnte. Und Prinz Patrick berichtet von eindeutigen Drohmails. Dabei sei alles ein großes "Missverständnis".
 welt

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