Saturday, February 21, 2015

Phantomleben

Am 21. Juli 2014 berichtete Die Welt auf ihrer Website, wie eine sommerurlaubende deutsche Regierung auf antisemitische “Demonstrationen” in den Tagen und Wochen zuvor reagierte: “Die Bundesregierung sieht bislang [..] keinen Anlass für erhöhte Alarmbereitschaft.”
Da hatten “Demonstranten” bereits “Juden ins Gas!” gewünscht, sich offen als Anhänger Adolf Hitlers gezeigt. Statt antisemitische Zusammenrottungen aufzulösen, stellte die Polizei ihre Lautsprecher für “Kindermörder Israel”-Rufe zur Verfügung.
Gegendemonstranten wurde “geraten”, ihre Meinung für sich zu behalten, ihr Versammlungsrecht nicht auszuüben. Ein antisemitischer Mob, den Linke wie Rechte bildeten, Migranten wie Autochthone, führte eine “Demokratie” vor, die sich bereitwillig vorführen ließ.
Und statt über sich selbst zu erschrecken, Schadensbegrenzung wenigstens zu versuchen, wurde dem Zentralrat der Juden in Deutschland die Organisation einer “Großkundgebung” in Berlin überlassen, deren ganze Kläglichkeit durch ihre Gästeliste nur noch betont wurde.
Bundeskanzlerin Angela Merkel, aus dem Urlaub inzwischen zurückgekehrt, hatte sich zuvor mit einer Botschaft an ihre Untertanen gewandt und sich versprochen: “Ich werde persönlich alles tun [..], dass der Antisemitismus in unserem Land keine Chance hat.”
Fünf Monate später kapituliert die Jüdische Gemeinde zu Berlin: “Leider müssen wir [..] daran denken, wie wir die Wahrscheinlichkeit von Anfeindungen [..] reduzieren können. Aus diesem Grund werden wir das ‘jüdische berlin’ zukünftig in einem neutralen Umschlag versenden.”
Und es geht kein Aufschrei durch deutsche Medien, kein Politiker bietet an, seine Partei werde ein Zeichen setzen und für die Kosten aufkommen, die für dieses Untertauchen veranschlagt werden: 12.000 Euro. Wahrlich, “wir sind froh und dankbar, dass es wieder jüdisches Leben in Deutschland gibt”.
Gibt es tatsächlich jüdisches Leben in Deutschland?
 tw24

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