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Thursday, March 31, 2016

Kritischer Journaillismus (Folge 1577): »Lügenpresse«

Die Preußische Allgemeine Zeitung (PAZ), ein Blatt, das man nicht unbedingt kennen muß, ist einer Waffenbrüderschaft ganz besonderer Art auf der Spur: »Zu Beginn ihrer Luftoffensive gegen den Jemen vor rund einem Jahr hatten die Geschwader der Saudis die Israeli zum Bundesgenossen«. Das hätte »die israelische Internetseite ›The Mideast Beast‹« berichtet, schreibt die PAZ.
Und sie zitiert auch gleich noch »den Obersten Yossi Fluffer«, der The Mideast Beast über die »Motivlage« der israelischen Streitkräfte aufklärte: »Wir hatten genug davon, dass Leute Moslems bombardieren, ohne uns den Vortritt zu lassen«. Neben diesem »diesem freimütigen Geständnis« existierten »auch gegenständliche Beweise für die israelische Beteiligung an dem Luftkrieg«.
Freilich habe aber nicht nur ihre »Lust, Araber zu bombardieren«, »die Israeli« motiviert: »Bis das Land begann, im Chaos zu versinken, lebten dort nach Angaben der Jewish Agency noch 50 Juden. In den Jahren 1949/50 waren knapp 50000 aus dem Jemen nach Israel gebracht worden. Jetzt also ging es darum, die letzten von ihnen heimzuholen.« Was schließlich auch gelungen sei.
Die PAZ, die sich all jenen verpflichtet sieht, die schon längst mit der »Lügenpresse« abgeschlossen haben, nimmt es hier mit der Wahrheit selbst nicht so genau. Ein israelischer Militär, der sich zu einer »Lust, Araber zu bombardieren«, bekennt, genügte, die Preußen jedenfalls fünf Worte übersehen zu lassen, mit denen ihre Quelle sich schmückt: »Because all news is satirical«.
 tw24

Wednesday, October 08, 2014

Integrität?

Der Islamische Staat macht weiterhin Schlagzeilen. Demnächst, scheint’s, könnte sein Herrschaftsbereich bis direkt an die türkische Grenze – und perspektivisch vielleicht auch darüber hinaus – reichen. Sehr attraktiv ist die von den Terroristen gebotene Interpretation des Islam nicht; die, die sie kennenlernen sollen, ziehen, so sie können, die eilige und entbehrungsreiche Flucht dem Warten auf Schwert und Sharia jedenfalls vor.
Einzig Irre, die ihn aus der sichereren Ferne kennen, machen sich auf den Weg in den IS; von einigen Deutschen ist bekannt, daß sie sich als ziemlich billiges Kanonenfutter für suicide attacks haben verheizen lassen. Deutschen Behörden sollen die Ausreisen ins Paradies nicht unwillkommen gewesen sein, während die Regierung in Berlin den Vereinten Nationen versprach, Terror-Tourismus zu unterbinden.
Hat der IS erklärt, dereinst Jerusalem “befreien” zu wollen, finden manche es höchst verdächtig, daß derzeit freilich keine entsprechenden Bemühungen der Kopfabschneider erkennbar sind. In der Preußischen Allgemeinen Zeitung, einem Blatt, das nicht zu kennen keinen Verlust an Lebensqualität konstituiert, erklärt ein Wolfgang Kaufmann unter der Überschrift “Merkwürdige Zurückhaltung”, daß und weshalb IS ein israelisches Unternehmen sei:
“Dahinter [..] könnte das strategische Ziel stehen, den Mittleren Osten so lange zu destabilisieren, bis es zu einem Zerfall Syriens und des Iraks sowie dann später auch noch Saudi-Arabiens, Jordaniens und Ägyptens kommt, was quasi auf eine Balkanisierung der Region hinauslaufen würde. Von dem so entstehenden System schwacher und zerstrittener arabischer Kleinstaaten, die zudem mit einem unabhängigen ölreichen Kurdistan in Konkurrenz stünden, hätte Israel dann kaum noch etwas zu befürchten.”
Wieso kommen die Zionisten erst gut sechs Jahrzehnte nach der Ausrufung ihres Staates drauf? Die Preußische Allgemeine Zeitung wirbt ganzseitig in Jürgen Elsässers Magazin Compact und bewirbt es im Gegenzug auf seinen Seiten, was manches erklären dürfte. Keine Hemmungen, regelmäßig für die Preußische Allgemeine Zeitung zur Feder zu greifen, hat “Staatsfeindin” Vera Lengsfeld, mit deren Gesicht die Achse des Guten um Paten wirbt.
Das allerdings wirft durchaus Fragen auf.
 tw24