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Sunday, May 26, 2019

Opferbeschimpfung

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat am Sonnabend Felix Klein widersprochen, dem Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus Felix Klein widersprochen, der erklärt hatte, er könne Juden »nicht empfehlen, jederzeit überall in Deutschland die Kippa zu tragen« und damit frühere eigene Aussagen revidierte.
Während der Rat des Bundesbeauftragten unter Betroffenen auf breite Bestätigung stieß, meinte der bayerische Minister erwidern zu müssen, »jeder kann und soll seine Kippa tragen, egal wo und egal wann er möchte«, nur um zu ergänzen: »Wenn wir vor dem Judenhass einknicken, überlassen wir rechtem Gedankengut das Feld«. Und das klingt, als sei das »Einknicken« von Juden das Problem.
Mit seinen deshalb nur ungeheuerlich zu nennenden Worten leugnet Joachim Herrmann eine Realität, in der linker und rechter, aber auch und gerade muslimischer Judenhaß in Deutschland immer offener ausgelebt werden. Er scheint nicht bereit anzuerkennen, daß von diesem Haß ernste Gefahren ausgehen, sondern diffamiert lieber die Reaktion Betroffener darauf als feiges »Einknicken«.
Daß Antisemitismus mehr ist als nur eine eingebildete Bedrohung, wie Joachim Herrmann zu meinen scheint, belegen dabei eindrücklich Zahlen aus dem Innenministerium des Bundes, das sein Parteifreund Host Seehofer leitet. Danach wurden in Bayern 2017 148 antisemitisch motivierte Straftaten registriert, 2018 waren es bereits 219, was einer Steigerung um mehr als 45 Prozent entspricht.
Gleichzeitig sind die Angaben auch der bayerischen Behörden umstritten, weil sie hinter nahezu allen antisemitischen Straftaten rechte Motive vermuten, was nach Ansicht von Experten die Realität nicht korrekt widerspiegelt. Joachim Herrmann sollte sich besser an dieser Stelle engagieren, statt mit günstigenfalls mißverständlichen Äußerungen die Opfer antisemitischer Attacken zu beleidigen.
https://www.tw24.net/?p=3867

Friday, March 09, 2018

»Normales Glaubensmerkmal«

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) hat sich aus Anlaß des Internationalen Frauentags ablehnend über ein Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs geäußert, das einer muslimischen Rechtsrefendarin das Tragen des Kopftuchs im Gerichtssaal untersagt. Mit dem Urteil werde, so der ZMD, »das Selbstbestimmungsrecht der muslimischen Frau mit Füssen getreten [sic!]«.
Die betroffene Frau werde in ihrer Freiheit der Berufswahl eingeschränkt »und zudem unsere im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit eingeschränkt«, wie Nurhan Soykan, der stellvertretende Vorsitzende des ZMD erklärt. »Ein normales Glaubensmerkmal« werde »unter [dem] Vorwand der Neutralitätsachtung« durch das Urteil »erst zum Politikum und zur Voreingenommenheit gemacht«.
Wer freilich so für das Kopftuch wirbt, verharmlost, wofür es steht. Das Kleidungsstück kann ganz ohne Zweifel Ausdruck der Selbstbestimmung seiner Trägerin sein. Doch schon wer es zum »normalen Glaubensmerkmal« erklärt, räumt ja ein, daß es eben mehr ist als ein beliebiges Accessoire. Eine Muslimin, die das Tuch nicht tragen möchte oder tatsächlich nicht trägt, ist danach gar keine.
Und damit wird das Selbstbestimmungsrecht der »muslimischen Frau« durch den Zwang zum »normalen Glaubensmerkmal« eingeschränkt, nicht durch ein Urteil, das die Neutralitätspflicht des Staates auch im Gerichtssaal betont. Die in Deutschland freilich alles andere als konsequente Trennung von Staat und Religion wird durch ein allzu sichtbares »normales Glaubensmerkmal« unterlaufen.
Daß das (muslimische) Kopftuch wenig mit Selbstbestimmung zu tun hat, macht derweil auch ein Blick in die Islamischen Republik Iran deutlich: Dort wurde Vida Movahed, eine Frau, die das Kopftuch ablegte, gerade zu zwei Jahren Haft verurteilt – zur Freude des »Revolutionsführers« Ayatollah Ali Khamenei. Für ihn ist die Würde der Frau abhängig davon, ob sie ein Kopftuch trägt.
Wer aber die Würde eines Menschen von einem Stück Stoff abhängig macht, nimmt sie ihm damit. In zivilisierteren Staaten, zu denen Deutschland sich zählt, basiert die Menschenwürde indes auf dem Dasein als Mensch an sich. In Widerspruch zu diesem Grundsatz begibt sich, wer das »Selbstbestimmungsrecht der muslimischen Frau« erst dann verwirklicht sieht, trägt sie ein Kopftuch.
https://www.tw24.net/?p=2666

Monday, December 16, 2013

Hauptstadt der Bewegung: Eine Schule im Widerstand

Im April 2011 besuchten Schülerinnen und Schüler der vermutlich irrtümlich nach Anne Frank benannten Gesamtschule im deutschen Gütersloh das “Fluechtlingslager Al-Amari” in “Palästina” und waren ob der dort herrschenden Um- und Zustände einigermaßen entsetzt:
“The streets are very narrow. Sometimes we had to walk one behind the other because there was not enough space. The houses are made of concrete (= Beton) and look grey and gloomy. There are no plants and no colours. We saw many little children playing in the street and we could imagine how limited life in this camp must be.”
Darüber, daß es “Palästinenser” waren und sind, die andere “Palästinenser” dazu zwingen, “in this camp” zu leben, dachten die minderjährigen deutschen Elendstouristen und ihr erwachsenes Begleitpersonal nicht weiter nach, das hätte sie vermutlich auch überfordert.
“When we saw the children we remembered what the coordinator told us at the beginning of our visit. The children grow up in the hope that one day they can return to the villages their grandparents were expelled from in 1948. So if you ask a child where it comes from it answers that it comes from Lot ( today the airport of Tel Aviv where we landed), but lives in the refugee camp Al Amari.”
Dabei haben sie ungewollt doch schön den ganzen Irrsinn “palästinensisch”-arabischer Geschichtsfälschung auf den Punkt gebracht: In Al Amari (und anderen Lagern) geborenen “Palästinensern” wird das Leben zur Hölle gemacht, damit sie sich nach einer “Heimkehr” nach Israel sehnen.
Als “Opfer” einer angeblichen “Vertreibung”, der “Nakba”, wird ihnen Haß auf Israel eingetrichtert und auf dessen vor allem jüdische Bevölkerung; sie wachsen auf in dem Glauben, daß es ehrenhaft sei, Terroristinnen wie der 1949 in Al Amari geborenen Wafa Idris nachzueifern.
Kommen deutscher Leer- und Lehrkörper nicht zur Katastrophe, kommt die “Nakba” zu ihnen, beispielsweise in Gestalt der wegen ihres kreativen Umgangs mit der Realität berüchtigten “Nakba-Ausstellung” an die Montessori-Fachoberschule in München.
Vom Lehrkörper gegen verschiedene Proteste tatsächlich als “faktenorientierte Ausstellung” verteidigt, ist es einmal mehr der ihm ausgelieferte Nachwuchs, der sich beredt verplappert: “Wir wollen in unserer Meinungsfreiheit nicht angegriffen werden!” wird eine Schülersprecherin zitiert.
Wer der Meinung sein will, die Gründung Israels und dessen Überleben bis heute seien ein Unglück, darf auch gern glauben, 2 und 2 ergäbe 7,42. Wer aber Fakten leugnen will und Geschichte verfälschen, möchte gerade keine freie Meinungsbildung ermöglichen, sondern schlicht indoktrinieren.
Eine Schülersprecherin, die die eigene Indoktrination als “Meinungsfreiheit” begreift und verteidigt, stellt ihrer Schule ein denkbar schlechtes Zeugnis aus. Eine herbeimanipulierte Meinung ist keine freie Meinung. Wer Fakten ignorieren will, macht sich freiwillig zum Sklaven.
tw24