Thursday, April 05, 2018

„DAS DEUTSCHE KIND“: Politisch korrektes ARD-Rührstück mit Rosamunde-Pilcher-Faktor

Die in Hannover spielende Story à la Rosamunde Pilcher besteht aus einer Kiste, die überquellend voll ist an allen echten oder virtuellen Problemen dieses unseres Landes sowie dessen vermeintlichen oder echten Klischees. Und das geht so: Die alleinerziehende Mutter Natalie Unger kommt nach einem nächtlichen „date“ als Radfahrerin bei einem Zusammenstoß mit einem LKW ums Leben. Testamentarisch hatte sie irgendwann vorher verfügt, dass ihre sechsjährige Tochter Pia als Vormund – ohne deren Wissen – eine befreundete muslimische Familie bekommt. Diese Familie besteht aus einem Mann namens Cem Balta, einem angehenden liberalen Imam, seiner Frau Sehra und der gemeinsamen Tochter Hanna. [...] Man möchte den Film als seichtes Rührstück abhaken, wäre da nicht die impertinente volkspädagogische, Punkt für Punkt antizipierbare Begleitmusik. Die ARD-Redaktion versteigt sich vorab schon in biblische Parallelen. Eine Nummer kleiner geht es nicht. Autor und Regisseur würden in ihrem Film, so heißt es, die alttestamentarische Geschichte des jüdischen Königs Salomon aufgreifen, der über den Anspruch zweier Mütter auf ein und dasselbe Kind zu entscheiden hatte. Hier seien es die Großeltern und die von der verstorbenen Mutter als Vormund testamentarisch gewünschte muslimische Familie. Dazu kommt etwas offenbar Selbsttherapeutisches. Der Autor Paul Salisbury sagt über seinen Impuls zum Film: „Die Idee zu der Geschichte kam mir nach der Geburt meiner Tochter. Ich habe mich gefragt: Würde ich unser Kind einem befreundeten Nachbarn zum Babysitten anvertrauen, der Moslem ist?“ Und dann erst die HÖRZU! Die meistverbreitete Programmzeitung pries den Film vorab in den höchsten Tönen an. So hieß es in HÖRZU: Pias Oma versuche mit Islam-Klischees, Pia der muslimischen Familie abzujagen. Muslime und christliche Nächstenliebe würden angeblich nicht zusammenpassen, aber nach diesem Film komme man definitiv zu einem anderen Ergebnis. Und der ultimative HÖRZU-Filmtipp lautet: „Hält Hasspredigern aller Couleur den Spiegel vor!“[...] Man merkt jedenfalls die Absicht und ist verstimmt, zumal man solche „Produkte“ unfreiwillig über Zwangsgebühren mitfinanziert.
https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/politisch-korrektes-ard-ruehrstueck-mit-rosamunde-pilcher-faktor/

1 comment:

Patriot Patrice said...

Mir wird schlecht.