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Wednesday, March 02, 2016

Verfolgte Unschuld

Große Empörung herrscht in der Europäischen Union, seit ihr vor wenigen Tagen eine bis dahin nicht weiter aufgefallene Gruppierung in einem in der Tat eher geschmacklosen Video den Vorwurf machte, sie unterstütze in Gestalt ihres Repräsentanten Lars Faaborg-Andersen die Entwicklung eines »palästinensischen« Terrorstaats und untergrabe damit die Souveränität Israels.
Die Regierung in Jerusalem distanzierte sich prompt von den der »Bremst Andersen« getauften Kampagne, während Brüssel David Waltzer einbestellte, den israelischen Botschafter bei der EU. In einem Statement erklärte die Friedensnobelpreisträgerin, Angriffe auf persönlicher Ebene sprengten den Rahmen von Kritik, und lobte die Verurteilung des Videos durch die israelische Regierung.
Gleichzeitig wies Brüssel auch inhaltlich alle Vorwürfe zurück: »Die EU leistet Unterstützung für Bedürftige in Übereinstimmung mit ihren humanitären Grundsätzen«. Wie allerdings kann sich die EU da sicher sein? Ihre jüngste Ankündigung finanzieller Unterstützung für »Palästinenser« beispielsweise zeigt, daß sie an einer Kontrolle der Verwendung der Mittel gar nicht interessiert ist.
Das erste finanzielle Hilfspaket der EU in diesem Jahr ist 252,5 Millionen Euro schwer: 170,5 Millionen Euro gehen an das Regime in Ramallah, während die restlichen 82 Millionen Euro für die UNRWA vorgesehen sind. Beide Empfänger aber sind in terroristische Aktivitäten verwickelt. Die UN-Agentur etwa beschäftigt Lehrkräfte, die den Jihad gewiß nicht nur in ihrer Freizeit predigen.
Und noch immer ist nicht aufgeklärt, wie es im Sommer 2014 zu »überraschenden« Funden von in Schulen der UNRWA gelagerten Raketen kommen konnte. Auch der PA in Ramallah kann kein ernsthaftes Vorgehen gegen Terrorismus bescheinigt werden. Angeblich verhinderten Anschlägen steht die Verehrung von »Märtyrern« gegenüber, die ihre Angriffe auf Juden nicht überlebten.
Die von Abu Mazen eingesetzte »Regierung« überweist »Ehrenrenten« an in Israel inhaftierte Terroristen und befördert freigekommene »palästinensische« Mörder in militärische Ehrenränge. In amtlichen Medien werden auch Kinder zu Gewalt gegen Juden angehalten, an öffentlichen Schulen lernen sie nichts über friedliche Koexistenz, aber viel über das Leben nach dem Tod als »Märtyrer«.
Wer Institutionen wie der UNRWA oder einer bereits zu »Palästina« hochgejubelten PA blindlings Millionensummen anvertraut, kann nicht garantieren, daß diese ausschließlich für die angegebenen Zwecke verwendet werden. Nicht zuletzt deshalb mag zwar die Form der Kritik an Lars Faaborg-Andersen nicht gefallen. Um aber ihren Inhalt zu widerlegen, dazu ist mehr nötig als lauter Protest gegen Israel.
 tw24

Friday, May 08, 2015

Aber …

Der dänische Diplomat Lars Faaborg-Andersen, der seit 2013 die Europäische Union in Israel repräsentiert, hat sich aus Anlaß eines an der Universität in Tel Aviv veranstalteten Europe Day kritisch zum Stand der israelisch-“palästinensischen” Beziehungen geäußert.
Arutz Sheva zitiert den EU-Vertreter mit den Worten, “any agreement must reflect Israel’s security interests, but there is definitely growing frustration among the EU countries that there is no progress in the peace process”. Und um Irrtümer auszuschließen, ergänzte er:
“We cannot accept steps which move us backwards, especially the issue of settlement construction.”
Damit ist die Position der Europäischen Union durchaus gut umschrieben. Ihr ist die Sicherheit Israels jedenfalls zwar theoretisch wichtig, doch Europa ist zugleich verärgert, weil Juden noch immer nicht in seinen Hauptstädten nachfragen wollen, wo sie leben dürfen.
Mit wenigen Worten ist es Lars Faaborg-Andersen gelungen, den europäischen Antisemitismus, der sich eben nicht nur auf der Straße austobt, zu offenbaren: Lassen Juden sich nicht auf die “Grenzen von 1967″ ein, verdienen israelische Sicherheitsinteressen keine Unterstützung.
Nein, in Europas Hauptstädten sorgt man sich nicht, was aus Gaza werden könnte, das doch selbst Ägypten mittlerweile als Gefahrenherd isoliert, die Erfolglosigkeit der “Einheitsregierung” unter Rami Hamdallah, bald ein Jahr im “Amt”, löst keinen Ärger aus.
Die fortgesetzte Weigerung eines “Präsidenten”, sich in Wahlen bestätigen zu lassen, läßt in London, Paris und Berlin keine Zweifel an dessen Legitimation aufkommen; daß er ein Bündnis mit der Terrororganisation Hamas suchte und sucht, wird mit Milliarden belohnt.
“Rückwärtsgewandt” und daher “speziell” mit Strafe bedroht ist in Europa nur ein regelmäßig zum “Siedlungsbau” hochgestapelter bürokratischer Prozeß, der immer mal wieder ein paar Ausschreibungen zum Bau von Wohnungen irgendwann in der Zukunft hervorbringt.
Tatsächlich muß sogar Haaretz bilanzieren, “[Bibi] has consistently built fewer homes in the settlements annually than any of his predecessors. Crucially, he has not green-lighted in the last six years new settlements and neighborhoods – only extensions.”
Was in Europa als Grund für “Verärgerung” genannt wird, existiert nicht. Und worüber Europa in der Tat verärgert sein könnte und sollte, das ignoriert es. Solange es den Wahn, der diese doppelten Standards prägt, nicht überwunden hat, sollte Europa beschämt schweigen.
 tw24