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Friday, April 28, 2017

Seine Wahl

Nachdem der israelische Premier Benjamin Netanjahu in einem Gespräch mit BILD bekräftigt hat, daß und wie er am vergangenen Montag den Kontakt zum deutschen Außenminister Sigmar Gabriel suchte, bei den Deutschen jedoch auf Ablehnung stieß, stellte das Auswärtige Amt in entlarvender Selbstherrlichkeit klar, daß es in der Tat überaus sorgfältig wählt, mit wem sein Kopf sich trifft.
Wie Der SPIEGEL auf seiner Website schreibt, hatte Jerusalem ganz offenbar ein Treffen auch mit »Siedlern« vorgeschlagen. Doch mit diesen Menschen wollte der Minister sich nicht treffen, sie nicht kennenlernen, nach ihren Motiven fragen, danach vielleicht, wie es sich anfühlt, ständig als »Friedenshindernis« diffamiert zu werden: »Darauf wollte sich die deutsche Seite nicht einlassen.«
Denn, so Der SPIEGEL weiter, »die jüdischen Siedlungen in den palästinensischen Gebieten sind aus deutscher Sicht völkerrechtswidrig«. Wäre das aber nicht gerade ein aller Ehren werter Grund gewesen, für die deutsche Position zu werben? Nun, Sigmar Gabriel wollte nicht. Doch wie kann der deutsche Minister vor diesem Hintergrund sein Treffen mit Rami Hamdallah rechtfertigen?
Der »Premierminister« des Regimes in Ramallah ist verwickelt in ein System, das von zahlreichen Staaten bereitgestellte Hilfsgelder in einem nicht unerheblichen Maß zweckentfremdet, um damit in Israel inhaftierte Terroristen zu unterstützen, sie nach ihrer Entlassung zu belohnen oder Familien von »Märtyrern« zu »entschädigen«. Hält Sigmar Gabriel diese Förderung von Gewalt für legal?
Kürzlich begründete mit Alfons Hörmann ein, läßt sich wohl sagen, Repräsentant der deutschen Zivilgesellschaft, weshalb er eine geplante Zusammenarbeit mit dem Berliner Auswärtigen Amt absagte: »Dass das Projekt eventuell sogar zum Teil in Sportstätten stattfindet, die nach Terroristen benannt sind, ist für uns im DOSB und für mich als Präsident schlichtweg nicht akzeptabel.«
Sigmar Gabriels Diplomaten zeigen sich davon unbeeindruckt. Sie sind noch immer ganz begeistert von der Idee, »Generalmajor« Jibril Rajoub, den »Präsidenten« des »Palästinensischen Hohen Rats für Jugend und Sport«, mit Expertenwissen zu unterstützen: »Fußball liegt den Deutschen und den Palästinensern am Herzen – das verbindet.« Und fallen die Tore auch zu Ehren von Terroristen.
 http://www.tw24.net/?p=13549

Monday, January 23, 2017

Nahostzone

In Zeiten, in denen Juden und ihre Wohnungen als »Friedenshindernisse« gelten, sollte man auch in »Qualitätsmedien« auf präzise Formulierungen achten: Wer etwa behauptet, »Israel baut wieder Siedlungen in Ost-Jerusalem«, nachdem die Verwaltung der israelischen Hauptstadt doch bloß den Bau einiger Hundert Wohnungen genehmigte, der übertreibt nicht nur, sondern verleumdet schwer.
Denn selbst wenn man sich auf das – freilich ohnehin vergiftete – Niveau derer einläßt, denen die Verwendung des Begriff »Friedenshindernis« im Zusammenhang mit Juden offenbar keinerlei Schwierigkeiten bereitet, müßte doch noch klar sein, daß der Ausbau bestehender Wohngegenden weniger schwer wiegt als die Errichtung gänzlich neuer Viertel oder eben: »Siedlungen«.
Doch beim MDR kann man nicht nur Wohnungen nicht von »Siedlungen« unterscheiden. Man kann erstaunlicherweise auch nicht wenige Wohnungen »übersehen«. Wo einerseits nämlich aus 566 genehmigten Wohnungen für Juden gleich ganze »Siedlungen« werden, werden andererseits 105 Unterkünfte für arabische Bewohner, deren Bau ebenfalls genehmigt wurde, einfach unterschlagen.
Wo die einen Quartiere Anlaß zu allerhöchster Aufregung bilden, sind die anderen nicht einmal mehr erwähnenswert. Deutlicher könnte man die bigotten double standards der ganzen Hetze gegen jüdisches Leben in Jerusalem wohl kaum demonstrieren. Niemand kommt auf die Idee, Wohnungen für Araber zu verteufeln, könnten jedoch Juden in Wohnungen einziehen, wird vor ihnen gewarnt.
Es ist erfreulich, daß mit dem Einzug Donald J. Trumps ins Weiße Haus jedenfalls die von dort erklingenden Vorwürfe leiser zu werden versprechen. Und es ist zugleich traurig. Denn ganz offenbar ist dem »Populisten« die ganze Absurdität der Situation bewußt, während die, die sich über ihn erheben wollen, nicht zu bemerken scheinen, welch Ungeist sie verbreiten.
 http://www.tw24.net/?p=13295