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Thursday, March 26, 2015

Kriegstreiber

Vor 25 Jahren, weiß ein bekanntes Nachschlagewerk, hatten “schon über 100 Staaten Palästina anerkannt”, heute seien es immerhin schon “135 der 193 UN-Mitgliedsstaaten”. Daß auch die letzten Anerkennungsverweigerer ihre Einstellung ändern, dafür streiten derzeit vor allem sozialistische und sozialdemokratische Parteien, in Deutschland Die Linke, die sich diese Begründung ausgedacht hat:
“Die zahlreichen Resolutionen vieler europäischer Parlamente zur Anerkennung Palästinas sollten auch die deutsche Politik, Bundestag wie Bundesregierung, ermutigen, ebenso für eine Anerkennung des Staates Palästina und damit für eine Wiederbelebung des Friedensprozesses einzutreten.”
Hängen Fortschritte im “Friedensprozeß” mit der internationalen Anerkennung “Palästinas” zusammen, müßte es den ungefähr seit den Feierlichkeiten zum 40. Geburtstag der DDR, an denen als einer der zahlreichen Gäste der Terrorist Yassir Arafat teilnahm, nicht mehr geben, sondern nur noch Frieden, Frieden und – noch mehr Frieden. Aus irgendwelchen Gründen scheint es damit nicht geklappt zu haben.
Hörte die Anerkennerei zwar nach 1990 nicht ganz auf, verständigte die Staatengemeinschaft sich aber dennoch auf einen anderen Lösungsansatz für das Problem: In Verhandlungen sollten die Konfliktparteien die allergrößten Streitthemen klären, um dann, quasi als Krönung der Diplomatie, “Palästina” als einen unabhängigen, demokratischen und friedlichen Staat neben Israel zu etablieren.
Es wurde mit der Roadmap 2003 ein “Friedensfahrplan für Nahost” vorgelegt, der den Weg hin zu einem “palästinensischen” Staat recht detailliert beschreibt: “Eine Zwei-Staaten-Regelung zur Beilegung des israelisch-palästinensischen Konflikts kann nur erreicht werden [..], wenn beide Parteien das Ziel einer Verhandlungslösung [..] klar und unmissverständlich akzeptieren”.
Als wesentliche Probleme, die in Gesprächen vor einer Ausrufung “Palästinas” ausgeräumt werden sollten, nennt die Roadmap die Festlegung von Grenzen, eine Einigung über den Status Jerusalems sowie über den Umgang mit “Flüchtlingen”. Über die (Nicht-)Einhaltung des “Fahrplans” wacht seither das Nahost-Quartett, das EU und UN repräsentiert, USA und Rußland.
Die Festlegung des Nahost-Quartetts darauf, einen “palästinensischen” Staat erst nach einer Einigung über noch existierende Probleme auf dem Verhandlungsweg zu gründen, war und ist sinnvoll. Nur so kann gesichert werden, daß mit einem neuen Staat “Palästina” nicht sogleich ein neuer zwischenstaatlicher Konfliktherd entsteht, ein Krieg mit allen absehbaren Folgen ausbricht.
Wer dagegen das Ziel von Gesprächen, die internationale Anerkennung eines ebenso unabhängigen wie demokratischen “palästinensischen” Staates, zu deren Voraussetzung erklären will, nimmt ihnen damit ja jede Berechtigung. Ist das Ziel erreicht, wozu noch verhandeln? Zugleich würde ein solches Vorgehen die Frage nach der Verläßlichkeit internationaler Abmachungen aufwerfen.
Eine einseitige Anerkennung “Palästinas” käme in jedem Fall einem Angriff auf die Souveränität des jüdischen Staates gleich. Der hat sich mit den Repräsentanten der “Palästinenser” schließlich auf die Umsetzung der Roadmap verständigt. Es war “Palästinenserpräsident” Abu Mazen höchstselbst, der verkündete, “we will not negotiate the road map. The road map must be implemented”.
Wer zu feige ist oder aus anderen Gründen davon absehen will, den heute 80 Jahre alten Despoten daran zu erinnern, kann nicht von Israel die Einhaltung noch irgend eines völkerrechtlichen Vertrages fordern. Tatsächlich macht, wer “Palästina” ohne eine Einbindung Israels anerkennen will, jede bisherige Abmachung zunichte, signalisiert er doch, daß Versprechen und Verträge nichts wert sind.
 tw24

Wednesday, March 25, 2015

Du bist Deutschland

Kürzlich unterschrieben neben anderen einige Abgeordnete der Bundestagsfraktion der Partei Die Linke eine Erklärung, mit der sie behaupteten, andere Abgeordnete ihrer Fraktion würden nicht in ihrem Namen sprechen:
“Es beschämt uns zutiefst, dass die Mitglieder unserer Bundestagsfraktion Inge Höger und Annette Groth an diesem Tag, dem 9. November, gegen den erklärten Willen der Bundestagsfraktion eine Veranstaltung zum Nahost-Konflikt organisierten, auf der mit den beiden Journalisten Max Blumenthal und David Sheen Personen auftraten, die unzulässige Vergleiche Israels mit der deutschen Nazidiktatur und den Terroristen des ‘Islamischen Staats’ ziehen.”
Nun, Toiletten-Gate ist vergessen und man hat sich nicht nur wieder lieb, sondern gemeinsam Klärungsbedarf entdeckt: In einem Antrag vom 18. März fordert die Fraktion der Partei Die Linke, der Bundestag möge “Palästina” anerkennen:
“Die zahlreichen Resolutionen vieler europäischer Parlamente zur Anerkennung Palästinas sollten auch die deutsche Politik, Bundestag wie Bundesregierung, ermutigen, ebenso für eine Anerkennung des Staates Palästina und damit für eine Wiederbelebung des Friedensprozesses einzutreten.”
Nun ist es nicht so, daß deutsche Parlamentarier grundsätzlich etwas gegen “Palästina” hätten. Verwegen ist es jedoch anzunehmen, eine Anerkennung “Palästinas” an Israel vorbei könne einen “Friedensprozeß” wiederbeleben.
Einen “Friedensprozeß”, dem gerade “Palästinenserpräsident” Abu Mazen eine Absage erteilt hat: “Wir werden einen jüdischen Staat niemals akzeptieren”. “Palästina” gerade danach anzuerkennen, wäre ein Affront.
Im übrigen herrscht bezüglich der aktuellen offiziellen deutschen Position kein Handlungsbedarf. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte im vergangenen November in Belgien in einem kurzen Statement erklärt, was zu erklären war:
“Wir sind [..] der Meinung, dass eine einseitige Anerkennung des palästinensischen Staates uns auf dem Weg zu einer Zwei-Staaten-Lösung nicht voranbringt und dass man besser das gesamte Gewicht auf den Versuch legt, immer wieder Gespräche in Gang zu bringen [..].”
Mit ihrem Antrag schließen die Abgeordneten ihre Reihen, Inge Höger und Annette Groth gehören wieder zum “Wir”. Mit ihnen verabschiedet sich die Fraktion tatsächlich vom “Friedensprozeß”, der eine Gründung “Palästinas” nicht zur Voraussetzung, sondern als Ziel hat.
 tw24

Friday, November 14, 2014

Die Ablehnende

Es gibt bedauernswerte Menschen, die wollen mit Dingen nichts zu tun haben, die sie dennoch unablässig zu verfolgen scheinen. Die “linke” Bundestagsabgeordnete Annette Groth ist eine dieser armen Menschinnen.
Die “menschenrechtspolitische Sprecherin” ihrer Fraktion mag es überhaupt nicht, wie sie einer in ihrem Wahlkreis erscheinenden Tageszeitung verriet, wird versucht, Israel mit Nazi-Deutschland gleichzusetzen.
“Ich lehne solche Vergleiche ab.”
Kürzlich wollte Annette Groth sich, getrieben zweifellos von den allerbesten Absichten, von dem amerikanischen Publizisten Max Blumenthal über “Israels Kriegsverbrechen in Gaza” berichten lassen. Aber ach, der Gast hatte ein Buch vollgeschrieben:
“Blumenthal bezeichnet israelische Soldaten in seinem jüngsten Buch ‘Goliath’ als ‘Judäo-Nazis’ und belegt auch die israelische Regierung häufig mit NS-Vokabular.”
“Bei Blumenthal”, dagegen die überraschte “Linke”, “habe ich solche Vergleiche bisher nicht gehört und nicht gelesen”. Kann man ihr das glauben? Annette Groth ist seit 2010 “Patin” der arabischen Knesset-Abgeordneten Haneen Zoabi:
“Das Ziel ist klar: ‘Ich möchte ihr den größtmöglichen Schutz durch Öffentlichkeit geben’, sagt Groth.”
Zum Monatsanfang berichteten israelische Medien über eine Demonstration, an der Haneen Zoabi lautstark teilnahm: “Zoabi compared the police’s behavior toward her to the Holocaust: ‘Someone did this to you, decades ago. [..] You did not learn the lesson.'”
“She previously has used the Knesset podium to call Israel a Nazi state”, schreibt The Jewish Press, und auf der Hasbara-Aktivitäten gewiß unverdächtigen Website The Electronic Intifada ist es ausgerechnet Max Blumenthal, der Haneen Zoabi 2010 dies entlockt:
“Israel has a general atmosphere of a fascist state that has no critical sense even of its image in the world.”
“Ich lehne solche Vergleiche ab”, sagt Annette Groth, “ich möchte [Haneen Zoabi] den größtmöglichen Schutz durch Öffentlichkeit geben”, erklärt die gleiche Annette Groth. Hat sie erneut nicht gelesen, nichts von dem gehört, was ihr “Mündel” von sich gibt?
 tw24

Wednesday, January 08, 2014

Spendensammler

Von Leo fehlt nach wie vor jede Spur. Der Plüschlöwe wurde Ende 2010 von indoktrinierten Schülern des Kippenberg-Gymnasiums in Bremen der Obhut der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost anvertraut, die zuvor versprochen hatte, Leo werde zusammen mit weiteren Gaben “auf ein Schiff geladen, das nach Gaza fährt”.
Dort allerdings kamen weder Leo noch die zahlreichen “Geschenke des Kippenberg-Gymnasiums” bei den “Kinder[n] im eingeschlossenen Gazastreifen” an. Israelische Behörden, die täglich zahlreiche Trucks mit Gütern für Gaza abfertigen, dokumentierten, womit die Jüdische Stimme schließlich ihre Opfer da wie dort verhöhnte:

Unterstützt durch die “linke” Politikerin Annette Groth sammelt derzeit eine Deutsch-Palästinensische Medizinische Gesellschaft (DPMG e.V.) Geld “für die palästinensischen Flüchtlinge aus den Flüchtlingslagern Syriens” und behauptet ein israelisches “Verbot der Einlieferung von Treibstoff, Gas und medizinischem Material” für Gaza.
Dieses Verbot gibt es nicht. Vielmehr scheitern viele mögliche Lieferungen an und in Ramallah, wie etwa das Palestinian Center for Human Rights (PCHR) bestätigt: “PCHR [..] calls upon President Abbas to immediately intervene and instruct the Ministry of Health in Ramallah to supply the Gaza Strip with [..] medicines immediately and regularly.”
“Der Import von Diesel über Israel wäre unter Umständen sogar möglich”, meldete zudem vor wenigen Wochen selbst die tagesschau. “Doch die Hamas weigert sich, diesen Schritt zu gehen, da bei der Einfuhr auf palästinensischer Seite Zoll fällig wäre. [..] Den Preis dieser Politik zahlt die Bevölkerung.”
So wahrhaftig die Deutsch-Palästinensische Medizinische Gesellschaft (DPMG e.V.) über die Lage in Gaza informiert, so zuverlässig wird sie eventuelle Spenden an “die palästinensischen Flüchtlinge aus den Flüchtlingslagern Syriens” weiterleiten; Annette Groth so sicher wie Leos “Freunde” 2010 darüber wachen, daß kein Cent verlorengeht.
tw24