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Friday, June 05, 2015

Männerfreundschaft

Es war Bashar al-Assads Reaktion auf vergleichsweise harmlose Proteste, die Syrien in etwas stürzte, das als Bürgerkrieg vermutlich nicht wirklich angemessen beschrieben ist. Schon zuvor eine Despotie, zeigen das Baath-Regime und seine Verbündeten ebenso wie besonders die islamistischen unter seinen Gegnern nun seit über vier Jahren, was Barbarei bedeutet.
Das Regime in Damaskus läßt Menschen jeden Alters und Geschlechts massenweise “verschwinden”, penibel dokumentiern Bashar al-Assads Folterknechte, was von denen bleibt, die in ihre Hände geraten; Scharfschützen Bashar al-Assads schießen auf Schwangere, der Despot läßt Wohnviertel mit Chemiewaffen angreifen und mit Faßbomben.
Über zwei Jahre dauerte die Belagerung Yarmouks, eines Stadtteils der syrischen Hauptstadt Damaskus, in dem zahlreiche “Palästinenser” leben, durch Truppen Bashar al-Assads. Mit zerstörter Infrastruktur und abgeschnitten von jeglichem Nachschub, wurden die Bewohner des Stadtteils, so sie nicht bei Gefechten umkamen, Hunger und Durst überlassen.
Bashar al-Assad ist ein Fall für ein internationales Gericht, das für ihn sich eine möglichst grausame Strafe ausdenken sollte. Vorher aber schließt noch Abu Mazens Fatah Freundschaft mit dem Blutsäufer. “Fatah central committee member Abbas Zaki said Thursday that official relations between the movement and the Syrian regime would be re-established after 32 years.”
 tw24

Tuesday, January 21, 2014

Unschuldsvermutung

Die wohl makaberste Überschrift der letzten Tage haben sich die deutschen Staatsfunker von tagesschau.de ausgedacht: “Syrischer Überläufer liefert Fotos an Medien: Tausende Häftlinge zu Tode gequält?“
In Syrien kämpft ein brutales Regime seit drei Jahren um Machterhalt und Überleben; es wird über mehr als 100.000 Tote geklagt, über Millionen Flüchtlinge – die Vereinten Nationen haben kürzlich das Zählen aufgegeben.
Doch der Gedanke daran, daß die Folterkeller der Baath-Diktatur nicht umsonst so heißen könnten, war für tagesschau.de bis, sagen wir, vorgestern offenbar völlig unvorstellbar. Bis heute können die Staatsfunker es nicht glauben.
tagesschaude20140121
“Tausende Häftlinge zu Tode gequält?” Zu einem Zeitpunkt, da zahlreiche Photos doch nur bestätigen, was man ohne sie hätte wissen können, mit einem Fragezeichen Zweifel zu signalisieren, ist – zumindest interessant.
Weniger zurückhaltend gibt sich tagesschau.de übrigens, geht es – um Wohnungsbau: “Der Ausbau jüdischer Siedlungen in den besetzten Gebieten ist eines der Haupthindernisse im Friedensprozess.” Ist. Punkt.
tw24