Den »Menschenrechtsrat« der Vereinten Nationen (UNHRC) einen
Etikettenschwindel zu nennen, wäre eine Untertreibung. Vor neun Jahren
vom damaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan ins Leben gerufen, weil
seine Vorgängerorganisation, die UN-Menschenrechtskommission (UNCHR),
mit ihrer obsessiven Befassung mit Israel jedes Ansehen verloren hatte,
ist der UNHRC längst ein Organ, das es locker aufnehmen kann mit der
aufgelösten UNCHR.
Mehrheitlich sind im UNHRC Staaten vertreten, für deren Regierungen
Menschenrechte etwas sind, von dem sie allenfalls reden; und wenn sie es
tun, dann vermissen sie sie nicht vor der eigenen Haustür, sondern in
Israel, dem einzigen Staat, mit dem sich das Gremium ständig befaßt. Der
UNHRC ernannte den notorischen Feind des jüdischen Staates Richard Falk
zum Sonderermittler, bestellte bei Richard Goldstone eine
Verleumdungsschrift, die der mittlerweile bereut.
Als die Vereinigten Staaten sich um die Mitgliedschaft im »Menschenrechtsrat« bewarben, 2009,
erklärte
US-Außenministerin Hillary Clinton, »President Obama and I believed we
could make a difference by working with you on the inside rather than
standing on the outside merely as a critic«, nur um zwei Jahre später,
im Februar 2011,
festzustellen, »the structural bias against Israel [..] is wrong. And it undermines the important work we are trying to do together«.
Kann man Washington vorwerfen, durch seine Mitarbeit dem
antiisraelischen Wirken des UNHRC Legitimität zu verleihen, gibt es
selbst unter Barack Hussein Obama doch ein gewisses Problembewußtsein.
Anderen westliche Staaten kann man derlei nicht vorwerfen. Der UNHRC,
bettelte
einst exemplarisch der deutsche Außenministerdarsteller Guido
Westerwelle um die Club-Mitgliedschaft, »serves as the forum for the
ongoing development of human rights standards«.
Mit seinem
jüngsten Bericht zur
Operation Protective Edge
der israelischen Streitkräfte gegen »palästinensische« Terroristen im
vergangenen Sommer ringt das »forum for the ongoing development of human
rights standards« erneut darum, neue Tiefpunkte zu erreichen. Der am
Montag vorgelegte Bericht ist so unparteiisch wie dessen Auftraggeber.
Als die William Schabas zum Ermittler beriefen,
verlor sogar die EU einmal die Fassung:
»[T]he final draft text continues to be unbalanced,
inaccurate, and prejudges the outcome of the investigation by making
legal statements [..]. The draft resolution also fails to condemn
explicitly the indiscriminate firing of rockets into Israeli civilian
areas as well as to recognize Israel´s legitimate right to defend
itself.«
Der Auftrag paßte, wie sich dann aber herausstellen sollte, durchaus
zum Beauftragten. Der hatte sich nicht nur durch die 2011 öffentlich
geäußerte Frage zum »unabhängigen« Ermittler
qualifiziert,
»why are we going after the president of Sudan for Darfur and not the
president of Israel for Gaza«, sondern auch durch eine bezahlte
Tätigkeit für die PLO. Als die Anfang 2015 publik wurde, gab William
Schabas zwar
sein Amt auf, den Bericht prägte er freilich dennoch.
Dem fehlt denn auch, wen wundert’s, jede Ausgewogenheit. Er mag zwar
die Hamas verurteilen, gleichzeitig verschafft er der islamistischen
Bande, dem »palästinensischen« Ableger der in Ägypten und zahlreichen
weiteren Staaten verbotenen Muslimbrüder, einen Triumph, der entlarvend
ist für den UNHRC. Nicht nur übernimmt er ausdrücklich Opferzahlangaben
der Hamas, an denen nach
einem Bericht von Amnesty International doch Zweifel angebracht sind.
Er stellt die Terroristen auch als kämpfende Gruppierung der
israelischen Armee gleich, Gesetzlose also einer Armee, die Regeln und
Vorschriften unterliegt und der zuletzt hochrangige Ex-Militärs und
-Politiker zahlreicher demokratischer Staaten
bescheinigten,
höchste Standards nicht nur einzuhalten, sondern sie zu setzen. Man
kann, doch man muß sich nicht mit dem UNHRC-Bericht befassen. Fakten
jedenfalls wird man darin nicht finden, dafür jede Menge Vorurteil.
Was William Schabas, Mary McGowan Davis und Doudou Diène
zusammengetragen und vorgelegt haben, entspricht ganz ihrem Auftrag. Der
nahm das Ergebnis, das nun veröffentlicht wurde, bereits vorweg.
Erwartet wurde nichts anderes als eine antiisraelische Schmähschrift.
Und geliefert wurde ein Pamphlet, auf das sich die Tunnel- und
Raketenbauer der Hamas berufen können. Ihnen zuzubilligen, eine Daseins-
und Existenzberechtigung zu haben, ist eine Beleidigung jeder Vernunft.
tw24