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Monday, August 07, 2017

Sendeschluß

Die Regierung in Jerusalem will gegen Al Jazeera (Die Insel) vorgehen. Vor elf Jahren gegründet, hat der Sender aus Katar nach Ansicht der israelischen Administration nicht neutral über die jüngsten »palästinensischen« Unruhen auf dem Tempelberg berichtet, sondern durch Hetze zur Verschärfung der Lage beigetragen. Nun soll das Büro des Senders in Israels Hauptstadt schließen.
Darüber hinaus laufen Gespräche mit TV-Anbietern, die Al Jazeera-Programme nicht mehr über ihre Netze zu übertragen.Der Sender könnte dann nur noch über Israel berichten, nicht mehr aber aus dem Land selbst, während Zuschauer in Israel auf Satelliten-Empfang umsteigen müßten. Ein leider nur allzu geringer Preis, sollten die Vorwürfe gegen den Kanal aus Katar zutreffend sein.
Denn längst ist aus dem einstmals ob seiner Unabhängigkeit bewunderten Sender ein Agitations-Programm der Führung Katars geworden. Bislang unwiderlegt klagt etwa Aktham Suliman, bis ins Jahr 2012 Leiter der Berliner Dependance des Senders, über zunehmende politische Einflußnahme auf die Arbeit der Journalisten und spricht von einer »schleichenden Talfahrt« des Kanals.
Und angesichts der Unterstützung Katars für erklärte Feinde Israels wie die Hamas kann es kaum verwundern, verwechselte der Sender jüngst eine kritische mit parteiischer Berichterstattung oder gar mit Aufstachelung zu Riots in Jerusalem. Trotz ihrer letztlich wohl relativ geringen Wirkung sind die geplanten Schritte Israels gegen Al Jazeera nachvollziehbar und alles andere als Zensur.
 http://www.tw24.net/?p=13764

Saturday, April 09, 2016

Lampenfieber

Mit der selbst vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York wiederholten dreisten Lüge, die israelische Regierung plane Veränderungen des Status quo am Tempelberg in Jerusalem, verschärfte das Regime in Ramallah vor gut sechs Monaten den »palästinensisch«-israelischen Konflikt und trat damit etwas los, das wohl als »Messer-Intifada« in Erinnerung bleiben wird.
Die »Palästinenserführung« um Abu Mazen knüpfte mit ihren Behauptungen einer jüdischen Verschwörung nahtlos an eine Taktik an, mit der schon der später im deutschen Exil als Täter am Holocaust beteiligte und darob bis heute als »palästinensischer« Nationalheld geltende (Groß-)Mufti Haj Mohammed Amin el Husseini in den 1920ern zahlreiche antijüdische Pogrome angestiftet hatte.
Um die jüngsten Spannungen wieder ein wenig zu lindern, kamen Jordanien, unter dessen Aufsicht das islamische Heiligtum nach wie vor steht, Israel und die Vereinigten Staaten bereits Ende 2015 überein, auf dem Tempelberg Kameras zu installieren, deren Bilder Zweiflern jederzeit eine Kontrolle des Status quo ermöglichen könnten. Doch seit es die Idee gibt, lehnt Ramallah sie ab.
Denn in der Tat muß niemand Echtzeit-Bilder vom Tempelberg mehr fürchten als Abu Mazens »Regierung«, könnten die doch zeigen, wer wirklich und immer wieder die Würde der heiligen Stätte verletzt: »Palästinenser«, die sie als Rückzugsort und Ausgangsbasis für gewalttätige Riots mißbrauchen. Und so vermag auch der jüngste »Protest« gegen Kameras nicht zu verwundern.
In den letzten Tagen von »Palästinensern« aufgestellte Schilder kündigen an, installierte Kameras würden zerstört werden. Diese Drohungen entlarven freilich die »Palästinenser« erst recht – nach offizieller Lesart nämlich soll die Überwachung »israelische Verstöße« dokumentieren. Wenn es aber »Palästinenser« sind, die sich gegen sie wehren, zeigt das die ganze Perfidie Ramallahs.
 tw24

Sunday, September 27, 2015

Kritischer Journaillismus (Folge 1475): Radio Ramallah

Der Deutschlandfunk versucht immer mal wieder, etwas zu senden, das als Nachricht durchgehen soll. Tobt sich ein gewalttätiger arabisch-»palästinensischer« Mob auf dem Tempelberg in der israelischen Hauptstadt Jerusalem aus, endet die Meldung der Kölner Staatsfunker darüber so: »Der Tempelberg ist nach Mekka und Medina die drittheiligste Stätte der Muslime.«
Was möchten die Kölner Staatsfunker damit wohl sagen? Daß das Bewerfen von Menschen mit Steinen, Feuerwerkskörpern und Molotov-Cocktails ein der Würde von Religion und Ort angemessenes Verhalten darstellt? Daß andere Religionen, das Judentum, das Christentum, den Tempelberg nicht zu kennen haben, er exklusiv Muslimen heilig, oder eben: drittheilig, ist?
Nachdem sie ihn jedenfalls zur »drittheiligsten Stätte der Muslime« erklärt haben, erfährt der Konsument ihrer Nachrichten von den Deutschlandfunkern nicht, daß Salomonischer (zerstört 586 v. Chr.) und Herodianischer Tempel (zerstört 70 n. Chr.) eine gewisse Rolle bei der Namensfindung des heiligen Hügels gespielt haben könnten, der als die heiligste Stätte des Judentums gilt.
Und selbstredend bleibt unerwähnt, daß auch Christen der Tempelberg kein beliebiger Ort ist. Ihr Gott soll aus seiner Erde Adam geformt haben, den ihrer Überlieferung nach ersten Menschen. Der Tempelberg spielt zudem eine nicht unwichtige Rolle im Leben weiterer biblischer Figuren, Kain, Abel oder Noah etwa; Abraham wollte hier auf einen Befehl Gottes seinen Sohn Isaak opfern.
Der Tempelberg gilt Juden, Christen und Muslimen als – mehr oder minder – heilige Stätte. Weshalb kann der Staatsfunk das nicht erwähnen und beschweigt jüdische und christliche Bezüge zum Tempelberg? Versteht man sich in Köln bereits als Sprachrohr des Regimes in Ramallah, dessen »Präsident« kürzlich »dreckigen Juden« das Betreten des heiligen Hügels verbieten wollte?
 tw24