Und dabei fühlen wir uns im Allgemeinen doch ziemlich weltoffen.
Ja,
aber auf eine sehr oberflächliche und naive Weise. Will man wirklich
andere Kulturen hier integrieren, muss man begreifen, was auf uns
zukommt. Das gilt nicht nur beim Paschtunwali, sondern auch beim Kanun
oder der Scharia. Tun wir das nicht, ist letztlich in einem solchen
Konflikt unsere Zivilisation dem Untergang geweiht, weil unsere
Wertvorstellungen, unsere Kultur auf diese Weise keine
Überlebenschancen haben.
Muss es denn zwingend zum Konflikt kommen, wenn Paschtunen hierherkommen?
Zwingend
nicht. Solange das Paschtunwali kompatibel ist mit unserem Verhalten,
gibt es diesen Konflikt nicht. Ist dies nicht der Fall – dann allerdings
wird umgesetzt. Unter Paschtunen kann sogar der eigene Onkel, der
eigene Cousin zum Gegner werden, wenn diese die Ehre verletzen. Es muss
nicht zwingend zum tödlichen Konflikt kommen. Aber es kann. Jederzeit.
Das muss man wissen.
Ist es eigentlich ein Zufall, dass das Stammesgebiet in Pakistan auch das Rückzugsgebiet für die afghanischen Taliban ist?
Den
afghanischen Taliban dienen die pakistanischen Stammesgebiete als
Rückzugsgebiete. Juristisch bedeutet dies, dass dort der Staat Pakistan
nichts zu sagen hat. Es gibt dort keine pakistanischen Richter, dafür
Dorfchefs. In dieser Machowelt ist nur der Mann erbberechtigt, die Frau
hat gar nichts zu sagen! Die afghanischen Taliban sind durch die
Paschtunen begründet worden.
Weiterlesen bei bazonline.ch
No comments:
Post a Comment