Thursday, October 12, 2006

Deutscher Islam ? Gibt's doch schon längst !


Claudia und Renate von der >Religion des Friedens<

In den nordrhein-westfälischen Moscheen soll künftig nur noch auf Deutsch gepredigt werden. Der Integrationsbeauftragte der schwarz-gelben Landesregierung, Thomas Kufen (CDU), forderte in einem Interview mit der "Rheinischen Post" (Donnerstagausgabe) einen "deutschen Islam".
Kufen sagte: "Es ist an der Zeit, dass auch die muslimischen Gemeinden ihre Integrationsbereitschaft stärker deutlich machen." Zum deutschen Islam gehöre, dass auch die Predigten in den Moscheegemeinden künftig in deutscher Sprache gehalten würden. "Dies ist die Voraussetzung für die nötige Transparenz: Das Vertrauen in die Muslime ist seit dem 11. September kontinuierlich gesunken", fügte er hinzu.
Mit der Einführung eines islamischen Religionsunterrichtes und der Etablierung eines deutschen Islam würde denjenigen, die in den Hinterhofmoscheen Politik betreiben wollten, das Wasser abgegraben, sagte Kufen weiter und betonte: "Ein deutscher Islam und Hasspredigten sind unvereinbar." (Ha, ha, ha...)
Der CDU-Politiker machte deutlich, dass die Deutschpflicht notfalls auch mit dem Ausländerrecht durchgesetzt werden solle. "Imame, die kein Interesse an Integration haben, haben sich das falsche Land ausgesucht."
(ddp)

Wednesday, October 11, 2006

"Dringend verdächtig"

Der am Dienstag bei Osnabrück festgenommene mutmaßliche Unterstützer des Terrornetzwerks Al-Qaida kommt in Untersuchungshaft. Das ordnete der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe am Mittwoch auf Antrag der Bundesanwaltschaft an, wie die Strafverfolgungsbehörde am Nachmittag mitteilte.
Der 36-jährige Iraker sei "dringend verdächtig", seit dem 24. September 2005 Audio- und Videobotschaften von Terroristenführer Osama Bin Laden, von dessen Stellvertreter Ayman Al Zawahiri sowie von dem im Juni getöteten Al-Qaida-Führer im Irak, Abu Mussab al-Zarqawi, über das Internet weltweit verbreitet zu haben. Damit habe er von seinem deutschen Wohnsitz aus "in mindestens 28 Fällen eine terroristische Vereinigung im Ausland unterstützt".
Der Tatverdacht gegen den Beschuldigten ergebe sich im Wesentlichen aus Telekommunikations-Überwachungsmaßnahmen und den bei der Durchsuchung seiner Wohnung sichergestellten Beweismitteln. Der Zugriff geschah nach offiziell nicht bestätigten Angaben in Georgsmarienhütte. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte bereits am 28. September 2006 Haftbefehl gegen den Iraker wegen des Verdachts der Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung erlassen. Dieser Haftbefehl wurde dem 36-Jährigen am Mittwoch vom BGH-Ermittlungsrichter eröffnet.
Der Beschuldigte war am Mittwochmittag in einem grauen Kleinbus mit verdunkelten Scheiben auf das Gelände des BGH gefahren worden. Gegen 15.15 Uhr verließ der Wagen mit dem Terrorverdächtigen wieder den BGH. Am Donnerstagnachmittag will der zuständige Bundesanwalt vor der Presse ein Statement zu dem Fall abgeben, hieß es weiter.
(ddp)

Der Führer siegt auf dem Balkan

Deutsch-Europa und Clinton-USA haben Jugoslawien zerschlagen und islamo-faschistische Terrorstaaten wie Bosnien bereits installiert oder in Planung, wie Kosovo.Aber auch die katholischen Gebilde,wie Kroatien, können sich sehen lassen.

Hier mal reinschauen>

Quelle: TheSun.co.uk

Das Internet als Terrorwaffe

Die Verbreitung von Terrorbotschaften Osama Bin Ladens über das Internet durch ein mutmaßliches Al-Qaida-Mitglied in Deutschland hat Befürchtungen vor möglichen Anschlägen der Terrororganisation auf das Internet verstärkt. "Die Aussendung der zahlreichen Audio- und Videobotschaften Bin Ladens und seines Stellvertreters Ayman Al Zawahiri hat uns aufgeschreckt", sagte ein Geheimdienstler.
Zum ersten Mal ist mit dem Iraker Ibrahim R., der von Georgsmarienhütte bei Osnabrück aus die islamistische Propaganda über die Welt verbreitete, ein mutmaßlicher Helfer von Osama Bin Laden den Fahndern in Deutschland ins Netz gegangen. "Der Beschuldigte hat dadurch die Al-Qaida in ihren terroristischen Aktivitäten und Zielsetzungen unterstützt", vermutet die Bundesanwaltschaft.
Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) sieht darin einen Beleg, "dass wir uns in einer latenten Bedrohungslage befinden". Die Sprecherin des niedersächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz, Maren Brandenburger, sagte der ddp, das Internet gewinne immer mehr an Bedeutung für die Islamisten. Sie würden sich zunehmend in den Chatrooms austauschen. Es bestehe die Gefahr, dass gerade junge Muslime dadurch radikalisiert würden.
Al-Qaida und viele andere islamistische Organisationen agieren immer mehr in den weltweiten Computernetzen. Aus Geheimdienstkreisen ist zu hören, dass bei den in letzter Zeit festgenommenen islamistischen Terroristen "sehr gute technische Fähigkeiten festgestellt wurden, das Web als Waffe zu benutzen." Die Terroristen würden ihre technischen Fähigkeiten "beängstigend schnell ausbauen." Die Terroristen könnten nach Angaben eines Fahnders mit globalen Attacken auf die internationalen Datennetze die Energieversorgung, die Telekommunikation und die Verkehrssysteme lahm legen. Al-Qaida verfügt nach Erkenntnissen der Geheimdienste mittlerweile über Computerspezialisten, die "nur noch auf ihren Einsatz für die digitale Kriegsführung warten."
Der Journalist Yassin Musharbash weist in seinem Buch " Die neue Al-Qaida" darauf hin, dass es vor zehn Jahren rund ein Dutzend islamistischer Internetseiten gegeben habe. Heute hätten die Fahnder im Internet über 4500 Seiten ausgemacht. Aus Kreisen des US-Geheimdienstes CIA war zu erfahren, wie intensiv sich die Vereinigten Staaten für den Cyberkrieg rüsten. Die CIA befürchtet einen elektronischen Angriff der Islamisten, der "das Ausmaß der Selbstmordanschläge vom 11. September 2001 übertreffen könnte".
Die US-Armee unterhält eine eigene Einheit für elektronische Kriegsführung, die der strengsten Geheimhaltung unterliegt. Die für die Computersicherheit in Deutschland zuständigen Stellen betonen übereinstimmend :"Wir wappnen uns zusehends gegen denkbare Computerangriffe der Islamisten."
Nach Informationen der Geheimdienste soll das kommunistische Regime von Nordkorea, das gerade durch seinen ersten Atomwaffentest die Welt aufgeschreckt hat, schon an die 600 "Hacker-Spezialisten" ausgebildet haben. Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Il plane, die Computersysteme seines Nachbarstaates Südkorea und auch die Netze anderer Länder anzugreifen.
(ddp)

Tuesday, October 10, 2006

Hitparade

Selbstmordattentäter, komm ein bisschen später!

Andreas Rebers aus dem Scheibenwischer







Al-Qaida im Vorgarten

Von der Verhaftung nichts mitbekommen
Ruhig ist es in der Siedlung. Einige Kinder spielen im Garten, Männer arbeiten in ihren Garagen, Wäsche hängt zum Trocknen im Garten, eine ältere Dame sitzt auf einer Bank. Frauen unterhalten sich, sind gut gelaunt - und haben, wie sie sagen, nichts mitbekommen von dem Polizeieinsatz in ihrer Straße
Ein Bewohner des fraglichen Hauses schaut aus dem Fenster und scheint nicht sonderlich begeistert von dem großen Medieninteresse. Der Name des Irakers steht auf dem Klingelschild, die Wohnung scheint jedoch leerzustehen. Die Wohnhäuser in der Siedlung gleichen sich und sind älteren Datums, auf der Straße herrscht kaum Verkehr. Große Gärten erstrecken sich auf der Rückseite der Häuser.
Von seiner Wohnung aus soll Ibrahim R. seit rund einem Jahr Botschaften des Terroristenführers Osama Bin Laden und dessen Stellvertreters Ayman Al Zawahiri über das Internet verbreitet haben. Laut Bundesanwaltschaft hat der Beschuldigte damit die Al-Qaida "in ihren terroristischen Aktivitäten und Zielsetzungen unterstützt".
Nach Angaben des niedersächsischen Innenministers Uwe Schünemann (CDU) gingen dem Zugriff monatelange Ermittlungen von Landesbehörden und Bundesanwaltschaft voraus. Der 36-Jährige lebt nach einem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" seit mehreren Jahren mit seiner 23-jährigen Frau in Georgsmarienhütte. Er soll mehrfach den Wohnsitz in der 33 000-Einwohner-Stadt gewechselt haben.
Das Paar hat dem Bericht zufolge drei gemeinsame Kinder, von denen zwei in den Kindergarten gehen. Ibrahim R. sei vor mehreren Jahren aus dem Irak geflüchtet und als Asylbewerber nach Deutschland gekommen. Sein Flüchtlingsstatus sei ihm aber vor einigen Monaten aberkannt worden.
Überrascht von der Nachricht zeigt sich der Bürgermeister von Georgsmarienhütte, Heinz Lunte (CDU). Nur über Mitarbeiter im Rathaus habe er von der Festnahme in seiner Stadt erfahren, von offizieller Seite sei er nicht unterrichtet worden. Er sei erschrocken gewesen, "weil wir mit der islamischen Gemeinde in unserer Stadt ein gutes Verhältnis haben", betont der Bürgermeister, der auch einen Arbeitskreises der Kulturen mit Vertretern der Kirchen und der islamischen Gemeinde leitet.
(ddp)

Monday, October 09, 2006

»Hurra, wir kapitulieren«

Lesung mit Henryk M. Broder und Adriana Altaras
Mittwoch, den 18. Oktober um 20 Uhr
Genau zur richtigen Zeit liest der streitbare Journalist und Schriftsteller Henryk M. Broder mal wieder allen die Leviten. Nach der Absetzung des »Idomeneo« an der Deutschen Oper schlagen die Wogen der Empörung hoch,dabei hat Henryk M. Broder die Debatte lange kommen sehen. In seinem neuen Buch »Hurra, wir kapitulieren. Von der Lust am Einknicken« (wjs Verlag) analysiert er die Feigheit der Europäer im Umgang mit dem totalitären Islamismus. Das Jüdische Museum Berlin und die Literaturhandlung Berlinladen Sie ein, wenn er am Mittwoch, den 18. Oktober um 20 Uhr gemeinsam mit der Schauspielerin Adriana Altaras aus seiner neuen Streitschrift lesen wird.Vorauseilende Kapitulation oder nicht - die Verantwortlichen der Deutschen Oper befinden sich in guter Gesellschaft. Denn seit dem Anschlag auf das World Trade Center haben die »Appeaser« Konjunktur. Je näher der Terror an das eigene Haus heranrückt - nach den Attentaten von Istanbul, Madrid, London - umso mehr nimmt auch die Überzeugung zu, dass »wir« uns ändern müssen, damit »sie« uns in Ruhe lassen. Schon der Streit um die zwölf Mohammed-Karikaturen war für diese Haltung symptomatisch. Das freie Europaknickte ein. Eine Befriedung erreichte das allseits beteuerte Verständnis für die religiösen Gefühle der islamischen Welt trotzdem nicht. Erfrischendpolemisch spielt Broder andere Alternativen durch, die sich den Europäern böten: öffentliche Solidarität mit den Künstlern und eindeutige Verteidigung der Meinungsfreiheit. Mit einem Wort: Mut.Den kann man Henryk M. Broder, geboren 1946 im polnischen Katowice, nicht absprechen. Seit Jahren beteiligt er sich provokant und scharfsinnig an den wichtigen gesellschaftlichen Debatten, unter anderem zu den Themen Judentum und deutsche Identität und zur Weltpolitik der USA. Seine Artikel im SPIEGEL und anderen renommierten Zeitschriften und Zeitungen schafften ihm viele Fans und nicht wenige Feinde. Polarisierend wirken auch seine zahlreichen Bücher, darunter das wohlbekannteste, »Der ewige Antisemit«.Die Schauspielerin und Regisseurin Adriana Altaras wurde 1960 in Zagreb geboren und ist in der Schweiz, in Italien und Deutschland aufgewachsen. Im Jahr 2002 war sie Leiterin der Jüdischen Kulturtage in Berlin.Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Literaturhandlung Berlin.
Kartenreservierungen unter 030 - 88 24 250.
Wann: Mittwoch, 18. Oktober um 20 Uhr
Wo: Konzertsaal, 2. OG
Eintritt: 7 Euro, ermäßigt 5 Euro
"die jüdische"

Frankfurter Buchmesse: TITANIC findet den SS-Mann



titanic

Sunday, October 08, 2006

"Kein europäisches Land"

Nach dem Türkei-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist der Streit zwischen SPD und Union um den geplanten EU-Beitritt des Landes erneut voll entbrannt. SPD-Chef Kurt Beck forderte eine "faire Chance" für die Türkei, der Europäischen Union beitreten zu können. Führende Unions-Politiker bekräftigten dagegen ihre Ablehnung.
SPD-Chef Beck warnte die Union davor, das Bemühen der Türkei um eine EU-Mitgliedschaft abzulehnen. "Es wäre ein verheerender Fehler, wenn wir der Türkei die EU-Tür vor der Nase zuschlügen", sagte Beck. "CDU und CSU sagen, es könne für die Türkei nur eine privilegierte Partnerschaft geben, also nur die Katzenbank - egal wie sehr sich die Türkei bemüht. Das ist falsch." Dies sei "nicht die Politik der Bundesregierung".
CSU-Chef Edmund Stoiber sagte dagegen, es dürfe "auf keinen Fall" eine Vollmitgliedschaft der Türkei geben. Die Beitrittsverhandlungen sollten zudem unterbrochen oder sogar abgebrochen werden, falls die türkische Regierung ihre Haltung gegenüber Zypern nicht ändere. Die Türkei sei zwar ein wichtiger Partner in der NATO, aber "kein europäisches Land", betonte Stoiber.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) sagte, eine EU-Mitgliedschaft der Türkei "überfordert das Abendland, unsere Kulturgemeinschaft". Diese Position habe Bundeskanzlerin Merkel auch bei ihrem Türkei-Besuch ehrlich vertreten.
Merkel hatte bei ihrem Antrittsbesuch in der Türkei deutlich gemacht, dass sie als CDU-Vorsitzende weiterhin eine "privilegierte Partnerschaft" der Türkei befürworten würde. Als Bundeskanzlerin werde sie aber Verträge der Vorgängerregierung einhalten, betonte sie am vergangenen Freitag in Istanbul.
Vor dem Hintergrund der stockenden EU-Beitrittsverhandlungen hatte Merkel die türkische Regierung zugleich aufgefordert, den Konflikt mit Zypern beizulegen und die türkischen Häfen für zyprische Schiffe zu öffnen. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte dies abgelehnt mit dem Hinweis, dass zunächst die Isolation Nordzyperns beendet werden müsse.
EU-Kommissar Verheugen kritisierte, dass Europa in Richtung Türkei "fast nur noch negative Signale" aussende. "Wir konzentrieren uns auf die Schwächen des Landes, ohne Mut zur Veränderung zu machen", monierte der SPD-Politiker. Damit werde eine "gefährliche Spirale" in Gang gesetzt, "die in ein weltpolitisches Versagen allererster Ordnung zu münden droht". Der Grünen-EU-Parlamentarier Özdemir warnte ebenfalls davor, die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zu verzögern. Die EU dürfe sich nicht "hinter der Zypern-Frage verstecken", sagte Özdemir. Der Streit um die faktische Anerkennung Zyperns durch die Türkei sei "einigen offenbar als Alibi willkommen", um die Beitrittsverhandlungen mit Ankara "auf die lange Bank zu schieben".
(ddp)

...und kleine GeisterInnen

...Houellebecqs verächtlicher Sexismus findet ganz klar ein Echo in seiner rassistischen Einstellung gegenüber dem Islam, einer Religion und Kultur, die er als "negative Kraft" bezeichnet. Seine Unwissenheit zeigt sich auch in seiner offenbaren Gleichsetzung von Islam und dem politisch gewalttätigen Islamismus. Denn wie sonst sollten folgende Worte : "Ich weiß, dass man einem Araber misstrauen muss, sobald er ein bisschen moslemisch wird." verstanden werden.Der Autor selbst ist seinen eigenen Aussagen im profil-Interview zufolge zu keiner Unrechtseinsicht bereit. Wenn Houellebecq als "Intellektueller" den Islam in Zeiten wie diesen als klassisches Feindbild bedient und verschleierte moslemische Frauen als "dicke, frustrierte Schlampen" bezeichnet sowie Missbrauch von Kindern legitimiert, bleibt zu hoffen, dass das bisherige Publikum seine Konsequenzen daraus zieht und Michel Houellebecq wegen seiner diskriminierenden Aussagen ihre Unterstützung und Wertschätzung entzieht.
für Frauensolidarität
Béatrice Achaleke, Christina Buder, Helga Neumayer, Nela Perle, Rosa Zechnerwww.frauensolidaritaet.orgfür Missio Austria - Aktion Schutzengel
Robert Gerstbach-Muck, Karin Hintersteiner
www.missio.atfür respect - Zentrum für Tourismus und EntwicklungChristian Baumgartner, Hildegard Hefel, Astrid Winkler
www.respect.at
Weitere Informationen:
Mag. Sandra Gabler
Tel: (01) 513 77 22-28, Fax: (01) 513 77 37
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Rückblick: Große Literatur...

Michel sucht das Glück
LITERATUR
In seinem Roman "Plattform" propagiert der französische Bestsellerautor Michel Houellebecq den Sextourismus und sorgt mit heftigen Attacken gegen den Islam für die übliche Aufregung.
KLAUS NÜCHTERN

"Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle." 1. Korinther, 13/1"Und wenn ich schon die Liebe nicht begreife, was nützt es mir dann, dass ich das Übrige begriffen habe?" Michel Houellebecq: "Plattform"
Michel Houellebecq wird seinem Ruf als Enfant terrible der französischen Literatur wieder einmal vollauf gerecht. Wenn sich Anfang Februar (2002,jwd) Zehntausende von Exemplaren der deutschen Übersetzung seines jüngsten Romans "Plattform" in den Buchhandlungen zu stattlichen Stapeln türmen werden, muss er sich in Paris vor Gericht verantworten, nachdem ihn die französische Moslem-Gemeinde wegen "Aufstachelung zum religiösen Hass" angezeigt hat. Wie stets ist es nicht ganz leicht, zwischen der Meinung von Frankreichs derzeit berühmtesten Schriftsteller und der seiner Figuren zu unterscheiden. Schon der Umstand, dass der Protagonist von "Plattform" den Vornamen mit dem Autor teilt, kann als Indiz dafür gelten, dass die Unschärfe zwischen den persönlichen Ansichten Houellebecqs und denjenigen seiner Hauptfigur durchaus kalkuliert ist.

Der Autor und die Medien

"Jedes Mal wenn ich erfuhr, dass ein palästinensischer Terrorist, ein palästinensisches Kind oder eine schwangere Palästinenserin im Gazastreifen erschossen worden war, durchzuckte mich ein Schauder der Begeisterung bei dem Gedanken, dass es einen Muslim weniger gab. Ja, man konnte auf diese Weise leben." Diese Sätze stammen aus dem Roman, aber Houellebecq selbst hat sich auch nicht eben schmeichelhaft ausgedrückt, als er den Islam in einem Interview als die "idiotischste Religion von allen" bezeichnete. Ob er zu dem Zeitpunkt, als er sich derart äußerte, bereits betrunken war oder erst danach, ist umstritten. Fest steht, dass der Held des Romans mit plausiblen Gründen für seinen Hass auf den Islam weiß Gott reichlich ausgestattet worden ist, was die französischen Medien aber offenbar nicht dazu angeregt hat, sich mit Houellebecqs jüngstem Roman wirklich auseinander zu setzen. So veröffentlichte Le Monde zunächst einen eher harmlosen Vorabdruck, schob unmittelbar nach Erscheinen von "Platforme" dann ein Dossier über Sextourismus nach ? eines der zentralen Themen des Romans ? und veröffentlichte schließlich statt einer Kritik des Buches "ein Schmusestück der Literaturchefin mit dem Star", in dem Houellebecq devot das Wort überlassen wird. "Warum", so fragt die Zeit weiter, "bringt die beste Zeitung des Landes, in dem Literatur noch immer die höchste Wertschätzung genießt, keine ordentliche Rezension eines wichtig genommenen Werks zustande?" Hans-Peter Kunisch bleibt dem Leser die Antwort auf die selbst gestellte Frage nicht schuldig: "Houellebecq wird immer deutlicher zum perfekten Partner der Kritik. Zunehmend unterstützt er sie in ihrer Suche nach einer möglichen Debatte. Die Anti-Tabu-Sprüche sind immer auffälliger in die Handlung integriert." "Das Phänomen Houellebecq" (so der Titel eines von Thomas Steinfeld herausgegebenen Bandes zu Werk und Autor) ist freilich nicht schlechterdings als Hype abzutun. Der 1998 erschienene Roman "Elementarteilchen" etwa, der in Frankreich über eine halbe Million Mal verkauft worden war und Houellebecq endgültig zum internationalen Bestsellerautor und Popstar machte, zielt in seiner ganzen literarischen Anlage auf die Durchschlagung literarischer Immanenz. "Die ,Elementarteilchen‘ gehören zu einem Genre, mit dem wir alle nicht gerechnet hätten: Sie sind ein Thesenroman, eine ins Grobe, ja ins Barbarische gewendete Fortsetzung des romantischen Reflexionsromans" (Thomas Steinfeld).

Bonjour tristesse!

Aber schon das Romandebüt "Ausweitung der Kampfzone" (1994; deutsch: 1999) wies jene Heterogenität, jene essayistische Verunreinigung auf, die zum Markenzeichen von Houellebecqs Romanen werden sollte. Angesprochen auf die Möglichkeit, auch wissenschaftliche Diagramme in die Fiktion zu integrieren, meinte der Autor: "Ja, das wäre perfekt. Man sollte alles hineinstecken können. Novalis und die deutschen Romantiker allgemein zielten auf eine totale Erkenntnis ab. Es war ein Irrtum, diese Ambition aufzugeben." Die Ambition hat Houellebecq nicht aufgegeben ? auch in "Plattform" werden neben Reiseführern und Fachliteratur zur Tourismus-Forschung allerlei nicht näher ausgewiesene wissenschaftlichen Arbeiten und Ansätze zitiert. Die Romanform wird bei Houellebecq nicht nur vonseiten der Wissenschaft perforiert, sondern ist dem Gegenstand, den sich der Autor gewählt hat, ganz generell nicht adäquat; ist "nicht geschaffen, um die Indifferenz oder das Nichts zu beschreiben". Gerne kultiviert der mit Zigaretten und Plastiksackerln posierende Autor das Image des spätexistenzialistischen Junggesellen aus der Sozialwohung, das er mit seinen Protagonisten teilt ? bonjour tristesse! Und doch stellt sich die Frage, ob das Leben der Houellebecq’schen Helden tatsächlich so trist ist, wie die Romane es suggerieren. Eines lässt sich jedenfalls festhalten: Vom Ende der sozialen Leiter sind sie doch noch deutlich entfernt. Ihr Beruf ermöglicht ihnen einen wenn schon nicht aufwendigen, so doch zumindest komfortablen Lebenswandel. Dass sich Michel ("Plattform") hauptsächlich von Kartoffelpürree mit Käse aus der Tüte ernährt, ist eine selbst gewählte Bescheidung und nicht durch das Gehalt diktiert, das er als Beamter in der Kulturverwaltung bezieht. Das Verhältnis zu seinem Beruf ist typisch für die Protagonisten Houellebecqs, die sich selbst verachten und als Teil einer unproduktiven, letztlich parasitären Klasse begreifen, die eigentlich keinerlei Daseinsberechtigung besitzt. Ihr mangelnder Ehrgeiz aber hat mit der dem "klassischen" Beamten zugeschriebenen Immobilität nichts mehr zu tun. Sie sind sozusagen hochreflexiv ambitionslos und erklären sich mit der über sie verhängten Rolle einverstanden: "Ich nehme stets die reservierte Haltung ein, die dem Buchhaltungsangestellten angemessen ist. Für ästhetische und politische Fragen bin ich nicht zuständig; meine Aufgabe ist es nicht, neue Einstellungen oder Beziehungen zur Welt zu entwickeln oder zu vertreten; ich habe in dem Augenblick darauf verzichtet, da meine Schultern sich zu wölben begannen und mein Gesicht immer trauriger wurde."

Die sexuelle Marktwirtschaft

Als Autor ist Michel Houellebecq durch seine harsche Abrechnung mit dem (Neo-)Liberalismus bekannt geworden. Wir leben, so heißt es in dem Aufsatz "Ansätze für wirre Seiten", in einer "Marktgesellschaft", also "in einem Kulturraum, in dem sämtliche zwischenmenschliche Beziehungen und auch sämtliche Beziehungen des Menschen zu seiner Umwelt über Zahlenkalkül vermittelt werden, bei dem die Attraktivität, die Neuheit und das Preis-Leistungs-Verhältnis zum Tragen kommt". Was dies konkret bedeutet, hat der Autor in "Ausweitung der Kampfzone" dargestellt, wo er die Folgen einer deregulierten sexuellen Marktwirtschaft am Beispiel des Icherzählers (eines Dreißigjährigen Computerprogrammierers) und dessen ausgesprochen unattraktiven Arbeitskollegen Raphaël Tisserand vorführt: "In einem völlig liberalen Sexualsystem haben einige ein abwechslungsreiches und erregendes Sexualleben; andere sind auf Masturbation und Einsamkeit beschränkt. Der Wirtschaftsliberalismus ist die erweiterte Kampfzone, das heißt, er gilt für alle Altersstufen und Gesellschaftsklassen. Ebenso bedeutet der sexuelle Liberalismus die Ausweitung der Kampfzone, ihre Ausdehnung auf alle Altersstufen und Gesellschaftsklassen. In wirtschaftlicher Hinsicht gehört Raphaël Tisserand zum Lager der Sieger; in sexueller Hinsicht zu den Verlierern. Manche gewinnen auf beiden Ebenen; andere verlieren auf beiden." Die Helden von Michel Houellebecq zählen meist nur wirtschaftlich zu den Gewinnern. Allerdings ist eine kontinuierliche Zunahme erotischer Aktivitäten zu verzeichnen: In "Ausweitung der Kampfzone" hat niemand Sex mit anderen Menschen; in "Elementarteilchen" haben die beiden Halbbrüder Bruno und Michel ? wie der Autor in einem Gespräch anmerkte ? "einige positive Liebeserfahrungen, auch wenn es kein Happy End gibt". Und der Protagonist der Erzählung "Lanzarote" (2000) findet auf der titelgebenden Kanareninsel immerhin zwei deutsche Lesben, die dann doch nicht ganz so lesbisch sind ("Sie fasste meinen Schwanz und wichste mich mit kleinen, freundschaftlichen Bewegungen"). "Plattform" schließlich schreibt die aufsteigende Kurve sexueller Erfüllung fort. Michel lernt in Thailand, wo er die einschlägigen Bars und Clubs besucht (schwer vorstellbar, dass der Urlaub eines Houellebecq’schen Helden kein Sexurlaub ist), die 28-jährige Valerié kennen. Zurück in Paris beginnt er eine erfüllte Beziehung mit ihr, die nicht nur Klassiker der Zweisamkeit und den einen oder anderen flotten Dreier (Valerié ist auch ein bisschen lesbisch), sondern auch eine äußerst viel versprechende berufliche Kooperation umfasst. Michel entwirft ein neues Konzept von "gepflegtem" Sextourismus, das von dem Konzern, für den Valerié arbeitet, tatsächlich umgesetzt wird: Fremdenverkehr als Verkehr mit Fremden, den schönen Wilden. Wobei die persönlichen Erfahrungen und Wahrnehmungen der Protagonisten ? wie bei Houellebecq üblich ? zu zivilisationskritischen Reflexionen von globaler Bedeutung erweitert werden.

Westlicher Masochismus

Die Analyse des Ist-Zustandes, von denen Michel dabei ausgeht, hat übrigens einiges mit den Überlegungen gemeinsam, die auch der österreichische Sexualforscher Ernest Borneman in den letzten Jahren seines Lebens anstellte: Es wird immer weniger gevögelt. Subkulturelle Surrogatformen genuiner Sexualität verdrängen den guten alten heterosexuellen Geschlechtsverkehr. Für Valerié etwa ist der in den Pariser Klubs praktizierte Sado-Masochismus "das genaue Gegenteil von Sexualität", und auch Michel sieht darin ein Zeichen mangelnder Fähigkeit zur Selbstaufgabe, in der er eine Voraussetzung geglückter Erotik sieht. Was die in "Plattform" eröffnete Perspektive anbelangt, so weicht diese freilich von den kapitalismuskritischen Ansichten Bornemans und auch vom "Frühwerk" Houellebecqs ab. Trug bislang der entfesselte Markt Schuld an allem und konnte dieser allenfalls durch die in "Elementarteilchen" propagierte "sozialdemokratische Sexualitiät" (wie Bruno den an den FKK-Stränden von Cap D’Agde gepflogenen und durch einen klaren Verhaltenscodex kontrollierten kollektiven Sex nennt) reguliert werden, so hält in "Plattform" plötzlich der Markt selbst die Lösung aller Probleme bereit. "Ich hatte nichts dagegen einzuwenden, dass die Sexualität Eingang in den Bereich der Marktwirtschaft fand", erklärt Michel und vertritt einen wahrhaft globalen Lösungsansatz: "Auf der einen Seite hast du mehrere Hundert Millionen Menschen in der westlichen Welt, die alles haben, was sie sich nur wünschen, außer dass sie keine sexuelle Befriedigung mehr finden (...). Und auf der anderen Seite gibt es mehrere Milliarden Menschen, die nichts haben, kläglich verhungern, jung sterben, unter ungesunden Bedingungen leben und nichts anderes mehr zu verkaufen haben als ihre Körper und ihre intakte Sexualität. (...) Das ist die ideale Tauschsituation." Westliche Frauen schlafen lieber mit Afrikanern, westliche Männer lieber mit Asiatinnen ? wo also sollte das Problem liegen? Ein solches haben allenfalls die Autoren des "Guide du Routard", die zu Michels wachsendem Missvergnügen den Sextourismus in Thailand kritisieren; sie gelten ihm als "Nörgeltypen" und typische Vertreter des westlichen Masochismus.

Die Tugend der Güte

Gerne und viel wird im Feuilleton über die Ambivalenzen von Michel Houellebecq und darüber geschrieben, was er "eigentlich" meint ("In Wahrheit nämlich hat Houellebecq mit ,Plateforme‘ ein romantisches Buch geschrieben, seinen ersten Liebesroman", so zum Beispiel der Spiegel). "Aber es hilft nichts", wie Thomas Steinfeld in der Süddeutschen so treffend anmerkte, "Michel Houellebecq verteidigt den Sextourismus." Vielleicht sollte man sich auch weniger mit den Widersprüchlichkeiten des Autors als mit denjenigen seiner Helden befassen. Es sind dies in jedem Falle erotisch unterversorgte, allenfalls durchschnittlich attraktive Männer, die auf extreme Weise zwischen Zynismus und Sentimentalität schwanken. Die Tugend, die sie ? so wie, erklärtermaßen, auch Houellebecq selbst ? am meisten, vor allem bei Frauen schätzen, ist Güte. Und ihr Drama besteht darin, dass sie selbst am allerwenigsten über diese verfügen ("Güte ist kein Charakterzug, der mich auszeichnet. Der humanitäre Gedanke widert mich an"), so wie auch ihre libidinöse Energie ? im Sinne von Lebenszugewandtheit ? mit ihrer Geilheit nicht annähernd Schritt halten kann. Depressiven Tschechow-Figuren gleich sind sie auf ihre kärgliche somatische Grundausstattung zurückgeworfen. Von den Frauen erhoffen sie sich Erlösung, und sie sind buchstäblich zu Tränen gerührt, wenn sich diese erotisch engagieren; was ? in bestem Falle ? als freundliche, selbstlose Hilfeleistung, eben als Ausdruck jener Güte empfunden wird, die in der westlichen, ego- und konsumfixierten Gesellschaft kaum noch erblühen kann. Valerié, zunächst von Michel alles andere als übermäßig wohlwollend wahrgenommen ("ein Gesicht, das man als bescheiden bezeichnen konnte; genau genommen, weder schön noch hässlich"), erfährt im Laufe des Romans eine nachgerade sakrale Verehrung. Sie ist eine strahlende Widergängerin von Christine, der großen Liebe des megamuffigen Bruno aus "Elementarteilchen". Beiden gestattet der Autor kein langes Glück: Christine siecht schnell dahin, und Valerié kommt bei einem Attentat islamischer Terroristen ? als eines von 117 Opfern ? ums Leben.

Der Terror des Islams

Womit wir bei jenem skandalumwitterten Clash of Cultures wären, mit denen sich Houellebecq diesmal in die Schlagzeilen und Gerichtsakten geschrieben hat. Seine "visionäre" Antizipation der Bedeutung der Biotechnik, die das utopische Ende von "Elementarteilchen" bestimmt (Michel findet eine unendlich reproduzierbare stabile Struktur des menschlichen genetischen Codes und ermöglicht die Begründung einer Menschheit, die den Tod und den Sex überwunden hat), hat Houellebecq in einem Interview mit den Worten abgetan: "Jeder hätte es wissen können, wenn er sich nur für die Naturwissenschaften interessiert hätte." Nun hat Houellebecq die Katastrophe vom 11. September 2001 "vorweggenommen" (das Original von "Plattform" erschien Ende August des vorigen Jahres). Mit grimmiger Insistenz hat der Autor den Hass auf den Islam aufgebaut: Schon in "Lanzarote" wird dem päderastischen belgischen Polizisten Rudi übel von seiner marokkanischen Frau mitgespielt, die sich dem Islam zu- und von ihrem Gatten abwendet. Gleich zu Beginn des jüngsten Romans wird Michels Vater vom Bruder seiner jugendlichen Geliebten Aïcha erschlagen ? wobei Aïchas Brüder in deren Augen nichts anderes als bigotte, verblödete Machos sind. Überhaupt überlässt Houellebecq die Islam-Schelte gerne Figuren, die außer Verdacht stehen, bloß ressentimentgeladene Westler zu sein: Ein jordanischer Kaufmann prophezeit ohne jedes Bedauern den Sieg des Kapitalismus über einen völlig anachronistisch gewordenen Islam, und ein Ägypter beklagt den rapiden Niedergang der alten Kultur seines Landes seit dem Aufkommen des Islams: "Der Islam konnte nur im Stumpfsinn einer Wüste entstehen, inmitten dreckiger Beduinen, die nichts anderes zu tun hatten (...), als ihre Kamele zu ficken." Auch die schuldbewusst selbstkritischen Reaktionen des Westens (dessen "Masochismus", wie Houellebecq das wohl sehen würde) auf das Attentat vom 11. September finden sich in "Plattform" bereits "antizipiert". Die zitierten französischen Zeitungen geißeln vor allem den Sextourismus, und in einer Glosse heißt es gar: "Was bedeutet schon der Tod einiger satter, reicher Europäer (...) angesichts Hunderttausender besudelter, erniedrigter, zur Sklaverei verdammter Frauen überall auf der Welt?" So sehr sie ? trotz allem ? nach Glück streben ("Ich war nicht glücklich, aber ich schätzte das Glück und sehnte mich weiter danach"), es ist den Helden Houellebecqs nicht auf lange Zeit vergönnt. Michel erfährt die Liebe als "zweite Chance", die er nicht verdient hat und die ihm sozusagen als Gnade zuteil wird. Nach Valeriés Tod sind die Ressourcen seiner Lebensenergie restlos verbraucht: "Ich habe den Hass, die Verachtung, den Verfall und verschiedene andere Dinge kennen gelernt; ich habe sogar kurze Momente der Liebe kennen gelernt. Nichts von mir wird mich überleben, und ich verdiene auch nicht, dass mich etwas überlebt; ich bin mein ganzes Leben lang in jeder Hinsicht ein mittelmäßiger Mensch gewesen." Das wird Houellebecqs Helden wohl auch in Zukunft nicht erspart bleiben. Aber vielleicht werden sie eines Tages ihren Frieden damit gemacht haben. Ob das dann auch noch jemand lesen will, ist eine andere Frage. Im besten Falle hat man Glück, aber wer will schon davon lesen? Es ist, wie Thomas Steinfeld schreibt, "das Unglück, das Michel Houellebecq zu einem großen Schriftsteller gemacht hat". Und womöglich ist das Unglück der Romanhelden ja das Glück der Leser. q
Michel Houellebecq: Plattform. Roman. Aus dem Französischen von Uli Wittmann. Köln 2001 (DuMont). 336 S., EUR 24,70/öS 339,88
www.falter.at

Saturday, October 07, 2006

Neue Artikel im Kritiknetz - Volksgemeinschaft und ihre Opfer, Begriff des Glücks bei Adorno

Adorno


In den letzten Tagen wurde folgende Neuveröffentlichungen ins Kritiknetz eingestellt:
Heinz Gess, Bitteres Bewusstsein. Die systemische Volksgemeinschaft und Ihre Opfer
http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=288
Mario Möller, Volksgemeinschaft gegen Neonazis
http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=290
Mario Möller, Wir sind eine starke Gemeinschaft. Über den Zusammenhang von Ostidentität und nationalem Sozialismus
http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=291
Rufus Sona, Der Begriff des Glücks bei Adorno
http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=293
Heinz Gess, Kein Antisemitismus - Nirgendwo
http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=272
Heinz Gess, Quellen zum Studium des Forschritts in die Barbarei
http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=276
Alle Texte sind in dieser Reihenfolge auf der Startseite vonhttp://www.kritiknetz.de/ eingestellt.In den Wochen zuvor wurden u. a. folgende Texte eingestellt, über die ichSie auch gerne informieren möchteHeinz Gess, Über den Missbrauch der kritischen Theorie und ihres Namens durch durch das "Institut für kritische Theorie"
http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=274
Theodor W.Adorno, Jargon der Eigentlichkeit. Zur Deutschen Ideologie
http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=273
Heinz Gess, Gesellschaftliche Herrschaft und Antisemitismus in derkapitalistischen Weltgesellschaft
http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=261
Heinz Gess, Eine treue Vermahnung an alle Christen, sich zu hüten vorAntisemitismus, Israelfeindschaft und Wölfen in Schafspelzen
http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=269
Heinz Gess, Der Provokateur die religiöse Propaganda und der (islamische) Volkszorn. Zur Sozialpsychologie des "Volkszorns"
http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=251
Heinz Gess, Der mit den Wölfen heult.Teil 1: Über die deutsche Kumpanei mit dem Islamismus
http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=237
Teil 2: Religion, Verantwortung, Emanzipation
http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=236
Heinz Gess, Das verletzte religlöse Gefühl und die Religion alsHerrschaftsform
http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=208
Heinz Gess, "Der Erbe trägt keine Schuld".Ü*ber die Krtische Theorie und die Theorie der rationalen Herrschaft (Max "Weber)
http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=179
Außerdem habe ich einige Fundstücke eingestellt, die Sie vielleicht interessieren:The All-Party Parliamentary Inquiry into Antisemitism, Antisemitismus inGroßbritannien
http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=283
Matthias Küntzel, Mit der Hizbollah oder gegen sie
http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=282
Liza, Weiter im Pogrom Teil1: Friedensbepreisungen der deutschenFriedensbewegung
http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=280
Walter Schmidt, Weiter im Pogrom, Teil 2: Im Namen Christi
http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=281
Streitblatt, Volk, Nation und Welt
http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=277
Media Tenor, Die Darstellung des Krieges der Hizbollah gegen Israel in ARD und ZDF http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=271
Andre Glucksmann, George Busch ist schuld
http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=285
Das "Gesetz" vom tendenziellen Fall der Profitrate.Teil 1: Hennig Wasmus, Die "Profitratenfalle"http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=279
Teil 2: Michael Heinrich, Anmerkung zum Papier von Henning Wasmus "Die Profitratenfalle"
http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=278http://www.kritiknetz.de/?position=artikel&aid=92
Die nächsten Veröffentlichungen im Kritiknetz sind in rund vier Wochen zu erwarten. Darunter:- Der "weibliche Führungsstil" und die Absetzung derIdomeneo-Inszenierung vom Spielplan der deutschen Oper in Berlin- Schuld und Abwehr. Günther Grass als Prototyp der deutschen"Vergangenheitsbewältigung"- Die 68er, die kritische Theorie und die deutsche Linke
Mit herzlichem Gruß - Heinz Gess

Friday, October 06, 2006

Da wächst zusammen, was zusammen gehört.Ein "rechtsextremistischer Drahtzieher" baut die neue Merkez-Moschee in Duisburg.

Moschee-Verein wusste angeblich nichts vom Hintergrund des 89-jährigen Bauunternehmers aus Solingen
Duisburg. Vor einem Jahr versammelten sich hunderte Neo-Nazis in Duisburg, um gegen den Bau der größten Moschee Deutschlands zu demonstrieren. Günther Kissel, der den Rechten in einigen Punkten nahe steht, die NPD durch Spenden unterstützte und laut Gerichtsurteil "rechtsextremistischer Drahtzieher" genannt werden darf, protestierte nie gegen den Bau - seine Firma Kissel-Rapid führt ihn durch. ..
waz/jwd

Islamisten planten Juden in einer Synagoge in Prag als Geisel zu nehmen und zu töten

Ayelet Himmelfarb
Behörden Tschechiens vereitelten Plan. Informationen bisher eher lückenhaft. Am 23.9 wurden alle Sicherheitskräfte in Tschechien in Alrambereitschaft versetzt, damals war der Grund unklar. Nun berichtet die tschechische Zeitung "Mlada Fronta Dnes" über den Plan islamistischer Terroristen Juden in einer Synagoge in Prag als Geisel zu nehmen, unangemesseneForderungen zu stellen um dann die Synagoge mit den Geiseln zu sprengen.
Dem Bericht der Zeitung ist nicht zu entnehmen, ob es überhaupt Festnahmen gegeben hat. Der tschechische Premier Topolanek wollte genauso wenig Stellung nehmen wie sich sonst alle Offitiellen Tschechiens in Schweigen hüllen. Die Zeitung "Mlada Fronta Dnes"stützt sich beim Bericht auf Quellen in Geheimdienstkreisen.
"die jüdische"

Wednesday, October 04, 2006

Drei Täter sollt ihr sein

Noch ist ungeklärt, ob Einzeltäter oder eine terroristische Gruppe die Anschläge mit Kofferbomben geplant haben. Der Anwalt eines Verdächtigen nährt die Spekulationen über ein Netzwerk. von ron steinke
Rechtsanwalt Bernd Rosenkranz besucht Yous­sef el-H. einmal in der Woche. Dann spricht er mit seinem Mandanten durch eine Trenn­scheibe. Der Anwalt erzählt der Jungle World, dass Familienangehörige bisher noch nicht den Weg ins Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit gefunden hätten, wo der 21jährige abgeschottet von den übrigen Häftlingen auf das Ergebnis seines Ermittlungsverfahrens wartet und zu den Vorwür­fen, die gegen ihn erhoben werden, schweigt.
Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie Youssef el-H. vor gut zwei Monaten, am 31.Juli, einen schwarzen Koffer in einem Regionalzug platzierte. Darin wurde später ein Sprengsatz gefunden, der nach Angaben des Bundeskriminal­amtes gereicht hätte, um eine Explosion vom Ausmaß der Anschläge auf die Londoner U-Bahn im Juli 2005 auszulösen. Nur wegen eines Konstruk­tions­feh­lers endete die Bombe als Blindgänger. Dem Spreng­satz war eine Packung Speisestärke beigelegt, die, vermischt mit Benzin, bei den Opfern offenbar besonders schwere Verbrennungen herbeiführen sollte.
Der 20jährige Jihad H. sitzt unterdessen in Beirut in einem Spezialgefängnis und wird von einem libanesischen Ermittlungsrichter vernommen. Zur gleichen Zeit wie Youssef el-H. soll auch er eine Bombe in einem Regionalzug abgestellt haben; die Videoaufnahmen der Überwachungskameras zeigen ihn am Tag der Anschläge auf dem betreffenden Bahnhof.
Die deutschen Ermittler, die zunächst auf eine rasche Auslieferung von Jihad H. drängten, machen sich inzwischen keine Hoffnungen mehr darauf, ihn in naher Zukunft in Deutschland verhören zu können. Stattdessen verfolgen sie nun die Geschehnisse im Libanon. Generalbundesanwältin Monika Harms deutete im Focus an, Jihad H. habe bereits Angaben gemacht, »die zum Teil sehr konstruktiv sind und Rückschlüsse erlauben«. Sein Anwalt, Fawaz Zakaria, sagte in der vorigen Woche dem Kölner Stadtanzeiger, er sehe seinen Mandanten allenfalls als »letztes Glied« in einer »Kette des Terrors«. Er habe »detaillierte Informationen über eine Terrorzelle, die größer ist, viel größer«.
Der dritte Tatverdächtige, der 23jährige Syrer Fadi al-S., ist inzwischen aus der Untersuchungshaft in Stuttgart-Stammheim entlassen worden. Ur­sprünglich wurde ihm vorgeworfen, Jihad H. und Youssef el-H. bei ihrer Flucht, die über die Türkei und Syrien in den Libanon führte, vom Flug­hafen in Damaskus abgeholt und untergebracht zu haben. Da die Ermittler hierfür jedoch keine Beweise vorlegen konnten, wurde Fadi al-S. am 14.September wieder freigelassen.
Das Verfahren gegen den Syrer ist aber keineswegs eingestellt. Sein Verteidiger Wolfgang Ferner spricht von einer »Verwechslung« und beschwert sich im Gespräch mit der Jungle World über den »Ermittlungsübereifer« der Bundesstaatsanwaltschaft. Er vermutet, die Ermittler würden an ihrem Verdacht gegen Fadi al-S., der seine Unschuld beteuert, vor allem deswegen festhalten, weil man zur Konstruktion einer »terroristischen Vereinigung« nach Paragraph 129a Strafgesetzbuch unbedingt drei Täter brauche. Die Ermittler sehen das natur­gemäß anders. Nach Angaben des Bundeskriminalamtes soll vom Computer von Fadi al-S. aus im Internet nach Konstruk­tionsplänen für die Bomben gesucht wor­den sein.
In den Wochen nach den versuchten Anschlägen wurde von so genannten Terrorismusexperten mit besonderer Vorliebe die Theorie verbreitet, die Kofferbomber seien erst durch den Ausbruch der Kämpfe zwischen der Hizbollah und Israel am 12.Juli oder durch die angebliche Tötung eines Bruders von Youssef el-H. durch eine israelische Rakete radikalisiert worden. Quittungen belegen jedoch inzwischen, dass die Bau­teile für die Bombe bereits Anfang Juli gekauft wurden, also deutlich vor dem Ausbruch der Kämpfe im Nahen Osten.
Die Frage, ob hinter den Hauptverdäch­tigen ein terroristisches Netzwerk steht, ist auch nach zwei Monaten noch Gegenstand von Spekulationen. Die bisher wohl am häufigsten verbreitete These lautet, die Kofferbomber kämen aus dem Umfeld der Kalifatspartei Hizb ut-Tahir (Partei der Befreiung), die nach Schätzun­gen des Verfassungsschutzes in Deutschland etwa 300 Anhänger vor allem in Stu­dentenkreisen hat. Ihre Verwünschungen des »ungläubigen« Westens und Aufrufe zum Mord an Juden kann man im Internet und in ihrer deutschsprachigen Zeitschrift explizit seit Jahren offen einsehen. Dennoch ist die Hizb ut-Tahir hierzulande erst im Jahr 2003 verboten worden, nachdem auf einer ihrer Veranstaltungen vor dem Irak-Krieg die NPD-Funktionäre Horst Mahler und Udo Voigt aufgetaucht waren.
Konkrete Anhaltspunkte für eine Beteiligung der Hizb ut-Tahir an den geplanten Anschlä­gen mit Kofferbomben gibt es nach wie vor nicht. Das Bundeskriminalamt hat lediglich erklärt, dass einzelne »Mitglieder der großen und unübersichtlichen Familie« von Youssef el-H. im Libanon der Partei angehören, woraufhin die Hizb ut-Tahir für kurze Zeit ein großes Medienin­teresse erfuhr und sich selbst die NPD plötzlich zu einer Distanzierung veranlasst sah. Die Berliner Islamismus-Forscherin Claudia Dantschke vom Zentrum Demokratische Kultur bezweifelt eine direkte Verwicklung der Kalifatspartei: »Hizb ut-Tahir wird in Europa nicht terroristisch aktiv. Sie hat keine solche Kommandostruktur. Sie schafft eher ein Milieu, eine ideologische Aufrüstung, mit der die Aktivisten dann auch ganz selbständig ausschwärmen.«
Die libanesischen Sicherheitsbehörden vermuten hingegen eine Verbindung zu al-Qaida. Daran wiederum zweifelt auch das Bundeskriminalamt öffentlich. Es verweist auf große Unterschiede zu den Anschlägen auf Nahverkehrszüge in Madrid und London, welche aufgrund von Bekennervideos der al-Qaida zugeschrieben werden. So sollten die Sprengsätze in Deutschland in eher schwach besetzten Zügen und nicht zur Hauptverkehrszeit explodieren. Zudem ließen die Konstruktionsfehler der selbst gebastelten Bomben kaum auf das Know-how eines terroristischen Netzwerks schließen. Nach Angaben des Spiegel hatten die Kofferbomber schlicht das falsche Gas gekauft.
Für die deutschen Behörden ist daher auch zwei Monate nach der Tat noch alles offen. »Es wäre unredlich, sich da an Spekulationen zu beteiligen«, sagt ein Sprecher der Bundesanwaltschaft. Momentan warte man die Aussagen von Jihad H. vor dem Ermittlungsrichter in Bei­rut ab.
Mit dem Spekulieren halte sich die Bundesstaatsanwaltschaft aber selbst keineswegs zurück, kritisiert der Verteidiger von Youssef el-H., Bernd Rosenkranz. »Nur in den Raum zu stellen, die logistische Arbeit für den versuchten Anschlag erfordere mindestens drei Personen, ist Quatsch. Diesen Anschlag konnten auch zwei alleine begehen.«
Zumindest in einem Punkt sind sich alle Beteiligten einig: Mit einer Gerichtsverhandlung und also einer öffentlichen Beweisaufnahme vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf ist in näherer Zukunft nicht zu rechnen. In der Formulierung von Rechtsanwalt Rosenkranz klingt das so: »Ich gehe davon aus, dass die Bundesanwaltschaft die sechs Monate, für die man einen Beschuldigten ohne Anklage in Untersuchungshaft halten darf, ausschöpfen wird.« Bis dahin wird Youssef el-H. wohl weiterhin jede Woche einen Termin mit ihm an der Trennscheibe haben.
jungle-world.com

Tuesday, October 03, 2006

Fortschritt in der Selbstmord-Attentats-Technologie: Der Heißluftballon "Mohammed"

Was Sicherheitsbehörden schon seit Langem befürchtet haben, ist eingetreten.Islamisten haben eine neue Suicid-Waffe entwickelt.Einen über 10 Meter hohen Heißluftballon der mit der verbalen heißen Luft ("isch hau disch Fresse") von muslimischen Gelsenkirchener Eiweißschleudern angetrieben wird."Der Ballon wird Hochhäuser durchstoßen,wie Altintop gegnerische Abwehr" teilte ein Vertreter der Suicid-Muslime dem WDR mit.Unter dem Jubel der Anhänger der Religion des Friedens fand ein erster Testflug, auf dem Schulhof der Gesamtschule in Gelsenkirchen-Ückendorf, statt (Foto).

Islamisten:Flugzeug nach Italien entführt

Jet mit 107 Menschen an Bord in Brindisi gelandet
Rom - Nach der Entführung eines türkischen Passagierflugzeuges haben am Dienstagabend im italienischen Brindisi Verhandlungen zur Freilassung der über 100 Passagiere begonnen. Die Entführer verlangten ein Gespräch mit Journalisten, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Dabei soll es auch um eine Botschaft an Papst Benedikt gehen.
Die Passagiermaschine war von zwei italienischen Kampfmaschinen ins süditalinische Brindisi begleitet worden. Motiv der Kidnapper soll der Protest gegen die jüngsten Äußerungen des Papstes zum Islam sein. Nach Angaben der Fluggesellschaft Turkish Airlines hat es offenbar keine Verletzten gegeben. Die beiden Entführer sind nach Angaben des italienischen TV- Senders Sky/TV24 unbewaffnet. Zudem zeigten sie Bereitschaft, einige der 107 Menschen an Bord frei zu lassen, hieß es unter Berufung auf Luftfahrtbehörden.
(fw/dpa)

Dokumentation: Die Papst-Rede im Wortlaut

Ankündigung: Michel Foucault und der Iran

Vortrag und Diskussion mit Tjark Kunstreich (KONKRET-Autor)
Als wolle er das Vorurteil Kritischer Theorie bestätigen, dem zufolge Homosexuelle einen Hang zum Totalitären haben und zum Aufgehen in der Identität der Gleichen, zeigte sich Michel Foucault 1978 von der islamischen Revolution im Iran begeistert. Wissend, daß der viermonatigen Herrschaft des Mobs, die der Revolution folgte, schon sehr früh sexuelle Abweichler zum Opfer fielen, konnte er sich seiner Faszination für die „spirituelle Energie“, die er in den Straßen Teherans zu verspüren meinte, nicht entziehen. Immerhin verstummte Foucault, als die Schwulenhatz in Gesetzesrang erhoben wurde, aber sein Begriff von der Entstehung der Homosexualität als eine der Maßnahmen der „Macht”, ihre Moral anhand einer medizinalisierten Zuschreibung zu inkorporieren, und seine Wende zu einer anderen Form der Selbstabschaffung – nämlich der Idealisierung der antiken Homosexualität – sprechen nur allzu deutlich für die Sehnsucht nach autoritärer Absicherung des eigenen Begehrens. Freiheit ist eine Last, Unterdrückung ist die Befreiung von dieser: so exemplifizierte Foucault seine Philosophie an sich selbst. Doch mehr noch wurden Foucaults Reportagen aus der "Islamischen Republik" die Grundlage für das bis heute andauernde europäische Appeasement mit dem Islam-Faschismus, wie es sich zum Beispiel nach der öffentlichen Hinrichtung zweier schwuler Teenager 2004 vom schwulen Weblog bis zur Bildzeitung äußerte. Es spricht Tjark Kunstreich, Publizist, Berlin.

Veranstalter:Antifa 3D,
Bildungswerk der Humanistischen Union Essen
Mo., 16.10.2006,
20.00 Uhr,
HundertMeister Duisburg,
Dellplatz 16a,

Eintritt frei

Merkel kritisiert Absetzung von "Idomeneo"

Die Absetzung der Mozart-Oper "Idomeneo" an der Deutschen Oper in Berlin stößt bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Kritik. Manche hätten "beim Recht, frei ihre Meinung zu sagen oder zu schreiben, eine unnötige Schere im Kopf", bemängelte Merkel am Dienstag in ihrer Rede beim zentralen Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Kiel.
Intendantin Kirsten Harms hatte die Oper aus Angst vor islamistischen Anschlägen vom Spielplan im November genommen. In der Schlussszene trägt Idomeneo die abgetrennten Köpfe von Jesus, Buddha, Mohammed und Poseidon auf die Bühne.
Merkel sagte, über Geschmack lasse sich streiten, nicht aber "über die Freiheit der Kunst, über die Freiheit der Rede, der Presse, der Meinung, der Religion". Hier könne es keine Kompromisse geben. Auch werde man Respekt von anderen nur erfahren, "wenn wir zeigen, dass wir selbst Respekt vor dem haben, was uns wichtig ist".
Wenn der "Dialog der Religionen" gelingen solle, müsse klar sein, "dass das nur mit der Anerkennung der Würde jedes einzelnen Menschen geschehen kann", betonte die Kanzlerin. Dabei habe Gewalt keinen Platz. "Gewalt im Namen einer Religion pervertiert und missbraucht diese Religion", unterstrich Merkel.
(ddp)