In den frühen Morgenstunden stürmten WEGA, Polizisten mit Diensthunden und Kriminalisten am Freitag das Asylheim in Wien-Hernals. Dabei wurden 345 Gramm Kokain, 68 Gramm Heroin und 16 Gramm Marihuana sichergestellt. Die Drogen waren unter anderem in 20 sogenannten Bodypacks versteckt, mit denen sie ins Land geschmuggelt werden. Der Rest war in "Hunderten kleinen Kugeln" verpackt. Diese werden verschluckt und anschließend so zum Verkaufsort transportiert, wo sie dann heraufgewürgt werden. Außerdem wurden laut Polizei "mehrere Tausend Euro sichergestellt".In dem Asylheim kam es nicht zum ersten Mal zu so einer Razzia. In den vergangenen Jahren gab es mehrfach Aktionen mit ähnlichem Ergebnis, teilweise mit den gleichen handelnden Personen, wie dem KURIER aus gut informierten Kreisen bestätigt wurde. Vor zwei Jahren wurden sogar fast zwei Kilogramm Suchtgift sichergestellt."Einige der Betroffenen sind bereits vier oder fünf Mal festgenommen worden ", sagt Godwin Schuster, Sicherheitssprecher der SPÖ. Er fordert, dass "das Innen- und das Justizministerium hier rasch handeln sollten. Wir helfen gerne Schutzbedürftigen, aber wer kriminell ist, hat den Schutz verloren".
Bei der Polizei erklärt man dies folgendermaßen: "Bei den Betroffenen können wir das tatsächliche Heimtland mangels Dokumenten nicht immer feststellen. Mitunter nimmt das jeweilige Land seine Bürger auch nicht zurück.", sagt Sprecher Paul Eidenberger.
Auch für die Justiz ist die Sache naturgemäß schwierig, weil es wohl nicht genügend Kapazitäten gibt, um alle Kleindealer in Untersuchungshaft zu nehmen. "Das ist ein Hamsterrad, das sich leider ewig weiterdreht", meint ein Polizeiinsider resignierend.
Auf HC Straches Facebookseite wird mit dem Fall erneut gegen Asylsuchende gewettert. "Das macht uns Sorgen, weil so ein Fall die Arbeit mit Hilfesuchenden erschwert", meint Schuster.
kurier.at
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