Mit dieser Nachricht ist das Wesentliche der Spiele erfasst: Sport stand bei dem Sportfest eher im Hintergrund. Entsprechend wenig ist die offizielle Webseite des Ereignisses auch bemüht, mit Statistiken aufzuwarten, und sei es nur ein Medaillenspiegel. Zumindest die Wochenheitung „Jüdische Allgemeine“ hält fest: Deutschland hat mit 144 die meisten Medaillen erzielt, die USA und Großbritannien folgen. Israel landete mit 21 Medaillen auf Platz 5. Aber ist das am Ende wichtig? „Wir sind alle entfernte Cousins“, sagte ein Italiener während des Sabbatmahls“, wie die „Guinness“-Seite festhält.
Selbstbewusstsein geschöpft
Im Kern ging es bei dem Ereignis also um das jüdische Wir-Gefühl. So sieht es jedenfalls die JA, die in der Makkabiade vor allem ein „großes, buntes, jüdisches Fest“ sieht, das ein „Ausdruck von gewachsenem Selbstbewusstsein“ war. Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, denkt in die gleiche Richtung, wie er der JA sagte. „Wichtig ist mir, dass die Sportler sich als Teil einer großen, weltweit jüdischen Gemeinschaft fühlen können und daraus Selbstbewusstsein schöpfen.“Völlig ungetrübt war die Freude jedoch nicht. Während der Spiele wurden Juden auf den Straßen Berlins angegangen, fanden sich antisemitische Schmierereien an der East Side Gallery. Der Vorsitzende der Makkabiade in Deutschland, Alon Meyer, gab eine Warnung an Juden aus, den Stadtteil Neukölln zu meiden – jener Sadtteil also, in dem das weltgrößte Sabbatmahl stattgefunden hatte.
Vorfreude auf 2017
Diese Vorkommnisse waren es dann auch, die den israelischen Medien aufgefallen sind. „Europäische Makkabiade durch Antisemitismus ruiniert“, titelte die „Jerusalem Post“. „Juden in Deutschland belagert“, hieß es in einem Gastbeitrag bei „Arutz Scheva“.Für die Teilnehmer überwog am Ende dann aber doch die Freude über das (Sport-)Fest. Trotz allem, so war bei der Abschlussfeier zu hören, sei jüdisches Leben in Berlin eine Selbstverständlichkeit. „Es war wirklich Zeit, die Spiele hier in der Stadt zu veranstalten“, sagte Meyer laut JA. Und nach dem Fest ist vor dem Fest: Im Jahr 2017 geht es zu den Makkabi-Spielen wieder nach Israel.
INN
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