Das Thema Frauen und Islam sorgt für Kontroversen in der Mainzer SPD.
Anträge gegen religiös motivierte Bekleidungsvorschriften wurden
abgelehnt.
Im Juni 2013 gründete die SPD im Land die Arbeitsgemeinschaft (AG)
„Migration und Vielfalt“ – im Oktober 2014 folgte eine solche AG auf
Stadtebene. Zu beiden Gründungsversammlungen stellte Hartmut Fischer
Anträge, deren Kernforderung lautete: Die SPD wende sich „gegen alle
Versuche, die Freiheit des religiösen Bekenntnisses zu missbrauchen, um
die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am gesellschaftlichen Leben
wieder einzuschränken“.
Die Anträge wurden abgelehnt. Fischer wandte sich darauf an
Oberbürgermeister Michael Ebling, der auch Vorsitzender der Mainzer SPD
ist. Fischer berichtete ihm, dass er in der Mainzer AG mit dem Antrag
auf „geradezu hasserfüllten und mit schrillen Wortbeiträgen
unterfütterten Widerstand stieß“.
Ebling hat den Brief „nicht schriftlich beantwortet“, wie er selbst
auf Anfrage mitteilt. In einer Erklärung schreibt er über die Härte der
Reaktionen auf Fischers Antrag: „Hartmut Fischer ist dafür bekannt, in
Diskussionen nicht zimperlich mit den Mitdiskutanten umzugehen,
insbesondere wenn sie ihm widersprechen sollten. Und wie es in den Wald
hineinruft, so...“ Im zweiten Antrag Fischers, den er 2014 an die AG
„Migration und Vielfalt“ der SPD in der Stadt stellte, steht unter
anderem: „Maßgeblicher Bestandteil der freiheitlich-demokratischen
Grundordnung ist die Gleichberechtigung von Mann und Frau.“ An anderer
Stelle heißt es in dem Antrag: „Sozialdemokraten werben deshalb bei
Menschen muslimischen Glaubens dafür, dass insbesondere im schulischen
Alltag und beim Sport keine religiös begründete Trennung der
Geschlechter erfolgt.“
Was mit dem Antrag passiert ist? Ebling antwortet: „Der Antrag für
die Gründungsversammlung der AG Migration und Vielfalt wurde an den
Vorstand der AG überwiesen. Dort wurde er diskutiert.“ Fischer sagt,
dem Antrag wurde nicht zugestimmt.
allgemeine-zeitung
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