Sunday, June 10, 2018

Antisemitische Hassdemonstration in Berlin: Mehr als 1.500 Teilnehmer bei pro-israelischen Demonstrationen gegen den `Quds-Marsch´


Am Samstag fand in Berlin wieder der islamistische `Quds-Marsch´statt. An zwei Gegendemonstrationen nahmen trotz brütender Hitze mehr als 1.500 Menschen teil.

Unter dem Motto „Gemeinsam gegen Islamismus, Antisemitismus und Homophobie – Solidarität mit Israel und der iranischen Demokratiebewegung“ startete ein breites bürgerliches Bündnis am Nollendorfplatz, dem Herzen des Berliner Regenbogen-Kiez Schöneberg, zu einer Demonstration durch die City-West bis zur Joachimsthaler Str./Ecke Lietzenburgerstr. Neben Vertretern aller demokratischen Parteien traten vor allem Vertreter der demokratischen Zivilgesellschaft als Redner auf.

Den Auftakt bildete die Travestiekünstlerin Dolly Duster mit Liedern von Dalia Lavi, zu den Redner bei Auftakt- und Abschlußkundgebung gehörten u.a. Ali Ertan Toprak, Bundesvorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland, Dr. Elio Adler von der WerteInitiative e.V., Jörg Steinert vom Lesben- und Schwulenverband, Andrew Walde vom DGB, Mike Samuel Delberg von der Jüdischen Studierendenunion (JSUD), Sigmound Königsberg von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Lala Süßkind vom Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) sowie Vertreter des Zentralrats der Ezigen in Deutschland (ZED), der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), vertreten durch den Vorsitzenden der DIG Berlin und Brandenburg, Jochen Feilke, sowie die Bezirksbürgermeisterin von Schöneberg-Tempelhof.

Nach übereinstimmenden, unabhängig voneinander durchgeführten Zählungen während des Demonstrationszuges, nahmen knapp 1.000 Personen an der Demonstration teil – darunter viele Mitglieder der kurdischen und der ezidischen Community. Den Abschluß bildete nach den Reden auf der Abschlußkundgebung ein Live-Auftritt des kurdischen HipHop-Sängers Sharif Omeri, der mit seinen Beiträgen mit dafür sorgte, daß die „Qudsdemonstration“ mit entsprechender Stimmung „empfangen“ wurde, als sie am Ort der Abschlußkundgebung vorbeizog.

Veranstaltungsleiter und Moderator Izi Aharon zog eine insgesamt positive Bilanz hinsichtlich der Beteilung und der Stimmung bei der Demonstration  des bürgerlichen Bündnisses gegen den „Quds-Marsch“ und betonte besonders, das wieder die iranische Opposition Teil der Demonstration war und mit einem eigenen Redebeitrag eigene, wichtige Akzente setzen konnte.

An der Demonstration des antifaschistischen, von meist linksgerichteten Gruppen getragenen Bündnisses gegen den „Quds-Marsch“ nahmen rund 500 Personen in unmittelbarer Nähe des Startplatzes des „Qudsmarsches“ teil. Insgesamt nahmen an den beiden Gegendemonstrationen rund 1.500 Personen teil. Am sogenannten „Qudsmarsch“ nahmen nach unterschiedlichen Schätzungen 1.000 bis 1.500 Personen teil, laut einer Zeitung knapp 1.600 Personen. Ein direkter Vergleich ist allerdings schwierig: Während an den Gegendemonstrationen, abgesehen von auswärtigen Rednern, nur Berliner teilnahmen, waren die Teilnehmer des „Qudsmarsches“ aus dem gesamten Bundesgebiet, teilweise mit Reisebussen, herangekarrt worden.

Kritik an fragwürdigen Entscheidungen der Polizeiführung

Teils deutliche Kritik kam an Entscheidungen der Polizeiführung auf. So soll die mit beiden Gegendemonstrationen vereinbarte Absprache, in hör- und sichtnähe vom „Qudsmarsch“ zu protestieren, einseitig von den Sicherheitsbehörden mißachtet worden sein. Insbesondere die antifaschistische Kundgebung musste entgegen den Absprachen quasi „um die Ecke“ stattfinden, womit ihr das Recht auf Protest in hör- und sichtweite genommen wurde. Auch bei der bürgerlichen Protestdemonstration war der „Sicherheitsabstand“ insofern vergrößert worden als das nicht bis zur Ecke Joachimsthaler Str./Ecke Lietzenburgerstr. Die Protestdemonstration herangehen konnte, sondern die Absperrgitter mehrere Meter in der Joachimsthaler Str. aufgebaut worden waren.  Während die einzelnen Polizeibeamten zweifellos eine vorbildliche Arbeit geleistet haben, ist unklar ob die Entscheidungen der Polizeiführung eigenständig getroffen worden waren oder ob sie politischen Druck des Senats geschuldet waren. Kritik wurde in diesem Zusammenhang auch dahingehend geäußert, das auf dem „Qudsmarsch“ laut Augenzeugen völlig unbeanstandet untersagte Parolen skandiert und auf Plakaten gezeigt worden sein sollen.

Abschließend noch etwas positives: Bei den Gegendemonstrationen gegen den islamistischen "Qudsmarsch" waren neben unzähligen Israelfahnen sowie Regenbogen- und kurdischen Fahnen, auch von Teilnehmern spontan hochgehaltene, selbstständig mitgebrachte Fahnen der USA zu sehen, was die unverbrüchliche Partnerschaft und Freundschaft zwischen Israel, den USA und Kurdistan unterstrich.

https://haolam.de/artikel_34013.html

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