Durch einen
Kommentar, der bereits Ende März in der
Basler Zeitung
erschien und ihm »punktuell gute Arbeit« bescheinigte, aber auch
vorwarf, es unterstütze antisemitische Aktivitäten und verstoße dadurch
gegen die eigenen Statuten, sah sich das
Hilfswerk der evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS) so schwer verleumdet, daß es gegen die Zeitung vor ein irdisches Gericht zog.
Wie die
Neue Zürcher Zeitung (NZZ) unter Berufung auf die
jüngste Ausgabe Kirchenzeitung
reformiert berichtet,
stört das evangelische Hilfswerk sich vor allem an dem Satz, »mit
seinen antiisraelischen Aktivitäten verstösst das Heks gegen das eigene
Stiftungsstatut und veruntreut Spendengelder«. Damit werde dem Hilfswerk
in rufschädigender Weise eine Straftat vorgeworfen.
»Wir forderten die Redaktion auf, den Artikel von ihrer Website zu
entfernen. Das wurde relativ schnöd abgelehnt«, erklärte Dieter
Wüthrich, Leiter Medien und Information des HEKS gegenüber
reformiert. »Für uns war der gerichtliche schliesslich der einzig gangbare Weg«. Einem
früheren Kommentar des Gastautors David Kleins hatte noch HEKS-Direktor Ueli Locher
geantwortet.
»Das Heks ist weder ein Feind des Staates Israel noch hat
es jemals direkt oder indirekt dessen Existenzrecht infrage gestellt.
Und es verurteilt jegliche Form von Antisemitismus aufs Schärfste.«
Laut
Stiftungsstatut
setzt sich das HEKS tatsächlich »ein für Menschen in wirtschaftlicher
und sozialer Not im In- und Ausland, namentlich in den Bereichen der
zwischenkirchlichen Hilfe, der Entwicklungszusammenarbeit, der Diakonie,
der Flüchtlingshilfe und der Katastrophenhilfe«, sein
»gesellschaftspolitische Engagement« stehe ausschließlich »im Dienste
dieser Aufgaben«.
Antisemitismus, das liegt auf der Hand, ist eher keine Katastrophenhilfe, antiisraelische Propaganda lindert keine Not. Dennoch
unterstützt das HEKS neben der in der
Basler Zeitung bereits mit einer unzweideutigen Abbildung hinreichend charakterisierten »NGO«
Badil etwa die seit Beginn der Ersten Intifada aktiven
Physicians for Human Rights – Israel (PHR-I) mit Sitz in Jaffa.
Die PHR-I betreiben dort eine
Offene Klinik, wo sie Migranten
und Menschen ohne Papiere unterstützen, in den umstrittenen Gebieten,
die sie gleichwohl »besetzte« nennen, unterhalten sie eine mobile
Klinik. Daneben engagieren sie sich für arabische und »palästinensische«
Insassen israelischer Gefängnisse,
Khadar Adnan beispielsweise, hochrangiges Mitglied des
Islamic Jihad.
Und dieses Engagement deutet an, daß die vermeintliche
Wohltätigkeit
der PHR-I jedenfalls nicht unproblematisch ist. Die Organisation, die
nicht nur vom HEKS, sondern auch zahlreichen weiteren Sponsoren,
darunter mehrere europäische Staaten, finanziert wird, verfolgt eine
antiisraelische Agenda, die ihre Arbeit prägt. So veröffentlichten sie
2002
Karikaturen, die Israel
dämonisieren.
»In an eight-page cartoon pamphlet that can only be
described as anti-Semitic, this organization displayed caricatures of
heavily-armed Israeli soldiers ›oppressing‹ innocent-looking
Palestinians. In one cartoon, two Israeli soldiers at a checkpoint are
portrayed as mocking a pregnant Palestinian woman. The ambulances used
to carry suicide bombers and explosives are conveniently erased in this
crude propaganda, and inhuman Palestinian terrorism is not even
mentioned.«
Ihre
politische Agenda führte 2009 dazu, daß die
Israel Medical Association (IMA)
die Kooperation mit den PHR-I beendete, nachdem die »palästinensische«
Proteste gegen den Anti-Terror-Sperrzaun in Bilin unterstützt hatten.
IMA-Chef Yoram Blachar, damals auch Präsident des Weltärztebunds,
nannte sie »a radical political group disguised as a medical organization«.
Kann die Unterstützung einer solchen »NGO« wirklich als
unbedenkliches Engagement »für Menschen in wirtschaftlicher und sozialer
Not im In- und Ausland« rechtfertigt werden, als »zwischenkirchliche
Hilfe«, als »Flüchtlingshilfe und [..] Katastrophenhilfe«? Ist eine
Zusammenarbeit mit den PHR-I Ausweis einer Verurteilung »jegliche[r]
Form von Antisemitismus aufs Schärfste«?
tw24