Am 30. Juli 1980 verabschiedete die Knesset das Jerusalemgesetz und erklärte damit Jerusalem zur ewigen und unteilbaren Hauptstadt Israels, nachdem 13 Jahre zuvor im Sechs-Tage-Krieg die seit 1948 andauernde Besetzung von Teilen der Stadt durch jordanische Truppen beendet werden konnte. 37 Jahre nach der Entscheidung des israelischen Parlaments macht die ARD sie rückgängig:
»Ein bißchen Normalität statt ständiger Angst vorm nächsten Anschlag – darum hatten sich viele Israelis in den vergangenen Wochen bemüht, in denen die Messerattacken von Palästinensern abgeflaut waren. Gerade in der Hauptstadt Tel Aviv, dem Symbol des normalen Lebens, wie sie der Bürgermeister auch heute nennt.«
Zu einer Schießerei gehören mehrere aufeinander schießend an ihr Beteiligte. Eröffnen Bewaffnete das Feuer auf Unbewaffnete, ist das, da die Angegriffenen gar nicht zurückschießen können, keine Schießerei, sondern etwa ein Feuerüberfall, ein Attentat oder eben ein Anschlag. Es sei denn, so seriöse Angebote wie tagesthemen oder tagesschau.de beschäftigen sich mit dem Verbrechen:
»Nachdem es relativ lange eher ruhig [!] war in Israel, hat sich das heute abend geändert. In Tel Aviv kam es zu einer Schießerei.«
Während seine Fatah die »Operation von Tel Aviv« zu einer nur allzu verständlichen »natürlichen Antwort auf die Verbrechen der Besatzung«erklärte, ließ »Palästinenserpräsident« Abu Mazen als Nachricht verbreiten, er habe oft genug erklärt, »gegen Zivilisten gerichtete Gewalt« abzulehnen. Daß Tel Aviv in der amtlichen Mitteilung wohl bewußt ausgelassen wird, wen kümmert’s nicht?

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