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Saturday, February 10, 2018

Aus(s)chwitz-Problem

Als der amtierende deutsche Außenministerdarsteller Sigmar Gabriel sich kürzlich hinter das »Holocaust-Gesetz« der nationalistischen Regierung in Warschau stellte, glaubte der Politiker behaupten zu dürfen, es gebe »nicht den geringsten Zweifel daran, wer für die Vernichtungslager verantwortlich ist, sie betrieben und dort Millionen europäischer Juden ermordet hat: nämlich Deutsche«.
Und wohl nicht ohne einen gewissen Stolz betonte der Sozialdemokrat, »uns Deutschen« sei »die umfassende Aufarbeitung der eigenen Geschichte und der eigenen Verantwortung [..] eine immerwährende moralische Verpflichtung angesichts der von Deutschen und Deutschland begangenen Verbrechen auch in Polen«. Doch wie gut kennt Sigmar Gabriel sie wirklich, seine Deutschen?
Beim Bayerischen Rundfunk (BR) etwa, einer gewiß deutschen Anstalt, weißman noch nicht einmal genau, wie es geschrieben wird, das Wort Auschwitz. Aber immerhin, ein paar Daten kennt man doch: »In der Zeit des Nationalsozialismus war Ausschwitz [sic!] das größte Tötungs- und Vernichtungslager. Allein in Ausschwitz [sic!] sind rund 1,1 Millionen Menschen ums Leben gekommen.«
Und auch wenn sie nicht oder bevor sie ums Leben kamen, widerfuhr den Menschen viel: »Sie wurden von ihren Familien getrennt, haben Familienmitglieder sterben sehen, wurden auf engstem Raum und unter schlimmsten Umständen transportiert, in jeder Form aufs grausamste misshandelt und gedemütigt.« Doch wer hat mißhandelt, gedemütigt, für das Ums-Leben-Kommen gesorgt?
Wer den Text vor kurzem auf der Website der ARD las, dem entging, was beim BR ein Überlebender andeutet: »Aber immer, wenn ich Deutsche treffe, muss ich daran denken, was Deutsche damals gemacht haben!« Die Autoren des Senders in München selbst hüllen sich jedoch in Schweigen. Sie teilen bloß mit, die »deutsche Bevölkerung« habe »sich damals diesem Unrecht unterworfen«.
Ist in München und beim Ersten, wo der Text nicht mehr abrufbar ist, wirklich klar, »wer für die Vernichtungslager verantwortlich ist, sie betrieben und dort Millionen europäischer Juden ermordet hat«? Sigmar Gabriel hat 15 Jahre lang Jugendgruppenreisen nach Auschwitz und Majdanek organisiert. Sollte er bald eine neue Beschäftigung suchen, er könnte ein paar TV-Redakteure einladen.
Updated: 10. Februar 2018 — 12:26

https://www.tw24.net/?p=22

Wednesday, September 07, 2016

Propagandist

Peter Kapern berichtet für den deutschen Staatsfunk über den Wahlkampf der in Gaza herrschenden Hamas vor den für den 8. Oktober geplanten »Kommunalwahlen«, in den die Islamisten mit einem flotten Video zogen, das den Journalisten ins Grübeln bringt: »Es muss«, gibt der Journalist sich demonstrativ verwundert nach dem Konsum der Bilder, »es muss wohl zwei Gazastreifen geben.«
Nämlich »den einen, den die Welt aus den Fernsehnachrichten kennt«, in deren Zentrum nämlich »elende Flüchtlingslager, kriegszerstörte Häuser und desolate Infrastruktur« stünden, und »den anderen, den die Hamas mit flott geschnittenen Bildern und knackiger Musik [..] feiert.« Die Ironie, die in der Betonung dieser Verwunderung steckt, entgeht Peter Kapern offenbar völlig.
Während er sich nämlich im Rest seines Beitrags müht, der Hamas Propaganda nachzuweisen, kommt ihm nicht einmal in den Sinn, daß auch die anderen Bilder, die »die Welt aus den Fernsehnachrichten kennt«, Propaganda sein könnten. Dabei ist es doch die Hamas, die »elende Flüchtlingslager, kriegszerstörte Häuser und desolate Infrastruktur« immer wieder vorführt.
Und es sind westliche Journalisten, die sich immer wieder von der Hamas einspannen lassen, sie in aller Welt zu verbreiten. Manche immerhin reflektieren selbstkritisch, welche Rolle sie spielen. Peter Kapern freilich ist dazu nicht auch ansatzweise in der Lage. Für ihn bilden die – natürlich von der Hamas kontrollierten – Bilder von Ruinen und menschlichem Leid die Realität Gazas ab.
Peter Kapern hinterfragt nicht die Bedingungen, unter denen sie entstehen, er will es, da er sie ja selbst oft genug benutzt, auch gar nicht so genau wissen. Um so entlarvender allerdings wirkt daher, wie schnell er die von »knackiger Musik« begleiteten »flott geschnittenen Bilder« als das erkennt, was sie sein sollen. Sein betontes Staunen über sie verrät, wie sehr er selbst Teil der Propaganda ist.
 tw24

Friday, September 02, 2016

Billige Manipulation

Für Ende September planen ARTE und Das Erste die Ausstrahlung eines Zweiteilers mit dem Titel »Die Siedler der Westbank«. Die Dokumentation von Shimon Dotan, eine von TV- und Rundfunk-Sendern aus Frankreich, Deutschland, Kanada und Israel ermöglichte internationale Produktion, erlebte ihre Premiere beim alternativen Sundance Film Festival im vergangenen Januar.
Im Mittelpunkt des Films stehen als »Siedler« bezeichnete Menschen, Juden, die außerhalb der Israel international verordneten »Grenzen von 1967« leben und dadurch, so heißt es, etwas torpedieren, was als »Zwei-Staaten-Lösung« im Grunde doch schon 1947/48 am antisemitischen Blutdurst zahlreicher arabischer Staaten gescheitert ist. Doch nicht darum geht es in »Die Siedler«.
Die darob freilich kaum mehr so zu bezeichnende Dokumentation führt, so Kritiken, vielmehr teils Menschen regelrecht vor, die sich aus verschiedensten Gründen für ein Leben in Outposts entschieden haben, und indem sie diese in den Fokus rückt, prägt sie ein Bild von Juden, das mit der Wirklichkeit wohl nur wenige Gemeinsamkeiten hat – die Zuschauer werden gezielt manipuliert.
Daß dahinter Absicht steckt, davon kündet auch und gerade die Sendungsankündigung des Ersten, wenn in ihr allen Ernstes behauptet wird, »vor 1967 lebten keine Juden im historischen Kernland Judäa und Samaria«. Stimmt das, wurden in Hebron 1929 wahrscheinlich Außerirdische von Arabern massakriert und kapitulierten weitere Extraterrestrier im April 1948 in Kfar Etzion.
Was einen Konflikt in insgesamt gut 100 Minuten aus gewiß einigen Blickwinkeln ausleuchten könnte, ist in der Tat Propaganda, die sich als »Dokumentation« tarnt. Es geht darum, ein Urteil zu fällen, Juden als Juden zu stigmatisieren. Beim Ersten gipfelt das in der Behauptung, sie – und nursie – stünden »im Konflikt mit dem Selbstverständnis Israels als moderne Demokratie«.

Tuesday, August 16, 2016

»Voll vertretbar«

Mit einer am vergangenen Abend veröffentlichten Stellungnahme haben Susanne Glass und Markus Rosch auf Kritik an ihrer Berichterstattung für tagesschau und tagesthemen über die Versorgung der Kleinstadt Salfit in den umstrittenen Gebieten mit Wasser reagiert. Während sie nahezu alle an sie gerichteten Vorwürfe zurückweisen, räumen sie allerdings zwei Versäumnisse ein:
»Was wir in diesem Zusammenhang aufrichtig bedauern – und künftig anders machen werden – ist, dass wir es versäumt haben, die israelische Seite durch einen eigenen O-Ton zu Wort kommen zu lassen. [..]
Auch sei angemerkt, dass unser Beitrag – weil wir eben leider die Siedlerseite (auch zu ihrer Verteidigung) nicht vor die Kamera bekommen haben, bewusst darauf verzichtet, den Wasserverbrauch der Siedler (z.B. Pools, intensive Bewässerung) zu zeigen [..].«
Wurden schon die gesendeten Beiträge mit den Worten kommentiert, »die machen genau das gleich wie Hitler mit den Juden es gemacht [sic!]«, möchte man gar nicht darüber nachdenken, wie die Reaktionen ausgesehen hätten, müßten die Journalisten nichts bedauern. Und womöglich muß man ihre Einsicht vor diesem Hintergrund als eine Drohung verstehen. Fehler machen für sie nur andere.
Trotz aller Mühen, ihre Arbeit zu verteidigen, gelingt es Susanne Glass und Markus Rosch nicht, mit ihren Worten zu überzeugen. Wenn sie etwa darauf beharren, der Ruf ihres »Experten« Clemens Messerschmid sei tadellos, offenbaren sie eine Blindheit, die ihresgleichen sucht. Der Deutsche bezichtigt Israel des Wasserdiebstahls und versucht, den Begriff »Wasser-Apartheid« zu etablieren.
Daß sie trotz unübersehbar politisch gefärbter Ansichten Clemens Messerschmids auf eine Darstellung anderer Positionen verzichteten, begründen Susanne Glass und Markus Rosch damit, »dass wir wegen eines« – völlig überraschend angesetzten? – »hohen jüdischen Feiertages nicht in einer der angefragten Siedlungen drehen durften und uns auch die angefragten Experten abgesagt haben«.
Dennoch habe man aber »in diesem Fall der Schnelligkeit den Vorrang gegeben«. Doch genau hier liegt das Problem: Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund für »Schnelligkeit«. »Palästinensische« Medien sehen in diesen Tagen keinen Anlaß, aus Salfit zu berichten – aber deutsche Journalisten haben es so eilig, daß sie nicht noch zwei Tage auf israelische Stellungnahmen warten konnten?
Liegt ob dieser Umstände nicht der Verdacht nahe, daß der »hohe jüdische Feiertag« Susanne Glass und Markus Rosch tatsächlich sehr willkommen war, weil sie genau die verleumderischen Beiträge senden wollten, die schließlich am Sonntag auch ausgestrahlt wurden? Immerhin jedenfalls ist es ihnen damit gelungen, vorzuführen, was bei tagesschau und -themen als »voll vertretbar« gilt.
 tw24

Monday, August 15, 2016

»Israel dreht einfach die Leitungen zu«: Die ARD erfindet eine Wasserknappheit

Schaut man im Archiv der »palästinensischen« Maan News Agency nach, wann sie zuletzt über die Wasserversorgung Salfits berichtet hat, ist als jüngster ein Beitrag vom 11. Juli zu finden, der die Kleinstadt und Wasserprobleme am Rande erwähnt. Nicht einmal das, eine solche Randnotiz, ist dagegen unter dem Stichwort »Salfit« beim International Middle East Media Center zu finden.
Wenn vor diesem Hintergrund tagesschau und tagesthemen am 14. August behaupten, in eben jenem Salfit herrsche eine durch Israel zu verantwortende Wasserknappheit, liegen Fragen nach Anlaß und Zweck dieser Berichterstattung nahe. Und hier muß wohl gar nicht lange nach einer Antwort gesucht werden: tagesschau und -themen hatten Sendezeit übrig, Haß auf Israel zu säen.
In der Tat hatte es, wie Ulrich W. Sahm in einer Analyse betont, vor einigen Wochen Engpässe bei der Versorgung Salfits und benachbarter »Siedlungen« mit Trinkwasser gegeben, für die ein da wie dort erhöhter Wasserverbrauch sowie eine geborstene Wasserleitung ursächlich waren, während die israelische Zivilverwaltung COGAT zusätzliche Wasserlieferungen natürlich genehmigt hatte.
Dafür wiederum, daß der zeitweise Ausfall einer Wasserleitung überhaupt zum temporären Problem werden konnte, ist nach Angaben von Uri Schor, eines Sprechers der Israel Water Authority, die Weigerung des Regimes in Ramallah verantwortlich, die veraltete Versorgungsinfrastruktur in den umstrittenen Gebieten sanieren und modernisieren zu lassen. Damit seien Ausfälle programmiert.
Das hätte man in einem Bericht erklären können, der diese Bezeichnung auch verdiente. Doch beim Ersten, für das Seriosität bei gewissen Themen von nachrangiger Bedeutung ist, wurde lieber ein »Experte« befragt, der mal Clemens Messerschmid hieß, mal Clemens Wasserschmid. Er lebt in Ramallah, war oder ist tätig für das dortige Regime und der Rosa Luxemburg Stiftung verbunden.
Und wie die Familie Osman in den nur scheinbar aktuellen Beiträgen von tagesschau und -themen spielte dieses Sprachrohr einer durch und durch korrupten »Regierung« schon in einem Beitrag des Blogs des ARD-Studios Tel Aviv eine Hauptrolle, der auf den 28. Juli datiert ist. Treuherzig blickt er dort in eine Kamera und klagt: »Israel dreht einfach die Leitungen zu [..], so einfach ist das«.
Nach Belegen fragte auch da niemand, von einer Stellungnahme der israelischen Seite ganz zu schweigen. Die Einseitigkeit des Blog-Beitrags ist wie die der »aktuellen« Beiträge von tagesschau und -themen gar nicht zu übersehen, die, ist zu vermuten, eine Zweitverwertung des ersteren sind. Oder empfängt die verdurstende Familie Osman täglich Gäste vom deutschen Staatsfernsehen?
»Palästinensische« Medien melden gegenwärtig keine Mängel in der Wasserversorgung Salfits. Da kaum anzunehmen ist, daß sie darüber schweigen würden, ist es kein großes Wagnis, eine stabile Versorgung der Stadt mit Trinkwasser zu behaupten. Was die ARD am Sonntag mehrfach sendete, war daher bewußte Desinformation, ein vorsätzlicher Verstoß gegen den deutschen Pressekodex.
 tw24

Friday, June 10, 2016

Kritischer Journaillismus (Folge 1607): Präzisionsarbeit





Am 30. Juli 1980 verabschiedete die Knesset das Jerusalemgesetz und erklärte damit Jerusalem zur ewigen und unteilbaren Hauptstadt Israels, nachdem 13 Jahre zuvor im Sechs-Tage-Krieg die seit 1948 andauernde Besetzung von Teilen der Stadt durch jordanische Truppen beendet werden konnte. 37 Jahre nach der Entscheidung des israelischen Parlaments macht die ARD sie rückgängig:
»Ein bißchen Normalität statt ständiger Angst vorm nächsten Anschlag – darum hatten sich viele Israelis in den vergangenen Wochen bemüht, in denen die Messerattacken von Palästinensern abgeflaut waren. Gerade in der Hauptstadt Tel Aviv, dem Symbol des normalen Lebens, wie sie der Bürgermeister auch heute nennt.«
Zu einer Schießerei gehören mehrere aufeinander schießend an ihr Beteiligte. Eröffnen Bewaffnete das Feuer auf Unbewaffnete, ist das, da die Angegriffenen gar nicht zurückschießen können, keine Schießerei, sondern etwa ein Feuerüberfall, ein Attentat oder eben ein Anschlag. Es sei denn, so seriöse Angebote wie tagesthemen oder tagesschau.de beschäftigen sich mit dem Verbrechen:
»Nachdem es relativ lange eher ruhig [!] war in Israel, hat sich das heute abend geändert. In Tel Aviv kam es zu einer Schießerei
Während seine Fatah die »Operation von Tel Aviv« zu einer nur allzu verständlichen »natürlichen Antwort auf die Verbrechen der Besatzung«erklärte, ließ »Palästinenserpräsident« Abu Mazen als Nachricht verbreiten, er habe oft genug erklärt, »gegen Zivilisten gerichtete Gewalt« abzulehnen. Daß Tel Aviv in der amtlichen Mitteilung wohl bewußt ausgelassen wird, wen kümmert’s nicht?
phoenix_20160609

Thursday, October 15, 2015

Vor Ort und doch nicht da

Die Berichterstattung des deutschen Staatsfunks aus und über Israel verzerrt zu nennen, ist wohl eine Untertreibung. Zwar zahlreich in Tel Aviv stationiert, ist vor allem die Arbeit der ARD-Journaillisten geprägt von unprofessioneller Arroganz, Vorurteilen und einer die Realität verzerrenden Einseitigkeit, die wohl selbst im weltweiten Vergleich durchaus ihresgleichen sucht.
Schon ein »Klassiker« ist etwa Richard C. Schneider, der sich am 31. Mai 2010 vor laufender Kamera zunächst darüber echauffiert, durch israelische Sicherheitskräfte regelmäßig mit Informationen versorgt zu werden, um dann zu fragen, »warum man zum Beispiel Spaghetti nicht [nach Gaza] hineinläßt«, denn es sei nicht »wirklich klar«, welches Risiko von den Nudeln ausgehe.
Dumm nur, daß dieses Problem zu diesem Zeitpunkt längst gelöst war: Am 1. März 2009, also weit über ein Jahr früher, hatte man in der FAZ lesen können, »jetzt gibt es auch wieder Spaghetti in Gaza«. Aktueller als Richard C. Schneiders falsche Klage sind die kleinen Ungenauigkeiten, die Torsten Teichmanns Berichterstattung zur aktuellen »palästinensischen« Terrorwelle prägen.
Am Mittwoch erklärte er exemplarisch in einem Bericht, den der Deutschlandfunk sendete, »allein in der vergangenen Nacht habe die israelische Armee rund um Jerusalem 21 Palästinenser festgenommen, in vielen Fällen Minderjährige, melden palästinensische Nachrichtenseiten. Für die israelische Regierung zählt alles das zur Hetze und Propaganda«. Eine durchaus kühne Behauptung.
Denn nur wenige Tage zuvor, am vergangenen Donnerstag, war es die israelische Regierung selbst, die das Alter festgenommener »palästinensischer« Gewalttäter ansprach. Im Rahmen einer vom israelischen Premier Benjamin Netanjahu einberufenen Pressekonferenz war es Minister Gilad Erdan, der öffentlich erläuterte, »that over half of the hundreds of people arrested were minors«.
Wo Torsten Teichmann also suggeriert, die israelische Regierung wolle eine bestimmte Information unterdrücken, war tatsächlich sie es, die diese Information thematisierte. Mit seinem Kniff, der den an Desinformation weniger interessierten Teil seiner Kundschaft verhöhnt, kann sich Torsten Teichmann allerdings davor drücken, zu benennen, was in Jerusalem wirklich als Hetze gilt:
»Referring to an attack two days ago, in which Hassan Manasra, 15, and his cousin Ahmed Manasra, 13, stabbed a 13-year-old boy and 25-year-old man in the northern Jerusalem neighborhood of Pisgat Zeev, seriously wounding both, Abbas said Israel killed the two attackers in ›cold blood.‹«
Und hierin zeigt sich die Einseitigkeit von Richard C. Schneider, Torsten Teichmann und Co., die möglicherweise zwar gelegentlich Blicke auf »palästinensische Nachrichtenseiten« werfen und das vielleicht gar Recherche nennen, aber konsequent beschweigen, was ihnen dort an Haß, Hetze und Propaganda begegnet. Selbst amtliche Medien wie Al-Hayat Al-Jadida oder WAFA sind voll davon.
Es ist nicht falsch, über israelische Bemühungen zu berichten, den Terror einzudämmen, und sie zu hinterfragen. Beständig auszublenden, was auf der »palästinensischen« Seite geschieht, das indes ist unredlich. Erhebt Abu Mazen in Ramallah einen angeblich getöteten minderjährigen Terroristen zum »Märtyrer« oder werden Checkpoints in Jerusalem eingerichtet – beides ist berichtenswert.
Es fehlt den deutschen Staatsfunkern nicht an Ressourcen für eine Berichterstattung, die diese Bezeichnung verdiente. Man muß nicht einmal vor Ort sein, um zu erfahren, wie offizielles »Palästina« und »palästinensische« Gesellschaft ticken. Das Internet gibt ihnen eine Stimme, der man nur zuhören wollen muß. Die ARD-Journaille in Tel Aviv jedoch hört bewußt weg, scheint’s.
 tw24

Friday, December 26, 2014

Unser Mann in Gaza

Journalisten haben kein leichtes Leben. Jedenfalls die im Ausland stationierten. Denn offenbar anders als Inlandskorrespondenten können sie einfach “nicht überall gleichzeitig sein – und sind deswegen auf Mitarbeiter angewiesen” wie Ahmed Younis.
Der “Palästinenser” übernimmt die schwierige Arbeit beispielsweise für Torsten Teichmann, wenn der sich nicht aus dem Studio in Tel Aviv nach Gaza traut. “Younis” dagegen “lebt dort und kennt die Gegebenheit vor Ort sehr genau” [sic!].
Und so könnte er, Ahmed Younis, viel besser als Torsten Teichmann berichten, wie es zugeht in Gaza, in Hamastan. Sollte man meinen. Doch lieber redet der Stringer über die Israelis, den Einfluß “Rechtsradikaler” und “Siedlungen”.
Von denen gibt es in Gaza seit 2005 ungefähr keine mehr, dafür aber wurde Israel für seinen einseitigen Rückzug mit zahllosen Raketen “belohnt”, die auch mal unter Mißbrauch ziviler Infrastruktur abgefeuert werden, wie der Moderator anmerkt, der Ahnungslose.
“Also, ich glaube, das ist übertrieben, denn die Israelis haben immer einen Grund, die Palästinenser zu beschießen. [..] Das ist nur zu verstehen, meiner Meinung nach, um die Menschen [..] zu vertreiben.”
Der gemeine Israeli nämlich weiß – noch – gar nicht, was gut für ihn ist. Wegen der “Rechtsradikalen”. Aber, immerhin, Ahmed Younis ist ein Optimist. “Die Israelis würden irgendwann merken, dass der Frieden auch ihnen nützt, prognostiziert” er.
Torsten Teichmann hätte es nicht vorurteilsfreier formulieren können.
tw24

Sunday, December 07, 2014

Rechtsruck-Propheten

Als bekannt wurde, daß im nächsten Frühjahr eine neue israelische Regierung gewählt werden wird, waren deutsche Medien und ihre “Experten” sich einig: Das kann gar nicht gut enden. Im ZDF etwa erzählte Nicola Albrecht, “wir vermuten sehr stark, daß eine neue Regierung möglicherweise noch konservativer sein wird als die jetzige schon ist”, und kündigte einen “Rechtsruck” an.
Das Stichwort fällt auch bei den Kollegen vom ARD-Studio in Tel Aviv. “Driftet Netanjahu noch weiter nach rechts?” fragt die tagesschau – und gibt sich die Antwort gleich selbst. Spekuliert werde, ob Benjamin Netanjahu im Bündnis mit Naftali Bennett “noch weiter nach rechts rückt, noch weiter weg von einem Dialog mit den Palästinensern”. Die ja bekanntlich täglich zum Dialog einladen.
“Eigentlich”, kommentiert der Stern, “eigentlich müsste man sich freuen, dass Israels Bürger im März an die Urne gerufen werden.” Denn “in den arabischen Nachbarstaaten der Region haben die Menschen entweder nie die Chance auf eine freie Wahl. Oder man nimmt sie ihnen wieder, sobald sie nicht richtig abgestimmt haben wie etwa in Ägypten.”
Doch weil die Bürger Israels anders abstimmen könnten, als sich das das Magazin wünscht, “muss man sich auch Sorgen machen”. Der amtierende israelische Premier sähe nämlich “gute Chancen”, mit neuen Partnern “den Weg” fortzusetzen, “der aus Israel eine Art Apartheidstaat machen” würde. Es spreche “vieles dafür, dass sich die Extremisten in Israel durchsetzen”.
Und während all diese Auskenner ihre verleumderischen Phantasien aufnotierten, wurden in Israel Bürger danach befragt, was sie denn von der Performance Benjamin Netanjahus hielten, wen sie wählen würden. “Netanyahu’s approval ratings sink”,titelte bereits am 30. November das Wall Street Journal und berief sich dabei ausgerechnet auf die Tageszeitung Haaretz.
“Almost two-thirds of Israelis would prefer a prime minister other than Binyamin Netanyahu”, staunt wenige Tage später The Guardian, eine nicht eben für übermäßige Israel-Sympathien verrufene Tageszeitung. “Asked whether they wanted Netanyahu to remain prime minister 60% of respondents said no, 34% said yes and 6% said they did not know.”
“I will form the next coalition and lead Israel in a new direction”, verspricht derweil Isaac Herzog, sozialdemokratischer Oppositionsführer im israelischen Parlament, der Knesset. Am 1. Dezember hat er sich in Ramallah mit “Präsident” Abu Mazen getroffen. “I repeated and emphasized [..], that we have before us a historic opportunity for peace, and we must do all that we are able to see it through”.
Isaac Herzog verzichtet, scheint’s, auf den Konsum deutscher Medien. Daher weiß er noch nicht, daß er keine Chance hat.
 tw24

Tuesday, July 22, 2014

Die Hamas muß weg – jetzt!

Im Februar 2011, die ägyptischen Muslimbrüder kaperten gerade den Aufstand an Demokratie interessierter Ägypter, konnte Rainald Becker seine Begeisterung für das Islamistische Erwachen kaum mehr zügeln. In einem Kommentar wetterte der SWR-Journaillist gegen Besonnenere, “das Argument, Mubarak müsse noch bleiben, da sei niemand für den Übergang, ist Blödsinn, vorgeschoben, etwas für politische Hasenfüße.”
Die, denen der deutsche Staatsfunker zujubelte, wurden tatkräftig unterstützt durch ihren “palästinensischen” Ableger, die Hamas, wofür die Ikhwan, als sie die Macht dann hatten in Ägypten, sich revanchierten, indem sie den weiteren Ausbau Gazas zum sicheren Hafen für antiisraelischen und islamistischen Terror unterstützten, die Aufrüstung von Hamas und Islamic Jihad mit Raketen, die das Leben von Millionen bedrohen.
Wer damals den Islamisten Beifall klatschte, der kann heute die Entwaffnung der Hamas durch die israelischen Streitkräfte natürlich nicht goutieren, den ihr drohenden Machtverlust. “Es reicht”, ruft er daher heute – vielmehr: gestern – den Zuschauern der tagesthemen zu, Benjamin Netanjahu gehe “zu weit. In diesem Krieg geht es auch um die Verhältnismäßigkeit der Mittel und die Wahl der Ziele.”
“Und noch etwas: Jedes Bild eines getöteten Kindes in Gaza schadet Israel, schürt noch mehr Haß in der arabischen Welt, verschärft den Konflikt und ist Wasser auf die Mühlen der Antisemiten.”
Es reicht, Reinald Becker! Meinten Sie das, was sie als Ratschlag formulieren, ernst, sparten Sie ihn sich und zitierten stattdessen – die Vereinten Nationen. Deren Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA) beschreibt, wer wie mit dem Leben “Unschuldiger” spielt. Wären sie ein Journalist, Reinald Becker, Sie hinterfragten die Bilder, die ” noch mehr Haß in der arabischen Welt” schüren sollen:
“[T]he Israeli military delivered text messages to virtually all the residents of Ash Shuja’iyya and Az Zaitun neighborhoods in eastern Gaza city, approximately 100,000 people, warning them to leave their homes by 8 am today (16 July), ahead of attacks to be launched in the area. Subsequently, the Palestinian Ministry of Interior in Gaza reportedly instructed the residents to remain calm and not flee the area. Despite the generalized fear, as of today’s afternoon, the vast majority decided to stay.”
Die israelischen Streitkräfte sind angetreten, das Recht der Bevölkerung Israels auf ein ungestörtes Leben zu verteidigen. Als Kollateralnutzen ihres mutigen Einsatzes könnten sie die Hamas, die die Menschen in den Tod treibt, entmachten und zum nächstbesten Teufel jagen. Die israelischen Streitkräfte könnten so den Weg frei machen für Demokratie, Menschenrechte und Frieden in und für “Palästina”.
Was haben eigentlich Sie dagegen, Reinald Becker?
 tw24

Tuesday, June 17, 2014

‘Der Kern des Problems’

Mit einer Studie, war kürzlich zu lesen, will das deutsche Innenministerium Ursachen dafür finden, daß beinahe die Hälfte repräsentativ befragter Deutscher der Meinung war, Israel führe einen “Vernichtungskrieg” gegen “Palästinenser”. Man könnte ersatzweise auch deutsche Staats-Medien einschalten, käme dabei aber wohl zu schnell und billig zu beschämenden Erkenntnissen.
tagesschau.de2014.06.05
Unachtsamkeit oder Absicht: Aus“housing units” werden Siedlungen”

Was dort “Nahost-Experten” und “-Journalisten” veranstalten, ist schwer erträglich. Erträgt man das Geschwätz, das im günstigen Fall von Ahnungslosigkeit geprägt ist oder im schlimmeren von Vorsatz, muß man keine Studie mehr abwarten: Wer einzig von Gestalten wie Marcell Pott oder Christian Sievers “informiert” wird, der muß antisemitische Vorurteile entwickeln.
Da wird nach der Entführung dreier israelischer Jugendlicher durch – wahrscheinlich – Hamas-Gangster vom deutschen Staatsradio der Botschafter des jüdischen Staats, der dieses Verbrechen und Raketenbeschuß nicht einfach hinnehmen will, mit der Frage empfangen: “Führen Sie Krieg?” Und im Staatsfernsehen bestätigen die Journaillisten den “Experten”, was diese jenen erzählen.
Sagt der Marcel Pott, “nun ja, hier geht es ja nicht um Israel [..], diese drei Religionsschüler leben ja in einer Siedlung auf arabischen Land, und das ist der Kern des Problems”, weiß auch der Christian Sievers seinen Beitrag mit den Worten einzuleiten, “hier, neben einer Siedlung auf besetztem Palästinensergebiet, wurden die Jugendlichen zuletzt gesehen, drei jüdische Religionsschüler”.
Die Botschaft solcher Worte ist unüberhörbar: Auf “Palästinensergebiet”, auf “arabischem Land” haben Juden nichts zu suchen. Und halten sie sich dennoch dort auf, nun, dann müssen sie eben damit rechnen, verschleppt oder gar ermordet zu werden, sie, diese Fremden. Daß der Staatsjournaillist damit eine rassistische Position vertritt, fällt dem “Experten” nicht auf, es ist ja die seine.
Dabei war die Gegend des Geschehens, Gush Etzion, in den letzten neun Jahrzehnten nur zwei, von 1948 bis 1967, judenrein – als Folge eines Massakers, das arabische Bevölkerung und Truppen der Arabischen Legion am 13. Mai 1948 an den dort lebenden Juden verübten. 20 Jahre später begannen Kinder der Vertriebenen und Ermordeten, Kfar Etzion als Gush Etzion wiederaufzubauen.
“Israelis return to village overrun 20 years ago”, schrieb die New York Times am 28. September 1967. Und dazu hatten sie jedes Recht, wie etwa Benny Morris’ 1948: A History of the First Arab-Israeli War bestätigt: “Though the land had been purchased from the Arabs, the locals saw the settlers as aliens and invaders.” Kann es also überhaupt um “arabisches Land” gehen?
Oder geht es – damals wie heute – nicht schlicht um arabischen Antisemitismus, den die Deutschen so vehement beschweigen, um ihre Voreingenommenheit nicht thematisieren zu müssen? Wer “palästinensischen” Terrorismus damit rechtfertigt, dessen Opfer seien als “Siedler” doch selbst für das verantwortlich, was ihnen geschehe, der muß sich jedenfalls nicht wundern, kommt das beim Zuhörer oder -schauer so an.
tw24