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Wednesday, January 22, 2020

Routinierte Inszenierung

Das deutsche Staatsoberhaupt Frank-Walter Steinmeier ist am Mittwoch in Jerusalem zu einem Gespräch mit dem israelischen Präsidenten Reuven Rivlin eingetroffen. In der israelischen Hauptstadt will Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag mit zahlreichen weiteren hochrangigen Gästen aus aller Welt am Donnerstag den 75. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz begehen.

Dem Gästebuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem vertraute der deutsche Politiker an, er ergreife »mit Dankbarkeit und Demut [..] die Hand, die meinem Land und mir mit der Einladung [..] als Zeichen der Versöhnung gereicht« werde, ein Spruch der zum festen Vokabular der Repräsentanten Deutschlands bei solchen Gelegenheiten gehört und daher längst eine bedeutungslose Floskel ist.

Vor einem Jahr gratulierte Frank-Walter Steinmeier im Namen seiner Mitdeutschen der Islamischen Revolution mittels Telegramm zum Jubiläum, die sich die Auslöschung des Judentums auf ihre Fahnen geschrieben hat, Anfang Mai 2017 verneigte das deutsche Staatsoberhaupt in Ramallah sich in Demut am Grab des dort gefeierten Judenmörders Yassir Arafat und legte dort einen Kranz nieder.

Hinterher danach gefragt, erklärte er, die Ehrung des Terroristen gehöre zum »Teil des palästinensischen Protokolls [..] bei offiziellen Besuchen aller ausländischer Staatsoberhäupter« in Ramallah, sei also ebenso bedeutungslos wie traditionelle Grüße zum Jahrestag der islamistischen Revolte im Iran. Und ganz ähnlich routiniert absolviert Frank-Walter Steinmeier nun eben seine Visite in Israel.

Verfügte er über wenigstens eine leichte Ahnung davon, was Anstand ist, hätte Frank-Walter Steinmeier die Einladung aus Jerusalem ausgeschlagen, sich zwar geehrt gefühlt, sich aber auch diplomatisch entschuldigt. Reiste er dennoch an, belegt das nur die professionelle Skrupellosigkeit eines deutschen Politikers, der wohl nicht trotz, sondern wegen wüster Hetze gegen Israel Karriere machte.

https://www.tw24.net/?p=4469

Tuesday, August 21, 2018

Gedenkweltmeister

Als erster deutscher Außenminister seit über einem Vierteljahrhundert hat der SPD-Politiker Heiko Maas am Montag die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besucht. Nach seiner Visite in dem ehemaligen deutschen Vernichtungslager, in dem mehr als 1,1 Millionen Menschen, die meisten von ihnen Juden, ermordet wurden, nannte der Politiker Auschwitz den »schrecklichste[n] Ort der Welt«.
Bereits vor seiner Abreise hatte der Sozialdemokrat erklärt, für ihn sei »Auschwitz die immerwährende Mahnung, für die unantastbare Würde des Menschen weltweit einzustehen – persönlich wie politisch«, eine Aussage, die wie weitere Äußerungen via Twitter vor allem dadurch auffällt, daß sie die Opfer des Holocaust – Juden – und den Antisemitismus, der ihre Mörder antrieb, nicht erwähnt.
»Leid über Polen gebracht«: Judenreines Gedenken
Daß der Minister so den Charakter des Verbrechens, an das er doch angeblich erinnern wollte, vernebelte und es damit in letzter Konsequenz vielleicht sogar leugnete, scheint ihm auch am Tag danach nicht aufzufallen. Dabei offenbaren nicht wenige Kommentare unter den Tweets des Sozialdemokraten, wie wichtig es nach wie vor ist, an die Verbrechen Deutscher an Juden zu erinnern.
Wenn da beispielsweise kommentiert wird, »und darum holen Leute wie Sie die größten Judenhasser ins Land«, oder nicht weniger exemplarisch gefordert, »denken sie mal darüber nach, was es bedeutet Millionen von Antisemiten ins Land zu holen«, zeigt sich, daß Deutschland es gar nicht nötig hat, Antisemitismus zu importieren. Er ist in Deutschland noch immer und vor allem – deutsch.
Davon wollen die Verfasser solcher Kommentare nichts wissen, wenn sie Antisemitismus allein als Folgeerscheinung von Migration sehen wollen. Wie Heiko Maas gedenken kann, ohne die Opfer des deutschen Antisemitismus auch nur zu erwähnen, geben sie vor, gegen Antisemitismus einzutreten, ohne den, dessen Produkt Auschwitz ist, anerkennen zu wollen. Erbärmlich sind sie allesamt.
https://www.tw24.net/?p=3112

Saturday, February 10, 2018

Aus(s)chwitz-Problem

Als der amtierende deutsche Außenministerdarsteller Sigmar Gabriel sich kürzlich hinter das »Holocaust-Gesetz« der nationalistischen Regierung in Warschau stellte, glaubte der Politiker behaupten zu dürfen, es gebe »nicht den geringsten Zweifel daran, wer für die Vernichtungslager verantwortlich ist, sie betrieben und dort Millionen europäischer Juden ermordet hat: nämlich Deutsche«.
Und wohl nicht ohne einen gewissen Stolz betonte der Sozialdemokrat, »uns Deutschen« sei »die umfassende Aufarbeitung der eigenen Geschichte und der eigenen Verantwortung [..] eine immerwährende moralische Verpflichtung angesichts der von Deutschen und Deutschland begangenen Verbrechen auch in Polen«. Doch wie gut kennt Sigmar Gabriel sie wirklich, seine Deutschen?
Beim Bayerischen Rundfunk (BR) etwa, einer gewiß deutschen Anstalt, weißman noch nicht einmal genau, wie es geschrieben wird, das Wort Auschwitz. Aber immerhin, ein paar Daten kennt man doch: »In der Zeit des Nationalsozialismus war Ausschwitz [sic!] das größte Tötungs- und Vernichtungslager. Allein in Ausschwitz [sic!] sind rund 1,1 Millionen Menschen ums Leben gekommen.«
Und auch wenn sie nicht oder bevor sie ums Leben kamen, widerfuhr den Menschen viel: »Sie wurden von ihren Familien getrennt, haben Familienmitglieder sterben sehen, wurden auf engstem Raum und unter schlimmsten Umständen transportiert, in jeder Form aufs grausamste misshandelt und gedemütigt.« Doch wer hat mißhandelt, gedemütigt, für das Ums-Leben-Kommen gesorgt?
Wer den Text vor kurzem auf der Website der ARD las, dem entging, was beim BR ein Überlebender andeutet: »Aber immer, wenn ich Deutsche treffe, muss ich daran denken, was Deutsche damals gemacht haben!« Die Autoren des Senders in München selbst hüllen sich jedoch in Schweigen. Sie teilen bloß mit, die »deutsche Bevölkerung« habe »sich damals diesem Unrecht unterworfen«.
Ist in München und beim Ersten, wo der Text nicht mehr abrufbar ist, wirklich klar, »wer für die Vernichtungslager verantwortlich ist, sie betrieben und dort Millionen europäischer Juden ermordet hat«? Sigmar Gabriel hat 15 Jahre lang Jugendgruppenreisen nach Auschwitz und Majdanek organisiert. Sollte er bald eine neue Beschäftigung suchen, er könnte ein paar TV-Redakteure einladen.
Updated: 10. Februar 2018 — 12:26

https://www.tw24.net/?p=22

Wednesday, April 12, 2017

Fehlgriff

Der israelische Präsident Reuven Rivlin hat Joachim Gauck, den seit etwa einem Monat ehemaligen deutschen Bundespräsidenten, eingeladen, teilzunehmen am offiziellen Gedenken an die Opfer der Shoah. In Israel wird am 28. Nisan, der 2017 auf den 24. April fällt, Yom HaShoah begangen, mit dem an die 6 Millionen jüdischen Opfer deutscher antisemitischer Mordlust erinnert werden soll.
Mit Joachim Gauck würde erstmals ein hochrangiger deutscher Politiker am staatlichen Gedenken teilnehmen, das in diesem Jahr im Haus der Ghettokämpfer organisiert wird. Die von Überlebenden begründete Gedenkstätte verfolgt damit nach Auskunft Dr. Arik Carmons, des Vorsitzenden ihres Board of Directors, einen neuen Ansatz zum Umgang mit den moralischen Lehren des Holocaust.
Leider jedoch ist Joachim Gauck ein dafür denkbar ungeeigneter Ehrengast. Denn er steht für einen Umgang mit dem Holocaust, der von dem Versuch geprägt ist, dieses beispiellose Verbrechen zu verharmlosen. Als einer der Erstunterzeichner der Prager Erklärung engagierte Joachim Gauck sich dafür, die Barbarei der Deutschen und ihrer Helfer Verbrechen des Stalinismus gleichzustellen.
Damit setzte das spätere deutsche Staatsoberhaupt sich, wie etwa der »Nazijäger« Efraim Zuroff warnte, für eine Neuformulierung »europäischer Geschichtsbücher im Geiste einer unzutreffenden Gleichsetzung kommunistischer und nationalsozialistischer Verbrechen« ein, die »zukünftige Generationen mit einer vorsätzlich verfälschten Darstellung des Holocaust aufwachsen« ließe.
Wie das in der Praxis aussähe, demonstrierte Joachim Gauck als Bundespräsident, als er in einem Podiumsgespräch betonte, »wenn wir die Zahlen der kommunistischen Morde zusammenzählen, so erlangen wir eine größere Zahl als die der faschistischen Morde«. Nur falls das der neue Ansatz ist zum Umgang mit den Lehren des Holocaust, wäre die Einladung Joachim Gaucks wohl akzeptabel.
 http://www.tw24.net/?p=13508

Saturday, February 20, 2016

»Im Geiste des Friedens, der Versöhnung und des Lernens«

Am 8. März bittet das österreichische Parlament gemeinsam mit dem ORF zu einer Veranstaltung unter dem Titel »›In Großmutters Worten …‹ Frauenschicksale im Zweiten Weltkrieg«. »Im Geiste des Friedens, der Versöhnung und des Lernens« werden aus Anlaß der Internationalen Frauentags »Überlebende des Zweiten Weltkrieges« in Wien erwartet, um über ihre Schicksale zu berichten.
Die Auswahl der Gäste soll dabei wohl vor allem signalisieren, daß es völlig gleichgültig ist, welche Rolle im WK II Deutsche, Österreicher, aber auch Japaner einer- und Amerikaner oder Briten andererseits spielten, wenn Reiko Yamada als »Überlebende des Atombombenabwurfes über Hiroshima« neben Hazel Richardson sitzen wird, »Mitarbeiterin in einem britischen Militärspital«.
Von ganz besonderer Sensibilität aber kündet die Einladung Hedy Epsteins nach Wien, die als »deutsche Überlebende des Holocaust und der Kindertransporte nach England« vorgestellt wird und als »Menschenrechts- und Friedensaktivistin«. Sie soll in der Zeitzeuginnenrunde das Judentum als eine unter anderen Opfergruppen repräsentieren, was gleich doppelt skandalös ist.
Denn zunächst einmal waren die Juden keine beliebigen, sondern Opfer eines bis dahin und seither beispiellosen Verbrechens. Sie sollten ausnahmslos vernichtet werden. Daher ist es infam, auch nur den Gedanken aufkommen zu lassen, ihr Schicksal sei vergleichbar mit dem Madeleine Sugimotos, »US-Bürgerin mit japanischen Wurzeln, Überlebende eines Internierungslagers in Arkansas«.
Doch damit ja nicht genug: Indem ausgerechnet Hedy Epstein eingeladen und als »Menschenrechts- und Friedensaktivistin« präsentiert wurde bzw. wird, verharmlosen die österreichischen Veranstalter Antisemitismus, der sich heute als Haß auf Israel austobt. Hedy Epstein unterstützt das BDS Movement und hungert, wenn nötig, für mit der Hamas verbundene Jihadisten und gegen Israel.
Wer Hedy Epsteins Einsatz gegen Israel, den einzigen jüdischen Staat, und für die Hamas als »Menschenrechts- und Friedensaktivismus« deutet, dem ist schon nicht mehr zu helfen. Die Antisemitin als einzige Jüdin in eine Runde zu laden, deren Worte »uns Mahnung sein« sollen, eine derartige Katastrophe« wie den Zweiten Weltkrieg »nie wieder zuzulassen«, dazu fehlen die Worte.
 tw24

Thursday, October 22, 2015

»Palästinensische« Antifa?

Der israelische Premier Benjamin Netanjahu hat in einer Rede vor dem 37. Kongreß der World Zionist Organization (WZO) daran erinnert, welche Rolle Haj Mohammed Amin el Husseini, der frühere Großmufti von Jerusalem, bei der Inszenierung arabischer Pogrome gegen Juden und als Verbündeter der deutschen Nationalsozialisten, deren Gast er seit 1941 war, gespielt hat.
Wie die »Palästinenserführung« heute habe Haj Mohammed Amin el Husseini durch das Streuen von Gerüchten, Juden planten Angriffe auf den Tempelberg und dessen Übernahme, etwa 1920, 1921 und 1929 Unruhen verursacht, die beispielsweise in das Massaker von Hebron mündeten, bei dem im August 1929 über sechzig Juden durch einen arabischen Mob abgeschlachtet wurden.
In seinem späteren deutschen Exil, so Ministerpräsident Benjamin Netanjahu weiter, habe der Großmufti einen erheblichen Anteil an der deutschen Entscheidung gehabt, die in ihrem Herrschaftsbereich lebenden Juden systematisch zu ermorden. Bis zu einem Treffen Haj Mohammed Amin el Husseinis mit dem Führer hätte letzterer eine Vertreibung der Juden präferiert.
»And Haj Amin al-Husseini went to Hitler and said, ›If you expel them, they’ll all come here.‹ ›So what should I do with them?‹ he asked. He said, ›Burn them.‹«
Vor allem diese Darstellung ist es, die Benjamin Netanjahu prompt mehr oder minder scharfe Kritik einbrachte. Indem er behaupte, der damalige Großmufti von Jerusalem sei quasi der Erfinder des Holocaust, entstelle der israelische Premier die Geschichte, erklärte exemplarisch Isaac Herzog, Kopf der parlamentarischen Opposition. Doch interessanter sind die Reaktionen aus »Palästina«.
Während bezweifelt werden kann, daß Adolf Hitler Haj Mohammed Amin el Husseini als Ideengeber brauchte – tatsächlich wurden am Tag nach einem Treffen aber Einladungen zur Wannsee-Konferenz ausgesprochen, auf der die systematische Auslöschung des europäischen Judentums beschlossen wurde –, gibt es keine Zweifel, daß der Großmufti ein eifriger Helfer bei der Umsetzung der Beschlüsse dieser Tagung war.
Gut dokumentiert sind etwa die persönlichen Bemühungen Haj Mohammed Amin el Husseinis, 1943 eine Ausreise von bis zu 5.000 jüdischen Kindern nach »Palästina« zu verhindern. Die britische Regierung hatte dem deutschen Auswärtigen Amt signalisiert, sie sei bereit, deren Einreise ins Mandatsgebiet zu erlauben. Doch selbst diese paar Kinder sollten nie dort ankommen.
Mit zahlreichen Briefen an deutsche und Minister mit den Nazis verbündeter Staaten gelang es dem Großmufti, das Unternehmen zu verhindern – die Kinder wurden in die Vernichtungslager transportiert. »Aus seiner Kenntnis des nationalsozialistischen KZ-Systems [..] lässt sich schließen, dass der Mufti [..] im vollen Umfang für die Konsequenzen seiner Intervention verantwortlich war.«
Erinnert nun ein empörter Saeb Erekat, Generalsekretär der PLO, angesichts der Rede Benjamin Netanjahus an »thousands of Palestinians that fought alongside the Allied Troops« und daran, daß »Palestinian efforts against the Nazi regime are a deep-rooted part of our history«, ist das – dreist. Denn noch nicht lange ist es her, da feierte »Palästinenserpräsident« Abu Mazen Hitlers Mufti:
»›We must remember the pioneers, the Grand Mufti of Palestine Hajj Muhammad Amin Al-Husseini as well as Ahmad Al-Shukeiri, the founder of the PLO,‹ Abbas said according to a translation of the speech made by the Middle East Media Research Institute (MEMRI).«
Wer wie die in den 1960ern erfundenen »Palästinenser« keine Geschichte hat, sollte, wenn er denn eine erfindet, wenigstens eine in sich stimmige erfinden. Sich einerseits öffentlich positiv auf Haj Mohammed Amin el Husseini zu beziehen und gleichzeitig zu behaupten, »Palestinian efforts against the Nazi regime are a deep-rooted part of our history«, auch das ist – so verlogen wie dreist.
 tw24

Monday, October 27, 2014

Überflüssiges Geschenk

Es gibt viele Möglichkeiten, den Holocaust zu verharmlosen. Eine von ihnen ist der »Vergleich«, der gleichsetzt. Ausgerechnet auf dem Portal Die Achse des Guten und aus der Feder Henryk M. Broders Spott über »das alberne und unverantwortliche Gerede von der >Singularität des Holocaust<« lesen zu müssen, ist daher bedauerlich.
Mit der Behauptung eines »syrischen Holocaust« verfolgt der Publizist unter Berufung auf eine Ausstellung des United States Holocaust Memorial Museum in Washington gewiss nur gute Absichten, nämlich auf Verbrechen aufmerksam zu machen, die ohne Frage furchtbar sind, doch nicht immer ist gut gemeint auch wirklich gut.
Ist es sicherlich auch ein wenig makaber, eine Art »Hitparade« von Verbrechen aufzustellen, ist es der Verzicht auf die Betonung von Unterschieden erst recht. Setzt man nämlich letztlich alle Verbrechen gleich, verharmlost man gewaltig oder übertreibt. Findet in Syrien tatsächlich eine Neuauflage des Holocaust statt, ein »syrischer Holocaust«?
Warum darf es kein Völkermord sein, ein Begriff, der, falls er angebracht ist, dem Geschehen in Syrien doch nichts von seinem Schrecken nehmen würde? Im Holocaust wurden Juden als Juden verfolgt und ermordet. Auch die Flucht war nicht unbedingt eine Alternative; viele Staaten schlossen ihre Grenzen, trotzdem sie wussten oder ahnten, welches Schicksal Juden in Europa erwartete.
Flüchtlinge aus Syrien werden gewiss nirgends mit offenen Armen empfangen. Doch ist sich die Welt sehr bewusst, dass sie nicht einfach abgewiesen und zurückgeschickt werden können. Widerstand gegen den IS, der seinen Anteil zur Fluchtbewegung beiträgt, wird sogar militärisch unterstützt. Von Deutschen und deren Helfern gejagte Juden hatten solche Unterstützung nicht.
Auch Wohlverhalten oder Unterwerfung als zweifellos alles andere als angenehme Überlebens-Optionen gab es für Juden gegenüber ihren Verfolgern nicht. Wenn dagegen selbst deutsche Unions-Politiker angesichts des Leids in Syrien oder im IS-Irak menschliche Regungen verspüren und hilfsbereit sein wollen, dann ist das mehr als das, auf was Juden je hoffen konnten.
Mit seiner Formulierung vom »alberne[n] und unverantwortliche[n] Gerede von der >Singularität des Holocaust<« und einem »syrischen Holocaust« macht Henryk M. Broder den Weg frei, in Gaza das Ghetto von Warschau wiederzuentdecken, die DDR mit Nazideutschland gleichzusetzen oder in Muslimen die »Juden von heute« und in Juden die »Nazis von heute« zu sehen.
Mit seinem unverantwortlichen Geschwätz hat Henryk M. Broder möglicherweise vielen unappetitlichen Gestalten ein nicht unwillkommenes Geschenk gemacht. Schade.
 tw24