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Wednesday, April 27, 2016

Hoffnungsträger

Als Geschenk der südafrikanischen Partnerstadt Johannesburg ist am Dienstag in Ramallah eine sechs Meter hohe Statue Nelson Mandelas enthüllt worden. An der von vielen »Palästinensern« begleiteten Zeremonie auf dem nach dem 2013 verstorbenen Südafrikaner benannten Platz nahm neben »Palästinenserpräsident« Abu Mazen auch Parks Tau teil, Bürgermeister von Johannesburg.
Während der 1970 geborene ANC-Politiker erklärte, Nelson Mandela wäre stolz darauf, »was heute hier vollbracht wurde«, nutzten Vertreter des »palästinensischen« Regimes die Feier zu Angriffen auf Israel. So erklärte Mussa Hadid, der Ortsvorsteher von Ramallah, von der Statue gehe die »klare Botschaft« an die »Kolonisatoren« aus, daß »die Freiheit von israelischer Apartheid nahe« sei.
Gegen die Vereinnahmung durch »Funktionäre«, die tagtäglich Haß auf Juden verbreiten, während sie sich gleichzeitig als Opfer rassistischer Verfolgung inszenieren, kann sich der Tote nicht wehren. Während der Präsident Südafrikas ein günstigenfalls sachliches Verhältnis zu Israel pflegte und mit der PLO sympathisierte, wird er gleichwohl als ein Gegner von Antisemitismus geschildert.
Während die durch ihn gegen Terrorismusvorwürfe in Schutz genommene PLO Juden in ihrer »Nationalcharta« das Recht auf eigene staatliche Souveränität abspricht, war Nelson Mandela immerhin bereit, Israel in »sicheren Grenzen« zu akzeptieren, wenngleich er dabei an jene »von 1967« dachte. Leugnet das Regime in Ramallah jüdische Geschichte, anerkannte er sie wohl.
Und so macht die Statue aus Johannesburg womöglich erst recht deutlich, woran es »Palästina« und seiner selbstmandatierten »Führung« mangelt: einem »palästinensischen« Nelson Mandela. Anders als mit ihr, die von einem judenreinen »Palästina« träumt, wäre mit einer solchen Persönlichkeit eine Lösung im Konflikt zwischen »Palästinensern« und Israel wohl wirklich denkbar.
 tw24

Saturday, November 08, 2014

Gedenkweltmeister

Nach einem Sommer, in dem auf deutschen Straßen der Führer gefeiert, Juden “ins Gas” gewünscht und sich mit Israel solidarisch zeigende Menschen von Polizeikräften als “Provokation” mit Sanktionen bedroht wurden, wäre der 9. November, an dem sich die Reichspogromnacht jährt, ein geeigneter Tag, öffentlich darüber nachzudenken, was in den vergangenen Wochen geschehen ist, geschehen konnte.
Gewiß, es gab eine “Großkundgebung” am 14. September in Berlin, die mit 5.000 bis 8.000 teils durchaus prominenten Teilnehmern gleichwohl das Zeichen nicht zu setzen vermochte, das von ihr erhofft wurde. Das machen auch und gerade die selbstzufriedenen Feiern deutlich, mit denen Deutschland sich und das Ende der DDR feiert. Vergessen der wohl antisemitischste Sommer seit Kriegsende, verdrängt die Schwüre vom 14. September.
Nationaler Stolz ist angesagt und ein peinliches Linken-Bashing. Letzteres mag sogar nicht unberechtigt sein, manch oder gar die “Linke” sind aus vielerlei Gründen wenig sympathisch; rezitiert aber ein Bundestagspräsident unwidersprochen die Worte eines Antisemiten, um ausgerechnet den Fall des “antifaschistischen Schutzwalls” zu feiern, dann vermag auch ein Wolf Biermann nicht mehr zu amüsieren.
“Liebe Kolleginnen und Kollegen, meine Damen und Herren, vom südafrikanischen Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu stammt ein Satz, der nicht nur die Ereignisse des Jahres 1989, wie ich finde, zusammenfasst, sondern auch für ähnliche Entwicklungen in anderen Ländern seine Gültigkeit behält. Desmond Tutu schreibt:
‘Nichts, nicht einmal die modernste Waffe, nicht einmal die auf brutalste Weise schlagkräftige Polizei, nein, überhaupt gar nichts wird die Menschen aufhalten können, wenn sie erst einmal entschlossen sind, ihre Freiheit und ihr Menschenrecht zu erringen.’
(Beifall im ganzen Hause)”
“Beifall im ganzen Hause”? Beifall vom “ganzen Hause” für einen Antisemiten! “Have they forgotten their own history so soon?” kommentierte der schon 2002 den israelischen Kampf um Souveränität gegen antisemitische Terroristen, spätestens seit 2012 hat der Friedensnobelpreisträger Norbert Lammerts nichts mehr gegen die ganz offene Kollaboration mit der Hamas.
“The Archbishop is on the Advisory Board for a controversial group called the Global March to Jerusalem (GM2J), which aims to stage civilian marches on Israel’s capital. The group’s advisers also include two members of Hamas, Zaher Birawi and Ahmad Abo Halabiya.”
Selbstredend beherrschen in der Wahrnehmung Desmond Tutus Juden Amerika, “people are scared in this country [the US], to say wrong is wrong because the Jewish [!] lobby is powerful – very powerful”. Desmond Tutu ist ein Unterstützer und Sprachrohr des BDS Movement, einer weltweit gewalttätig aktiven antisemitischen Bewegung. Nicht nur die Huffington Post fragt daher schon länger, “is it time to dethrone Desmond Tutu?”
Am Freitag gaben Norbert Lammert und der Deutschen Bundestag ihre beschämende Antwort.
 tw24

Monday, September 15, 2014

Nur keine Eile: Aufstehen gegen Antisemitismus in deutscher Theorie und Praxis

Vor wenigen Tagen versprach Bundeskanzlerin Angela Merkel unter der leicht irreführenden Überschrift “Antisemitismus darf keine Chance haben” in ihrem wöchentlichen Podcast, “ich werde persönlich alles tun – und die ganze Bundesregierung und jeder verantwortliche Politiker –, dass der Antisemitismus in unserem Land keine Chance hat.”
Am Sonntag erweiterte die CDU-Vorsitzende ihr Versprechen vor den – nach amtlichen Angaben – etwa 5.000 Teilnehmern einer “Großkundgebung”, mit der der Zentralrat der Juden in Deutschland ein Zeichen gegen Judenhaß setzen wollte, immerhin auf Europa, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer aktuellen Ausgabe bemerkt.
“In ihrer Rede verurteilte Merkel im Namen der Bundesregierung ‘jede Form von Judenfeindlichkeit in Deutschland und Europa auf das Schärfste’.”
Was ist, möchte man fragen, mit dem Rest des Planeten, mit Südafrika zum Beispiel? Gewiß, das Land ist weit weg, der letzte deutsche Außenministerdarsteller, der es besucht hat, heißt – Guido Westerwelle. Andererseits hat, so die deutsche Vertretung vor Ort anerkennend, das Land “in der jüngeren Politik [..] Weltgeschichte geschrieben”.
Die “Ernennung Jacob Zumas zum Staatspräsidenten nach den vierten demokratischen Wahlen 2009″ sei ein “Meilenstein” eben dieser “Weltgeschichte” gewesen. Jacob Zuma ist neben seinem Staatsamt Vorsitzender des African National Congress (ANC), der in dieser Woche in Weltpolitik macht:
“As the Alliance we are now heightening our campaign aimed at boycotting and isolating Israel as a state founded on the basis of apartheid, which according to international law and several UN conventions is a crime against humanity.”
Die Gründung Israels nach einem Beschluß der Vereinten Nationen, jüdische nationale Selbstbestimmung ein “crime against humanity”? Der ANC, dessen Generalsekretär Gwede Mantashe das unterschrieben hat, ist international in der Sozialistischen Internationale (SI) und dessen Alternativ- oder Nachfolgeorganisation Progressive Alliance vernetzt.
Wenn schon der Genosse Frank-Walter Steinmeier keinen Anlaß sieht, den Südafrikaner zu kritisieren, wäre es nicht seine moralische Pflicht als deutsches Regierungsmitglied, vom Botschafter Südafrikas in Berlin eine Erklärung zu fordern? Oder ist Antisemitismus tatsächlich bloß in Deutschland und – vielleicht – Europa “ein ungeheurer Skandal”?
tw24