Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem
Als Bundeskanzler Hellmut Kohl zu seinem ersten offiziellen Besuch in Israel antrat, brachte er den Spruch "Gnade der späten Geburt" mit. Dummerweise hat am Abend vor Kohls Ankunft ein flinker Journalist in Filmarchiven eine Szene entdeckt, die Kohl der Lüge strafte: Kanzler Kohl, auf einem Schützenpanzer im Gespräch mit einem Soldaten erzählt, unter Hitler als Flakhelfer gedient zu haben.
Jetzt hat sich ein anderer deutscher "Flakhelfer" zu seiner Vergangenheit bekannt: Günther Grass. Die Reaktionen sind gespalten und reichen von Enttäuschung bis Anerkennung, im Sinne von "Lieber spät als nie".
Frank Schirrmacher von der FAZ beschrieb den freiwillig zur Waffen-SS gemeldeten 17-Jährigen: "Das ist keine Frage von Schuld und Verbrechen. Grass war ein halbes Kind." Grass, am 16. Oktober 1927 in Danzig geboren, hatte bei Kriegsende sein 18. Lebensjahr noch nicht erreicht. Er hat wohl ein halbes Jahr bei der 10. SS-Panzerdivision "Frundsberg" gedient. In den letzten Kriegsmonaten wurde sie von Holland (Arnheim) in den Osten verlegt und aufgerieben. Die Überlebenden wurden von den Amerikanern an der Elbe in Gefangenschaft genommen. Ein Panzerschütze bei blutigen Kämpfen ist im Alter von 17 kein "halbes Kind" mehr.
Zur Entlastung von Grass sagt der Historiker Dani Uziel von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vaschem in Jerusalem: "Die 10. SS-Panzerdivion kämpfte in Arnheim, wo britische Gefangene das anständige Verhalten ihrer Soldaten hervorhoben. Auch beim ihrem Einsatz im Osten wurde nichts über Kriegsverbrechen bekannt." Bis zum Nürnberger Prozeß hielt Grass den Holocaust für eine Erfindung der Alliierten. Das verlangt eine Neubewertung seines Verhältnisses zu Juden und Israel.
Grass bezeichnet sich als Freund Israels. Besucht hat er das Land nur zweimal. 1967, bei einer Lesung in Tel Aviv empört er sich, dass der "Antisemitismus der Eltern ... den Kindern zum gegenstandslosen Philosemitismus" geriet. Auschwitz relativierend, sagte der deutsche Schriftsteller: "Kaum eine europäische Nation hat es gegeben, die sich nicht zeitweilig das Verbrechen zum politischen Verbündeten gewählt hatte." 1971 kam er im Rahmen einer historisch zu früh angesetzten "Deutschen Kulturwoche" nach Jerusalem. Bei einem Vortrag wurde Grass mit Tomaten beschmissen. Der "Freund Israels" schwor, niemals mehr den Judenstaat zu besuchen. Er hielt sich daran, bis heute.
Leo Ginster veröffentlichte im Juli 2004 eine Analyse des Verhältnisses von Grass zu Auschwitz, Juden und Israel. Er beschreibt eine öffentliche Auseinandersetzung zwischen dem israelischen Schriftsteller und Friedensaktivisten Yoram Kaniuk mit Grass während des Golfkriegs von 1991. Israel war damals von irakischen Scud-Raketen bedroht, die mit Giftgas aus Deutschland gefüllt sein könnten.
Ginster schreibt: "Grass reagiert hochgereizt auf die Frage, wo er war, als jüdische Demonstranten vor den Toren deutscher Chemiekonzerne standen. Er spricht fortan an Kaniuk vorbei zum Publikum, erwähnt immer wieder die Palästinenser und stellt die Parole "Blut für Öl" in den Raum. Kaniuk erinnert sich: "...nach etwa zwanzig Minuten also kam der Junge zum Vorschein, der einst der Hitlerjugend angehört, jener junge Mann, der tieffliegende amerikanische Flugzeuge beschossen hatte; die Blechtrommel verwandelte sich in jemand anderen, in eine Stahltrommel vielleicht ... Zum Schluss fiel alles ab und wurde vom Winde verweht, wir blieben dort nackt, ich war mein Großvater, er sein Großvater, der Deutsche gegen den Juden."
"Wie antisemitisch ist Günter Grass?" fragt Ginster. 1971 schrieb Grass gemäß dem antisemitischen Prinzip, dass die Juden an ihrem Unglück selber schuld seien: "So hat Israel durch die schleichende Annexion der besetzten Gebiete den arabischen Staaten einen Vorwand für deren Angriff geliefert." Präsident Ahmadinidschad will seit vergangenem Herbst Israel von der Landkarte löschen. Der Israelfreund Günter Grass kam jedoch dem iranischen Präsidenten bei Spiegel-Online schon im Oktober 2001 zuvor: "Israel muss aber nicht nur die besetzten Gebiete räumen. Auch die Besitznahme palästinensischen Bodens und seine israelische Besiedelung ist eine kriminelle Handlung. Das muss nicht nur aufhören, sondern rückgängig gemacht werden." Im gleichen Interview schwang der kritikfreudige Grass auch eine andere Keule: "Es ist für mich auch ein Freundschaftsbeweis Israel gegenüber, dass ich es mir erlaube, das Land zu kritisieren - weil ich ihm helfen will ... Solche Kritik aber zu kritisieren - damit muss man aufhören..." Es fehlte nicht einmal das klassische antisemitische Klischee mit Hinweis auf die alttestamentarische Rachsucht der Juden: "Aber dieses Auge um Auge, Zahn um Zahn der gegenwärtigen Politik schaukelt allen Zorn nur noch weiter hoch."
Yoram Kaniuk bemerkte nur zufällig die wahre "politische Stoßrichtung" des Grass-Buches über die gesunkene Wilhlem Gustlof, jenes Buch, mit dem die Deutschen vom "Täter" zum "Opfer" gewandelt wurden. "Grass behauptet, dass ein gewisser David Frankfurter einst den Nazi Wilhelm Gustloff tötete, der dann zum Symbol und Märtyrer der Deutschen wurde und nach dem das Schiff benannt wurde." Gemäß Grass sei der Jude Frankfurter nach dem Krieg nach Israel geflüchtet und dort im Verteidigungsministerium angestellt worden. Kaniuk schreibt: "Der Plot gemäß Grass lautet also: erst einen Nazi töten, dann flüchten, dann Araber töten. Das ist Grass. Jetzt habe ich selbst noch mal nachgeforscht: Frankfurter ging nach Israel und arbeitete für die "Jewish Agency" und half jüdischen Flüchtlingen." Kaniuk bezichtigt Grass, "die Geschichte absichtsvoll umgelogen" zu haben. "Da begriff ich, was für ein mieser Lügner dieser Grass ist."
© Ulrich W. Sahm / haGalil.com
Der heimliche Orientalismus Deutschlands,durchleuchtet von Fred Alan Medforth
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Monday, August 14, 2006
Tuesday, August 15, 2006
Zuviel für Uschi
Gerhard Henschel
Nachdem Günter Grass seinen jüngsten PR-Coup gelandet und kurz vor Erscheinen seiner Memoiren herausposaunt hat, daß er Mitglied der Waffen-SS war, bedauern manche, er habe seinen Ruf als "moralische Instanz" ruiniert. Die Wahrheit über die "moralische Instanz" deckte Gerhard Henschel bereits in KONKRET 8/1999 auf
Von der Kuba-Krise bis zum Kosovo-Krieg hat Günter Grass nur wenige politische Ereignisse unkommentiert verstreichen lassen. Zu fast allem, was Schlagzeilen machte, liegt ein Meinungsbeitrag von ihm vor: "Spiegel"-Affäre, Große Koalition, Schahbesuch, Machtwechsel, Brandts Kniefall, Guillaumes Enttarnung, Barzels Mißtrauensvotum, Biermanns Ausbürgerung, Schleyer-Entführung, Kontaktsperre, Nachrüstung, Solidarnosc, geistig-moralische Wende, Volkszählung, Waldsterben, Flick-Affäre, Bitburg, Gorbatschow, Kieler Sumpf, Wiedervereinigung, Treuhand, "Asylkompromiß", Golfkrieg, "Superwahljahr 94", Klonschaf, Oderflut und Kfor-Truppen - unabhängig davon, ob man diese Meinungen zufällig teilt oder nicht, ist das doch reichlich viel für einen einzelnen Mann, der diese gewaltige Meinungsfabrikation ja auch nur nebenberuflich betreibt.
Im Lauf der Jahre haben seine Meinungen eigenen Nachrichtenwert gewonnen: Grass kritisiert Studentenführer, Grass gegen Datenschutznovelle, Grass für Rotgrün, Grass dies, Grass das. Seltsamerweise ist er noch nie als Schlichter in Manteltarifverhandlungen aufgetreten oder als Bundespräsident ins Gespräch gebracht worden. Er könnte das. Er kann alles, kennt sich mit allem aus und hat keine Probleme damit, wie Atlas die ganze Welt der Leiden zu schultern, zu allem seinen mittelscharfen Senf zu geben. Daß jedes Buch, das er schreibt, sogleich des langen und breiten besprochen wird, daß jedesmal auch Fernsehteams zur Stelle sind und ihre Kameras auf den bildschön bebrillten, beschnauzten und bepfeiften Autor halten, kommt seinem Geltungsbedürfnis entgegen und kann es doch niemals befriedigen.
In seinem neuen Buch Mein Jahrhundert kommentiert er endlich auch alle gesellschaftspolitischen Ereignisse, über die er noch nicht hinlänglich befragt wurde, aber doch etwas Originelles zu sagen zu haben glaubt. Er äußert sich, in Rollenprosa, über das Fräuleinwunder ("Soviel steht fest: Wie nach der Freßwelle die Reisewelle, so kam mit dem Wirtschaftswunder das deutsche Fräuleinwunder"), die Ölkrise ("Die Ölkrise! Das schlug rein, sag ich Ihnen") und die Love Parade ("dieses erbarmungslose Bum Bum Bum - Tschaka Tschaka Tschaka, kurz Techno genannt"). Er betätigt sich als unbegabter Bauchredner eines Sozifressers, der 1970 über Willy Brandt schimpft ("Dieser Emigrant! Wie der mir gegen den Strich geht ..."), empfindet kläglich unbeholfen Gespräche zwischen Hausfrauen im Treppenhaus nach ("Aber mein Bobbele, der ließ sich nicht verbiegen, konnte richtig frech sein und war manchmal ganz schön vorlaut. Nur daß er keine Steuern hat zahlen wollen und deshalb nach Monaco ausgewandert ist, hat uns beiden nicht gefallen. ›Muß sowas denn sein?‹ hab ich Frau Scholz gefragt") und versagt auch, wenn er als "kleiner Polizist" aus Rostock Volkes Stimme nachahmt ("Jetzt werde ich mit Ihnen mal Klartext reden: Was hier in Lichtenhagen gelaufen ist und später in Mölln und Solingen zum Extremfall wurde, war zwar bedauerlich, kann aber im Prinzip als ganz normaler Vorgang gewertet werden"). Plump und albern sind auch die Worte, die Grass, in entlarvender Absicht, einer gewissen Treuhandchefin in den Mund legt: "Dieser Sozialneid und Haß auf uns Besserverdienende!"
So etwas kann nun seit vierzig Jahren jeder schlechte Kabarettist besser als Günter Grass. Doch er gibt nicht auf. Er versetzt sich in alle Deutschen hinein und radebricht ihnen aus der Seele - Berlinern ("Friede? Da kann ich janz bitter lachen nur. Vonwejen Friede. Immer noch schießen sie rum"), Proleten aus Herne ("Dafür is gezz in Rußland sowatt wiene Revluzzjon am Laufen"), Opel-Arbeitern ("Und uff eimol warn wir all Amerikaner. Eijo, die han uns eifach gekauft"), Trümmerfrauen ("Icke mit Lotte, was meine Tochter is, wir haben in Kolonne jekloppt") und Hausbesetzern ("Na, wie Du ja weißt inzwischen, haben uns Lummers Bullen, kaum war ich zurück, weggeräumt. Ziemlich knüppelmäßig"). Er ist ein miserabler Stimmenimitator und brüstet sich doch immer wieder, in geschraubten Marginalien, mit der eigenen Kunstfertigkeit: "Ich, ausgetauscht gegen mich, bin Jahr für Jahr dabeigewesen." Das ist der erste Satz des Buchs. Wahrscheinlich werden über ihn bald Doktorarbeiten geschrieben. "Ich bin jetzt er", heißt es anderswo. "Er wohnt in Hannover-Langenhagen, ist Grundschullehrer. Er - nun nicht mehr ich - hat es nie leicht gehabt." Knapp achtzehn Zeilen später klingelt es. "Ich, das ist er, mache auf." Und wer steht draußen? Icke? Mit Lotte? Nein, icke ist ein anderer: "Steht da ein Mädchen mit braunem Langhaar, will mich, ihn sprechen ..."
Mich, ihn. Das ist er. Ausgetauscht gegen sich. Nun nicht mehr ich. Denn ich ist jetzt er ... "Mein Gott, ist das beziehungsreich! Ich glaub, ich übergeb mich gleich" (Robert Gernhardt).
Und so stellt sich Günter Grass den Rückblick einer Frau auf das Jahr 1971 vor: "Und doch, wie habe ich mich volldröhnen lassen: ›Hold That Train ...‹ Natürlich Bob Dylan. Aber auch Santana, Deep Purple. Besonders standen wir auf Pink Floyd. Wie uns das angeturnt hat. ›Atomic Heart Mother ...‹ Aber Uschi zog die Gruppe Steppenwolf vor - ›Born To Be Wild ...‹ Da konnte sie sich ganz loslassen." Was Uschi schlecht bekommen sollte. Dramaturgisch, ideologisch und sprachlich bewegt sich die Geschichte, die folgt, auf Herbert-Reinecker-Niveau: Uschi tanzt, Uschi läßt los, Uschi kifft; dann hängt Uschi "plötzlich an der Nadel", wird schwanger, treibt ab ("Nein, man muß wohl davon ausgehen, daß beides, die Nadel, von der sie nicht loskam, und der schreckliche Besuch bei den Engelmachern, das Mädel an den Rand gebracht hat"), geht auf Entzug ("Sie lachte wieder ein bißchen und lebte richtig auf"), wird grausam enttäuscht ("Das war für Uschi zuviel") und stirbt ("Die übliche Überdosis, der Goldene Schuß, wie das heißt").
"Berliner Zeitung": "Sie sind ein weltberühmter Schriftsteller, der auch im Ausland hochgeschätzt wird ..."
Grass: "Und respektiert ist im Ausland."
Warum sagt er das? Weil er sich im Inland nicht respektiert fühlt? Was fehlt ihm noch, nachdem er den Büchner-Preis besitzt, den Fontane-Preis, den Preis der Gruppe 47, den Berliner Kritikerpreis, den Literaturpreis des Kulturkreises der Deutschen Industrie, den Theodor-Heuss-Preis, die Carl-von-Ossietzky-Medaille, ungezählte andere Preise, Medaillen, Lorbeerkränze und Anstecknadeln und dazu, sobald er sich eine neue Meinung gebildet hat, die ungeteilte Aufmerksamkeit jeder Presse-Agentur? Wirft er sich nachts, wie es dem Fischer seine Frau tat, als der Butt sie zum Papst gemacht hatte, schlaflos von einer Seite auf die andere und denkt darüber nach, was er noch alles werden könnte? Möchte er Sonne und Mond aufgehen lassen? Will er werden wie Gott?
"Berliner Zeitung": "Schon jetzt arbeiten Übersetzer an dem Buch ..."
Grass: "Sehr viele sogar. Es gibt etwa dreißig Lizenzverträge."
Wieso nicht dreitausend? Wird Grass jetzt auch im Ausland nicht mehr respektiert? Tatsächlich sollte der hochgeschätzte Schriftsteller mit seiner Exportbilanz hochzufrieden sein. Bücher, die auch "Icke mit Lotte" oder "Meine Uschi" heißen könnten, werden nur selten unter dem Titel "Mein Jahrhundert" in alle Welt verkauft. Doch jeder Wunsch, wenn er erfüllt, kriegt augenblicklich Junge. Grass: "Ich hätte es mir gewünscht, daß viele andere Schriftsteller in anderen Ländern, in anderen Erdteilen auch diesen Grundgedanken, hundert Jahre in hundert Geschichten zu erzählen, gehabt hätten oder ihn übernehmen würden ... Das gäbe eine wunderbare Bibliothek." Mit Günter Grass als Direktor. In anderen Erdteilen! Soweit kommt das noch.
Er ist kein ernstzunehmender Autor. Er ist nur ein pfeiferauchender Wirtschaftsfaktor.
konkret
Nachdem Günter Grass seinen jüngsten PR-Coup gelandet und kurz vor Erscheinen seiner Memoiren herausposaunt hat, daß er Mitglied der Waffen-SS war, bedauern manche, er habe seinen Ruf als "moralische Instanz" ruiniert. Die Wahrheit über die "moralische Instanz" deckte Gerhard Henschel bereits in KONKRET 8/1999 auf
Von der Kuba-Krise bis zum Kosovo-Krieg hat Günter Grass nur wenige politische Ereignisse unkommentiert verstreichen lassen. Zu fast allem, was Schlagzeilen machte, liegt ein Meinungsbeitrag von ihm vor: "Spiegel"-Affäre, Große Koalition, Schahbesuch, Machtwechsel, Brandts Kniefall, Guillaumes Enttarnung, Barzels Mißtrauensvotum, Biermanns Ausbürgerung, Schleyer-Entführung, Kontaktsperre, Nachrüstung, Solidarnosc, geistig-moralische Wende, Volkszählung, Waldsterben, Flick-Affäre, Bitburg, Gorbatschow, Kieler Sumpf, Wiedervereinigung, Treuhand, "Asylkompromiß", Golfkrieg, "Superwahljahr 94", Klonschaf, Oderflut und Kfor-Truppen - unabhängig davon, ob man diese Meinungen zufällig teilt oder nicht, ist das doch reichlich viel für einen einzelnen Mann, der diese gewaltige Meinungsfabrikation ja auch nur nebenberuflich betreibt.
Im Lauf der Jahre haben seine Meinungen eigenen Nachrichtenwert gewonnen: Grass kritisiert Studentenführer, Grass gegen Datenschutznovelle, Grass für Rotgrün, Grass dies, Grass das. Seltsamerweise ist er noch nie als Schlichter in Manteltarifverhandlungen aufgetreten oder als Bundespräsident ins Gespräch gebracht worden. Er könnte das. Er kann alles, kennt sich mit allem aus und hat keine Probleme damit, wie Atlas die ganze Welt der Leiden zu schultern, zu allem seinen mittelscharfen Senf zu geben. Daß jedes Buch, das er schreibt, sogleich des langen und breiten besprochen wird, daß jedesmal auch Fernsehteams zur Stelle sind und ihre Kameras auf den bildschön bebrillten, beschnauzten und bepfeiften Autor halten, kommt seinem Geltungsbedürfnis entgegen und kann es doch niemals befriedigen.
In seinem neuen Buch Mein Jahrhundert kommentiert er endlich auch alle gesellschaftspolitischen Ereignisse, über die er noch nicht hinlänglich befragt wurde, aber doch etwas Originelles zu sagen zu haben glaubt. Er äußert sich, in Rollenprosa, über das Fräuleinwunder ("Soviel steht fest: Wie nach der Freßwelle die Reisewelle, so kam mit dem Wirtschaftswunder das deutsche Fräuleinwunder"), die Ölkrise ("Die Ölkrise! Das schlug rein, sag ich Ihnen") und die Love Parade ("dieses erbarmungslose Bum Bum Bum - Tschaka Tschaka Tschaka, kurz Techno genannt"). Er betätigt sich als unbegabter Bauchredner eines Sozifressers, der 1970 über Willy Brandt schimpft ("Dieser Emigrant! Wie der mir gegen den Strich geht ..."), empfindet kläglich unbeholfen Gespräche zwischen Hausfrauen im Treppenhaus nach ("Aber mein Bobbele, der ließ sich nicht verbiegen, konnte richtig frech sein und war manchmal ganz schön vorlaut. Nur daß er keine Steuern hat zahlen wollen und deshalb nach Monaco ausgewandert ist, hat uns beiden nicht gefallen. ›Muß sowas denn sein?‹ hab ich Frau Scholz gefragt") und versagt auch, wenn er als "kleiner Polizist" aus Rostock Volkes Stimme nachahmt ("Jetzt werde ich mit Ihnen mal Klartext reden: Was hier in Lichtenhagen gelaufen ist und später in Mölln und Solingen zum Extremfall wurde, war zwar bedauerlich, kann aber im Prinzip als ganz normaler Vorgang gewertet werden"). Plump und albern sind auch die Worte, die Grass, in entlarvender Absicht, einer gewissen Treuhandchefin in den Mund legt: "Dieser Sozialneid und Haß auf uns Besserverdienende!"
So etwas kann nun seit vierzig Jahren jeder schlechte Kabarettist besser als Günter Grass. Doch er gibt nicht auf. Er versetzt sich in alle Deutschen hinein und radebricht ihnen aus der Seele - Berlinern ("Friede? Da kann ich janz bitter lachen nur. Vonwejen Friede. Immer noch schießen sie rum"), Proleten aus Herne ("Dafür is gezz in Rußland sowatt wiene Revluzzjon am Laufen"), Opel-Arbeitern ("Und uff eimol warn wir all Amerikaner. Eijo, die han uns eifach gekauft"), Trümmerfrauen ("Icke mit Lotte, was meine Tochter is, wir haben in Kolonne jekloppt") und Hausbesetzern ("Na, wie Du ja weißt inzwischen, haben uns Lummers Bullen, kaum war ich zurück, weggeräumt. Ziemlich knüppelmäßig"). Er ist ein miserabler Stimmenimitator und brüstet sich doch immer wieder, in geschraubten Marginalien, mit der eigenen Kunstfertigkeit: "Ich, ausgetauscht gegen mich, bin Jahr für Jahr dabeigewesen." Das ist der erste Satz des Buchs. Wahrscheinlich werden über ihn bald Doktorarbeiten geschrieben. "Ich bin jetzt er", heißt es anderswo. "Er wohnt in Hannover-Langenhagen, ist Grundschullehrer. Er - nun nicht mehr ich - hat es nie leicht gehabt." Knapp achtzehn Zeilen später klingelt es. "Ich, das ist er, mache auf." Und wer steht draußen? Icke? Mit Lotte? Nein, icke ist ein anderer: "Steht da ein Mädchen mit braunem Langhaar, will mich, ihn sprechen ..."
Mich, ihn. Das ist er. Ausgetauscht gegen sich. Nun nicht mehr ich. Denn ich ist jetzt er ... "Mein Gott, ist das beziehungsreich! Ich glaub, ich übergeb mich gleich" (Robert Gernhardt).
Und so stellt sich Günter Grass den Rückblick einer Frau auf das Jahr 1971 vor: "Und doch, wie habe ich mich volldröhnen lassen: ›Hold That Train ...‹ Natürlich Bob Dylan. Aber auch Santana, Deep Purple. Besonders standen wir auf Pink Floyd. Wie uns das angeturnt hat. ›Atomic Heart Mother ...‹ Aber Uschi zog die Gruppe Steppenwolf vor - ›Born To Be Wild ...‹ Da konnte sie sich ganz loslassen." Was Uschi schlecht bekommen sollte. Dramaturgisch, ideologisch und sprachlich bewegt sich die Geschichte, die folgt, auf Herbert-Reinecker-Niveau: Uschi tanzt, Uschi läßt los, Uschi kifft; dann hängt Uschi "plötzlich an der Nadel", wird schwanger, treibt ab ("Nein, man muß wohl davon ausgehen, daß beides, die Nadel, von der sie nicht loskam, und der schreckliche Besuch bei den Engelmachern, das Mädel an den Rand gebracht hat"), geht auf Entzug ("Sie lachte wieder ein bißchen und lebte richtig auf"), wird grausam enttäuscht ("Das war für Uschi zuviel") und stirbt ("Die übliche Überdosis, der Goldene Schuß, wie das heißt").
"Berliner Zeitung": "Sie sind ein weltberühmter Schriftsteller, der auch im Ausland hochgeschätzt wird ..."
Grass: "Und respektiert ist im Ausland."
Warum sagt er das? Weil er sich im Inland nicht respektiert fühlt? Was fehlt ihm noch, nachdem er den Büchner-Preis besitzt, den Fontane-Preis, den Preis der Gruppe 47, den Berliner Kritikerpreis, den Literaturpreis des Kulturkreises der Deutschen Industrie, den Theodor-Heuss-Preis, die Carl-von-Ossietzky-Medaille, ungezählte andere Preise, Medaillen, Lorbeerkränze und Anstecknadeln und dazu, sobald er sich eine neue Meinung gebildet hat, die ungeteilte Aufmerksamkeit jeder Presse-Agentur? Wirft er sich nachts, wie es dem Fischer seine Frau tat, als der Butt sie zum Papst gemacht hatte, schlaflos von einer Seite auf die andere und denkt darüber nach, was er noch alles werden könnte? Möchte er Sonne und Mond aufgehen lassen? Will er werden wie Gott?
"Berliner Zeitung": "Schon jetzt arbeiten Übersetzer an dem Buch ..."
Grass: "Sehr viele sogar. Es gibt etwa dreißig Lizenzverträge."
Wieso nicht dreitausend? Wird Grass jetzt auch im Ausland nicht mehr respektiert? Tatsächlich sollte der hochgeschätzte Schriftsteller mit seiner Exportbilanz hochzufrieden sein. Bücher, die auch "Icke mit Lotte" oder "Meine Uschi" heißen könnten, werden nur selten unter dem Titel "Mein Jahrhundert" in alle Welt verkauft. Doch jeder Wunsch, wenn er erfüllt, kriegt augenblicklich Junge. Grass: "Ich hätte es mir gewünscht, daß viele andere Schriftsteller in anderen Ländern, in anderen Erdteilen auch diesen Grundgedanken, hundert Jahre in hundert Geschichten zu erzählen, gehabt hätten oder ihn übernehmen würden ... Das gäbe eine wunderbare Bibliothek." Mit Günter Grass als Direktor. In anderen Erdteilen! Soweit kommt das noch.
Er ist kein ernstzunehmender Autor. Er ist nur ein pfeiferauchender Wirtschaftsfaktor.
konkret
Wednesday, April 15, 2015
Die deutsche Anti-Israel-Front trauert um ihren Trommler
Zum Tod von Günter Grass schrieb uns ein treuer Leser am 14.4.15:
So wie sie wusssten, was sie im Nachruf auf den mutigen und im Gegensatz zu Günter Grass in seiner Jugend von Nazis und im Alter von Moslems bedrohten Autor Ralph Giordano bewusst wegliessen: Dessen unerschrockene islamkritische Stellungnahmen. Wenn Islam-kuscher einen Nachruf auf einen Islamgegegner schreiben, den sie nicht gleichzeitig als Rassisten bezeichnen können, dann ergibt das einen politisch korrekten Nachruf unter Auslassun dessen, was dem Publizisten am meistern am Herzen lag.
https://diesiebtesichel.wordpress.com/2014/12/11/ralph-giordano/
Wenn aber notorische Israelbasher von der Süddeutschen einen Nachruf auf den Israelfeind Grass schreiben, dann lassen die peinlichen Prantlmenschen den peinlichen Schluss- und Hassaccord, das Vermächtnis des peinlichen Deutschen, diskret weg, so als wüssten sie trotz allem, wovon das die Fortsetzung ist.
diesiebtesichel
- «Gestern starb ja dieses schreckliche „Urgestein“ (Der
Spiegel) Grass, ein „Monument“ (Perceval), ein „Titan, ein Riese“ (Denis
Scheck), wie es hiess, ein Mann, dessen „Vermächtnis neben dem von
Goethe stehen“ (Monika Grütters) werde, mit einer „Lebensleistung …
wirklich nur vergleichbar … mit der eines Thomas Mann…“ (Denis Scheck).
Mein Gott, die Reihen wurden geschlossen, Reich-Ranicki wurde ausgeschieden – der ellenlange Wikipedia-Eintrag von Günter Grass kommt ohne Erwähnung seines Hauptkritikers aus (der Jude ist ausgemerzt!), zumal sich Grass plagiatorisch schon im „Tagebuch einer Schnecke“ am Leben Reich-Ranickis parasitär bedient hat, geschweige denn, was später noch passierte – „Wenn man die Juden attackiert, kann man damit allerhand erreichen.“
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/das-israel-gedicht-von-grass/marcel-reich-ranicki-ueber-grass-es-ist-ein-ekelhaftes-gedicht-11710933.html ) – und fertig ist der Wundermann, der Säulenheilige…
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/das-israel-gedicht-von-grass/marcel-reich-ranicki-ueber-grass-es-ist-ein-ekelhaftes-gedicht-11710933.html –
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So wie sie wusssten, was sie im Nachruf auf den mutigen und im Gegensatz zu Günter Grass in seiner Jugend von Nazis und im Alter von Moslems bedrohten Autor Ralph Giordano bewusst wegliessen: Dessen unerschrockene islamkritische Stellungnahmen. Wenn Islam-kuscher einen Nachruf auf einen Islamgegegner schreiben, den sie nicht gleichzeitig als Rassisten bezeichnen können, dann ergibt das einen politisch korrekten Nachruf unter Auslassun dessen, was dem Publizisten am meistern am Herzen lag.
https://diesiebtesichel.wordpress.com/2014/12/11/ralph-giordano/
Wenn aber notorische Israelbasher von der Süddeutschen einen Nachruf auf den Israelfeind Grass schreiben, dann lassen die peinlichen Prantlmenschen den peinlichen Schluss- und Hassaccord, das Vermächtnis des peinlichen Deutschen, diskret weg, so als wüssten sie trotz allem, wovon das die Fortsetzung ist.
diesiebtesichel
Sunday, September 30, 2012
Grass legt nach: Noch ein anti-israelisches Gedicht
Nachdem Günther Grass zu Anfang des Jahres dafür ins Kreuzfeuer der Kritik gekommen war, daß er die israelische Haltung zum Iran in einem umstrittenen "Gedicht" kritisiert hatte, legt er nun nach: In seinem neuen Gedicht feiert er Mordechai Vanunu, der Details über das israelische Atomprogramm an die Londoner Sunday Times herausgegeben hatte und wegen Landesverrats verurteilt wurde.
Das neue Gedicht ist Teil eines Sammelbandes. Darin wird Vanunu als Vorbild und moderner Held gefeiert.
Grass schreibt über Vanunu, die Welt brauche nur Helden wie ihn, die Worte des Friedens sprächen, während die Welt Zerstörung im Sinne habe. Das Gedicht erzählt die Lebensgeschichte Vanunus, angefangen mit seiner Kindheit in Beer Sheba, seine Zeit in der Yeshiva, seine Tätigkeit im Atomforschungszentrum Dimona und schließlich seine Bekehrung zum Christentum.
Grass beschreibt, wie Vanunu von einer israelischen Agentin im Ausland verführt, dann nach Israel verschleppt und dort wegen Spionage zu 18 Jahren Haft verurteilt wird.
Grass nennt Vanunu einen Gerechten, der seinem Land die ganze Zeit die Treue gehalten habe, einen biblischen Josef, der von seinen Brüdern in eine Zisterne geworfen wurde.
Grass, der durch seinen Roman “Die Brechtrommel” von 1959 Weltruhm erlangt hat bestreitet, ein Antisemit zu sein. Eine Behauptung, die vor dem Hintergrund seiner 2006 herausgekommenen Mitgliedschaft in der Waffen SS nur schwer zu glauben ist. Letzte Zweifel sind vor dem Hintergrund beseitigt, dass Grass nunmehr seine Berufung darin gefunden zu haben scheint, das illegale iranische Atomwaffenprogram zu verharmlosen und gleichzeitig das völlig legale Atomprogramm Israels, durch das nie ein Mensch bedroht wurde, zu verteufeln. Doch das ist gerade das Problem von Grass. Das iranische Atomgenozid-Programm will er nicht kritisieren und es einfach mit dem harmlosen Atomprogramm Israels gleichzusetzen wäre zu platt. Da weint man lieber ein paar Krokodilstränen über den in der Tat fragwürdigen Umgang mit dem allerdings nun wirklich nicht unschuldigen Vanunu. Grass ist ein Judenhasser der übelsten Sorte, der nun, da nicht nur niemand mehr seine miserablen Gedichte lesen mag, sondern auch der letzte SPD Wähler ihm seine Rolle als Gewissen der Nation nicht mehr abkauft, verbittert auf den ewigen Sündenbock einschlägt, der ihm noch aus seiner Jugend bekannt ist: Israel alias die Juden.
Friday, August 11, 2006
Allahs williger Vollstrecker GraSS:"Ich war Mitglied der Waffen-SS"
Na ,wer hätte das gedacht? Der antiserbische und antiamerikanische Hetzer,der Lübecker Kirchen in Moscheen umwandeln will, war SS-Mann.
Jedenfalls ist sich GraSS bis heute treu geblieben.Und seiner SPD.
Günter Grass macht Geständnis über seine Jugend
Frankfurt/Main - Günter Grass war im Zweiten Weltkrieg Mitglied der Waffen-SS. Das bekannte der Literaturnobelpreisträger völlig überraschend in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Bisher hatte es in den Biografien des Autors der "Blechtrommel" lediglich geheißen, er sei 1944 als Flakhelfer eingezogen worden und habe dann als Soldat gedient.Laut "FAZ" berichtet Grass in seinem im September erscheinenden Erinnerungsbuch "Beim Häuten der Zwiebel" ausführlich, er habe sich mit 15 Jahren freiwillig zur U-Boot-Truppe gemeldet, die aber niemanden mehr genommen habe. So sei er als 17-Jähriger aus dem Reichsarbeitsdienst nach Dresden zur Waffen-SS einberufen worden und habe der zehnten SS-Panzerdivision "Frundsberg" angehört. In dem Buch des Steidl-Verlags schildert der heute 78-Jährige seine Kindheit in Danzig, Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft sowie seine Anfänge als Künstler im Nachkriegsdeutschland."Das musste raus, endlich"In dem Interview sagte Grass zu seinen Erlebnissen im Krieg: "Das hat mich bedrückt. Mein Schweigen über all die Jahre zählt zu den Gründen, warum ich dieses Buch geschrieben habe. Das musste raus, endlich." Zu seiner Rekrutierung nach seiner Abweisung bei den U-Booten sagte der Schriftsteller, die Waffen-SS habe in diesen letzten Monaten 1944/45 "genommen, was sie kriegen konnte". Das habe für Rekruten, aber auch für Ältere gegolten, die von der Luftwaffe gekommen seien: "Hermann-Göring-Spende" habe man das damals genannt.Weiter sagte Grass: "Und für mich, da bin ich meiner Erinnerung sicher, war die Waffen-SS zunächst einmal nichts Abschreckendes, sondern eine Eliteeinheit, die immer dort eingesetzt wurde, wo es brenzlig war, und die, wie sich herumsprach, auch die meisten Verluste hatte." Auf die Einlassung der Zeitung, dass er über seine Zugehörigkeit zur Waffen-SS nicht hätte schreiben brauchen und ihn niemand dazu hätte zwingen können, sagte Grass: "Es war mein eigener Zwang, der mich dazu gebracht hat."Erst später kamen die SchuldgefühleDer 78-Jährige erklärte, mit 17 habe er wegen seiner Zugehörigkeit zur Waffen-SS keine Schuldgefühle gehabt. Später aber habe ihn das Schuldgefühl als Schande belastet: "Es war für mich immer mit der Frage verbunden: Hättest du zu dem Zeitpunkt erkennen können, was da mit dir vor sich geht?"Allerdings sei es nicht leicht gewesen, damals einem jungen Menschen klarzumachen, wie gefährlich die Nazis waren. "Man vergisst ja leicht, wie geschickt und modern die Hitler-Jugend und das Jungvolk als Vorstufe aufgezogen waren. Hitlers Satz 'Jugend muss von Jugend geführt werden' war ungeheuer wirkungsvoll", sagte Grass und fügte hinzu: "Mein Fähnleinführer war ein prima Kerl, und wir kamen uns viel besser vor als diese Parteiburschen. So fühlten und dachten damals viele." (go/AP)
Jedenfalls ist sich GraSS bis heute treu geblieben.Und seiner SPD.
Günter Grass macht Geständnis über seine Jugend
Frankfurt/Main - Günter Grass war im Zweiten Weltkrieg Mitglied der Waffen-SS. Das bekannte der Literaturnobelpreisträger völlig überraschend in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Bisher hatte es in den Biografien des Autors der "Blechtrommel" lediglich geheißen, er sei 1944 als Flakhelfer eingezogen worden und habe dann als Soldat gedient.Laut "FAZ" berichtet Grass in seinem im September erscheinenden Erinnerungsbuch "Beim Häuten der Zwiebel" ausführlich, er habe sich mit 15 Jahren freiwillig zur U-Boot-Truppe gemeldet, die aber niemanden mehr genommen habe. So sei er als 17-Jähriger aus dem Reichsarbeitsdienst nach Dresden zur Waffen-SS einberufen worden und habe der zehnten SS-Panzerdivision "Frundsberg" angehört. In dem Buch des Steidl-Verlags schildert der heute 78-Jährige seine Kindheit in Danzig, Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft sowie seine Anfänge als Künstler im Nachkriegsdeutschland."Das musste raus, endlich"In dem Interview sagte Grass zu seinen Erlebnissen im Krieg: "Das hat mich bedrückt. Mein Schweigen über all die Jahre zählt zu den Gründen, warum ich dieses Buch geschrieben habe. Das musste raus, endlich." Zu seiner Rekrutierung nach seiner Abweisung bei den U-Booten sagte der Schriftsteller, die Waffen-SS habe in diesen letzten Monaten 1944/45 "genommen, was sie kriegen konnte". Das habe für Rekruten, aber auch für Ältere gegolten, die von der Luftwaffe gekommen seien: "Hermann-Göring-Spende" habe man das damals genannt.Weiter sagte Grass: "Und für mich, da bin ich meiner Erinnerung sicher, war die Waffen-SS zunächst einmal nichts Abschreckendes, sondern eine Eliteeinheit, die immer dort eingesetzt wurde, wo es brenzlig war, und die, wie sich herumsprach, auch die meisten Verluste hatte." Auf die Einlassung der Zeitung, dass er über seine Zugehörigkeit zur Waffen-SS nicht hätte schreiben brauchen und ihn niemand dazu hätte zwingen können, sagte Grass: "Es war mein eigener Zwang, der mich dazu gebracht hat."Erst später kamen die SchuldgefühleDer 78-Jährige erklärte, mit 17 habe er wegen seiner Zugehörigkeit zur Waffen-SS keine Schuldgefühle gehabt. Später aber habe ihn das Schuldgefühl als Schande belastet: "Es war für mich immer mit der Frage verbunden: Hättest du zu dem Zeitpunkt erkennen können, was da mit dir vor sich geht?"Allerdings sei es nicht leicht gewesen, damals einem jungen Menschen klarzumachen, wie gefährlich die Nazis waren. "Man vergisst ja leicht, wie geschickt und modern die Hitler-Jugend und das Jungvolk als Vorstufe aufgezogen waren. Hitlers Satz 'Jugend muss von Jugend geführt werden' war ungeheuer wirkungsvoll", sagte Grass und fügte hinzu: "Mein Fähnleinführer war ein prima Kerl, und wir kamen uns viel besser vor als diese Parteiburschen. So fühlten und dachten damals viele." (go/AP)
Saturday, April 07, 2012
Reaktionen nach Hasstext gegen Israel: `Grass gefährlicher als die Neonazis´?
Die anti-israelischen Tiraden des einstigen SS-Mannes Grass haben auch im europäischen Ausland für heftige Kritik gesorgt. Lediglich antisemitische Gruppen, etwa aus dem neonazistischen Spektrum, Islamisten und die in `Die Linke´ umbenannte Stasi-Partei SED stärken dem greisen Schreiberling den Rücken.
Die konservative tschechische Tageszeitung Lidové schreibt in ihrer Ausgabe vom 5. April deutlich:
"Grass ist nicht irgendein Unbekannter. Er ist Literatur-Nobelpreisträger und gehört zu denen, die zur öffentlichen Meinungsbildung in Deutschland beitragen. … Weshalb wirft er Israel und den Iran in einen Topf? Hat er noch nie etwas von den iranischen Drohungen gehört, Israel von der Landkarte auszuradieren? ... Er unterstützt das Bestreben, dem jüdischen Staat die Legitimation zu nehmen. Gefährlich für Israel sind weder die Altnazis noch die Neonazis. Die schänden hauptsächlich die schon toten Juden. Gefährlich sind Leute wie Grass, die den lebenden Juden und ihrem Staat das Recht auf Verteidigung absprechen."
Die liberale spanische Tageszeitung Corriere della Sera zum eiskalten Marketing-Kalkül des einstigen SPD-Wahlkämpfers:
"Grass hat schon immer sehr gute Werbung in eigener Sache betrieben. ... Dies beweist er nun mit der Veröffentlichung eines Gedichts gegen Israel. Mit kühler Marketingstrategie hat er mehrere Zeitungen ausgewählt, um seine Brechtsche Schmährede gegen die große Lüge vom Stapel zu lassen. …"
Inzwischen versuchen Grass-Anhänger, ihr obskures Idol als "verfolgte Unschuld" darzustellen, der geschasste Ex-RBB-Moderator Ken Jebbsen steigerte sich sogar so weit hinein, Grass quasi als "Opfer der Zionisten" zu stillisieren. Unbekannt ist im Moment noch, ob der Blechtrommler bereits die Ehrenbürgerschaft von Teheran, Gaza oder Ramalla angeboten bekommen hat ....
Foto: Kritik an GraSS in Form einer Satire-Montage
haolam.de
Die konservative tschechische Tageszeitung Lidové schreibt in ihrer Ausgabe vom 5. April deutlich:
"Grass ist nicht irgendein Unbekannter. Er ist Literatur-Nobelpreisträger und gehört zu denen, die zur öffentlichen Meinungsbildung in Deutschland beitragen. … Weshalb wirft er Israel und den Iran in einen Topf? Hat er noch nie etwas von den iranischen Drohungen gehört, Israel von der Landkarte auszuradieren? ... Er unterstützt das Bestreben, dem jüdischen Staat die Legitimation zu nehmen. Gefährlich für Israel sind weder die Altnazis noch die Neonazis. Die schänden hauptsächlich die schon toten Juden. Gefährlich sind Leute wie Grass, die den lebenden Juden und ihrem Staat das Recht auf Verteidigung absprechen."
Die liberale spanische Tageszeitung Corriere della Sera zum eiskalten Marketing-Kalkül des einstigen SPD-Wahlkämpfers:
"Grass hat schon immer sehr gute Werbung in eigener Sache betrieben. ... Dies beweist er nun mit der Veröffentlichung eines Gedichts gegen Israel. Mit kühler Marketingstrategie hat er mehrere Zeitungen ausgewählt, um seine Brechtsche Schmährede gegen die große Lüge vom Stapel zu lassen. …"
Inzwischen versuchen Grass-Anhänger, ihr obskures Idol als "verfolgte Unschuld" darzustellen, der geschasste Ex-RBB-Moderator Ken Jebbsen steigerte sich sogar so weit hinein, Grass quasi als "Opfer der Zionisten" zu stillisieren. Unbekannt ist im Moment noch, ob der Blechtrommler bereits die Ehrenbürgerschaft von Teheran, Gaza oder Ramalla angeboten bekommen hat ....
Foto: Kritik an GraSS in Form einer Satire-Montage
haolam.de
Monday, April 13, 2015
„Günter Grass ließ nicht von Kreuzzug gegen Israel ab“
Der Verband hebräischsprachiger Schriftsteller hat den Beitrag von Günter Grass zur internationalen Literatur gewürdigt. Gleichzeitig kritisierte er die Haltung des am Montag verstorbenen deutschen Nobelpreisträgers zum jüdischen Staat – und erinnerte an dessen umstrittenes Gedicht „Was gesagt werden muss“. Vor drei Jahren erregte Günter Grass vor allem in Israel Aufsehen mit einem Gedicht. Unter der Überschrift „Was gesagt werden muss“ forderte er „mit letzter Tinte“, Deutschland dürfe keine U-Boote an Israel verkaufen – wegen dessen Atompotenzials. Infolge des als antisemitisch gewerteten Gedichtes belegte ihn der jüdische Staat mit einem Einreiseverbot. Am Montag ist der deutsche Schriftsteller, der 1999 den Literaturnobelpreis erhielt, im Alter von 87 Jahren in Lübeck gestorben. Der Vorsitzende des Verbandes hebräischsprachiger Schriftsteller in Israel, Herzl Chakak, äußerte am Montag seine Trauer über Grass‘ Tod. Der Schriftsteller habe einen großen Beitrag zur internationalen Literatur geleistet, schrieb er in einer Mitteilung. Doch beim israelischen Verband gelte Grass weiterhin als umstritten. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa sprach Chakak von einer „Delegitimierungskampagne“ und einem „modernen Kreuzzug“ gegen den jüdischen Staat, den er bis zum Schluss fortgeführt habe. Der Israeli erinnerte auch daran, dass Grass während der Nazizeit SS-Mitglied gewesen war, was der Deutsche erst vor ein paar Jahren eingestanden hatte. Auch der israelische Historiker Mosche Zimmermann kritisierte den Verstorbenen und bezeichnete dessen Israelkritik als Überschreitung einer roten Linie. Viele Israelis, die seine Bücher sehr schätzten, hätten sich dadurch verletzt gefühlt. Aufgrund seiner Nazivergangenheit habe Grass nicht als objektiver Kritiker auftreten können.„Er konnte dies nicht mit sauberen Händen tun“, zitiert „Zeit Online“ den Historiker. „Seine Hände waren schmutzig.“
israelnetz
Monday, April 09, 2012
Nach anti-israelischen Hasstext: SS-Mann darf nicht mehr nach Israel einreisen
Der SS-Mann Günter Grass darf nach der Veröffentlichung eines explizit gegen den jüdischen Staat gerichteten "Gedichtes" nicht mehr nach Israel einreisen. In seinem von Neonazis, Linksextremisten und Islamisten einstimmig abgefeierten Machwerkes, das der 84-jährige mit "letzter Tinte" herausgegoebbelt haben will, bezichtigte er Israel, eine "Gefahr für den Weltfrieden" zu sein.
Israels Innenminister Eli Jischai von der Schas-Partei sagte, dass wenn Grass “weiter seine verdrehten und lügnerischen Werke verbreiten” wolle, soll er das vom Iran aus machen.
Zustimmung erhielt Grass aus dem Iran. Der stellvertretende Kulturminister Dschawad Schamakdari lobte das Gedicht am Samstag und sagte, Grass habe "wunderschön die Wahrheit gesagt". Auch von linksextremistischen, pro-iranischen Führungskadern der sogenannten "Friedensbewegung" erhielt der Schreiberling Zuspruch. Bei den sogenannten "Ostermärschen", die in diesem Jahr weitgehend von der Bevölkerung ignoriert wurde und auf kaum nennenswertes Interesse stießen, wurde Grass von Teilnehmern wie ein Held gefeiert.
Der Liedermacher Wolf Biermann nannte unterdessen den Grass-Text einen "dumpfbackigen Polit-Kitsch." Der Schriftsteller Rolf Hochhuth stellte, an die Adresse von Grass gerichtet, kurz und bündig fest: "Du bist der SS-Mann geblieben." Der Literaturkritiker und Überlebende des Warschauer Getthos Marcel Reich-Ranicki nannte das angebliche "Gedicht" einfach "ekelerregend".
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Israels Innenminister Eli Jischai von der Schas-Partei sagte, dass wenn Grass “weiter seine verdrehten und lügnerischen Werke verbreiten” wolle, soll er das vom Iran aus machen.
Zustimmung erhielt Grass aus dem Iran. Der stellvertretende Kulturminister Dschawad Schamakdari lobte das Gedicht am Samstag und sagte, Grass habe "wunderschön die Wahrheit gesagt". Auch von linksextremistischen, pro-iranischen Führungskadern der sogenannten "Friedensbewegung" erhielt der Schreiberling Zuspruch. Bei den sogenannten "Ostermärschen", die in diesem Jahr weitgehend von der Bevölkerung ignoriert wurde und auf kaum nennenswertes Interesse stießen, wurde Grass von Teilnehmern wie ein Held gefeiert.
Der Liedermacher Wolf Biermann nannte unterdessen den Grass-Text einen "dumpfbackigen Polit-Kitsch." Der Schriftsteller Rolf Hochhuth stellte, an die Adresse von Grass gerichtet, kurz und bündig fest: "Du bist der SS-Mann geblieben." Der Literaturkritiker und Überlebende des Warschauer Getthos Marcel Reich-Ranicki nannte das angebliche "Gedicht" einfach "ekelerregend".
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Sunday, April 08, 2012
GRASSierender Antisemitismus: SPD hält Einreiseverbot für Grass für unangemessen und hetzt gegen israelische Regierung
Der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rolf Mützenich, hat das von Israel gegen den Literaturnobelpreisträger Günter Grass verhängte Einreiseverbot scharf kritisiert und als unangemessen bezeichnet. “Die Reaktion der israelischen Regierung ist unangemessen und wird dem Thema nicht gerecht”, sagte Mützenich “Handelsblatt-Online”.
Nötig sei vielmehr eine sachliche Auseinandersetzung mit den Thesen von Grass. “Ein demokratisches und pluralistisches Land wie Israel kann auch kontroverse Meinungen ertragen, zumal die Ansichten von Günter Grass nicht antisemitisch sind”, betonte der SPD-Politiker.
“Wenn jetzt dieser Schritt mit der SS-Vergangenheit von Günter Grass begründet wird, hätte die israelische Regierung das Einreiseverbot mit Bekanntwerden seines Verhaltens als 17-Jähriger erlassen müssen”, sagte Mützenich weiter. “Jetzt erscheint es als eher Zeichen der Hilflosigkeit.” Umso deutlicher werde, dass es klüger sei, zwischen Israel und seiner Regierung zu unterscheiden.
Ein Sprecher des israelischen Innenministeriums hatte zuvor erklärt, Grass sei zur unerwünschten Person erklärt worden. De facto kommt das einem Einreiseverbot für den Schriftsteller gleich. .
Nötig sei vielmehr eine sachliche Auseinandersetzung mit den Thesen von Grass. “Ein demokratisches und pluralistisches Land wie Israel kann auch kontroverse Meinungen ertragen, zumal die Ansichten von Günter Grass nicht antisemitisch sind”, betonte der SPD-Politiker.
“Wenn jetzt dieser Schritt mit der SS-Vergangenheit von Günter Grass begründet wird, hätte die israelische Regierung das Einreiseverbot mit Bekanntwerden seines Verhaltens als 17-Jähriger erlassen müssen”, sagte Mützenich weiter. “Jetzt erscheint es als eher Zeichen der Hilflosigkeit.” Umso deutlicher werde, dass es klüger sei, zwischen Israel und seiner Regierung zu unterscheiden.
Ein Sprecher des israelischen Innenministeriums hatte zuvor erklärt, Grass sei zur unerwünschten Person erklärt worden. De facto kommt das einem Einreiseverbot für den Schriftsteller gleich. .
Wednesday, April 18, 2007
GraSS, der Füller-Filbinger, sondert wieder Wortmüll ab
Grass: Schlussstrich unter deutsche Geschichte nicht möglichIn die Debatte um die Trauerrede des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU) für Hans Filbinger hat sich nun auch Schriftsteller Günter Grass eingeschaltet. "Die Reaktion bestätigt meine These, dass es keinen Schlussstrich unter der deutschen Geschichte gibt und geben kann", sagte Grass den "Stuttgarter Nachrichten" (Donnerstagausgabe).
Nach Einschätzung des Literaturnobelpreisträgers war Oettingers Rede "an die rechte Klientel und an die baden-württembergische CDU gerichtet, um sicherzustellen, dass der Redner einer von ihnen ist: stockkonservativ". Oettinger habe die Wirkung falsch eingeschätzt und berufe sich darauf, dass sein verstorbener Amtsvorgänger Filbinger als NS-Marinerichter juristisch korrekt gehandelt habe. "Aber es ist ja eben diese grauenhafte Korrektheit, die nach wie vor in diesen Köpfen sitzt", betonte Grass. Das habe damals zu "Schnellgerichten" geführt.
Oettinger hatte Filbinger, der in der NS-Zeit an mehreren Todesurteilen mitgewirkt hatte, in der Trauerrede als einen "Gegner des NS-Regimes" bezeichnet. Erst nach tagelang anhaltender Kritik distanzierte er sich auf Druck der CDU-Spitze von dieser Äußerung.
Zu seinem langen Schweigen über seine Mitgliedschaft bei der Waffen-SS sagte Grass, er habe sich das Schreiben darüber aufgespart, bis er eine literarische Form dafür gefunden habe. "Ich musste mein Misstrauen gegenüber dem autobiografischen Schreiben überwinden", fügte er hinzu. Für die kurze Phase bei der Waffen-SS könne er nichts. Durch das spätere Wissen über die SS-Verbrechen, das er seinerzeit nicht gehabt habe, habe sich aber "Scham" angereichert. Das habe offenbar dazu geführt, dass er weitgehend darüber geschwiegen habe.
(ddp/jwd)
Monday, April 23, 2012
Umfrage: Große Mehrheit der Deutschen steht an Israels Seite
Berlin/Jerusalem (idea) – Die deutliche Mehrheit der Deutschen steht an der Seite Israels. Das ist das Ergebnis einer von der „Welt am Sonntag“ in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage. Demnach teilt die Mehrheit der Deutschen nicht die Meinung von Literaturnobelpreisträger Günter Grass, wonach Israel von Deutschen nicht kritisiert werden könne. Sie wenden sich ebenfalls gegen Grass’ These, dass die eigentliche Gefahr für den Weltfrieden von Israel und nicht etwa vom Iran ausgehe. 75 Prozent der wahlberechtigten Bundesbürger vertreten die Ansicht, Israel und seine Politik könne in Deutschland prinzipiell genauso kritisiert werden wie andere Länder, diesbezüglich gäbe es keine Tabus. Allein unter Anhängern der Linkspartei findet die Tabu-These mit 46 Prozent überdurchschnittliche Unterstützung. Im aktuellen Konflikt zwischen Israel und dem Iran geht nach Ansicht fast jedes zweiten Bundesbürgers (48 Prozent) vom Iran die größere Gefahr für den Frieden aus. Nur jeder Sechste (18 Prozent) sieht den Frieden stärker durch Israel bedroht. Nach Ansicht von 22 Prozent geht die Bedrohung gleichermaßen von beiden Ländern aus. Während unter Linken-Wählern Israel als größere Friedensbedrohung gilt (52 Prozent), sehen die Anhänger aller anderen Parteien das stärkere Gefährdungspotenzial auf Seiten des Irans. Nach Ansicht von 58 Prozent der Befragten geht vom iranischen Atomprogramm eine starke Bedrohung für die Existenz Israels aus.
Netanjahu: Grass hat Aggressor zum Opfer gemacht
Im Interview mit der „Welt am Sonntag“ bezeichnete Israels Premierminister Benjamin Netanjahu (Jerusalem) die Thesen von Grass als „absurd“ und als „Verleumdung des jüdischen Staates“. Grass hatte in seinem Gedicht „Was gesagt werden muss“ Israel als eigentliche Bedrohung des Weltfriedens dargestellt. Dies sei ein „absoluter Skandal“, erklärte Netanjahu. „Dass dies von einem deutschen Nobelpreisträger kommt und nicht etwa von einem Teenager einer Neo-Nazi-Partei macht es noch empörender.“ Die Zeilen von Grass offenbarten einen „Zusammenbruch des moralischen Urteilsvermögens“. Damit sei eine perfekte moralische Verdrehung geschaffen worden, „in der der Aggressor zum Opfer wird und das Opfer zum Aggressor“. Lobend äußerte sich Netanjahu, „dass es vonseiten deutscher Politiker eine breite Verurteilung gab“. Dennoch sei er besorgt, dass es für solche Aussagen eine zustimmende Unterströmung gibt. Wie Netanjahu sagte, sieht er die größte Bedrohung für den Weltfrieden in der „Kombination eines militanten islamistischen Regimes mit Atomwaffen“. Diese Gefahr bestehe zum einen im Iran, zum anderen in Pakistan, sollten dort die radikalislamischen Taliban die Macht übernehmen.
Netanjahu: Grass hat Aggressor zum Opfer gemacht
Im Interview mit der „Welt am Sonntag“ bezeichnete Israels Premierminister Benjamin Netanjahu (Jerusalem) die Thesen von Grass als „absurd“ und als „Verleumdung des jüdischen Staates“. Grass hatte in seinem Gedicht „Was gesagt werden muss“ Israel als eigentliche Bedrohung des Weltfriedens dargestellt. Dies sei ein „absoluter Skandal“, erklärte Netanjahu. „Dass dies von einem deutschen Nobelpreisträger kommt und nicht etwa von einem Teenager einer Neo-Nazi-Partei macht es noch empörender.“ Die Zeilen von Grass offenbarten einen „Zusammenbruch des moralischen Urteilsvermögens“. Damit sei eine perfekte moralische Verdrehung geschaffen worden, „in der der Aggressor zum Opfer wird und das Opfer zum Aggressor“. Lobend äußerte sich Netanjahu, „dass es vonseiten deutscher Politiker eine breite Verurteilung gab“. Dennoch sei er besorgt, dass es für solche Aussagen eine zustimmende Unterströmung gibt. Wie Netanjahu sagte, sieht er die größte Bedrohung für den Weltfrieden in der „Kombination eines militanten islamistischen Regimes mit Atomwaffen“. Diese Gefahr bestehe zum einen im Iran, zum anderen in Pakistan, sollten dort die radikalislamischen Taliban die Macht übernehmen.
Tuesday, April 10, 2012
DIG-Hochschulgruppe: Einreiseverbot für Grass gerechtfertigt
Die Hochschulgruppe Rostock der Deutsch-Israelischen Gesellschaft erklärt sich solidarisch mit den Initiativen des Staates Israel, den wüsten Verleumdungen der jüdischen Republik entgegenzutreten, denen Günter Grass‘ „Gedicht“ „Was gesagt werden muss“ Nahrung bietet. Das gegen Grass verhängte Einreiseverbot ist völlig gerechtfertigt. Unserer Auffassung nach hat Israel durchaus nicht „überzogen“ gehandelt, sondern vielmehr auf ein adäquates Mittel zurückgegriffen, um zu unterstreichen, dass antisemitische Hetze keinesfalls als ein legitimer Beitrag zu einem internationalen und interkulturellen Dialog gelten kann. Zu begrüßen ist in diesem Kontext nicht zuletzt auch, dass dieser Schritt unter ausdrücklicher Bezugnahme auf ein Gesetz erfolgte, das ein Einreiseverbot ehemaliger Nationalsozialisten ermöglicht. Premierminister Netanjahu hatte im Hinblick auf Grass‘ politische Biographie treffend festgestellt: „Sechzig Jahre lang hat Herr Grass seine Vergangenheit als Mitglied der Waffen-SS verschwiegen. Daher überrascht es nicht, dass er den einzigen jüdischen Staat auf der Welt als größte Bedrohung für den Weltfrieden ansieht und ihm sein Recht auf Selbstverteidigung abspricht.“ Die energischen Reaktionen Israels haben jedenfalls die Bemühungen aller Parteigänger einer Appeasement-Politik gegenüber den Feinden des jüdischen Volkes durchkreuzt, den Fall Grass als einen Fall eines harmlosen Fehlgriffs eines geläuterten Deutschen weichzuzeichnen, um ihr Anliegen, den „konstruktiven Dialog“ mit der Hamas und der Islamischen „Republik“ Iran, nicht zu gefährden. Dass hier mit der Maxime „Schöner leben ohne Nazis“ ernst gemacht wurde, dokumentiert die Vitalität eines republikanischen Gemeinwesens, das sich von Verleumdern, die sich als „Kritiker“ präsentieren, nicht einschüchtern lässt.
PM / Daniel Leon Schikora
PM / Daniel Leon Schikora
Sunday, January 13, 2008
Hamburg: GraSS reloaded
Auf Günter GraSS ist VerlaSS. Trotz manch kritischer Einwände des sog. Querdenkers in der Vergangenheit steht der Literaturnobelpreisträger zu seiner Verbundenheit mit der Sozialdemokratie. Nun spannt Hamburgs SPD-Spitzenkandidat Michael Naumann den 80-Jährigen für die Bürgerschaftswahl am 24. Februar ein.In einem "Dialog über Hamburg und die Welt, über die soziale Spaltung und Wege zu mehr Gerechtigkeit" knöpften sich Grass und Naumann am Sonntag im Deutschen Schauspielhaus insbesondere Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) vor. Koch benutze in der aktuellen Debatte um zunehmende Jugendkriminalität "die Sprache der NPD", wetterte Grass. (klar, GraSS, der muß es ja wissen !)
Wednesday, August 23, 2006
Wowereit setzt auf Günter Grass
SPD-Wahlplakat (titanic)Der wegen seiner früheren Waffen-SS-Mitgliedschaft umstrittene Literaturnobelpreisträger Günter Grass kann nach Ansicht des Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) weiterhin Wahlkampf für die Sozialdemokraten machen.
Wowereit betonte, es sei "fatal, wenn das Lebenswerk von Günter Grass, sowohl des Schriftstellers als auch des politischen Mahners, jetzt infrage gestellt würde". Grass müsse damit leben, dass alle, auf die er mit dem moralischen Zeigefinger gedeutet habe, heute auf ihn zeigten. Aber er halte nichts davon, dass der Schriftsteller in "Grund und Boden" gestampft werde.
Grass spricht am 4. September in Berlin vor Publikum über seine Jugendmemoiren "Beim Häuten der Zwiebel". Der 78-Jährige ist zu Gast auf dem "Blauen Sofa Berlin" im Berliner Ensemble. Grass hatte vor kurzem zugegeben, als Jugendlicher Mitglied der Waffen-SS gewesen zu sein. Dies schildert er auch in seinem neuen Buch.
ddp
Friday, April 27, 2012
SPD mag nicht mehr reden: Gesprächsangebot an Israelfreunde zurückgezogen
Mit Bedauern nimmt die Hochschulgruppe Rostock der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) zur Kenntnis, dass die SPD-Landtagsfraktion heute überraschend ein Gesprächsangebot an uns zurückgezogen hat. Der Fraktionsvorsitzende Dr. Norbert Nieszery und die Landtagsfraktion waren in Reaktion auf zwei unserer Pressemitteilungen an uns herangetreten, um sich mit uns (unter anderem) über die Haltung der SPD-Fraktion zu Günter Grass und unsere Kritik an den einschlägigen Äußerungen Nieszerys auszutauschen. Zu diesem Zwecke hatte die Fraktion uns für den 3.5.2012 nach Schwerin eingeladen. Nunmehr sieht Nieszery jedoch mit unserer letzten Pressemitteilung vom 24.4. („Not welcome, Mr. Grass!“) „die Basis für einen niveauvollen Diskurs leider nicht mehr gegeben“. Nieszery glaubt seiner Befürchtung Ausdruck geben zu müssen, dass „es Ihnen an der Ernsthaftigkeit und notwendigen Abstraktionsfähigkeit für ein solches Gespräch mangelt“. Desweiteren wirft er uns (ohne dies in irgendeiner Weise zu erläutern) persönliche Befangenheit vor, wenn er schreibt: „Offenkundig scheinen Sie andere Meinungen und Ansichten, wozu auch eine sachliche Kritik an Israel zählt, derart persönlich zu nehmen, dass Ihre Reaktionen jeglichen Anstand und jedes Maß vermissen lassen.“ Die SPD-Landtagsfraktion sehe sich verständlicherweise „außerstande, diesem Verhalten noch Vorschub zu leisten“. Wie unsere Pressemitteilungen vom 12. und vom 24.4., die sich auf die Causa Grass/Nieszery beziehen, deutlich machen, ist es unsere Sache nicht, irgendwelche „Meinungen und Ansichten“ zu Israel oder dem Iran zu „diffamieren“. Es ging uns vielmehr darum, falschen Tatsachenbehauptungen zum Zwecke der Verleumdung des Staates Israel entgegenzutreten. In diesem Kontext kommentierten wir Nieszerys Stellungnahme zu Grass‘ „Gedicht“, wie folgt: „[…] Nieszery begnügt sich nicht damit, Grass‘ antiisraelische Verleumdungen als Ausdruck ‚tief empfundener Menschlichkeit‘ zu verteidigen. Vielmehr stellt er der Lüge von der Bedrohung des Iran durch Israel die Lüge von einem Verbot der ‚Kritik an Israel‘ zur Seite.“ Wenn Nieszery und die Landtagsfraktion diese Tatsachenfeststellung von unserer Seite als „diffamierend“ ansehen, stellt sich die Frage, warum sie es bis heute unterlassen haben, sie öffentlich als falsch zurückzuweisen. Wir stellen fest, dass der Fraktionsvorsitzende einer Regierungspartei in MV es ablehnt, in den Räumen jenes Landtages, in dem bekennende Nazis als Parlamentarier ein und aus gehen, sich mit einer israelsolidarischen Hochschulgruppe auszutauschen.
Roland von Klaede, Daniel Leon Schikora
Roland von Klaede, Daniel Leon Schikora
Wednesday, April 04, 2012
DIG-Hochschulgruppe verurteilt Günter Grass‘ ‚Israel-Kritik‘ als zeitgemäßen Antisemitismus
Im Hinblick auf die widerwärtigen Auslassungen des deutschen Literaturnobelpreisträgers Günter Grass zu einem möglichen militärischen Konflikt zwischen Israel und dem Iran erklärt die Hochschulgruppe Rostock der Deutsch-Israelischen Gesellschaft ihre vollumfängliche Übereinstimmung mit der folgenden Stellungnahme des Gesandten der Botschaft des Staates Israel, Emmanuel Nahshon:
„Was gesagt werden muss ist, dass es zur europäischen Tradition gehört, die Juden vor dem Pessach-Fest des Ritualmords anzuklagen. Früher waren es christliche Kinder, deren Blut die Juden angeblich zur Herstellung der Mazzen verwendeten, heute ist es das iranische Volk, das der jüdische Staat angeblich auslöschen will.
Was auch gesagt werden muss, ist, dass Israel der einzige Staat auf der Welt ist, dessen Existenzrecht öffentlich angezweifelt wird. So war es schon am Tag seiner Gründung, und so ist es auch heute noch.
Wir wollen in Frieden mit unseren Nachbarn in der Region leben. Und wir sind nicht bereit, die Rolle zu übernehmen, die Günter Grass uns bei der Vergangenheitsbewältigung des deutschen Volkes zuweist.“
Wir betrachten es als eine geschichtspolitische Groteske ersten Ranges, dass ein ehemaliger Angehöriger einer Organisation wie der Waffen-SS, deren verbrecherischer Charakter im Ergebnis der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse gerichtsnotorisch festgestellt wurde, sich in der Pflicht sieht („Was gesagt werden muss“), als Völkerbelehrer aufzutreten. Dabei halluziniert er auf der einen Seite die jüdische Republik als potentielles Völkermord-Kollektiv, während er auf der anderen Seite die völkerrechtswidrigen Gewaltandrohungen der totalitären Islamischen „Republik“ Iran gegenüber Israel als Maulheldentum verniedlicht.
Aus unserer Sicht führt Grass mit solchen Tiraden in dankenswerter Offenheit vor Augen, dass das, was sich als „Israel-Kritik“ zu legitimieren trachtet, nichts anderes ist als die zeitgemäße Form des eliminatorischen Antisemitismus.
„Hinter dem Ruf nach Frieden verschanzen sich die Mörder.“ (Paul Spiegel) Eine Friedensbewegung, die ihren Namen verdiente, würde es einem deutschen Friedensfreund wie dem einstigen SS-Angehörigen Grass unmöglich machen, sich hinter ihrem Anliegen zu verschanzen wie in einer Alpenfestung.
„Was gesagt werden muss ist, dass es zur europäischen Tradition gehört, die Juden vor dem Pessach-Fest des Ritualmords anzuklagen. Früher waren es christliche Kinder, deren Blut die Juden angeblich zur Herstellung der Mazzen verwendeten, heute ist es das iranische Volk, das der jüdische Staat angeblich auslöschen will.
Was auch gesagt werden muss, ist, dass Israel der einzige Staat auf der Welt ist, dessen Existenzrecht öffentlich angezweifelt wird. So war es schon am Tag seiner Gründung, und so ist es auch heute noch.
Wir wollen in Frieden mit unseren Nachbarn in der Region leben. Und wir sind nicht bereit, die Rolle zu übernehmen, die Günter Grass uns bei der Vergangenheitsbewältigung des deutschen Volkes zuweist.“
Wir betrachten es als eine geschichtspolitische Groteske ersten Ranges, dass ein ehemaliger Angehöriger einer Organisation wie der Waffen-SS, deren verbrecherischer Charakter im Ergebnis der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse gerichtsnotorisch festgestellt wurde, sich in der Pflicht sieht („Was gesagt werden muss“), als Völkerbelehrer aufzutreten. Dabei halluziniert er auf der einen Seite die jüdische Republik als potentielles Völkermord-Kollektiv, während er auf der anderen Seite die völkerrechtswidrigen Gewaltandrohungen der totalitären Islamischen „Republik“ Iran gegenüber Israel als Maulheldentum verniedlicht.
Aus unserer Sicht führt Grass mit solchen Tiraden in dankenswerter Offenheit vor Augen, dass das, was sich als „Israel-Kritik“ zu legitimieren trachtet, nichts anderes ist als die zeitgemäße Form des eliminatorischen Antisemitismus.
„Hinter dem Ruf nach Frieden verschanzen sich die Mörder.“ (Paul Spiegel) Eine Friedensbewegung, die ihren Namen verdiente, würde es einem deutschen Friedensfreund wie dem einstigen SS-Angehörigen Grass unmöglich machen, sich hinter ihrem Anliegen zu verschanzen wie in einer Alpenfestung.
Sunday, February 06, 2011
Waffen-SS-Grass sieht keinen Islamismus: «Hört auf mit den Belehrungen!»
Das hört sein Führer immer wieder gernDer Westen sollte sich nach Ansicht von Günter Grass nicht in die demokratische Entwicklung Ägyptens und anderer arabischer Staaten einmischen. «Hört auf mit den Belehrungen!», sagte der Literaturnobelpreisträger (83) am Sonntag in Hamburg bei einer Wahlkampfveranstaltung mit dem SPD-Spitzenkandidaten Olaf Scholz. «Wir haben alle Hände voll zu tun, die Demokratie, die bei uns angeschlagen ist, durch Korruption, durch Lobbyismus, durch alles Mögliche, zu retten oder wiederherzustellen, bevor wir anfangen, andere zu belehren», sagte Grass unter großem Applaus im Ernst Deutsch Theater.Grass warf dem Westen Anmaßung vor, den Begriff Demokratie gepachtet zu haben. Es sei Aufgabe der ägyptischen Gesellschaft, eine eigene Demokratie zu entwickeln, und dort gehöre der islamische Glaube dazu. Islam und Islamismus würden im Westen schnell verwechselt. Bei der demokratischen Erhebung in Ägypten seien keine islamistischen Forderungen laut geworden. Dem Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP, ja genau der !) warf Grass Heuchelei vor. Einst Lobredner auf den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak, sei er jetzt auf den Zug der Kritiker aufgesprungen.
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Sunday, April 12, 2015
Demokratie und Toleranz? Nicht in Zwickau!
Die gänzlich unbegründete Denunziation einer obskuren
antidemokratischen Splittergruppe reicht aus, um von der Rednerliste der
“Tage für Demokratie und Toleranz” geschmissen zu werden. Jedenfalls in
Zwickau.
Hier meine Reaktion:
Bündnis für Demokratie und Toleranz der Zwickauer Region
Sie haben mich während meines Osterurlaubs mit meinen Enkeln am 10. April ohne Rücksprache für die lang geplante, vertraglich festgesetzte Eröffnungsrede anlässlich der diesjährigen Tage der Demokratie und Toleranz in der Zwickauer Region am 13. April öffentlich ausgeladen. Die Zwickauer Tage 2015 stehen ja aus gegebenem Anlass ganz im Zeichen des 25ten Jahrestages der Friedlichen Revolution und der deutschen Einheit. Und dieses Thema sollte auch im Zentrum meines Vortrags stehen; es ist ein Thema zu dem ich als aktive Bürgerrechtlerin unbestritten einiges zu sagen habe.
Sie baten mich um Verständnis für die Ausladung wenige Tage vor der Veranstaltung.
Nein, Verständnis für Ihre brutale Expressausladung kann ich beim besten Willen nicht aufbringen. Noch weniger, da diese überhastete Ausladung offenbar auf Grund einer üblen, unbegründeten Denunziation erfolgte.
Sie führen mit dieser Ausladung Ihr eigenes Veranstaltungsmotto ad absurdum. Denunziation statt Demokratie und Ausgrenzung statt Toleranz.
Aus „aktuellem Anlass“ hätten Sie sich getroffen, um die Gestaltung der Eröffnungsveranstaltung zu „beraten“ teilen Sie mir mit.
Nun, wie ich der Presse entnehme, war der Anlass offenbar die Veröffentlichung einer in Berlin basierten, eher gesichtslosen Aktivistengruppe namens Grass Lifter, deren substanzlose Verleumdungen, „Nachfragen zur Demokratie in Zwickau“ vom 8. April eigentlich hätten bewirken müssen, dass man dieses Schreiben, bildlich gesprochen, mit spitzen Fingern in den Papierkorb entsorgt.
Da steht doch tatsächlich, ich würde in „obskuren Blogs“ für mein „Verständnis“ für Pegida „gefeiert“. Das heißt klar, nicht für etwas das ich getan oder geäußert hätte, soll ich ausgeladen werden, sondern dafür, was nicht spezifizierte Dritte über mich geäußert haben sollen!
Anders als die Grass Lifter- Denunzianten treibe ich mich grundsätzlich nicht auf obskuren Blogs herum. Was ich zu sagen habe, setze ich auf die Achse des Guten, deren Autorin ich bin. Auch mein Beitrag, den ich anlässlich einer Veranstaltung der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung auf Anfrage zu Pegida gehalten habe, steht dort seit vielen Wochen.
Kernpunkt meines Artikels ist, dass ich auch heute noch mit Rosa Luxemburg der tiefen Überzeugung bin, dass Freiheit immer die Freiheit der Andersdenkenden ist. Wenn ich Meinungen falsch oder gefährlich finde, dann bekämpfe ich sie mit offenem Visier und mit den besseren Argumenten, niemals mit Denunziationen und Verboten.
Ich frage: Gilt dieser Luxemburg-Satz nicht in der Zwickauer Region?
Oder wie steht es bei Ihnen als Organisatoren einer hoch subventionierten Veranstaltung zu Demokratie und Toleranz mit der Akzeptanz unseres Grundgesetzes, speziell Art 3/3, und 5?
Grass Lifter behauptet weiter, ich hätte Rassistinnen verteidigt.
Ich frage: Wo? Wann? Belege? Gibt es nicht.
Sie setzen aber noch eins drauf, indem sie behaupten, die von mir „bekundeten Meinungen und Erkenntnisse“ stünden im Widerspruch zum vom „Bündnis praktizierten Arbeitsauftrag“.
Nun bin ich in der Tat in Zweifel geraten, wie Sie ihren Arbeitsauftrag definieren. Doch nicht, indem Sie Demokratie und Toleranz nur in den von selbsternannten Gesinnungsschnüfflern gezogenen engen Grenzen dulden wollen?
Grass Lifter: „Wenn wir Vera Lengsfeld richtig verstehen, werden „diese“ Bündnisse (welche?) als „Einheitsfront“ diffamiert“.
So etwas nennt man im Fußball Eigentor. Denn mit der geforderten rabiaten Ausgrenzung einer Bürgerrechtlerin, die für ihr demokratisches Engagement, nicht nur Berufsverbot und Gefängnis in Kauf genommen hat, sondern mit dem Aachener und dem Scheidegger Friedenspreis, sowie dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde, demonstrieren die Grass Lifter, dass sie nur eine ihnen genehme Einheitsmeinung dulden wollen. Dann von sich als „die Toleranten“ zu sprechen, ist schon fast eine Slapsticknummer.
Richtig eklig werden die ‚Fragen zur Demokratie in Zwickau’ aber dadurch, dass sie durch die gleichzeitige Ansprache der NSU- Affäre, mich indirekt damit in Zusammenhang bringen.
Die Stasi nannte das „Zersetzungsmaßnahmen“. Falsche, aber glaubwürdige Gerüchte in die Welt zu setzen, um den Ruf und die Reputation der „Zielperson“ nachhaltig zu zerstören.
Sie sind vor diesen Denunziationen eingeknickt.
Schlimmer: Indem Sie auf die haltlosen Anschuldigungen einer erkennbar antidemokratischen Splittergruppe mit meiner Ausladung reagiert haben, beteiligen Sie sich an diesem üblen Spiel. Ja, Sie haben dem Ganzen damit den Anschein verliehen, es sei etwas dran!
Ihre undurchdachte und panische Entscheidung ist völlig ungerechtfertigt und entbehrt jeder Grundlage.
Und dies von einem Gremium, das immerhin eine aktive SPD-Parlamentarierin enthält, deren Parteivorsitzender Gabriel auf jener Veranstaltung der Landeszentrale über eine Stunde mit Pegida- Vertretern diskutiert hat.
Sie wissen schon, dass ich 15 Jahre lang als Mitglied des Deutschen Bundestages aktiv für die Demokratie in diesem Land gearbeitet habe? Wenn auch nicht für die SPD.
Ein mit öffentlichen Geldern subventionierte Veranstaltung, die sich der Förderung von Demokratie und Toleranz verpflichtet, darf, wie jeder Parlamentarier weiß, niemals in den Verdacht geraten, politisch missliebige Meinungen aus dem demokratischen Spektrum zu unterdrücken. Denn dies ist eine Verkehrung des demokratischen Prinzips.
Demokratie lebt von Rede und Gegenrede, Austausch und Abwägung von Argumenten. Denunziation, Ausgrenzung und Verbote sind Gift für eine offene Gesellschaft. Wer sie fordert, wie Gras Lifter, ist kein Freund von Demokratie und offener Gesellschaft.
Wie soll es von hier aus weitergehen? Ich fordere Sie auf, Ihre vollkommen ungerechtfertigte, rufschädigende Entscheidung zu widerrufen.
Ich bin jedenfalls weiterhin bereit nach Zwickau zu kommen.
Wenn Sie, ihre verletzende und diskriminierende Entscheidung nicht revidieren wollen, kann ich Ihnen versichern, dass ich die von Ihnen vorgetragenen ‚Anschuldigungen’ politisch nicht auf mir sitzen lassen werde.
Mit freundlichen Grüßen,
Vera Lengsfeld
achgut
Hier meine Reaktion:
Bündnis für Demokratie und Toleranz der Zwickauer Region
Sie haben mich während meines Osterurlaubs mit meinen Enkeln am 10. April ohne Rücksprache für die lang geplante, vertraglich festgesetzte Eröffnungsrede anlässlich der diesjährigen Tage der Demokratie und Toleranz in der Zwickauer Region am 13. April öffentlich ausgeladen. Die Zwickauer Tage 2015 stehen ja aus gegebenem Anlass ganz im Zeichen des 25ten Jahrestages der Friedlichen Revolution und der deutschen Einheit. Und dieses Thema sollte auch im Zentrum meines Vortrags stehen; es ist ein Thema zu dem ich als aktive Bürgerrechtlerin unbestritten einiges zu sagen habe.
Sie baten mich um Verständnis für die Ausladung wenige Tage vor der Veranstaltung.
Nein, Verständnis für Ihre brutale Expressausladung kann ich beim besten Willen nicht aufbringen. Noch weniger, da diese überhastete Ausladung offenbar auf Grund einer üblen, unbegründeten Denunziation erfolgte.
Sie führen mit dieser Ausladung Ihr eigenes Veranstaltungsmotto ad absurdum. Denunziation statt Demokratie und Ausgrenzung statt Toleranz.
Aus „aktuellem Anlass“ hätten Sie sich getroffen, um die Gestaltung der Eröffnungsveranstaltung zu „beraten“ teilen Sie mir mit.
Nun, wie ich der Presse entnehme, war der Anlass offenbar die Veröffentlichung einer in Berlin basierten, eher gesichtslosen Aktivistengruppe namens Grass Lifter, deren substanzlose Verleumdungen, „Nachfragen zur Demokratie in Zwickau“ vom 8. April eigentlich hätten bewirken müssen, dass man dieses Schreiben, bildlich gesprochen, mit spitzen Fingern in den Papierkorb entsorgt.
Da steht doch tatsächlich, ich würde in „obskuren Blogs“ für mein „Verständnis“ für Pegida „gefeiert“. Das heißt klar, nicht für etwas das ich getan oder geäußert hätte, soll ich ausgeladen werden, sondern dafür, was nicht spezifizierte Dritte über mich geäußert haben sollen!
Anders als die Grass Lifter- Denunzianten treibe ich mich grundsätzlich nicht auf obskuren Blogs herum. Was ich zu sagen habe, setze ich auf die Achse des Guten, deren Autorin ich bin. Auch mein Beitrag, den ich anlässlich einer Veranstaltung der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung auf Anfrage zu Pegida gehalten habe, steht dort seit vielen Wochen.
Kernpunkt meines Artikels ist, dass ich auch heute noch mit Rosa Luxemburg der tiefen Überzeugung bin, dass Freiheit immer die Freiheit der Andersdenkenden ist. Wenn ich Meinungen falsch oder gefährlich finde, dann bekämpfe ich sie mit offenem Visier und mit den besseren Argumenten, niemals mit Denunziationen und Verboten.
Ich frage: Gilt dieser Luxemburg-Satz nicht in der Zwickauer Region?
Oder wie steht es bei Ihnen als Organisatoren einer hoch subventionierten Veranstaltung zu Demokratie und Toleranz mit der Akzeptanz unseres Grundgesetzes, speziell Art 3/3, und 5?
Grass Lifter behauptet weiter, ich hätte Rassistinnen verteidigt.
Ich frage: Wo? Wann? Belege? Gibt es nicht.
Sie setzen aber noch eins drauf, indem sie behaupten, die von mir „bekundeten Meinungen und Erkenntnisse“ stünden im Widerspruch zum vom „Bündnis praktizierten Arbeitsauftrag“.
Nun bin ich in der Tat in Zweifel geraten, wie Sie ihren Arbeitsauftrag definieren. Doch nicht, indem Sie Demokratie und Toleranz nur in den von selbsternannten Gesinnungsschnüfflern gezogenen engen Grenzen dulden wollen?
Grass Lifter: „Wenn wir Vera Lengsfeld richtig verstehen, werden „diese“ Bündnisse (welche?) als „Einheitsfront“ diffamiert“.
So etwas nennt man im Fußball Eigentor. Denn mit der geforderten rabiaten Ausgrenzung einer Bürgerrechtlerin, die für ihr demokratisches Engagement, nicht nur Berufsverbot und Gefängnis in Kauf genommen hat, sondern mit dem Aachener und dem Scheidegger Friedenspreis, sowie dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde, demonstrieren die Grass Lifter, dass sie nur eine ihnen genehme Einheitsmeinung dulden wollen. Dann von sich als „die Toleranten“ zu sprechen, ist schon fast eine Slapsticknummer.
Richtig eklig werden die ‚Fragen zur Demokratie in Zwickau’ aber dadurch, dass sie durch die gleichzeitige Ansprache der NSU- Affäre, mich indirekt damit in Zusammenhang bringen.
Die Stasi nannte das „Zersetzungsmaßnahmen“. Falsche, aber glaubwürdige Gerüchte in die Welt zu setzen, um den Ruf und die Reputation der „Zielperson“ nachhaltig zu zerstören.
Sie sind vor diesen Denunziationen eingeknickt.
Schlimmer: Indem Sie auf die haltlosen Anschuldigungen einer erkennbar antidemokratischen Splittergruppe mit meiner Ausladung reagiert haben, beteiligen Sie sich an diesem üblen Spiel. Ja, Sie haben dem Ganzen damit den Anschein verliehen, es sei etwas dran!
Ihre undurchdachte und panische Entscheidung ist völlig ungerechtfertigt und entbehrt jeder Grundlage.
Und dies von einem Gremium, das immerhin eine aktive SPD-Parlamentarierin enthält, deren Parteivorsitzender Gabriel auf jener Veranstaltung der Landeszentrale über eine Stunde mit Pegida- Vertretern diskutiert hat.
Sie wissen schon, dass ich 15 Jahre lang als Mitglied des Deutschen Bundestages aktiv für die Demokratie in diesem Land gearbeitet habe? Wenn auch nicht für die SPD.
Ein mit öffentlichen Geldern subventionierte Veranstaltung, die sich der Förderung von Demokratie und Toleranz verpflichtet, darf, wie jeder Parlamentarier weiß, niemals in den Verdacht geraten, politisch missliebige Meinungen aus dem demokratischen Spektrum zu unterdrücken. Denn dies ist eine Verkehrung des demokratischen Prinzips.
Demokratie lebt von Rede und Gegenrede, Austausch und Abwägung von Argumenten. Denunziation, Ausgrenzung und Verbote sind Gift für eine offene Gesellschaft. Wer sie fordert, wie Gras Lifter, ist kein Freund von Demokratie und offener Gesellschaft.
Wie soll es von hier aus weitergehen? Ich fordere Sie auf, Ihre vollkommen ungerechtfertigte, rufschädigende Entscheidung zu widerrufen.
Ich bin jedenfalls weiterhin bereit nach Zwickau zu kommen.
Wenn Sie, ihre verletzende und diskriminierende Entscheidung nicht revidieren wollen, kann ich Ihnen versichern, dass ich die von Ihnen vorgetragenen ‚Anschuldigungen’ politisch nicht auf mir sitzen lassen werde.
Mit freundlichen Grüßen,
Vera Lengsfeld
achgut
Thursday, April 05, 2012
Binjamin Netanjahu über Günter Grass
Israels Ministerpräsident Binjamin Netanjahu erklärte heute zur Veröffentlichung von Günter Grass:
"Der peinliche Vergleich, den Günter Grass zwischen Israel und dem Iran gezogen hat, einem Regime, das die Shoah leugnet und zur Vernichtung Israels aufruft, sagt sehr wenig über Israel und viel über Herrn Grass.
Der Iran, nicht Israel, stellt eine Bedrohung für den Weltfrieden und die Sicherheit in der Welt dar.
Der Iran, nicht Israel, droht anderen Staaten damit, sie auszulöschen.
Der Iran, nicht Israel, unterstützt Terrororganisationen, die Raketen gegen unschuldige Zivilisten richten.
Der Iran, nicht Israel, unterstützt das Massaker des syrischen Regimes an seinem Volk.
Der Iran, nicht Israel, steinigt Frauen, henkt Homosexuelle und unterdrückt aufs grausamste Millionen eigener Bürger.
Sechzig Jahre lang hat Herr Grass seine Vergangenheit als Mitglied der Waffen-SS verschwiegen. Daher überrascht es nicht, dass er den einzigen jüdischen Staat auf der Welt als größte Bedrohung für den Weltfrieden ansieht und ihm sein Recht auf Selbstverteidigung abspricht.
Anständige Leute auf der ganzen Welt sollten diese ignoranten und verwerflichen Aussagen verurteilen."
Mehr...
"Der peinliche Vergleich, den Günter Grass zwischen Israel und dem Iran gezogen hat, einem Regime, das die Shoah leugnet und zur Vernichtung Israels aufruft, sagt sehr wenig über Israel und viel über Herrn Grass.
Der Iran, nicht Israel, stellt eine Bedrohung für den Weltfrieden und die Sicherheit in der Welt dar.
Der Iran, nicht Israel, droht anderen Staaten damit, sie auszulöschen.
Der Iran, nicht Israel, unterstützt Terrororganisationen, die Raketen gegen unschuldige Zivilisten richten.
Der Iran, nicht Israel, unterstützt das Massaker des syrischen Regimes an seinem Volk.
Der Iran, nicht Israel, steinigt Frauen, henkt Homosexuelle und unterdrückt aufs grausamste Millionen eigener Bürger.
Sechzig Jahre lang hat Herr Grass seine Vergangenheit als Mitglied der Waffen-SS verschwiegen. Daher überrascht es nicht, dass er den einzigen jüdischen Staat auf der Welt als größte Bedrohung für den Weltfrieden ansieht und ihm sein Recht auf Selbstverteidigung abspricht.
Anständige Leute auf der ganzen Welt sollten diese ignoranten und verwerflichen Aussagen verurteilen."
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Monday, September 11, 2006
Tag des offenen Denkmals: Grass betreten verboten
Details am Denkmal: Oberlippenbart (o.) und moralischer Zeigefinger (u.)Foto: Davids MedienkritikUnzufriedenheit allenthalben: Das literarische Denkmal kann nicht besichtigt werden. Dabei hätte es so viel zu sehen gegeben - vom Bart bis zum moralischen Zeigefinger.
Von Hans Zippert
Der "Tag des offenen Denkmals" stand unter dem Motto "Rasen, Rosen und Rabatten". 7000 normalerweise unzugängliche Anlagen waren geöffnet und wurden begeistert genutzt.
Unzufriedenheit gab es, weil man Grass nicht betreten durfte. Viele Schaulustige hatten gehofft, das literarische Denkmal stünde am heutigen Tag zur Besichtigung offen. Doch die Grass-Betreiberfirma, der Steidl-Verlag, wies in einer Presseerklärung darauf hin, das Betreten des Grass sei nach wie vor verboten. Man bestritt außerdem, dass Günter Grass über einen begehbaren Oberlippenbart verfüge. Und das schräg oben hinter dem Bart liegende Gedächtnis wäre wegen Renovierungsarbeiten sowieso nicht zugänglich gewesen.
Hunderte Literaturbegeisterte mussten auch auf eine Besichtigung des legendären moralischen Zeigefingers verzichten, den der Nobelpreisträger in genau festgelegten Abständen erhebt und in offene Wunden der Gesellschaft legt.
Gerne hätte man gesehen, wie so was technisch möglich ist und ob der moralische Zeigefinger beispielsweise über eine Asbestverstärkung verfügt. Denn er muss ja nicht nur in Wunden gelegt werden, sondern dabei auch ständig eine glühend heiße Pfeife festhalten.
DIEWELT.de
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