In letzter Zeit sehen sich Barbesitzer des Stadtteils Nørrebo
der dänischen Hauptstadt Kopenhagen zunehmend Einschüchterungen und
Bedrohungen seitens junger muslimischer Aktivisten ausgesetzt, die in
dem Viertel eine sogenannte »Scharia-Zone« durchsetzen wollen. In den
letzten zehn Jahren entwickelte sich der Stadtteil immer mehr zu einem sozialen Brennpunkt. Dort befindet sich auch die größte muslimische Privatschule Dia Privatskole mit 410 Schülerinnen und Schülern.
Seit Monaten versuchten die Barbesitzer die Polizei dazu zu bewegen,
gegen eine Gruppe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund vorzugehen,
die am helllichten Tag mit Gewaltandrohungen und Erpressungen gegen die
Eigentümer und Mitarbeiter der Bars und Lokale vorgingen und teilweise
erhebliche Zerstörungen anrichteten. Nun haben sich die Barbesitzer an
die zuständige Ministerin der Regierung gewandt und sie aufgefordert,
ihre Geschäfte und Lokale zu schützen.
Die Idee, sogenannte »Scharia-Zonen« einzurichten, wurde bereits vor fünf Jahren von einer Gruppe namens »Kaldet til Islam« (»Aufruf
zum Islam«) entwickelt. Die Gruppe vertritt eine fundamentalistische,
salafistische Ideologie und will die Demokratie westlicher Prägung durch
ein universelles islamisches Kalifat ersetzen. Kaldet til Islam begann
dann, Aktivisten einzusetzen, die rund um die Uhr in dem Viertel
»patrouillieren« und alle ansprechen, die Alkohol trinken, Glücksspiele
spielen oder andere Dinge tun, die aus Sicht der Gruppe den Lehren des
Islam widersprechen.
»Vor Kurzem drangen einige junge Männer in die Bar ein und riefen,
alle Gästen sollten sofort die Bar verlassen«, berichtete Heide Dyrnesli
vom Café Heimdal gegenüber dem Radiosender Radio 24syv. »Sie riefen,
das sei ihr Viertel und Nørrebo sei eine Scharia-Zone. Daher sei es
verboten, Alkohol zu trinken.«
Die Banden benutzen auch Feuerwerkskörper, werfen Fenster mit Steinen
ein und verwüsten die Räumlichkeiten. Die Polizei war bisher nicht in
der Lage, den Jugendlichen Einhalt zu gebieten. Die Besitzerin
der Bar Mucki, Brigitte Fischer, sagte, die Bande habe sie
aufgefordert, mindestens 60 000 dänische Kronen (etwa 8060 Euro) als
»Schutzgeld« zu bezahlen.
Am Mittwoch wandte sich die Vereinigung lokaler Geschäftsleute direkt
an die dänische Einwanderungs- und Integrationsministerin Inger
Støjberg, die an diesem Tag den Vorort zusammen mit einigen
Lokalpolitikern, die die Einschüchterungen und Bedrohungen scharf
verurteilten, besuchte.
Während ihres Aufenthalts in Nørrebo wurde Støjberg selbst von zwei
Frauen verbal angegriffen, die sie als »Nazi« und »Faschistin«
beschimpften. Beide Frauen wurden verhaftet und werden nun wegen
Beleidigung von Amtspersonen belangt. Ihnen droht eine Geldstrafe oder
eine Haftstrafe von bis zu sechs Monaten.
Støjberg kritisierte die Einschüchterung und Bedrohung örtlicher
Kneipenbesitzer scharf und forderte, die Jugendlichen sollten damit
aufhören, die Ortsansässigen einzuschüchtern, sondern sich stattdessen
um eine »Ausbildung und einen Arbeitsplatz bemühen, damit sie in die dänische Gesellschaft integriert werden können«.
Bereits zuvor hatte die Ministerin die arabischen Aktivisten
aufgefordert, sich »endlich zu benehmen«. »Sie leben in einem der
schönsten Länder der Welt. Ihnen stehen viele Möglichkeiten und Chancen
offen. Hören Sie mit diesen Randalen, Einschüchterungen und dem Geschrei
auf«, schrieb sie auf Facebook.
Sie machte insbesondere deutlich, dass das Konzept sogenannter
»Scharia-Zonen« in Dänemark niemals zugelassen werde. »Ich versichere
Ihnen, dies hier ist keine [Scharia-Zone] und wird es auch niemals
werden! Sie können sogar froh sein, dass es keine Scharia-Zone ist, weil
Sie dann ein rechtsstaatliches Verfahren bekommen werden, sollten Sie
von der Polizei bei einer Straftat erwischt werden.«
paolohor.blogspot
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