Friday, May 13, 2016

Essen: Der umstrittene Katernberger Imam und die islamische Jugend

Der Sprengstoffanschlag auf den Sikh-Tempel im Essener Nordviertel, verübt von muslimischen Teenagern, wirft viele Fragen auf: Warum radikalisieren sich junge Muslime? Haben sie Hintermänner? Und gibt es in dieser Stadt mehr solcher tickenden Zeitbomben? Muslimische Netzwerke, die bisher eher unbemerkt agierten, werden neuerdings skeptisch beobachtet – so auch die „Islamische Jugend Essen“, eine Gruppe, die sich erst vor wenigen Monaten bei Facebook gegründet hat. [...]Das wirkt auf den ersten Blick harmlos, doch dann drängen sich Vergleiche mit den Koranverteilern auf, von denen man weiß, dass sie Gewalttäter für den Dschihad rekrutieren. [...]Hier – Auf der Reihe 6 – ist auch die kleine Moschee des Islamvereins „Vidam“ zuhause, in der der umstrittene Imam Yalcin Icyer, Jahrgang 1953, das Sagen hat. Ein Mann mit einer zweifelhaften Vergangenheit: Der Deutschtürke gilt als Anhänger von Metin Kaplan, des Kalifen von Köln. 2006 stand der unter Terrorverdacht, weil er einen Anschlag auf das Nena-Konzert in Gelsenkirchen mitgeplant haben soll. Und 2009 sorgte er bundesweit für Schlagzeilen, weil er sich für üble antisemitische Gebetstexte wegen Volksverhetzung vor Gericht zu verantworten hatte. Außerdem sagt man dem Katernberger Imam auch heute noch exzellente Kontakte zur Dschihad-Szene nach. Geistliche wie Yalcin Icyer werden im gleichen Atemzug genannt mit Hasan Celenk, jenem Reisebüro-Inhaber aus Duisburg, der an der Radikalisierung der Tempelbomber Mohammed B. und Youssuf T. (beide 16) entscheidend mitgewirkt haben soll. Beim Freitagsgebet am 13. Mai stand Yalcin Icyer wieder predigend vor dutzenden Gläubigen.
 derwesten.de

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