Zur Erinnerung: „Tötet Helmut Kohl“. Dass dies von Christoph
Schlingensief in den neunziger Jahren gesagt werden durfte, ist
gerichtlich attestierter gesellschaftlicher Konsens, ist Meinungs-und
Kunstfreiheit. No Hass-Speech. Das sind „Menschendarsteller“, also keine
Menschen mehr, sagte Oliver Kalkofe, im September 2015, als Obiter
Dictum, zu den „Arschlöchern“ (O-Ton Kalkofe), die er in den
Randalierern und der pöbelnden Masse von Heidenau erblickte. Das
Böhmermann-Gedicht wird möglicherweise von Erdogan als Hate-Speech
betrachtet, von Heiko Maas, der sich mit seinem Ministerkollegen
Frank-Walter Steinmeier zu Recht gegen Merkels Ermächtigungsnummer
ausgesprochen hatte, ist das Kunst.
Heiko Maas tönt in seinem Geleitwort zu der einschlägigen Broschüre der
Amadeo-Antonio Stiftung „Geh sterben Umgang mit Hate Speech und
Kommentaren im Internet“: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, wie
es im Grundgesetz gleich am Anfang heißt. Art. 1 Grundgesetz gehört
verfassungsrechtlich nicht zum Grundrechtekanon aber ist natürlich eine
Auslegungsleitschnur und das so sehr, dass selbst der rechtskräftig
verurteilte Mörder, der zukünftig nicht mehr „Mörder“ genannt werden
soll, ganz selbstverständlich und zu Recht nicht seiner Menschenwürde
verlustig geht. Aber Kalkofe sagt unkritisiert bis heute, dass
vermeintlich rechte Menschen keine Menschen mehr seien, also nur noch
„Menschendarsteller“ wären. Nach Maasscher Lesart ein, allerdings von
oben gewollter Hate-Speech.
In dem schon erwähnten Anti-Hate-Speech-Pampflet heißt es in einem
Beitrag der Leiterin der Amadeu-Antonio-Stiftung, Annette Kahane: (…)
Das ist eine weitere Spezialität des Menschen, die ihn von Tieren
unterscheidet: Er hasst wirr um sich herum und weiß oft nicht, weshalb
und wen er aus welchen Gründen damit treffen will. Dabei zieht er ganze
Gruppen von Menschen in den Dreck, diffamiert, beschimpft und bedroht
sie. Und weil Hass sich niemals verbraucht, nie aufhört und nie von
allein verschwindet, macht er immer so weiter, genau wie ein Tier, das
zwar keinen Hass kennt, aber seinen Reflexen ausgeliefert ist. Menschen
also, in denen ein tiefer Hass brennt, dessen eigentliche Ursache sie
aber nicht verstehen wollen, sind am Ende dieser Kette eher animalisch als human.“
Damit ist die Ex-Stasi-Dame Kahane nun endgültig auf dem Niveau von dem
„Viehzeug“ von Lutz Bachmann von Pegida gelandet, nur auf der politisch
korrekten Seite. Wer einzelne Menschen oder Gruppen von Menschen
animalisiert, also entmenscht und damit auch tief in braune Regionen
abgleitet, raubt seinen Opfern die unantastbare Menschenwürde. Kahane
taumelt offenbar in einem Siegesrauschgefühl ganz legal von oben herab,
staatlich finanziert und legitimiert, Menschen jagen zu dürfen. In ihrem
Beitrag „Kulturkampf der Gegenwart“ in der genannten Broschüre „Geh
sterben“, einem wüsten Psycho-sozio-polito-Geschwurbel rückt sich Kahane
in ihr ganz spezielles rechtes Licht und doziert: „Wem Hass als
Persönlichkeitsmerkmal oder Frustreaktion nicht zur Verfügung steht, der
kann sich in einer von Hass dominierten Atmosphäre nicht lange
aufhalten.“ Selber zählt sie sich offenbar zu den guten Menschen, die
des Hasses gar nicht fähig sind. Kahane nennt die Erwähnung ihrer
Stasi-Vergangenheit offenbar heute eine rechtsradikale Kampagne gegen
sie selbst. Wenn das allerdings die Definition von Rechtsradikalität
ist, wird man wohl feststellen müssen, dass sich Kahane selber rechts herum umzingelt.
Warum hat Maas für seine private Hassexpertenarmee ausgerechnet Kahane
ausgesucht? Kahane war acht Jahre lang Stasi-Zuträgerin. Gut, das ist
bekannt, was die Sache nicht besser macht. Sie kann ein Gutachten
vorweisen demgemäß sie als Stasi Niemandem geschadet hätte, soweit der
Gutachter weiß. Der Schwarzfahrer schade auch Niemandem, denn die
Eisenbahn fährt so oder so. Und für diese Feststellung braucht man nicht mal einen Gutachter.
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