Tuesday, May 10, 2016

Hate-Speech: Maas, Anette Kahane und Facebook-Zensur

Zur Erinnerung: „Tötet Helmut Kohl“. Dass dies von Christoph Schlingensief in den neunziger Jahren gesagt werden durfte, ist gerichtlich attestierter gesellschaftlicher Konsens, ist Meinungs-und Kunstfreiheit. No Hass-Speech. Das sind „Menschendarsteller“, also keine Menschen mehr, sagte Oliver Kalkofe, im September 2015, als Obiter Dictum, zu den „Arschlöchern“ (O-Ton Kalkofe), die er in den Randalierern und der pöbelnden Masse von Heidenau erblickte. Das Böhmermann-Gedicht wird möglicherweise von Erdogan als Hate-Speech betrachtet, von Heiko Maas, der sich mit seinem Ministerkollegen Frank-Walter Steinmeier zu Recht gegen Merkels Ermächtigungsnummer ausgesprochen hatte, ist das Kunst.
Heiko Maas tönt in seinem Geleitwort zu der einschlägigen Broschüre der Amadeo-Antonio Stiftung „Geh sterben Umgang mit Hate Speech und Kommentaren im Internet“: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, wie es im Grundgesetz gleich am Anfang heißt. Art. 1 Grundgesetz gehört verfassungsrechtlich nicht zum Grundrechtekanon aber ist natürlich eine Auslegungsleitschnur und das so sehr, dass selbst der rechtskräftig verurteilte Mörder, der zukünftig nicht mehr „Mörder“ genannt werden soll, ganz selbstverständlich und zu Recht nicht seiner Menschenwürde verlustig geht. Aber Kalkofe sagt unkritisiert bis heute, dass vermeintlich rechte Menschen keine Menschen mehr seien, also nur noch „Menschendarsteller“ wären. Nach Maasscher Lesart ein, allerdings von oben gewollter Hate-Speech.
In dem schon erwähnten Anti-Hate-Speech-Pampflet heißt es in einem Beitrag der Leiterin der Amadeu-Antonio-Stiftung, Annette Kahane: (…) Das ist eine weitere Spezialität des Menschen, die ihn von Tieren unterscheidet: Er hasst wirr um sich herum und weiß oft nicht, weshalb und wen er aus welchen Gründen damit treffen will. Dabei zieht er ganze Gruppen von Menschen in den Dreck, diffamiert, beschimpft und bedroht sie. Und weil Hass sich niemals verbraucht, nie aufhört und nie von allein verschwindet, macht er immer so weiter, genau wie ein Tier, das zwar keinen Hass kennt, aber seinen Reflexen ausgeliefert ist. Menschen also, in denen ein tiefer Hass brennt, dessen eigentliche Ursache sie aber nicht verstehen wollen, sind am Ende dieser Kette eher animalisch als human.“ 
Damit ist die Ex-Stasi-Dame Kahane nun endgültig auf dem Niveau von dem „Viehzeug“ von Lutz Bachmann von Pegida  gelandet, nur auf der politisch korrekten Seite. Wer einzelne Menschen oder Gruppen von Menschen animalisiert, also entmenscht und damit auch tief in braune Regionen abgleitet, raubt seinen Opfern die unantastbare Menschenwürde. Kahane taumelt offenbar in einem Siegesrauschgefühl ganz legal von oben herab, staatlich finanziert und legitimiert, Menschen jagen zu dürfen. In ihrem Beitrag „Kulturkampf der Gegenwart“ in der genannten Broschüre „Geh sterben“, einem wüsten Psycho-sozio-polito-Geschwurbel rückt sich Kahane in ihr ganz spezielles rechtes Licht und doziert: „Wem Hass als Persönlichkeitsmerkmal oder Frustreaktion nicht zur Verfügung steht, der kann sich in einer von Hass dominierten Atmosphäre nicht lange aufhalten.“ Selber zählt sie sich offenbar zu den guten Menschen, die des Hasses gar nicht fähig sind. Kahane nennt die Erwähnung ihrer Stasi-Vergangenheit offenbar heute eine rechtsradikale Kampagne gegen sie selbst. Wenn das allerdings die Definition von Rechtsradikalität ist, wird man wohl feststellen müssen, dass sich Kahane selber rechts herum umzingelt.
Warum hat Maas für seine private Hassexpertenarmee ausgerechnet Kahane ausgesucht? Kahane war acht Jahre lang Stasi-Zuträgerin. Gut, das ist bekannt, was die Sache nicht besser macht. Sie kann ein Gutachten vorweisen demgemäß sie als Stasi Niemandem geschadet hätte, soweit der Gutachter weiß. Der Schwarzfahrer schade auch Niemandem, denn die Eisenbahn fährt so oder so. Und für diese Feststellung braucht man nicht mal einen Gutachter. 

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