Monday, May 16, 2016

Parteien – ihr habt mich politisch heimatlos gemacht

Seit gestern gelten Marokko, Algerien und Tunesien als sichere Herkunftsstaaten. Nordafrikanern droht damit eine schnellere Abschiebung als zuvor. Theoretisch zumindest. Praktisch könnten die Grünen im Bundesrat blockieren. Bereits 2014 gab es Streit unter den Grünen als die Bundestagsfraktion gegen eine Einstufung von Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina als sichere Herkunftsländer stimmte. 2015 vollzog sich das gleiche Spiel in Bezug auf Montenegro, Albanien und den Kosovo. In beiden Fällen war es damals jedoch der Bundesrat unter grüner Mithilfe, der den Beschlüssen zur Mehrheit verhalf. In Bezug auf die Maghreb-Staaten könnte dies jetzt anders aussehen. Kretschmann, der 2014 noch für die nötige Mehrheit im Bundesrat sorgte, ließ bereits verlauten, dass die Maghreb-Staaten „ein bisschen was anderes wie die Westbalkanstaaten“ seien. Auch andere Länder mit grüner Regierungsbeteiligung, wie etwa Sachsen-Anhalt, könnten sich quer stellen.
Darüber hinaus bleibt fraglich, ob Nordafrikaner auch bei Durchbringung des Gesetzes tatsächlich künftig schneller abgeschoben werden. 25 Algerier, 18 Marokkaner und 14 Tunesier, also insgesamt 57 Personen aus den Maghreb-Staaten, hat man im ersten Quartal 2016 abgeschoben. Dabei gilt so gut wie kein Asylbewerber aus Nordafrika als asylberechtigt. Fast alle Anträge werden abgelehnt.

Schauplatzwechsel: Nach aktuellen Zahlen kamen 2015 zwei Millionen Einwanderer nach Deutschland. Den ganz großen Anteil bilden Asylbewerber. Bis heute hat uns die Politik nicht gefragt, ob wir das überhaupt wollen. Fakt ist jedoch, dass all diese Menschen versorgt werden wollen und das unabhängig davon, ob sie asylberechtigt sind oder nicht, ob sie sich anständig verhalten oder Straftaten begehen. Die Polizei beklagt eine massive Zunahme von Sexismus und Belästigung gegenüber weiblichen Kolleginnen bei Einsätzen in Asylbewerberheimen. Die Meldungen über Vergewaltigungen durch Asylbewerber häufen sich. Die islamische Kultur ist das Hauptproblem, wenn es um derlei Übergriffe geht. Auch hier hat uns keiner gefragt, ob wir den Islam in dem Ausmaß in Deutschland haben wollen. Und vor allem in dieser Frage will uns Frauen anscheinend keiner schützen.
Derweil plant der Bund laut Bericht des SPIEGELS bis 2020 93 Milliarden Euro für Flüchtlinge bereitzustellen. Darin inbegriffen: Sprachkurse, Unterbringung, Integration, aber auch die Bekämpfung von Fluchtursachen.  Den größten Anteil bildet dabei der Posten für die Sozialleistungen bei anerkannten Asylbewerbern. Hierfür veranschlagten die Beamten von Finanzminister Wolfgang Schäuble für diesen Zeitraum 25,7 Milliarden Euro. Weitere 5,7 Milliarden fließen in Sprachkurse. Für Eingliederungshilfen ins Berufsleben gibt es 4,6 Milliarden. Die Rechnung beruht darauf, dass 55% der anerkannten Asylbewerber nach fünf Jahren einer Arbeit nachgehen.
Parallel kann man in der FAZ lesen, wie teuer und erfolglos Schwedens Asylpolitik ist. Ein zweijähriges „Einführungsprogramm in Bildung und Arbeitsmarkt“ gibt es dort für die Integration von Asylbewerbern in den Arbeitsmarkt. Es besteht aus Sprachkursen, Bewerbungstrainings und Praktika. Die Teilnahme ist nicht verpflichtend, aber weil sie mit Zuschüssen zur Sozialhilfe belohnt wird, sind die Beteiligungsquoten hoch. Zuletzt befanden sich rund 55.000 Personen im Programm. Der Staat stellt umgerechnet 1,7 Milliarden Euro in diesem Jahr dafür bereit. Der Erfolg ist eher bescheiden, wie der Blick der OECD auf deren Werdegang zeigt: Ein Jahr nach Ende des Programms waren nur noch 28 Prozent der geringqualifizierten Männer und ganze 19 Prozent der Frauen beschäftigt. Ich blicke noch einmal auf die veranschlagten Milliarden aus dem anderen Artikel und weiß, dass auch sie in ähnlich erfolgreichen Maßnahmen versickern werden.
Integration, Motivation, unbedingter Wille – all das kann man nämlich immer noch nicht mit Geld erzeugen. Gerade bei Einwanderern aus dem islamischen Kulturkreis, wo die individuelle Leistung, der berufliche Erfolg nicht so viel zählt, ist das ein Problem.
Seit Monaten poste und schreibe ich Artikel zu diesen Themen. Kommentiere, was das Zeug hält. Auch meine Leser kommentieren fleißig. Der Unmut wächst. In allen Teilen der Bevölkerung. Und immer wieder die Aussage: „2017 abwählen“.
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