Darauf mag zurückzuführen sein, was der auch hier veröffentlichende Heribert Seifert in der NZZ als “Wutjournalismus der Leitmedien”
seziert: Dieser Wutjournalismus erklärt “Schimpfen, Weghören und
Kommunikationsverweigerung zu Tugenden. Eine rhetorische
Hau-drauf-Mentalität gegen den Feind von rechts gilt nicht nur in
Kreisen von habituellen Krawall-Kolumnisten, wie sie der ‘Spiegel’
beschäftigt, als Gebot der Stunde. So überraschte der Berliner
‘Tagesspiegel’ seine Leser mit einem Beitrag, in dem er den Prügelmeuten
der sogenannten Antifa ausdrücklich dankte, weil sie mit ihren
Gewaltaktionen den politischen Gruppen, die sie zu Nazis erklären, die
Wahrnehmung von Rede- und Demonstrationsfreiheit nach Kräften unmöglich
machen.” Seifert führt viele Belege an, wie in selbsternannten
Qualitätsmedien Teile ihrer Leserschaft als “Hetzer”, “Mob”, “Pack”,
aber auch “Idioten” und “Dumpfbacken” beschimpfen und den “gesamte
Kommunikationsraum, der sich in Opposition zum linksliberal-grünen
Justemilieu zu etablieren beginnt, zu einer Zone des Bösen erklärt, die
unter Quarantäne zu stellen ist”. Das linke Londoner Wochenblatt New Statesman
sieht in der deutschen Lust, abweichende Meinungen aus dem öffentlichen
Diskurs auszuschliessen, ohne sich argumentativ mit ihnen
auseinanderzusetzen, das Merkmal eines sehr “eingeschränkten und
elitären” politischen Systems, in dem das Verhältnis zwischen
Repräsentanten und Repräsentierten gestört sei.
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