Tuesday, February 16, 2016

Antisemitismus-Vorwurf: Bayreuther Stadtrat stoppt Toleranzpreis-Verleihung

Der Bayreuther Stadtrat hat die diesjährige Verleihung des Bayreuther Wilhelmine-Toleranzpreises ausgesetzt. Nach 90-minütiger, intensiver Diskussion einigte sich der Stadtrat darauf, den Preis zunächst nicht zu vergeben und die Diskussion mit „Code Pink“ und wenn möglich der israelitischen Kultusgemeinde zu suchen. Im vergangenen Sommer hatte der Stadtrat der Gruppe den Preis noch einstimmig zuerkannt. Die Auszeichnung sollte eigentlich im kommenden April an die US-Bürgerrechtsbewegung „Code Pink“ verliehen werden. Bei ihren Anhängern gilt „Code Pink“ als von Frauen gegründete pazifistische Bürgerrechtsbewegung, politisch weit links stehend. Doch hochrangige jüdische Vertreter haben den Verdacht, dass die Truppe extrem antiisraelisch eingestellt ist und mit Antisemiten kooperiert.Rabbiner Abraham Cooper, der stellvertretende Direktor des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Los Angeles, hatte in der Jerusalem Post scharfe Kritik an „Code Pink“ geübt. So seien Aktivisten der Gruppe in einem Video zu sehen, in dem der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit Adolf Hitler gleichgesetzt werde. Auch hätten sich Mitglieder der Gruppe an einer Konferenz von Holocaust-Leugnern in Teheran beteiligt. Mit der Entscheidung für „Code Pink“ als Preisträger entehre sich Bayreuth selbst und die Werte, für die dieser Preis stehe, erklärte Cooper. Tatsächlich sind im Internet Fotos zu sehen, auf denen „Code Pink“-Aktivisten Netanjahu auf Transparenten vorwerfen, ein Kriegsverbrecher zu sein.Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe (Bayreuther Gemeinschaft/BG) hatte die Verleihung nach der internationalen Kritik von sich aus ausgesetzt. „Bereits begründete Zweifel an der Eignung eines möglichen Preisträgers reichen meiner Meinung nach aus, um den Preis nicht zu verleihen“, erklärte die Oberbürgermeisterin.
 bayernkurier.de

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