Günther Oettinger, 63 Jahre alt, EU-Kommissar und abgedankter
Ministerpräsident von Baden-Württemberg, hat sein Innerstes nach außen
gekehrt. „Wenn“, ließ er die Welt gestern wissen, „wenn die komische
Petry meine Frau wäre, würde ich mich heute Nacht noch erschießen“.
Welche Ansage! Was, fragt man sich da, mag dem Mann insgeheim durch
den Kopf gehen. Hat er überhaupt noch eine geladene Pistole? Und warum
muss es unbedingt in der Nacht sein, wo er doch, wenn er denn mit Frauke
Petry (41) verheiratet wäre, im Ehebett an der Seite seiner Gattin
läge? Wäre es womöglich eine Übersprungshandlung nach einer Niederlage,
die er nicht verwinden konnte?
Jetzt reicht es aber, sagen Sie? Wohl wahr. Wer so argumentiert,
schlägt unter die Gürtellinie. Aber wir haben ja auch nur versucht, uns
ein paar Zeilen lang auf das Niveau von Herrn Oettinger zu begeben, ganz
nach unten, wo es miefig wird.
Ein gütiges Schicksal hat Frau Petry davor bewahrt, in einem
solchen Mief aufzuwachen, an der Seite eines verschwitzten Gockels.
PS. In der Trauerrede auf den baden-württembergischen
Ministerpräsidenten Hans Filbinger im Jahre 2007 erhob Günther Oettinger
den nationalsozialistischen Marinerichter und Mitverantwortlichen für
vier Todesurteile zu einem „Gegner des NS-Regimes“. Erst vor wenigen
Wochen, Anfang Januar, verlangte der EU-Kommissar Oettinger „Warschau
unter Aufsicht“ zu stellen. Von mangelnder Zurechnungsfähigkeit mag
sprechen, wer will.
achgut.com / Thomas Rietzschel
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