In seinem Buch erzählt Bowd von einem Abendessen in Houellebecqs Pariser
Wohnung vom Januar 2013. Meeresfrüchte, Lammragout, Absinth und Côtes
du Rhône werden in großen Mengen vertilgt; Houellebecq, von seiner Frau
Marie-Pierre Gauthier getrennt, genießt die Begleitung einer jungen
Literaturstudentin. Die Stellungnahmen des Autors, wie Bowd sie notiert
hat, sind radikal: „Ich werde ein Interview geben, in dem ich zum
Bürgerkrieg aufrufe, um den Islam in Frankreich zu vernichten. Ich werde
dazu aufrufen, Marine Le Pen zu wählen!“ Bowd fährt fort: „Inès
widerspricht dieser politisch inkorrekten Parteinahme, die offenbar noch
weitere Pariser Intellektuelle betrifft, die einst links standen:
Renaud Camus oder Robert Ménard... Michel antwortet sogleich: ‚Der Front
National ist keine rechtsextreme Partei. Er ist nicht Drumont. Er ist
nicht Daudet...‘ ‚Aber alle deine Freunde sind linke Bobos, die
Mélenchon wählen. Mit solchen Äußerungen wirst du nie den Nobelpreis
bekommen!‘“Bowd nimmt Houellebecqs Tirade als Ausgangspunkt seines Buchs und fragt
sich, wie es kommen konnte, dass Intellektuelle mit einst
kommunistischen Affinitäten sich jetzt dem Front National annähern.
faz.net
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