Friday, March 04, 2016

Victim Blaming oder Der Schlaf der Gerechten

Vier Tage ist es gerade einmal her, dass schon wieder zwei Mädchen in einem Schwimmbad von zwei Männern bedrängt und sogar vergewaltigt worden sind. Bei den Männern soll es sich um zwei Afghanen im Alter von 14 und 34 Jahren. Sie sollen die Mädchen im Schwimmbad „Arriba“ bei Norderstedt in Schleswig-Holstein BILD-Berichten zufolge zuerst vor der Wasserrutsche bedrängt haben und ihnen anschließend in die Wasserrutsche gefolgt sein, in die sich die Mädchen daraufhin geflüchtet hatten. Nach Informationen des Hamburger Abendblattes sollen die Täter dabei mit den Fingern in ihre Opfer eingedrungen sein. Die Polizei spricht von massiven beischlafähnlichen Handlungen und ermittelt folglich wegen Vergewaltigung. Da dies nicht der erste Vorfall dieser Art im „Arriba“ gewesen sein soll (schon 2014 soll es eine Sex-Attacke auf fünf junge Mädchen gegeben haben), stellte man bereits damals die Regel auf, dass die Rutsche nur noch mit Gummireifen benutzt werden dürfe, damit das Blockieren der Rutsche erschwert würde. Aber Moment mal? Blockieren der Rutsche? Ja ganz Recht! Schon damals sah man das Problem eher durch die Rutsche verursacht als durch junge Männer, die anscheinend der Meinung sind, junge Mädchen und Frauen seien Freiwild, mit dem man machen könne, was man wollte. Nicht der erste Versuch, die sich hier offenbarenden Probleme durch Scheinlösungen zu umschiffen. Wenn sich die Meldungen, nach denen junge, meist muslimische Männer Frauen in Schwimmbädern belästigen und teils sogar vergewaltigen, mehren, dann liegt das eben nicht an einer Kultur, die „ungläubige“ Frauen wenn überhaupt kurz vor dem Nutzvieh ansiedelt, sondern allenfalls an zu engen Wasserrutschen, zu wenig Stoff am Körper oder zu viel Lippenstift. Ja man muss sich wirklich fragen, was den armen Jungs da anderes übrig bleibt. „Victim blaming“ nennt man das Neudeutsch, wenn man die Schuld für die Tat beim Opfer sucht. Eine Argumentation, die man sich besser verkneifen sollte, wenn man sich nicht ähnlicher rhetorischer Mittel bedienen möchte wie es Vergewaltiger tun. Und dennoch schrecken weder Toleranz- und Sittenwächter von Grünen und Linken, noch selbsternannte und medial geförderte Feministinnen davor zurück.
 Weiterlesen bei rolandtichy.de

No comments: