Max Kahane war ein überzeugter Kommunist. KPD-Mitglied, Mitbegründer des
(späteren DDR-)Nachrichtendienstes ADN, Journalist und Chefkommentator
beim Neuen Deutschland, dem staatlichen Propagandablatt der DDR, das
gegen die Bundesrepublik und ihre freiheitliche, marktwirtschaftliche
Ordnung hetzte und den Verbrecherstaat DDR verherrlichte. Sogar die
Zeitung Neues Deutschland selbst (ja sie existiert immer noch) schrieb -
bei aller Relativierung im übrigen - im April 2016 zum 70jährigen Bestehen über die eigene Vergangenheit: "In
dieser Zeitung haben furchtbare Dinge gestanden, wurden Linke
diffamiert, Menschen verächtlich gemacht, denen der real existierende
Sozialismus keine Hoffnung mehr war. Es wurde gelogen. Es wurden reale
Zustände und Zusammenhänge vernebelt." Nun ja, es wurden nicht nur
Linke diffamiert. Aber in der Tat: furchtbare Dinge hat die Zeitung
verbreitet. Und Max Kahane hat dabei mitgemacht.
Seine Tochter Anetta Kahane führt die „furchtbare“ Propagandaarbeit
über die von ihr 1998 gegründete, als gemeinnützig anerkannte
Amadeu-Antonio-Stiftung fort, deren Vorstandsvorsitzende sie ist.
Gelernt hat sie dies womöglich bei der DDR-Staatssicherheit, der sie
sich gegenüber über viele Jahre als Spitzel verpflichtet hatte. Eine
Schule fürs Leben. Ein bewährtes Mittel der Stasi zur Zersetzung war,
Menschen mit rechtsextremen Kreisen in Verbindung zu bringen (vergleiche hier).
Dieses Mittel läßt sich auch heute nutzen. Über ihre Stiftung kann Frau
Kahane jetzt Andersdenkende diffamieren und an den Pranger stellen. Da
werden Listen über Personen mit aus Sicht der Stiftung falscher
politischer Einstellung geführt und diese in die (rechts-)kriminelle
Ecke gestellt (siehe das Projekt „Neue-Rechte-Wiki“), auf
Regierungsgeheiß mit Facebook eine sogenannte „Initiative für
Zivilcourage online“ zur Bekämpfung unliebsamer Meinungen im Internet
betrieben oder kürzlich mit ausdrücklich genannter Unterstützung des
Bundesfamilienministeriums in einem Leitfaden über „Hetze gegen
Flüchtlinge in sozialen Medien“ konkrete Personen namentlich
verunglimpft ebenso wie diverse Publikationen (zum Beispiel Eigentümlich
frei). Verlinkungen auf diese Denunziations-Projekte der Stiftung
erfolgen hier nicht, wer sich diesen Unfug antun will, soll selber
suchen.
Allgemeiner Unterstützung kann sich Frau Kahane bei ihrem Tun sicher
sein. Im Stiftungsrat sitzen Vertreter aus den Reihen des Rundfunk
Berlin Brandenburg und der Wochenzeitung „Die Zeit“, es besteht eine
Kooperation mit dem „Stern“, und die SPD-Fraktion des Bundestags hat der
Stiftung einen Bundestags-Hausausweis für Lobbyvertreter ausgestellt.
Frau Kahane ist das, was ihr Vater in der DDR war: ein mit den
Mächtigen vernetzter, ideologisch verhärmter Überzeugungstäter. Doch
während dem Vater der Vaterländische Verdienstorden der DDR verliehen
wurde, blieb Tochter Anetta bisher das Bundesverdienstkreuz versagt –
noch, möchte man ergänzen, sind doch Stasi-Verbindungen mittlerweile
hilfreich, siehe Beate Klarsfeld.
Finanziell jedenfalls hat sich ihre Vor-Wende-„Ausbildung“ in der DDR
für Frau Kahane außerordentlich gelohnt. Denn ihre Agitationstätigkeit
kann sie mit weitreichenden Steuermitteln betreiben. Wie sich den
eigenen Angaben der Stiftung auf deren Internetseite entnehmen läßt,
erhielt die Stiftung von 2008 bis 2014 (die Jahre vor 2008 sind nicht
veröffentlicht, 2015 auch noch nicht) fast 6,2 Millionen Euro an
Zuschüssen, insbesondere vom Bundesfamilienministerium. Im Durchschnitt
jährlich fast 900.000 Euro. Das sind etwa zwei Drittel der Einnahmen.
Der Rest sind Spenden und sonstige Erträge, die nicht näher bezeichnet
sind. In dem Zeitraum von 2008 bis 2014 erzielte die Stiftung einen
Gesamtüberschuß von ca. 455.000 Euro, im jährlichen Durchschnitt beträgt
der Überschuß etwa 65.000 Euro. Bezogen auf das Stiftungskapital, das
in dem Zeitraum von 343.700 Euro auf 379.700 Euro anstieg, macht das
eine jährliche Eigenkapitalrendite von etwa 17 bis19 Prozent. Und das
steuerfrei. Davon können die meisten „bösen Kapitalisten“ nur träumen.
(Die Rücklagen sind bei der Rendite außen vorgelassen, da gemeinnützige
Organisationen grundsätzlich nicht auf Vermögensmehrung ausgerichtet
sein dürfen).
Bei solch hohen Gewinnen fragt man sich unwillkürlich, warum der
Staat Zuschüsse an die Stiftung vergibt, die jedenfalls in der vollen
Höhe gar nicht benötigt werden. Wer ideologisch nicht völlig verbohrt
ist, fragt sich natürlich weitergehend, warum überhaupt Zuschüsse an
diese Stiftung gezahlt werden, und kann sich die Antwort selbst geben.
Aber das soll hier nicht das Thema sein. Denn auch wer der Stiftung
gewogen sein sollte (egal ob als Spender oder als Beamter, der über
Zuschußgewährungen zu entscheiden hat), sollte darüber nachdenken, warum
bei einer gemeinnützigen Organisation hohe Gewinne realisiert werden
müssen.
Aus diesen Gewinnen hat die Stiftung hohe Rücklagen gebildet, auf
fast 1,3 Millionen Euro belaufen sich Rücklagen nebst Gewinnvortrag per
31.12.2014, dazu noch das Stiftungskapital von fast 400.000 Euro. Was
tut eine Stiftung mit so viel nicht benötigten Zuschüssen und Spenden?
Sie legt es in Wertpapiere an (ca. 600.000 Euro) und läßt es auf dem
Konto (ca. 700.000 Euro) liegen. Und dann kann man Geld auch noch wie
eine Bank verleihen. 432.000 Euro sind als sonstige Ausleihungen in der
Bilanz verbucht. Als sonstige Ausleihungen werden langfristige
Kapitalüberlassungen an Dritte bezeichnet, vor allen Darlehen gehören
dazu. Die Stiftung teilt - auch auf Anfrage - nicht mit, worum es sich
dabei handelt und ob sie gegebenenfalls Darlehen an Frau Kahane selbst
oder andere Stiftungsratsmitglieder vergeben hat oder an eine
befreundete Partei/Organisation oder wen auch immer. Wer also das
„Bankgeschäft“ der Stiftung weiter unterstützen will, mag ruhig weiter
spenden. Die Amadeu-Antonio-Bank wird es ihm danken.
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