So heißt die Doku der ARD, die sich mit der Ermittlung der Vorfälle der Silvesternacht und den anschließenden Gerichtsverfahren befassten, speziell mit den Fakten in Hamburg in diesem Fall. Elf mutmaßliche Täter hat die Polizei in Hamburg ermittelt, nicht zuletzt mit Hilfe eines Partyfotografen, der die Szenerie unmittelbar vor den „Übergriffen“ von oben in hochauflösenden Bildern aufgenommen hat. Hunderte Anzeigen von sexuell belästigten Frauen gab es allein an diesem Ort in Hamburg. Allein es nützte nichts. Zwar ist jedem an der Ermittlung Beteiligten nach Auswertung der Bilder klar, dass die Bilder ohne Zweifel sowohl die Opfer als auch die Täter zeigen – aber eben nicht exakt zum Zeitpunkt der Tat. Deshalb sind die Bilder nur Indizien, keine Beweise. Pech gehabt!
Und wie verpackt die ARD das Totalversagen mit Ansage der Justiz in diesem speziellen Fall? Sehr seltsam wie ich finde. Taktvoll erscheint zunächst, dass die betroffenen Frauen als Zeichnungen dargestellt wurden, besonders deshalb, weil sie sämtlich am Ende der ARD-Doku als komplette Deppen und Verlierer dastehen werden. Die Helden und wirklichen „Opfer“ der peinlichen ARD-Zusammenschnippelung sind nämlich die mutmaßlichen Täter. Das wird im Verlauf der Sendung von Minute zu Minute klarer. Die Anstrengungen die unternommen werden, um sich in die Rolle der vermeintlichen Sexualstraftäter hinein zu versetzen, sind einfach widerlich! Wenn etwa ein Kamerateam in das tunesische Heimatdorf der Beschuldigten geschickt wird um herauszufinden, ob „Frauenbelästigung in Gruppen“ dort eine Art normale Freizeitbeschäftigung sei (als würde das eine Rolle spielen) und das Kamerateam zufrieden mit der Antwort abzieht „Belästigungen gibt es hier, aber nicht in Gruppen“ – alles innerhalb geschmackwahrenden Grenzen also – wird das die betroffenen Frauen sicher weder in Tunesien noch in Hamburg beruhigen. Fernsehleute, die sich als Ermittler versuchen, sind manchmal einfach nur sehr peinlich. Wenn etwa die Mama eines der Verdächtigen sein Bild in die Kamera hält um zu beweisen, das ihr Sohn doch so ein lieber Junge sei, der in Deutschland eine Familie gründen wolle.
Der ARD-Bericht stellt dem Zuschauer voller Empathie die Tatbeschuldigten vor und zeigt uns ihre Familien, besonders die Kinder. Menschen wie Behzad S. zum Beispiel, der zwar zur Tatzeit anwesend war und auch von einer der überfallenen Frauen identifiziert und beschuldigt wurde, aber jede Tatbeteiligung abstreitet. Niemand, weder im Gerichtsverfahren noch im ARD-Film kam auf die Idee ihn zu fragen, wie es wohl kommt, dass er an Silvester allein auf der Reeperbahn feiern geht, seine Frau und seine Kinder aber in der Flüchtlingsunterkunft allein zurückblieben. Das hatte offenbar keinen Einfluss auf die Tatabsicht. Aus welchen Quellen deutsche Gerichte und Fernsehanstalten ihre Weisheiten schöpfen, weiß wohl nicht mal Allah.
Alle Verfahren gegen die Tatverdächtigen ruhen oder wurden eingestellt, niemand musste den Heimweg nach Marokko antreten, die Staatsanwaltschaft jedenfalls „kann damit leben“ dass sie zwar definitiv jeden der Sexualstraftäter auf den Fotos hat, aber eben leider nicht „in flagranti“ überführen konnte. Es ließen sich dummerweise auch keine Afghanen finden, welche von den Marokkanern als Täter beschuldigt wurden, weil denen ja sowas zuzutrauen sei. (Burka dort, Mädchenfleisch hier, sie verstehen). Schon wieder Pech gehabt!
Wer aber vor Gericht nicht nur ein Urteil, sondern auch eine schallende Ohrfeige haben will, braucht dazu einen passenden Richter. Oder eine passende Richterin. Eine Richterin wie Kathrin Sachse, die wirklich und wahrhaftig folgendes in die Kamera sprach:
„Wer
nicht zufrieden ist [mit den Freisprüchen] …dem würde ich raten, sich
in die Situation des Angeklagten zu versetzen – und dann nochmal
nachzudenken“. (im Video ab 17:40)
So viel Kaltschnäuzigkeit hätte ich nicht einmal von der deutschen
Justiz erwartet, ehrlich. Ich habe schon viel gehört, was mir den Atem
stocken ließ, aber dieser Satz ist bislang der unangefochtene
Spitzenkandidat für den Ice-Queen-Award in der Kategorie „Fick dich“ –
der eiskalte Wahnsinn!Wie wäre es gewesen, eure Eisheiligkeit, wenigstens bei der Gelegenheit des ARD-Interviews ein wenig Empathie mit den Opfern zu zeigen, denen Sie in Ihrem Gerichtssaal leider nicht zu Gerechtigkeit verhelfen konnten? Nicht wenigstens mal ausnahmsweise? Das der Rechtsstaat bei der Aufklärung der Verbrechen vom Silvesterabend 2015 versagte, ist schon schlimm genug. Dass aber der moralische Kompass einer Richterin solche Pirouetten dreht, ist ein Skandal!
Versetzen Sie sich doch mal in die Rolle der Opfer und denken dann nochmal darüber nach, was Sie wann in welche Kamera sprechen, Frau Richterin!
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