Monday, November 06, 2017

Muttis Gesetz: Die Angleichung des Westens an die islamische Kultur


Unbewusst dürfte die Grenzöffnung von 2015 von vielen moslemischen Männern als Einladung verstanden worden sein, sich mit „Mutti“ gegen Vernunft und Gesetz zu vereinigen. Schon in der familiären Ansprache der Kanzlerin verbinden sich Frauenverachtung und die Unterstellung einer ungeheuren, archaischen Macht der Mutterinstanz. Merkel hat ihren Spitznamen schon vor 2015 gehabt, aber erst mit der Grenzöffnung wurde er zum Programm einer kollektiven unbewussten Wunscherfüllung. In ihrem gewährenden Gestus und in ihrer Omnipräsenz – in der Gleichzeitigkeit von medialer Selfie-Darstellung und Ungreifbarkeit des mütterlichen Prinzips – entspricht sie jener antiödipalen Mutter-Imago, mit der die moslemischen Männer das Gesetz des Vaters außer Kraft setzen. Der Vater ist besiegt, die Mutter gehört den Söhnen und die Söhne der Mutter: Diese unbewusste Phantasie ist der Urgrund der Islamisierung. Das islamische Patriarchat kann nur mittels der Geschlechterapartheid existieren, und selbst diese Trennung kann kaum verbergen, dass dieses Patriarchat ein kastriertes ist. In Deutschland trifft diese Disposition auf das, was der Psychoanalytiker Hermann Beland „Defektnationalismus“ genannt hat: „Dieser Defektnationalismus besteht in einem illusionären Verschmelzungsgefühl mit einem idealisierten Großkörper ‚Deutschland‘, eigentlich einem abgespaltenen Aspekt einer frühen Mutterimago, deren narzisstische Idealität die eigene Verletztheit und Kastration zum Verschwinden bringt, weil man in dem Größengefühl einer Identifizierung verschwinden kann.“ (3)Die Herrschaft der Bruderhorde bringt aber kein neues Gesetz als Konsequenz des schlechten Gewissens über den Vatermord hervor; im Bündnis mit der Mutter herrscht vielmehr lediglich das Gesetz der Abhängigkeit. Insofern ist es auch falsch, vom „politischen Islam“ zu sprechen, ist doch die islamische Bewegung darauf ausgerichtet, das Politische als Vermittlung von Bürger und Gesetz zu vernichten und die Umma als allseitige Abhängigkeit zu etablieren, in der die durch das Gesetz vorgenommenen Trennungen beseitigt werden: Das Wort Umma leitet sich von Oum (Mutter) ab, worauf Fethi Benslama hinweist, der tunesisch-französische Kinderanalytiker, dessen Psychoanalyse des Islam nach vielen Jahren nun endlich auf Deutsch erschienen ist. In seinem Buch Der Übermuslim legt er dar, „dass der Islamismus eine von Muslimen auf der Basis des Islams erfundene antipolitische Utopie ist, die sich gegen den Westen richtet, nicht ohne sich eines Teils seiner politischen Errungenschaften zu bedienen.“ (4) Der Übermuslim ist ein Massenideal, das sich aus dem Scheitern der Herausbildung eines individuellen Ich-Ideals nährt, eine narzisstische Entindividualisierung. Das Ich-Ideal blieb als begrifflicher Vorläufer des Über-Ichs in der Metapsychologie Freuds erhalten, weil es die individuelle Seite des Über-Ichs beschreibt, nach der das Subjekt strebt. Wo aber, weil ödipale Trennung nicht möglich war, ein Über-Ich nur schwach sich ausbilden kann, bleibt das Ich-Ideal als Vorstellung vom Ich allenfalls rudimentär. In diesem Umstand ist das Scheitern der Bemühungen begründet, Islamisten zu „deradikalisieren“. Was bei Nazi-Aussteigern durchaus möglich ist – die Wiedererrichtung eines individuellen Wertekanons und einer Vorstellung davon, wie „ich“ sein möchte –, ist in den vergangenen Jahren bei Islamisten grandios gescheitert. Ein Grund dafür ist, dass der Islamismus fälschlich als politische Ideologie, dem Faschismus oder Nationalsozialismus vergleichbar, begriffen wird und die Islamisten entsprechend als politische Überzeugungstäter. Eine Überzeugung im eigentlichen Sinne aber haben die meisten von ihnen nicht vorzuweisen, wie Benslama zeigt, eigentlich haben sie nichts außer ihrem destruktiven Narzissmus, der nach Entindividualisierung strebt. Gerade in der grundlegenden Ablehnung von Vernunft und Gesetz liegt ihre Unerreichbarkeit für pädagogische Maßnahmen begründet, denn diese beziehen sich immer auf eine äußere Autorität, die ein inneres Äquivalent anzusprechen vermag.
http://beta.redaktion-bahamas.org/artikel/2017/77-muttis-gesetz/

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