Wenn der israelische Premier Benjamin Netanjahu in dieser Woche das
Vereinigte Königreich besucht, sollte er verhaftet, vor Gericht gestellt
und abgeurteilt werden,
ginge es nach einer ganzen Reihe linker Politiker und Gewerkschafter. In einem im
Guardian
veröffentlichten Brief fordern sie, der israelische Regierungschef
müsse als »Kriegsverbrecher« zur Verantwortung gezogen werden.
In ihrem kurzen Schreiben, das auch Gestalten wie Ahdaf Soueif,
Steven Rose, Ilan Pappe oder Baroness Jenny Tonge, die sich wohl als
Intellektuelle verstehen, unterstützen, fordern die Zeichner zudem
unverzügliche Sanktionen gegen Israel, darunter »an arms embargo [..]
until [Israel] complies with international law and ends the blockade and
the occupation«.
Ein Bekenntnis zum Existenzrecht des jüdischen Staates oder auch nur
eine leise Verurteilung antisemitischen oder islamistischen Terrors
gegen die Bevölkerung Israels sucht man in dem Schreiben vergeblich, das
eine Ergänzung einer ähnlichen
Petition ist, deren Urheber dem israelischen Regierungschef ein »massacre of over 2000 civilians in 2014« vorwerfen.
In Kreisen, die solche Briefe schreiben oder Petitionen verfassen, nimmt man es mit der Wahrheit nicht so genau. So
behaupten
die ebenfalls nicht unbedingt faktischer Korrektheit verpflichteten
Vereinten Nationen, während der kriegerischen Auseinandersetzungen in
Gaza im vergangenen Sommer hätten »1,462 Palestinian civilians« ihr
Leben verloren, nicht »over 2000«.
Wer allerdings über 500 Kriegsverbrechen behauptet, die es in
Ermangelung von Opfern mit Gewißheit nicht gegeben hat, der ist auch bei
den anderen angeblichen nur wenig glaubwürdig. Hinzu kommt der
zweifelhafte Ruf manches prominenten Namens, mit denen doch eigentlich
für Redlichkeit, »Qualität« gebürgt werden und für Unterstützung
geworben werden soll.
Ahdaf Soueif beispielsweise, eine ägyptische Autorin, ist eine
Unterstützerin der so antisemitischen wie extremistischen BDS-Bewegung,
deren Anhänger mancherorts kein Geheimnis mehr daraus machen, Juden nach
dem Leben
zu trachten. Wo Ahdaf Soueif schlimmere Verhältnisse als »Apartheid«
beklagt, da ist die dafür zuständige Regierung außerordentlich, nun,
beliebt.

Und hat etwa Jenny Tonge überhaupt noch einen Ruf? »The treatment of
Palestinians by Israel is held up as an example of how the west treats
Muslims and is at the root cause of terrorism worldwide«,
erläuterte
sie ihr Weltbild bereits 2010 und vermutete bei der Gelegenheit gleich
noch, Juden würden den Holocaust nutzen, andere moralisch oder
finanziell zu erpressen.
Daß auch Steven Rose und Ilan Pappe mit ihren Unterschriften
bezeugen, sich in einem solchen Umfeld wohlzufühlen, diskreditiert sie
zugleich. Sie haben sich ihren Ruf als »Intellektuelle«, die gar nicht
wissen, was Kritik ist und sie von Antisemitismus unterscheidet,
durchaus redlich erarbeitet – und sie lassen offenbar keine Gelegenheit
ungenutzt verstreichen, ihn zu festigen.
Es ist traurig, daß diesen so viele weitere Lumpen sich anschließen.
Sie sind es, die für ihre öffentliche Verleumdung eines demokratisch
legitimierten Politikers sanktioniert gehörten, statt auch noch in einem
Parlament erhört und debattiert. Sind sie keine Antisemiten, so klingen
sie doch wie welche. Ihr »Menschenrechtsaktivismus« ist eine
Beleidigung jeder Vernunft.
tw24