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Tuesday, August 16, 2016

»Voll vertretbar«

Mit einer am vergangenen Abend veröffentlichten Stellungnahme haben Susanne Glass und Markus Rosch auf Kritik an ihrer Berichterstattung für tagesschau und tagesthemen über die Versorgung der Kleinstadt Salfit in den umstrittenen Gebieten mit Wasser reagiert. Während sie nahezu alle an sie gerichteten Vorwürfe zurückweisen, räumen sie allerdings zwei Versäumnisse ein:
»Was wir in diesem Zusammenhang aufrichtig bedauern – und künftig anders machen werden – ist, dass wir es versäumt haben, die israelische Seite durch einen eigenen O-Ton zu Wort kommen zu lassen. [..]
Auch sei angemerkt, dass unser Beitrag – weil wir eben leider die Siedlerseite (auch zu ihrer Verteidigung) nicht vor die Kamera bekommen haben, bewusst darauf verzichtet, den Wasserverbrauch der Siedler (z.B. Pools, intensive Bewässerung) zu zeigen [..].«
Wurden schon die gesendeten Beiträge mit den Worten kommentiert, »die machen genau das gleich wie Hitler mit den Juden es gemacht [sic!]«, möchte man gar nicht darüber nachdenken, wie die Reaktionen ausgesehen hätten, müßten die Journalisten nichts bedauern. Und womöglich muß man ihre Einsicht vor diesem Hintergrund als eine Drohung verstehen. Fehler machen für sie nur andere.
Trotz aller Mühen, ihre Arbeit zu verteidigen, gelingt es Susanne Glass und Markus Rosch nicht, mit ihren Worten zu überzeugen. Wenn sie etwa darauf beharren, der Ruf ihres »Experten« Clemens Messerschmid sei tadellos, offenbaren sie eine Blindheit, die ihresgleichen sucht. Der Deutsche bezichtigt Israel des Wasserdiebstahls und versucht, den Begriff »Wasser-Apartheid« zu etablieren.
Daß sie trotz unübersehbar politisch gefärbter Ansichten Clemens Messerschmids auf eine Darstellung anderer Positionen verzichteten, begründen Susanne Glass und Markus Rosch damit, »dass wir wegen eines« – völlig überraschend angesetzten? – »hohen jüdischen Feiertages nicht in einer der angefragten Siedlungen drehen durften und uns auch die angefragten Experten abgesagt haben«.
Dennoch habe man aber »in diesem Fall der Schnelligkeit den Vorrang gegeben«. Doch genau hier liegt das Problem: Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund für »Schnelligkeit«. »Palästinensische« Medien sehen in diesen Tagen keinen Anlaß, aus Salfit zu berichten – aber deutsche Journalisten haben es so eilig, daß sie nicht noch zwei Tage auf israelische Stellungnahmen warten konnten?
Liegt ob dieser Umstände nicht der Verdacht nahe, daß der »hohe jüdische Feiertag« Susanne Glass und Markus Rosch tatsächlich sehr willkommen war, weil sie genau die verleumderischen Beiträge senden wollten, die schließlich am Sonntag auch ausgestrahlt wurden? Immerhin jedenfalls ist es ihnen damit gelungen, vorzuführen, was bei tagesschau und -themen als »voll vertretbar« gilt.
 tw24

Monday, August 15, 2016

»Israel dreht einfach die Leitungen zu«: Die ARD erfindet eine Wasserknappheit

Schaut man im Archiv der »palästinensischen« Maan News Agency nach, wann sie zuletzt über die Wasserversorgung Salfits berichtet hat, ist als jüngster ein Beitrag vom 11. Juli zu finden, der die Kleinstadt und Wasserprobleme am Rande erwähnt. Nicht einmal das, eine solche Randnotiz, ist dagegen unter dem Stichwort »Salfit« beim International Middle East Media Center zu finden.
Wenn vor diesem Hintergrund tagesschau und tagesthemen am 14. August behaupten, in eben jenem Salfit herrsche eine durch Israel zu verantwortende Wasserknappheit, liegen Fragen nach Anlaß und Zweck dieser Berichterstattung nahe. Und hier muß wohl gar nicht lange nach einer Antwort gesucht werden: tagesschau und -themen hatten Sendezeit übrig, Haß auf Israel zu säen.
In der Tat hatte es, wie Ulrich W. Sahm in einer Analyse betont, vor einigen Wochen Engpässe bei der Versorgung Salfits und benachbarter »Siedlungen« mit Trinkwasser gegeben, für die ein da wie dort erhöhter Wasserverbrauch sowie eine geborstene Wasserleitung ursächlich waren, während die israelische Zivilverwaltung COGAT zusätzliche Wasserlieferungen natürlich genehmigt hatte.
Dafür wiederum, daß der zeitweise Ausfall einer Wasserleitung überhaupt zum temporären Problem werden konnte, ist nach Angaben von Uri Schor, eines Sprechers der Israel Water Authority, die Weigerung des Regimes in Ramallah verantwortlich, die veraltete Versorgungsinfrastruktur in den umstrittenen Gebieten sanieren und modernisieren zu lassen. Damit seien Ausfälle programmiert.
Das hätte man in einem Bericht erklären können, der diese Bezeichnung auch verdiente. Doch beim Ersten, für das Seriosität bei gewissen Themen von nachrangiger Bedeutung ist, wurde lieber ein »Experte« befragt, der mal Clemens Messerschmid hieß, mal Clemens Wasserschmid. Er lebt in Ramallah, war oder ist tätig für das dortige Regime und der Rosa Luxemburg Stiftung verbunden.
Und wie die Familie Osman in den nur scheinbar aktuellen Beiträgen von tagesschau und -themen spielte dieses Sprachrohr einer durch und durch korrupten »Regierung« schon in einem Beitrag des Blogs des ARD-Studios Tel Aviv eine Hauptrolle, der auf den 28. Juli datiert ist. Treuherzig blickt er dort in eine Kamera und klagt: »Israel dreht einfach die Leitungen zu [..], so einfach ist das«.
Nach Belegen fragte auch da niemand, von einer Stellungnahme der israelischen Seite ganz zu schweigen. Die Einseitigkeit des Blog-Beitrags ist wie die der »aktuellen« Beiträge von tagesschau und -themen gar nicht zu übersehen, die, ist zu vermuten, eine Zweitverwertung des ersteren sind. Oder empfängt die verdurstende Familie Osman täglich Gäste vom deutschen Staatsfernsehen?
»Palästinensische« Medien melden gegenwärtig keine Mängel in der Wasserversorgung Salfits. Da kaum anzunehmen ist, daß sie darüber schweigen würden, ist es kein großes Wagnis, eine stabile Versorgung der Stadt mit Trinkwasser zu behaupten. Was die ARD am Sonntag mehrfach sendete, war daher bewußte Desinformation, ein vorsätzlicher Verstoß gegen den deutschen Pressekodex.
 tw24

Saturday, January 02, 2016

Kritischer Journaillismus (Folge 1527): Profit

Ein arabischer Bürger Israels hat am Freitag bei einem Überfall auf eine Bar in Tel Aviv zwei Menschen ermordet und weitere verletzt. Aufzeichnungen einer Überwachungskamera zeigen den identifizierten, aber noch flüchtigen Täter, wie er in einem benachbarten Geschäft eine Waffe aus seinem Rucksack zieht und das Feuer eröffnet. Der Angriff wird als islamistischer Terror eingestuft.
In den Abendnachrichten des deutschen Staatsfernsehens übernimmt Richard C. Schneider die Berichterstattung über die Bluttat, die er so abschließt: »Politisch profitieren könnte davon die extreme Rechte in Israel, die die rund 1,5 Millionen israelischen Araber als Feinde innerhalb des Landes darstellt«. Ist das aber noch seriöse Information oder schon gehässige Propaganda?
In jedem Fall verrät dieser letzte Satz, daß Richard C. Schneider Nachricht und Meinung nicht zu trennen weiß. Nicht das von einem islamistisch motivierten Täter begangene Verbrechen scheint dem Journaillisten wichtig, sondern das Ausleben seiner Abneigung gegenüber einer nicht näher definierten »extremen Rechten«. Doch die hat keine Bar überfallen und Menschen umgebracht.
Und es ist wohl auch nicht allzu vermessen anzunehmen, daß der 29 Jahre alte Täter gerade nicht beabsichtigte, diese »extreme« oder jede andere »Rechte« zu stärken. Weshalb bringt der ARD-Veteran sie ohne Not dennoch ins Spiel? Weshalb spekuliert er munter drauflos, statt beim Thema zu bleiben – islamistisch motivierter Terrorismus? Immerhin gratulierte ja auch die Hamas.
Davon jedoch erfährt, wer Richard C. Schneider lauscht, nichts. Fakten, echte Informationen sind, scheint’s, nicht so wichtig, wenn es gilt, eine »extreme Rechte« mit einem Verbrechen in Verbindung zu quatschen, mit dem sie weniger zu tun hatte als, nun, Richard C. Schneider, der doch schon längst profitiert hat: Er durfte seine Voreingenommenheit als »Nachricht« verbreiten.
 tw24

Sunday, December 21, 2014

Kritischer Journaillismus

Am Freitag griffen “palästinensische” Terroristen aus Gaza Israel erneut mit mindestens einer Rakete an. Hatten die israelischen Streitkräfte in den Wochen zuvor mehrere Raketenangriffe unbeantwortet gelassen, flogen sie in der Nacht zum Sonnabend Einsätze gegen einen Hamas-Stützpunkt.
“A Ma’an reporter said that Israeli F-16 warplanes fired at least two rockets targeting a site belonging to Hamas in eastern Khan Younis.”
Kein zivilisierter Mensch, könnte man meinen, sollte etwas gegen die Zerstörung terroristischer Infrastruktur haben. In “Palästina” dagegen vergießt man bitteren Tränen um sie und schwört Rache. Die Hamas ruft gar nach internationaler Hilfe, wie die “palästinensischen” Mann News melden.
“Hamas spokesman Sami Abu Zuhri warned Palestinians in a statement of another ‘foolish’ Israeli act, calling upon the international community to carry out its responsibilities toward renewed Israeli aggression.”
Die DFLP, die Democratic [sic!] Front for the Liberation of Palestine, eine Organisation, zu der auch deutsche “Linke” und bekennende Friedenstauben enge Beziehungen unterhalten, erinnert dagegen daran, das eigene Schicksal in die – natürlich – eigenen Hände zu nehmen:
“The National Resistance Brigades, the military wing of the Democratic Front for the Liberation of Palestine, [..] called for a united resistance front, and called upon all Palestinian factions’ military wings to hold a meeting to discuss ways to respond to the recent Israeli attack on the Gaza strip.”
Es ist bezeichnend, daß in dieser Logik das auslösende Ereignis nicht einmal mehr erwähnt wird. Der Bruch eines “Waffenstillstands” wird Israel vorgeworfen, nicht jenen, die die informelle Waffenruhe tatsächlich brachen. Eine Umkehrung der Realität, die freilich besonders zur deutschen Berichterstattung paßt.
Waren international Überschriften nicht unüblich, die etwa verkündeten, “Israel bombs Hamas in Gaza after rocket attack”, und formulierte selbst der britische Guardian, “Israeli aircraft bomb Hamas base in Gaza Strip after militants fired rocket”, sparten die Deutschen sich letztere Information.
tagesschau20141220
Die tagesschau meldete eine “neue Eskalation in Nahost” und erklärte darunter: “Israel fliegt Luftangriffe auf Gazastreifen”; SPIEGEL online, das Portal zum deutschesten aller Nachrichtenmagazine, (über-)schrieb: “Nahost-Konflikt: Israel bombardiert Ziele im Gaza-Streifen”.
Besonders hart allerdings traf es die Deutsche Welle. Machte der deutsche Staatssender am Freitag noch die Propagandaarbeit der Hamas und klagte, “humanitäre Krise in Gaza spitzt sich zu”, mußte er am Sonnabend diesen Satz im Kleingedruckten verstecken:
“Zuvor hatten militante Palästinenser erstmals seither eine Rakete aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert.”
Bei dem Sender, der auch aus dem Budget des Kanzlerinnenamts finanziert wird, kann man nicht zählen. Oder will man nicht? “Two previous cases of militant rockets landing in Israel have been recorded” – das hätten die deutschen Staatsflunkerer jedenfalls beim Guardian erfahren können.
 tw24

Sunday, December 07, 2014

Rechtsruck-Propheten

Als bekannt wurde, daß im nächsten Frühjahr eine neue israelische Regierung gewählt werden wird, waren deutsche Medien und ihre “Experten” sich einig: Das kann gar nicht gut enden. Im ZDF etwa erzählte Nicola Albrecht, “wir vermuten sehr stark, daß eine neue Regierung möglicherweise noch konservativer sein wird als die jetzige schon ist”, und kündigte einen “Rechtsruck” an.
Das Stichwort fällt auch bei den Kollegen vom ARD-Studio in Tel Aviv. “Driftet Netanjahu noch weiter nach rechts?” fragt die tagesschau – und gibt sich die Antwort gleich selbst. Spekuliert werde, ob Benjamin Netanjahu im Bündnis mit Naftali Bennett “noch weiter nach rechts rückt, noch weiter weg von einem Dialog mit den Palästinensern”. Die ja bekanntlich täglich zum Dialog einladen.
“Eigentlich”, kommentiert der Stern, “eigentlich müsste man sich freuen, dass Israels Bürger im März an die Urne gerufen werden.” Denn “in den arabischen Nachbarstaaten der Region haben die Menschen entweder nie die Chance auf eine freie Wahl. Oder man nimmt sie ihnen wieder, sobald sie nicht richtig abgestimmt haben wie etwa in Ägypten.”
Doch weil die Bürger Israels anders abstimmen könnten, als sich das das Magazin wünscht, “muss man sich auch Sorgen machen”. Der amtierende israelische Premier sähe nämlich “gute Chancen”, mit neuen Partnern “den Weg” fortzusetzen, “der aus Israel eine Art Apartheidstaat machen” würde. Es spreche “vieles dafür, dass sich die Extremisten in Israel durchsetzen”.
Und während all diese Auskenner ihre verleumderischen Phantasien aufnotierten, wurden in Israel Bürger danach befragt, was sie denn von der Performance Benjamin Netanjahus hielten, wen sie wählen würden. “Netanyahu’s approval ratings sink”,titelte bereits am 30. November das Wall Street Journal und berief sich dabei ausgerechnet auf die Tageszeitung Haaretz.
“Almost two-thirds of Israelis would prefer a prime minister other than Binyamin Netanyahu”, staunt wenige Tage später The Guardian, eine nicht eben für übermäßige Israel-Sympathien verrufene Tageszeitung. “Asked whether they wanted Netanyahu to remain prime minister 60% of respondents said no, 34% said yes and 6% said they did not know.”
“I will form the next coalition and lead Israel in a new direction”, verspricht derweil Isaac Herzog, sozialdemokratischer Oppositionsführer im israelischen Parlament, der Knesset. Am 1. Dezember hat er sich in Ramallah mit “Präsident” Abu Mazen getroffen. “I repeated and emphasized [..], that we have before us a historic opportunity for peace, and we must do all that we are able to see it through”.
Isaac Herzog verzichtet, scheint’s, auf den Konsum deutscher Medien. Daher weiß er noch nicht, daß er keine Chance hat.
 tw24

Tuesday, November 18, 2014

Kritischer Journaillismus (Folge 985)

Christian Wagner ist für die tagesschau und die angeschlossenen Anstalten in Tel Aviv stationiert. Im Deutschlandfunk verrät er, wem sein Mitgefühl gilt:
“Auf die Frage nach der Ursache der Serie von Attentaten nennt Israels Ministerpräsident Netanjahu nicht etwa Armut oder Polizeigewalt in Ost-Jerusalem oder den Streit um den Zugang zu Felsendom und Al-Aksa-Moschee, Netanjahu sieht den Grund in einer Aufwiegelung durch den palästinensischen Präsidenten Abbas.”
Und das, nun, das kann ja einfach überhaupt nicht sein, selbst wenn Abu Mazen kürzlich den Eltern eines Attentäters versicherte, ihr geliebter Sohn sei als “Märtyrer” gestorben.
John Kerry, US-Außenminister, erklärte, “this kind of act [..] is a pure result of incitement, of calls for ‘days of rage'”. Und es war Abu Mazens Fatah, die “Tage des Zorns” ausrief.
Aber wenn der Christian Wagner meint, die PFLP-Terroristen wollten mit ihrem Massaker an Juden nur gegen Armut protestieren, wird es schon stimmen.
 tw24

Tuesday, July 29, 2014

Stromausfall in Gaza: Das Heucheln der “Israelkritiker”

“Palästinensische” Quellen und die tagesschau melden aus dem Kampfgebiet, “das einzige Gaza-Kraftwerk [sic!] brennt”, was der professionell desinformierte Kommentarpöbel zum Anlaß nimmt, routiniert und großzügig moderiert das zu tun, was er schon immer tat:
“Was Israel macht ist nur noch grausam und hat mit Selbstverteidigung nicht mehr das geringste zu tun.”
“Es ist ein gezielter Angriff gegen die Zivilbevölkerung. Dafür gibt es keine moralische Rechtfertigung.”
“Gegen Russland werden ständig Sanktionen verhängt, aber Israel hat einen Persilschein?”
Die Hamas hat sich dazu bekannt, das Kernkraftwerk bei Dimona beschossen zu haben, und damit das von ihr in Gaza betriebene Kraftwerk zum legitimien Ziel erklärt. Doch bereits in Zeiten relativer Ruhe haben die Islamisten und Ramallah gezeigt, daß sie dieses Kraftwerk für entbehrlich halten.
“‘We have completely stopped the operation of (Gaza’s sole) power plant this morning at 6 a.m. because we don’t have a single liter of fuel,’ Fathi el-Sheikh Khalil, the authority’s deputy chairman, told AFP. [..]
Khalil blamed the power outage on Egypt’s destruction of tunnels used for bringing fuel to Gaza and accused the Palestinian Authority of charging Hamas too much for its fuel.
‘Less than 50 percent of the needs of the Gaza Strip are currently covered by electricity from Israel (and) we can no longer get Egyptian fuel due to the destruction of tunnels from Egypt,’ he said.
‘We tried to get fuel from Israel via the Palestinian Authority, but it has imposed prohibitive taxes.’ [..]
‘The plant will remain shut until fuel supplies resume from Egypt through the tunnels or the Rafah border crossing, or from Israel if the Palestinian Authority agrees not to impose the heavy taxes,’ said Khalil.”
Und so war sie im November des vergangenen Jahres urplötzlich wieder da, die “Energiekrise” in Gaza. Wegen eines Streits zwischen Fatah- und Hamas-“Regierung” um Steuern mußte “die Bevölkerung [..] den Preis dieser Politik” zahlen.
Und niemand protestierte. Niemand fragte, ob denn PLO und Hamas einen “Persilschein” hätten, der sie vor Strafen bewahre, niemand donnerte, “dafür gibt es keine moralische Rechtfertigung”, oder nannte den Steuerstreit der zwischenzeitlich Wiederversöhnten “grausam”.
Traurig aber wahr: Ihre doppelten Standards verraten die Antisemiten.
 tw24

Thursday, May 29, 2014

Der Staatsfunker und der “Hitler-Bus”


Samuel Jackisch, ein in den Vereinigten Staaten stationierter Vertreter des deutschen Staatsfunks, hat in der amerikanischen Hauptstadt Washington einen “Hitler-Bus” gesichtet, dessen Werbeflächen “Hitler im Gespräch mit einem arabischen Nationalisten” zeigen. “Eine rechte Gruppierung ließ Busse damit bedrucken, um die Entwicklungshilfe an islamische Länder zu stoppen.”
“Das Bild zeigt Adolf Hitler, beim gemütlichen Plausch mit dem arabischen Nationalisten Amin al Husseini. [..] Das Foto ist echt und stammt aus dem Jahr 1941, als al Husseini mit Hitler zu Gesprächen in Deutschland zusammenkam.”
Daß der Journaillist es nicht für nötig hält, Adolf Hitler seinem Publikum etwas näher vorzustellen, sei ihm verziehen. Wer in Deutschland kennt den begnadeten Künstler nicht? Hajj Muhammad Amin al-Husseini aber bloß als einen “arabischen Nationalisten” zu präsentieren, der “mit Hitler zu Gesprächen” zusammenkam, ist – günstigenfalls ein Irrtum.
tagesschau.de20140528
Zu befürchten ist freilich, daß der Staatsjournaillist bewußt darauf verzichtete, dem “arabischen Nationalisten” noch weitere Worte zu widmen. Zu hoch wohl die Gefahr, sich die Story von der “rechten Gruppierung” zu zerstören, die nur Unfrieden stiften will, und “liberale[n] israelische[n] [!] Blogger[n]“, die “Ideen für eine eigene Bus-Werbe-Kampagne” sammeln:
“[F]ür Frieden und Verständigung statt blindem Hass im Nahen Osten.”
Doch weder Verschweigen noch eine “eigene Bus-Werbe-Kampagne” können etwas an der Wahrheit ändern: Der “Nationalist” war als Großmufti von Jerusalem keine unwichtige Gestalt, sondern ein “spiritueller” Führer, über dessen Wirken die New York Times schon 1929 ausführlicher berichtete, als das ein Samuel Jackisch wagen würde:
“The greatest massacre perpetrated by the Moslem Arabs occurred at Hebron, the city of Biblical fame, where forty-five Jews were slain and forty-seven seriously wounded. [..]
The Grand Mufti, the head of the Supreme Council, was warned by the Palestine Government yesterday that he will be held responsible for any further riots.”
Bereits 1933 klopfte der “arabische Nationalist” bei Vertretern der neuen deutschen Regierung an und bat um deren Unterstützung. Spätestens seit 1937 verfügte Hajj Muhammad Amin al-Husseini über regelmäßige Kontakte zum Judenreferat, dessen Leitung 1939 Adolf Eichmann übernahm. “Später entwickelte sich zu Eichmann ein freundschaftliches Verhältnis, ebenso zu Himmler”.
Von Beirut aus orchestrierte Hajj Muhammad Amin al-Husseini einen mehrjährigen arabischen Aufstand, den es so ohne deutsche Hilfe wohl nicht gegeben hätte:
“Der Mufti gab selbst zu, dass es seinerzeit nur durch die ihm von den Deutschen gewährten Geldmittel möglich war, den Aufstand in Palästina durchzuführen. Von Anfang an stellte er hohe finanzielle Forderungen, denen die Nazis in sehr großem Maße nachkamen.”
Auch nach dem 1941 durch britische Truppen niedergeschlagenen prodeutschen Putschversuch im Irak, in dessen Verlauf der Mufti zu Pogromen gegen Juden aufgerufen hatte, blieben seine Förderer ihrem “palästinensischen” Schützling treu verbunden und nahmen ihn bei sich auf. Großzügig wurde er mit Büros, Fahrzeugen und Geld versorgt, so daß er und seine Entourage ihre “Arbeit” u.a. im deutschen Propaganda-Radio fortsetzen konnten:
“Nach der Genozid-Konvention der Vereinten Nationen sind sowohl ‘Tötet die Juden, ehe sie Euch töten!’, ausgestrahlt am 7. Juli 1942, und ‘Haj Amins Ruf zu den Waffen’ vom 4. März 1944 eindeutig als Aufruf zum Völkermord zu definieren.”
“Nach der muslimischen Religion”, heißt es in dem ersten der beiden Aufrufe, “ist die Verteidigung Eures Lebens eine Pflicht, die nur durch die Vernichtung der Juden erfüllt werden kann.” Und in dem anderen fordert der “arabische Nationalist”: “Tötet die Juden, wo immer Ihr sie findet. Das gefällt Gott, der Geschichte und der Religion. Es dient Eurer Ehre. Gott ist mit Euch.”
Im Mai 1945 mußte Hajj Muhammad Amin al-Husseini sein deutsches Exil verlassen, wurde auf der Flucht von französischen Truppen festgesetzt, aus deren Haft er jedoch nach Kairo entkommen konnte. Dort wurde er 1946 als Held empfangen und widmete sich – u.a. als Stellvertreter Hassan al-Bannas, des Gründers der Muslimbrüder – weiter der Verwirklichung Seiner Wünsche.
In den 1950ern begann Hajj Muhammad Amin al-Husseini Yassir Arafat zu fördern, der den 1974 Verstorbenen als “unseren Helden” würdigte; Abu Mazen, Yassir Arafats Nachfolger als “Palästinenserpräsident”, hieß ihn – nicht trotz, sondern wegen dessen Beteiligung am Holocaust – einen “Pionier” und “Märtyrer”, während der amtierende Mufti von Jerusalem Anfang 2012 zum Genozid an Juden aufrief.
“Last week, the principal Palestinian Authority religious leader, the Mufti Muhammad Hussein, presented the killing of Jews by Muslims as a religious Islamic goal.”
Zwei Jahre später wird der gleiche Muhammad Hussein vom reisenden Papst Franziskus als “Bruder” umarmt und von “Palästinenserpräsident” Abu Mazen zum “Minister für Wohlfahrt” einer “palästinensischen Einheitsregierung” nominiert. Doch nicht darüber erregt der deutsche Staatsfunk sich, sondern über “eine rechte Gruppierung”, die doch nur zitiert, was ein “arabischer Nationalist” einst erklärte:
“In der Bekämpfung des Judentums nähern sich der Islam und der N.S. einander sehr. Fast ein drittel des Koran beschäftigt sich mit den Juden. Er hat alle Moslime aufgefordert sich vor den Juden in acht zu nehmen, und sie wo man sie treffen mag zu bekämpfen.”
(Rede vor den Imamen der bosnischen SS-Division, 4.10.1944, in: Gerhard Höpp [Hg.]: Mufti-Papiere, Berlin 2004, S. 221 [Rechtschreibung wie im Original])
Pamela Geller sollte sich schämen, Samuel Jackisch damit belästigt zu haben!
tw24