Monday, March 07, 2016

Vorgeführt

Mit scharfen Worten reagierte Dudu Elhayani, Kopf des Jordan Valley Regional Council, auf eine Forderung eines deutschen Unternehmens nach einer besonderen Kennzeichnung von Waren aus dem Jordan-Tal. In einem Schreiben an Clemens von Goetze, den deutschen Botschafter in Israel, erklärte Dudu Elhayani, die Farmer der Region seien schockiert über die deutsche Forderung.
Die geforderte Kennzeichnung, heißt es in dem Brief, aus dem die Jerusalem Post auf ihrer Website zitiert, gleiche »der Markierung von Juden in Europa in dunklen und fürchterlichen Tagen in der Vergangenheit«. Deshalb werde man sich der »ungeheuerlichen« und daher »völlig inakzeptablen« Forderung nicht beugen. Der Protest Dudu Elhayanis ist berechtigt und richtig adressiert.
Zwar war es die Europäische Union, die im November 2015 ihre Mitgliedsstaaten beauftragte, eine stigmatisierende Kennzeichnung für »Siedlerprodukte« einzuführen, gleichwohl spielte die Regierung in Berlin bei und nach deren Zustandekommen eine besonders unrühmliche Rolle. Einerseits nämlich behaupten die Unionsfraktionen im Bundestag, Berlin lehne solche Regeln ab.
Andererseits jedoch war es Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sie in einem Interview als reine Maßnahme zum Verbraucherschutz verteidigte und sich zugleich für nicht zuständig erklärte, da Verbraucherschutz die Sache Brüssels sei. Wo die »mächtigste Frau Europas« die Möglichkeit gehabt hätte, ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen, hat sie sich feige gedrückt.
Angesichts gerade dieses Vorbilds ist es nicht verwunderlich, zeigt ein deutsches Unternehmen nicht die von Angela Merkel einmal selbst eingeforderte Zivilcourage, sich einer nicht zuletzt vom renommierten Simon Wiesenthal Center (SWC) als antisemitisch verurteilten Gesetzgebung zu widersetzen. Dudu Elhayani stellt mit seinem Protest die ganze deutsche Scheinheiligkeit bloß.
 tw24

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