Friday, October 16, 2015

Deutsche Willkommenskultur: Schüler putzen für mehr „Frieden“


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In den diversen Notunterkünften ist die Zeit der Bewohnerinnen und Bewohner nach einem kurzen Aufenthalt in Germany bereits so knapp und so wertvoll geworden, dass sie eine Putzperson (m/w) benötigen. Und die Filialen des Kieler „Bildungs“-Ministeriums sind nur zu begierig, diesen Wunsch zu erfüllen. Es wäre ja auch wirklich zu viel verlangt, wenn man nach der langen, beschwerlichen Reise über den Balkan oder das Mittelmeer auch noch seinen eigenen Dreck wegmachen müsste, nicht wahr?

von Gerrit Liskow

Man hat es, liebe Leserinnen und Leser, auch als PädagogIn an den Staatsschulen nicht leicht in diesem Land, denn man sollte von vornherein davon ausgehen, nur ein weiteres Unterhaltungsangebot unter vielen zu sein. Um zwischen Twitter, Facebook und den Spielen auf dem Smartphone zu bestehen und wenigstens ab und zu etwas Aufmerksamkeit auf sich und womöglich sogar den Unterrichtsstoff zu lenken, muss man sich also etwas einfallen lassen.
Meine Bekannte, die Lehrerin ist, hat deshalb die Ü-Eier-Strategie entwickelt: Man braucht etwas Süßes, eine Überraschung, und etwas zum Spielen im Unterricht. Dann hat man eine annähernd realistische Chance, zwanzig Teenagern zum Beispiel den Unterschied zwischen „das“ mit einem S und „dass“ mit Doppel-S zu vermitteln – und selbst dann sollte man davon ausgehen, dass die Hälfte davon schon morgen wieder vergessen ist.
An die Ü-Eier-Strategie meiner Bekannten hat sich anscheinend auch eine Schule in Lübeck erinnert, nur leider mussten sie es dann auch gleich damit übertreiben.
Lübeck! Allen, die die Hansestadt am Baltikum, die Heimat des Marzipans und der Literatenfamilie Mann nicht aus eigener Anschauung kennen, sei gesagt, dass es sich dabei um so etwas Ähnliches wie Norddeutschlands Antwort auf Freiburg/Breisgau handelt. Nur ist Lübeck noch wesentlich spaßfreier als das schwäbische Mülltrennungsparadies. Man ist in Lübeck auf eine geradezu masochistische Art und Weise auf der Höhe des Zeitgeistes und möchte dafür auch noch toll gefunden werden – was hinsichtlich der Mentalität manche Frage aufwirft.
Lübeck ist also kein Zustand, sondern ein Geisteszustand, und dieser ist ebenso abstrakt wie universell. Lübeck ist überall - auch, aber nicht nur, in Germanien.
Indes ist es selbstverständlich so, dass auch in Lübeck „Bildung“ passiert. Und an einem dieser „Bildungs“-Institute ist es anscheinend üblich, dass die Schülerinnen und Schüler das Putzen lernen. Aber nicht nur das: Sie räumen auf, sortieren Kleidung, waschen, wischen, spülen ab, machen Betten und helfen beim Essenkochen. Und wenn man sie ganz nett bittet, bringen sie sogar den Müll runter.
Wunderbar, werden Sie sagen. Wo gibt’s denn diese Teenager? Ich will auch so einen! Gemach, liebe Leserinnen und Leser: Diese Schülerinnen und Schüler kriegt nicht jeder. Die bekommen sie nur, wenn Sie Flüchtling sind und in einer Notunterkunft leben. Den Namen der zuständigen Schule wollte uns die vorgesetzte Behörde in Kiel übrigens trotz mehrmaliger Nachfrage nicht verraten, obwohl sie eigentlich stolz sein müsste auf ihre Filiale – weil sie so ganz besonders vorbildlich ist, wenn es darum geht, die Lübecker Mentalität prototypisch zu repräsentieren.
Ja, Sie haben richtig gelesen: In den diversen Notunterkünften ist die Zeit der Bewohnerinnen und Bewohner nach einem kurzen Aufenthalt in Germany bereits so knapp und so wertvoll geworden, dass sie eine Putzperson (m/w) benötigen. Und die Filialen des Kieler „Bildungs“-Ministeriums sind nur zu begierig, diesen Wunsch zu erfüllen. Es wäre ja auch wirklich zu viel verlangt, wenn man nach der langen, beschwerlichen Reise über den Balkan oder das Mittelmeer auch noch seinen eigenen Dreck wegmachen müsste, nicht wahr? Vor allem, wenn man sonst nichts zu tun hat.
Sie sehen, liebe Leserinnen und Leser: Die Ü-Eier-Strategie funktioniert! Es gibt etwas Süßes (niedliche Flüchtlinge), eine Überraschung (wieviel Arbeit der Haushalt wirklich macht) und irgendetwas zum Spielen springt bestimmt auch noch dabei raus. Was kann schief gehen?
Nun muss man sich natürlich fragen, warum das passiert. Von offizieller Seite, und offizieller als die Schleswig-Holstein-Zeitung geht es im Land zwischen den Meeren nun mal nicht, wird behauptet, dass all das „freiwillig“ geschähe; dass die Schülerinnen und Schüler sich geradezu darum gedrängelt hätten, in den Notunterkünften im Haushalt zu helfen. Alles freiwillig! Sagt jene Schleswig-Holstein-Zeitung, die ich persönlich schon immer dann am überzeugendsten fand, wenn sie sich dumm zu stellen versucht.
Wer die Zustände an den Schulen aus eigener Anschauung kennt, könnte zu dem Schluss gelangt sein, dass es gar nicht so unwahrscheinlich ist, dass die Kinderinnen und Kinder an den staatlichen Papageienschulen tatsächlich das Gefühl bekommen, sie täten irgendetwas freiwillig – nämlich unter freiwilligem Zwang.
Und wenn es möglich ist, fast die gesamte erwachsene Menschheit von Climate Change zu überzeugen, ist es sicherlich auch möglich, ein paar noch in der Entwicklung befindliche Jugendliche in Willkommens-Drohnen umzufunktionieren. Wie sagte doch jemand, der es wissen müsste, ebenso schön wie richtig? „Gebt mir das Kind und ich gebe euch den Menschen.“
Aber wer sich mit realexistierenden Teenagern auskennt, weiß, dass sie sicherlich eine ganze Menge freiwillig machen, aber in der Regel nichts, das mit dem Haushalt zu tun hat. Und statt nun ihren eigenen Eltern die süße Last ein wenig zu erleichtern, werden sie als raumpflegerische Hilfskräfte an die Flüchtlingsfront abkommandiert –  und alles nur, damit aus Germany endlich, endlich ein Billiglohnland auf der Höhe des uffjeklärten Bewusstseins wird?
Was ist das Endziel Eurer Flüchtlingspolitik, liebes linkes Establishment, liebe selbsternannte Elite in Partei und Staat? Wollt Ihr selbst in die Notunterkünfte ziehen und Eure schicken Eigentumswohnungen mit Stuckdecke den Flüchtlingen zur Verfügung stellen? Dann tut Euch bitte keinen Zwang an: In Hamburg sind alle Flüchtlingszelte im Winter beheizbar; es muss also niemand frieren, der das nicht will. Und wenn ihr Euren Kindern nicht sagt, wer Ihr seid, kommen sie vielleicht sogar bei Euch zum Putzen vorbei und helfen Euch im Haushalt – dann seht Ihr sie wenigstens mal!
Man muss sich wie gesagt fragen, warum das passiert. Und zu diesem Punkt ist bloß zweierlei anzumerken: Zum einen, wie gut sich die mediale Begeisterung für „Deutsche Willkommenskultur“ mit einem vollständigen Fehlen von Berichten über die aktuelle Lage in Israel verträgt. Zum anderen, mit welcher staatlicher verordneten Inbrunst darüber gewacht wird, dass sich daran nicht ändert. Zunächst zum ersten Punkt:
Es geht, würde ich vermuten, bei der Deutschen Willkommenskultur weniger um die Flüchtlinge, als die Deutschen selbst. Das ganze Phänomen ist deshalb nicht logisch, sondern psychologisch. Die Flüchtlinge haben für die uffjeklärten Milieus bloße eine instrumentelle Funktion, als Zentrum ritueller Handlungen rings um den Fetisch. Dieser Fetisch ist selbstverständlich nicht der Flüchtling, sondern die moralische Superiorität der wiedergutgewordenen master race, oder vielmehr deren Inszenierung in den Medien. So weit, so bekannt.
Und wer die Medien aufmerksam und kritisch verfolgt, wird bemerkt haben, dass es in Deutschland kein anderes Thema gibt, als Schuhberge in Bahnhöfen und die Nachrichten von der Flüchtlingsfront. Bemerkenswert wird das erst, wenn man auf das schaut, was in der offiziellen und inoffiziellen Hofberichterstattung weggelassen wird.
Bezeichnenderweise die Tatsache, dass die Bewohner des jüdischen Staats derzeit von einem infamen One-on-one-Terror heimgesucht werden, der sich durch plötzliche Handlungen von Einzeltätern auszeichnet und bereits etliche Menschenleben gefordert hat. Die deutsche Journaille (ihr internationales Pendant übrigens auch) widemt sich diesem Thema bislang nach der in langen Jahren „investigativer“ Tätigkeit vervollkommneten Strategie: ignorieren, bagatellisieren, relativieren, entschuldigen, gut heißen.
Auch das ist weder neu noch überraschend. Intellektuell ergiebig wird diese Beobachtung erst, wenn man sie mit der Üppigkeit kontrastiert, in der die moralische Überlegenheit Germaniens als Weltmeister des guten Gewissens (auf Kosten Dritter) zurzeit in den Medien zelebriert wird. Und da muss man es einfach mal in aller Deutlichkeit sagen: Diese Flüchtlinge sind keine Juden. Manche von ihnen werden noch nicht mal besonders gut auf „Die Abrahamiter“ zu sprechen sein.
Es ist ja nichts verkehrt mit Euren Sonntagsspaziergängen auf den Spuren jüdischen Lebens, mit Euren stimmungsvollen Stolpersteinen und Euren romantischen Abstechern auf den jüdischen Friedhof – nur warum muss die Faszination fürs Judentum in Germany immer so von der Nekrophilie umweht sein, liebe Deutschinnen und Deutsche?
Man darf die Vergangenheit nicht vergessen, aber kann man nicht mal versuchen, irgendwann in der Gegenwart anzukommen? Muss man sich vielleicht so für die Spuren jüdischen Lebens begeistern, um zu verdrängen, dass es auch noch deren realexistierende Konsequenzen in der Gegenwart gibt? Aber gerade die deutsche Linke war ja von der Empirie schon immer sehr schockiert, warum sollte das ausgerechnet beim Thema Israel anders sein.
Es ist, wie gesagt, nur meine persönliche Meinung (und keine exakte Wissenschaft), aber da scheint bei den Betroffenen, vor allem in den uffjeklärten Milieus, mit der Vergangenheitsbewältigung etwas gehörig schief gelaufen zu sein. Sonst käme es nicht zu dem, was sich in der Psychologie der Wiedergänger nennt: Der irrlichternde Wahn, dass es sich bei einem wildfremden Menschen um die Reinkarnation einer vertrauten Seele aus der Vergangenheit handelt.
Und man muss es ebenso deutlich sagen: Nein, liebe Deutschinnen und Deutsche des Jahres 2015, ihr könnt euch für den Holocaust nicht entschuldigen und zwei Weltkriege ungeschehen machen, indem ihr eure Kinderinnen und Kinder als Putzpersonen in Notunterkünfte schickt. Ihr werdet auch dadurch keine besseren Menschen, indem ihr dafür sorgt, dass jemand morgens länger im Bett bleiben kann.
Aber die Deutsche Willkommenskultur erfüllt selbstverständlich eine staatstragende Funktion. Womit Punkt zwei meiner eingangs notierten Gliederung in Sichtweite rückt. Immigration aus wirtschaftlich schwächeren Weltgegenden sorgt für schrumpfende Lohnniveaus in der neuen Heimat der Migrantinnen und Migranten und damit für abnehmende Anspruchsniveaus bei sukzessive sinkenden Lebensstandards. Das ist keine Propaganda, sondern der aktuelle Wissensstand des IFO-Institutes von Hans-Werner Sinn.
Und um jedes Missverständnisse von vornherein auszuschließen: Dafür, dass die VEB Deutschland AG zum Billiglohnland mutiert, sind weder die realexistierenden Gastarbeiter der 60er und 70er Jahre verantwortlich, noch jene Flüchtlinge, die dem Wort der deutschen Kanzlerin gefolgt sind. Ich kann jeden verstehen, der seine oder ihre Lage durch den Umzug in ein anderes Land verbessern möchte. Auch für Steuerzahler gibt es schließlich viele Länder, die attraktiver als Germany sind.
Nein, solidarisch sollen wieder mal jene sein, die sich diesen Luxus am wenigsten leisten können. Zum Beispiel jene Teilzeitkräfte, die in den Notunterkünften putzen gehen, und deren Jobs nun nicht zuletzt durch jene Projektwoche aus Lübeck bedroht sind, die es doch nur gut meint – vor allem mit sich selbst, schönen Dank.
Und damit sich am von Frau Dr. Merkel eingeschlagenen Weg der Einheitsfront von Partei und Staat, von linker und rechter Sozialdemokratie, nichts Wesentliches ändert, wacht auf Geheiß des Bundesinnenministeriums endlich wieder eine Heerschar inoffizieller Mitarbeiter über den offiziellen und den inoffiziellen Diskurs in diesem Land. Meinungsfreiheit richtig verstanden ist eben doch die Freiheit von Meinung, nicht wahr, liebe IMs?
Wer die eigene Geschichte nicht verstanden hat, läuft immer Gefahr, sie zu wiederholen. Die einzige Frage ist, ob die vom Innenminister de Mazière ins Amt gerufene Gedankenpolizei sich wieder Stasi nennen möchte oder doch gleich die Katze aus dem Sack lässt und sich in Gestapo umbenennt. Manchmal könnte man zu der Ansicht gelangen, auch der nächste Faschismus käme von „Links“.
 haolam

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